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TORNEY Landfleischerei Pripsleben - Vom Stall in die Pfanne

Altentreptow (bw). Vom Stall in die Pfanne – so lautet der Slogan der TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH. Treffender hätte man es eigentlich nicht formulieren können. Denn innerhalb des Unternehmens mit seinen drei Standbeinen – der Milch und Fleisch e.G., der Mutterkuh GmbH und der Landfleischerei Pripsleben GmbH – laufen all diese Kreisläufe ab. „Im Ergebnis unserer Arbeit können wir unseren Kunden regionale Fleisch- und Wurstspezialitäten in bester Fleischerqualität anbieten“, macht Frank Wegner, einer der Geschäftsführer der Torney Landfleischerei, deutlich. Gemeinsam mit Hans-Dieter Gabel trägt er für die kontinuierliche Entwicklung des regionalen Unternehmens Verantwortung. Immerhin 152 Mitarbeiter und neun Lehrlinge stehen bei TORNEY in Lohn und Brot als Landwirte, Fleischer oder Fachverkäuferinnen. Die Landfleischerei hat sich damit zu einem wichtigen Arbeitgeber vor allem für die ländliche Region in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. In den beiden Produktionsstätten in Pripsleben und in Altentreptow werden die schmackhaften Fleisch- und Wurstprodukte hergestellt, die dann in den 26 Filialen zwischen Rostock und Prenzlau angeboten werden.

 

„Darüber hinaus zählen zu unserem Kundenkreis neben Discounter-Großkunden zahlreiche regionale Firmen, Hotels, Pensionen und Gaststätten. Auch Vereine, Verbände, Imbissanbieter und ländliche Lebensmittelmärkte greifen gern auf unsere Produkte zurück“, informiert der Diplomkaufmann. 

 

Doch vor der Wurst steht erst einmal jede Menge Arbeit. Alle drei Sparten des Unternehmens decken den gesamten Weg von der Herstellung der Futtermittel über die Tierproduktion von Rindern und Schweinen bis hin zur Verarbeitung der Rohstoffe in der Produktion und dem Verkauf der Fleisch- und Wurstwaren ab. „Wir verfügen über etwa 1.650 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die in entsprechende Grünflächen für das Vieh und in Felder für den eigenen Anbau diverser Futtermittel aufgeteilt ist. So werden beispielsweise Raps, Weizen, Mais, Kartoffeln und auch Rüben angebaut. Damit sichern wir die eigene Wertschöpfung und versorgen unsere ca. 840 Rinder und 2.200 Schweine. Die so aufgezogenen Tiere werden im weiteren auch selbst verarbeitet und vermarktet. Das ist somit ein in sich geschlossener Kreis, der die Frische und Qualität unserer Ware garantiert“, beschreibt Frank Wegner die betrieblichen Abläufe.

 

Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die breite Produktpalette, die sich im Verlauf der Jahre insbesondere durch das Engagement der Mitarbeiter ständig weiterentwickelt hat. Neue Wurstsorten wurden kreiert und mit außergewöhnlichen Zutaten kombiniert. Aber auch altbekannte Wurstsorten stehen auf dem Produktionsprogramm. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf die Arbeit nach bäuerlichen Traditionen sowie den Erhalt traditioneller Marken wie der "Pommerschen Schlackwurst", der "Pommerschen Leberwurst" und der "Pommerschen Fleischblutwurst". Gemeinsam mit sechs weiteren Fleischereien aus Vorpommern bemüht man sich in der Schutzgemeinschaft Pommersche Fleisch- und Wurstwaren e.V. um dieses Alleinstellungsmerkmal im Rahmen der Europäischen Union. Aber auch im eigenen Land kann die TORNEY Landfleischerei punkten. Im Rahmen der Qualitätstests der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG e.G.)  wurden schon mehrere Erzeugnisse des Unternehmens mit der Gold, Silber und Bronze Prämierung ausgezeichnet. Goldene Preise holten zuletzt das "Sauerfleisch im Glas", die "Blutwurst" und der "Altentreptower Traditionsschinken". 

 

Zu den absoluten Spezialitäten der TORNEY Landfleischerei gehören  veredelte Fleischwaren wie das "DryAged Beef", das bei 2 bis 4 Grad Celsius in der Kühlkammer "getrocknete Rindfleisch" oder das "Pulled Pork", ein gekochtes Schweinefleisch. „Unsere Produkte sind so eine Mischung aus Pommerscher Küche und einem guten Teil Zeitgeist“, fasst Frank Wegner zusammen. Seit 2010 ergänzen diverse Feinkostsalate die Angebotspalette des Unternehmens. In der Salatmanufaktur am Standort Pripsleben werden seither täglich nach traditionellen und regionalen Rezepturen Feinkostsalate produziert. Besondere Beliebtheit bei der Kundschaft haben der Eiersalat, der Schmorbratensalat, der Fleischsalat und der Geflügelsalat erlangt.

 

Über mehr als ein Vierteljahrhundert hat sich die TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH inzwischen am Markt etabliert und behauptet. Einst aus der in Pripsleben ansässigen Landwirtschaftlichen Produktions-genossenschaft (LPG)  entstanden, ging man frühzeitig dazu über, das hier produzierte Fleisch direkt zu vermarkten. „Wir wollten unser Vieh nicht 'verschleudern' und eine eigene Wertschöpfungskette hier vor Ort aufbauen“, begründet Frank Wegner die damalige Entscheidung, die natürlich auch mit dem Erhalt von zahlreichen Arbeitsplätzen in der Region verbunden war – zur Freude der hier beschäftigten Menschen.

 

Bleibt noch eines zu klären – woher kommt der Name „Torney“ für das Unternehmen? „Ganz einfach. Unmittelbar hinter der Betriebsstätte in Pripsleben schlängelt sich ein kleiner Bachlauf durch die Landschaft. Eben dieser Bach heißt Torney – daher unser Name“, erklärt Frank Wegner.

 

Fotos: TORNEY 

 

TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH

Karlsplatz 10a

17087 Altentreptow

Telefon: 03961 25630



    letzte Änderung: - 19.10.2017 15:30

    Bäckerei & Konditorei Hatscher - Liebe, Zeit und gute Rohstoffe

    Stavenhagen (bw). Kurz vor 23 Uhr abends. Während sich die meisten Menschen auf die Nachtruhe vorbereiten, beginnt für einige Mitarbeiter der Bäckerei & Konditorei Hatscher in Stavenhagen gerade die erste Schicht. Der Brot- und Brötchenteig muss vorbereitet werden, der Ofen wird angefeuert  und der bereits am Vortag vorbereitete Teig wird zu Brot und Brötchen verarbeitet. Gegen ein Uhr beginnen dann auch die Konditoren ihre Arbeit und um vier Uhr sind auch die Kraftfahrer vor Ort, um die Fahrzeuge mit den Backwaren zu beladen. Ab halb fünf treten sie ihre Fahrt zu den insgesamt 16 Filialen des Unternehmens an, damit die Menschen morgens ihre frischen Backwaren dort kaufen können. Dass die Produkte der Bäckerei Hatscher seit Jahrzehnten bei den Kunden gefragt sind, ist längst kein Geheimnis mehr. 

     

    „Mein Ziel als Bäcker sind 'saubere' Backwaren, das heißt frei von Zusätzen und hochwertig für die Ernährung zu produzieren. Backen mit Leidenschaft, Liebe, Zeit und gute Rohstoffe - das sind unsere Maxime bei der Arbeit“, sagt Christoph Hatscher. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf Tradition, sondern beschäftigt sich auch mit der Weiterentwicklung eigener Produkte. Hier arbeitet die Bäckerei Hatscher auch mit Hochschulen und Lebensmitteltechnologen zusammen. „Wir nutzen neue Erkenntnisse der Forschung dort, wo sie sich mit unserer Philosophie vereinbaren lassen und wir leisten Aufklärungsarbeit über die Vorteile von Vollkorn- und Bio-Backwaren und über die Wichtigkeit von Brot in der täglichen Ernährung“, fasst Christoph Hatscher zusammen.

     

    Apropos Brot: Deutschlands Brotlandschaft und -tradition ist weltweit einzigartig. Mehr als 3.200 Brotsorten sind hierzulande bekannt. Die deutsche Brotkultur wurde 2014 als immaterielles Kulturerbe in die Kulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. „Auch ich bin ein Brotmensch“, gibt Christoph Hatscher zu und weiß: „Im Brotbacken mit all seinen Finessen von der Teigführung bis zur Krustenbildung zeigt sich die wahre Meisterschaft des Bäckers, sei es beim lockeren Weißbrot für den Frühstückstisch oder im dunklen Vollkornbrot für das Abendessen“. Gut 1.000 Brote verlassen täglich die Bäckerei Hatscher. Spitzenreiter dabei ist mit rund 600 Stück das typische mecklenburgische Roggenmischbrot „Opa Karls“ - das übrigens nach dem einstigen Firmengründer Karl Brinkmann benannt wurde. Gern gekauft werden auch das Weizenmischbrot „Oma Helene“, das „Friesische Roggen“ oder die "Dinkelkruste". Als neueste Entwicklung präsentiert Hatscher jetzt das "Bio-Dinkel", das übrigens vom Firmenchef persönlich favorisiert wird. Immerhin 10 bis 15 Brot- und Brötchensorten verlassen täglich die Backstube. Auch bei den Brötchen ergänzen sich traditionelle Backwaren mit Trendware wie dem „Hatschi“, einem Weizenbrötchen mit langer Teigführung oder dem "Dinkelkrüstchen". Ebenso liegen "Französisches Baguette", "Käsestangen" oder "Roggenbrötchen" mit Leinsaat, Hafer, Roggenschrot und Sesam in den Regalen der Hatscher-Filialen.

     

    Wie kann sich ein traditioneller Handwerksbetrieb gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz der industriellen Bäckereien behaupten? Darauf hat Chrisoph Hatscher eine klare Antwort. „Wir verstehen uns auch in vierter Generation als traditionsbewusster Familienbetrieb und wollen mit unseren überlieferten Rezepturen sowie ausgesuchten Zutaten der zunehmenden Industrialisierung des Backens etwas entgegen setzen. Ein weiterer Aspekt ist die größere Vielfalt, die wir damit anbieten können und bei der häufig viel von Hand gemacht ist. Und nicht zuletzt spielt die Qualität eine entscheidende Rolle“, fasst der Bäckermeister zusammen. Darüber hinaus wird nach dem hauseigenen Reinheitsgebot gearbeitet und die Qualitätsprüfung erfolgt nicht nur durch den Kunden selbst, sondern auch durch Fachkräfte des Instituts für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) und andere unabhängige Fachleute. So wurde beispielsweise dem "Französischen Baguette" bei der letzten Kontrolle das Goldsiegel für konstante Qualität auf höchstem Niveau verliehen. Auch „Opa Karls“ und weitere Roggenbrote erhielten Auszeichnungen für ihre hohe Qualität.

     

    Nicht vergessen werden sollten die „Kunstwerke zum Vernaschen und Genießen“ aus Hatschers Backstube. Auch hier wird eine große Vielfalt an Torten, Kuchen und Gebäck nach strengen Qualitätskriterien hergestellt. „Dabei achten wir auf eine sorgfältige Auswahl unserer Zutaten. So kochen wir beispielsweise unsere Vanillecreme ebenso selbst wie die Marmelade für unsere "Wiener Rolle". Auf Farbstoffe verzichten wir, soweit es geht. Nur nicht auf den Geschmack!“ nennt Christoph Hatscher einige Beispiele. All diese Angebote werden in insgesamt 16 Filialen hochwertig präsentiert und von fachkundigen Verkäuferinnen freundlich und kompetent angeboten. „Natürlich können die Kunden in unseren Filialen auch den Kuchen bei einer Tasse Kaffee gemütlich genießen“, macht Christoph Hatscher deutlich. Er hat in diesem Jahr in vierter Generation das Geschäft von seinem Vater Roland Hatscher übernommen und setzt damit die Familientradition fort. Im Jahr 1941 gründete Bäckermeister Karl Brinkmann seinerzeit seine eigene Bäckerei in der Basepohler Straße, dessen Sohn Joachim Brinkmann übernimmt ab 1958 und 1986 folgt dann im Familienbetrieb die Zeit von Roland Hatscher, der als Schwiegersohn die Bäckerei fortführt. 1992 erfolgte der Umzug in ein neues Gebäude, welches fünf Jahre später modernisiert und erweitert wird. Seither werden hier die schmackhaften Backwaren des traditionellen Familienunternehmens nach der Maxime „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ gefertigt.

     

    Fotos: Bernd Wüstemann, Hatscher GmbH

     

    Bäckerei & Konditorei 

    Hatscher GmbH & Co. KG

    An der Reutereiche 2

    17153 Stavenhagen

    Telefon: 039954 3660

    www.baeckerei-hatscher.de




      letzte Änderung: - 19.10.2017 15:21

      10 Jahre Müritzeum - Natur zum Anfassen

      Waren (bw). Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und besonders für die Stadt Waren (Müritz) ist es nicht mehr wegzudenken: das Müritzeum. Als größtes Naturerlebniszentrum in der Mecklenburgischen Seenplatte lockt es mehr als 160.000 Besucher jährlich in die Müritzregion. 

       

      In wenigen Tagen feiert man nun hier das 10-jährige Bestehen dieses geschichtsträchtigen Hauses. Geschichtsträchtig deshalb, weil der Ursprung des Müritzeums schon mehr als 150 Jahre zurück liegt.  Damals gründete der Naturforscher und Sammler Hermann Freiherr von Maltzan im Jahr 1866 gemeinsam mit seinem Freund Carl Struck das erste öffentliche naturkundliche Museum der Region – bekannt unter dem Namen „Von Maltzan'sches Naturhistorisches Museum für Mecklenburg“. Zunächst in der Wohnung von Carl Struck untergebracht, folgten die „Wanderjahre“ der Sammlung an verschiedene Standorte, bis es 1929 im heutigen Gebäude in der Friedensstraße seinen endgültigen Standort fand. 

       

      Der älteren Generation ist das Haus noch als Malzaneum bekannt, ab 1957 lief es dann als Müritz-Museum. Zeitzeugen der geschichtlichen Entwicklung gibt es noch einige, auch solche, die eigentlich nicht zur Sammlung gehören. „Da ist beispielsweise die alte Weißbuche auf dem Weg vom Haus der 1000 Seen zur Naturhistorischen Sammlung. Eingewachsen in ihren Stamm ist ein alter Betonpfahl, der einst zum Zaun eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes gehörte. Die Besucher nehmen ihn selten wahr, bei Führungen allerdings wird darauf aufmerksam gemacht. Für mich ist es ein Relikt vergangener Zeiten, welches auch die Veränderungen sichtbar dokumentiert“, sagt Karin Franz, die Marketing-Verantwortliche des Müritzeums.  

       

      Mit ihr setzen wir den Rundgang fort und erfahren, dass im Haus der Sammlungen über 290.000 so genannte Belege existieren, davon etwa 35.000 Pflanzen 10.000 Eier, 175.000 Insekten, 27 Tonnen Fossilien und Gesteine und vieles mehr. „Das älteste Präparat ist ein Alpensegler, der um 1800 in Mecklenburg geschossen wurde“, erzählt Karin Franz. 

       

      Im Eingangsbereich des Hauses der Sammlungen fällt der Blick sofort auf ein besonders stattliches Exponat. Der stolze Hirsch in seiner Glasvitrine begleitet die Sammlung bereits seit 1902. Er wurde vom Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin  übergeben. „Im Haus stehen uns weiterhin Räumlichkeiten zur Verfügung, die für Sonderausstellungen genutzt werden. Gegenwärtig läuft noch bis zum 12. November unter dem Titel 'Das Reh ist nicht Frau Hirsch' unsere Sonderausstellung zum Thema Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“, weiß die Marketing-Expertin. 

       

      Der Rundgang führt uns nun entlang am Ufer des Herrensees, der Heimat zahlreicher Vogelarten, Enten und Schwänen, vorbei am Spielplatz zum einstigen Müritz-Aquarium. Hier unter der Herrensee-Brücke, wo früher die Sammlung einheimischer Fischarten bestaunt werden konnte, ist jetzt die Aufzucht- und Quarantäne-Station für die Fische. Nach wenigen Minuten Fußmarsch und weiteren Exponaten wie Insekten-Hotels, Fischreusen und anderen fischereitypischen Geräten sind wir dann wieder am Haus der 1000 Seen angelangt, dem eigentlichen „Jubilar“ diesen Jahres. 

       

      „Der erste Spatenstich erfolgte am 29. Juni 2005 und die Grundsteinlegung für das Müritzeum folgte am 14. Dezember des gleichen Jahres. Im August 2007 konnte das neu errichtete Müritzeum mit der offiziellen Eröffnungsfeier der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf mehr als 2.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besuchen nun eine „Exkursion“ durch die Natur und Naturgeschichte der Region unternehmen. Besonders beliebt sind bei den kleinen Besuchern die zahlreichen interaktiven Spiel- und Lernmöglichkeiten in der Ausstellung. Gern angenommen wird der traditionelle Kinderumwelttag, den es bereits zu Zeiten des Müritz-Museums gab.  „Ein Renner sind auch die Ferienaktionstage. In jedem Jahr ergänzen hier neue Themen das Spektrum der Umweltbildung“, ergänzt Karin Franz. 

       

      Nach zehn Jahren fast ununterbrochenem Ausstellungsbetrieb – das Müritzeum hat immerhin 364 Tage im Jahr geöffnet - ist natürlich auch einiges verschlissen und abgenutzt  und muss erneuert werden. Auch der technische Fortschritt fordert an bestimmten Stellen Veränderungen. „Anfang 2017 haben wir für die Umgestaltung der Dauerausstellung Fördermittel bewilligt bekommen und werden nun schrittweise die entsprechenden Bereiche in Angriff nehmen“, informiert Karin Franz. Dazu gehört beispielsweise auch der Heißluftballon in der Vogelwelt. Hier soll künftig das Gefühl des Schwebens mittels Rundum-Leinwand noch vertieft werden. Rundum soll es dann auch bei der Medienwand im Forum mit einer 360-Grad-Präsentation visuell und akustisch ein Eintauchen in die Natur der Mecklenburgischen Seenplatte geben. 

       

      Den Abschluss unseres Rundganges bildet schließlich die Aquarienlandschaft im Untergeschoss des Hauses. Hier taucht der Besucher in eine faszinierende Wasserwelt heimischer Süßwasserfische ein und erlebt dabei über 50 verschiedene Fischarten. Das ist die größte Aquarienlandschaft für Süßwasserfische in Deutschland. Zum Schluss nochmals Fisch – diesmal die Maräne. Rund 350 dieser Tiere sind in dem gewaltigen Becken des Tiefenaquariums zu sehen. Und dazwischen bewegt sich gerade ein Taucher. Der ist allerdings nur einmal im Monat hier und reinigt das Becken von innen. Für die Besucher ein weiteres Highlight ihres Rundganges durchs Müritzeum.

       

      Fotos: Bernd Wüstemann

       

      Müritzeum

      Zur Steinmole 1

      17192 Waren (Müritz)

      Telefon:  03991 633680

      E-Mail: info@mueritzeum.de




        letzte Änderung: - 22.09.2017 09:36

        Unterwegs im BÄRENWALD Müritz - Boulevard der Regionen

        Stuer (bw).  Nach gut einem Jahr Bauzeit konnte bereits im Mai diesen Jahres das neue Besucherzentrum 

        des BÄRENWALD Müritz seiner Bestimmung übergeben werden. Inzwischen ist hier der „Alltagsbetrieb“ längst in vollem Gange, dennoch sind an einigen Stellen noch Handwerker beschäftigt. „Unser neues Besucher-zentrum hat seine Feuertaufe bestens bestanden. Nun geht es um die Fertigstellung des Außenspielplatzes, des Behinderten-Parkplatzes und um Abschlussarbeiten an der Aussichtsterrasse auf dem Empfangsgebäude“, beschreibt Maxi Rühlmann, Marketingverantwortliche des BÄRENWALD Müritz die wesentlichen Restarbeiten. Ansonsten kann sich das neue Gesamtensemble wirklich sehen lassen. Das Besucherzentrum bietet den Gästen ein modernes Bio-Bistro, einen „Boulevard der Region“ mit vielen Produkten von regionalen Anbietern, eine Aussichtsplattform mit Blick über den Wald, neue In- und Outdoor-Spielmöglichkeiten für Kinder, Schulungsräume für Gruppen in der Bären-Akademie und eine interaktive Tierschutzecke mit Informationen rund um die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, die den BÄRENWALD Müritz betreibt. 

         

        Ein kleiner Rundgang zeigt die Vielfalt der Angebote im neuen Besucherzentrum. Das Bio-Bistro punktet mit vegan-vegetarischen Gerichten. Neu im Foyer ist ebenso ein Café sowie eine Bärenbibliothek, wo sich Interessierte in die Bärenwelt einlesen können. 

         

        Besondere Aufmerksamkeit weckt bei den Besuchern im Haus der „Boulevard der Regionen“ - der gewissermaßen eine Ladenzeile regionaler Produkte darstellt. „Bei der Auswahl der Angebote kam es uns vor allem darauf an, möglichst ausschließlich Produkte regionaler Manufakturen zu präsentieren. Auch sollten die natürlichen Rohstoffe dazu aus der Region kommen. Und vor allem sollten es keine Massenprodukte sein“, macht Maxi Rühlmann deutlich. Und so fällt es auch angenehm ins Auge, dass in den Regalen kein Kitsch, sondern wirklich ausgesuchte Ware zu finden ist. 

         

        So zum Beispiel der Honig und der Honiglikör von hiesigen Imkern oder die Kräuter, der Tee und die Naturkosmetik von einheimischen Kräuter-Spezialisten. „Ein 'Renner' ist auch unser frisch gerösteter Kaffee aus Lupinen, der eine koffeinfreie gesunde Alternative zu herkömmlichem Kaffee ist und sich zunehmender Beliebtheit erfreut“, schwärmt die Marketingverantwortliche. In weiteren Regalen sind edler Gin, Honigmet und diverse Liköre aus natürlichen Rohstoffen zu finden. „Wie schon gesagt – der Boulevard der Regionen hat einiges zu bieten. Ob Schokolade und fruchtige Aufstriche, Seife aus Adamshoffnung, Keramik aus Waren, Schmuck-Kollektionen aus Rostock oder Säfte aus dem Wangeliner Garten – die Angebotsvielfalt der regionalen Manufakturen ist groß“, zählt Maxi Rühlmann auf. Natürlich kann man auch Souveniers aus dem BÄRENWALD mitnehmen, die unter dem Namen 'designed by BÄRENWALDMüritz' hauseigen entworfen wurden. 

         

        Und so entwickelt sich der BÄRENWALD Müritz immer weiter zu einem informativen Tierschutzerlebnis für alle Altersklassen. Erst im vergangenen Jahr konnte ein interaktiver Naturentdeckerpfad eröffnet werden. Er nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die „wilde Vergangenheit“, zeigt die historische Verbreitung der Bären in Europa auf und vermittelt umfangreiches Wissen über diese Tiere. 

         

        „Elf Jahre existiert der BÄRENWALD Müritz jetzt und ist als Westeuropas größtes Bärenschutzzentrum inzwischen zu einer Institution geworden. Längst ist der BÄRENWALD Müritz zum Aushängeschild der Tourismus-Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte und Mecklenburg-Vorpommerns aufgestiegen“, betont Maxi Rühlmann ganz stolz.

         

        Lothar war der erste Braunbär, der zur Eröffnung des Bärenschutz-zentrums am 13. Oktober 2006 hier sein neues Zuhause fand, seine Schwester Sindi folgte nur wenige Tage später. Inzwischen leben 16 Bären auf einer Fläche von 16 Hektar im BÄRENWALD Müritz. „Die Bären haben hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Sie finden eine abwechslungsreiche Landschaft mit Mischwald, Wiesenflächen, Waldlichtungen, Hanglagen und einem natürlichen Wasserlauf vor. Dies sind optimale Voraussetzungen für Braunbären, ihr natürliches Verhalten wiederentdecken und ausleben zu können“, freut sich die Marketingverantwortliche. Denn in ihrem bisherigen Leben hatten die Bären meist keine artgemäßen Lebensverhältnisse. Auf wenigen Quadratmetern im Zoo eingepfercht, im Zirkus oder aus privater Haltung kamen sie hierher und brauchten einige Zeit, um wieder zurück in ihre natürlichen Lebensverhältnisse zu finden. 

         

        Eine Entdeckungsreise in den BÄRENWALD Müritz lohnt sich für die ganze Familie. Der BÄRENWALD Müritz ist täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 16 Uhr.  

         

        Fotos: Bernd Wüstemann

         

        BÄRENWALD Müritz gGmbH

        Am Bärenwald 1

        17209 Stuer

        Telefon: 039924 79118

        E-Mail: info@baerenwald-mueritz.de

        www.baerenwald-mueritz.de



          letzte Änderung: - 21.09.2017 15:53

          „Lütte Meierie“ Kratzeburg - Leben und arbeiten auf dem Dorf

          Kratzeburg (bw). Das kleine Dorf Kratzeburg hat in den letzten Jahren eine stetige Entwicklung als Tourismus-Standort genommen. Als Eingangs-Tor zum Müritz-Nationalpark bietet es den Urlaubern und Touristen vielfältige Abwechslung und Entspannung.  Gewachsen ist auch das Angebot an regionalen Produkten aus Fischerei und Landwirtschaft. Dazu gehört auch die „Lütte Meierie“  in der Dorfstraße 5. Hier bieten seit 2011 Eike Berkholz und Martin Lüdemann landwirtschaftliche Produkte aus eigener Herstellung in Direktvermarktung an. 

           

          „Neben frischer Weidemilch gibt es bei uns Schnittkäse und Quark, als auch das so genannte 'Weihnachtsgefügel' wie Flugenten, Hausenten und Gänse“, zählt Martin Lüdemann auf. Letzteres natürlich auf Vorbestellung dann für die Weihnachtszeit. Aktuell ist aber besonders das leckere Softeis aus eigener Produktion gefragt. Und auch der Bienenhonig von eigenen Bienenvölkern erfreut sich guter Nachfrage. 

           

          Als „Milchproduzenten“ stehen etwa ein dutzend behornte Kühe der Rasse Angler alter Zuchtrichtung auf der Weide. Diese Milchviehrasse, die ursprünglich aus dem Raum Jütland stammt, ist heutzutage sehr selten geworden und steht auf der Roten Liste der bedrohten Haustierrassen. „Die Milchviehhaltung ist quasi der Schwerpunkt unseres kleinbäuerlichen Familienbetriebs. Unsere Kühe werden auf der Weide gemolken und die Milch direkt bei uns verarbeitet. Die Tiere selbst bleiben deutlich länger bei uns als in den größeren Betrieben, die auf Hochleistungs-Milchproduktion setzen. Da halten wir uns an die alte Bauernregel, die da sagt: 'Junge Hühner, alte Küh – das sind des Bauern liebstes Vieh'. Immerhin sind sechs von neun Rindern bei uns älter als acht Jahre“, fügt Martin Lüdemann schmunzelnd hinzu. Neben den Rindern, Enten und Gänsen beleben den Hof des weiteren noch ca. 40 Hühner und fünf Schweine. Allen Tieren wird ausreichend Auslauf gewährt und sie werden mit abwechslungsreichem Futter „verwöhnt“. Dazu zählt auch die bei der Milchverarbeitung anfallende erhebliche Menge an Molke, die als Nahrung für die jungen Ferkel hervorragend geeignet ist und zu einem guten Wachstum sowie Wohlbefinden derselben führt. Ausreichend Platz, gute Einstreu im Stall und ein ebenfalls dazugehöriger Auslauf im Freien lassen Stress und Langeweile gar nicht erst aufkommen. Im darauffolgenden Winter werden die Schweine dann geschlachtet und ebenfalls zu qualitativ hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren weiterverarbeitet. Für die Verarbeitung des Fleisches sowohl vom Rind als auch Schwein wurde ein Schlachter in Lychen gefunden. 

           

          Und im September wird die Angebotspalette der „Lütte Meierie“ erneut erweitert, denn dann wird eine hauseigene Mosterei eröffnen. „Dann können die Leute beispielsweise mit ihren Äpfeln zu uns kommen, die wir dann hier direkt vor Ort mosten.

           

          Die Vielfalt an Möglichkeiten und die Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Komponenten des kleinen Betriebes sind es, die Martin Lüdemann an seiner Arbeit begeistern. „Es geht darum, den kleinen Hof mit Leben zu erfüllen, ihn Stück für Stück weiter zu entwickeln und trotzdem dabei überschaubar zu halten“, sagt der studierte Landwirt.  „Bio ist nicht so wichtig – nachhaltig und regional dagegen unbedingt. Es sind die Arbeit im Dorf und die regionale Wertschöpfung, auf die es ankommt“, ist Lüdemann überzeugt. Dabei - so der studierte Landwirt - sollte man trotzdem auch mal ausgetretene Wege verlassen und seinen Blick über den Tellerrand werfen.

           

          Die gesamte Angebotspalette aus eigener Produktion sowie ein Bio-Sortiment aus dem Naturkosthandel findet sich inzwischen im kleinen Hofladen auf dem Grundstück. Der Hofladen entstand aus einer alten Autogarage und fügt sich in das gemütliche Ensemble nahtlos ein. Tische im Freien als auch im Geschäft laden zum Verweilen. Überall ist auch Platz für eine gemütliche Pause bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen mit Blick auf  Kälbchen, Hühner und Gänse auf der Wiese hinter dem Laden. 

           

          2009 übernahmen Eike Berkholz und Martin Lüdemann die Nachfolge auf dem einstigen Fischerhof. Landwirtschaft mit Tierhaltung war seinerzeit fast zum Stillstand gekommen. Für die jungen Leute stand die Frage – wie weiter mit dem Hof? Der Sanierungsbedarf war enorm. Dennoch stellten sich die Beiden der Aufgabe und das Ergebnis zeigt, dass es der richtige Weg war. „Mein Wunsch war es schon immer, selbstständig zu sein und eine kleine Landwirtschaft zu betreiben. Immer mit der Maßgabe, als Direktvermarkter aufzutreten und nicht von Zwischenhändlern abhängig zu sein. So können wir unseren Kunden immer mit Ehrlichkeit und Vertrauen entgegen treten und für unser Produkt einstehen – dazu braucht es keine Siegel“, macht Martin Lüdemann deutlich.

           

          Geöffnet hat die „Lütte Meierie“ von Mai bis August, täglich 14 bis 18 Uhr; im September und Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

           

          Fotos: Bernd Wüstemann

           

          „Lütte Meierie“

          Dorfstraße 5

          17237 Kratzeburg

          Telefon: 039822 20202

          E-Mail: kontakt@luette-meierie.de 

          www.luette-meierie.de




            letzte Änderung: - 22.08.2017 16:37

            Kaffeerösterei „Bohn' aparte“ - Die Welt des Kaffee's

            Neustrelitz (bw). Ein angenehmer Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen liegt schon vor dem Alten Kornspeicher am Neustrelitzer Hafen in der Luft. Beim Betreten der Kaffeerösterei von Carolin Töllner verstärkt sich dieses Dufterlebnis und auch der Appetit auf einen frisch gebrühten Kaffee des Hauses wächst. Seit gut vier Jahren betreibt Carolin Töllner inzwischen ihre Kaffeerösterei im Alten Kornspeicher am Zierker See und ist wohl Mecklenburg-Vorpommerns erste Chef-Diplom-Kaffee-Sommeliére und Röstmeisterin überhaupt. Ihr Handwerk hat sie in der Kaffee-Metropole Wien im Wiener Institut für Kaffee-Experten vermittelt bekommen. Dort lernte sie, was Kaffee ist, wo er herkommt, welche Unterschiede es gibt und wie man ihn verkostet. Darüber hinaus wird den Teilnehmern das Rösten der braunen Bohnen beigebracht sowie alles Wichtige über Herkunft, Anbauländer, sowie Kaffeezubereitungsarten und Kaffeerezepte vermittelt. „Die Ausbildung in Wien hat mir viel Fachwissen mit auf den Weg gegeben. Auch habe ich zahlreiche Kontakte in die 'Kaffee-Welt' knüpfen können, was mir bei meiner Selbstständigkeit sehr geholfen hat“, sagt die junge Frau. 

             

            Zwischendurch schaut sie immer wieder mal zu ihrem Trommelröster, der schon geraume Zeit am Arbeiten ist. Ein Blick in den so genannten Probenzieher verrät ihr, wie weit der Röstvorgang gediegen ist. „Die Trommelröstung ist die klassische Art der Röstung. Dabei werden kleine Mengen Rohkaffee in einer sich drehenden Trommel von außen erhitzt und dann langsam mit Luft abgekühlt, sodass eine besonders gleichmäßige und schonende Erhitzung möglich ist.  Anders als bei der sogenannten Industrieröstung wird bei der Trommelröstung nicht in extrem kurzer Zeit mit sehr hohen Temperaturen geröstet. Meine Rösttemperatur liegt um 195 Grad Celsius. Dabei entstehen keine Gerbsäuren und der Kaffee ist dadurch sehr bekömmlich und aromatisch“, verrät Carolin Töllner. 

             

            Der Röstvorgang ist nun beendet und die Bohnen können für die weitere Verwendung abgefüllt und verpackt werden. Die heutige Charge geht an das Café im Antik-Speicher Plau-Appelburg. Zum Kundenkreis zählen darüber hinaus zahlreiche weitere Cafés, Hotels und Restaurants sowie auch der Lebensmittel-Discounter Edeka Neustrelitz. „Meine Kunden schätzen vor allem die Qualität des stets frisch gerösteten Kaffees und die Tatsache, dass es sich um ein regionales Endprodukt handelt, auch wenn die rohen Kaffeebohnen teilweise einen langen Weg zu uns zurück legen mussten“, macht die Fachfrau deutlich. Tatsächlich liegen die Anbaugebiete der von ihr verwendeten hochwertigen Kaffeebohnen durchweg im Hochland ab 1200 Meter von Indien bis Brasilien. Sechs reine Sorten kommen in den Neustrelitzer Trommelröster. 

             

            Besonders angetan hat es Carolin Töllner ein Kaffeeprojekt zugunsten der Kaffeebauern rund um den Mount Kenya. Damit  soll sichergestellt werden, dass die Kleinbauern dort weiterhin ihren Kaffee anbauen und dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig handeln können. Die Bauern  vor Ort sollen in die Lage gesetzt werden, für sich selbst zu sorgen und für ihre Mühe fair entlohnt werden. „Ich war letzten Dezember selbst dort, um mir ein Bild zu machen, mit den Menschen zu sprechen und eine Plantage auszusuchen, die uns beliefern soll“, erzählt die junge Frau. 

             

            Natürlich können die Kunden auch hier im kleinen, aber feinen Café „Bohn' Aparte“ im Alten Kornspeicher ihre spezielle Tasse Kaffee genießen, dazu ein Stück Kuchen essen und eventuell auch eine Live-Röstung miterleben. 20 Plätze stehen zur Verfügung, dazu noch einmal gut 30 Plätze auf der Terrasse des Speichers. Das Ganze ist in einem angenehmen Ambiente gehalten, das den Kaffee-Gedanken insgesamt verinnerlicht und für rustikale Gemütlichkeit sorgt. 

             

            Für den eiligen Gast stehen die sechs reinen Kaffeesorten „Santos“, „Guatemala“, „Sidamo“, „Limu“, „Espresso“ und natürlich „Kenya“ zur Mitnahme bereit - ebenso wie die „Neustrelitzer Mischung“ und die „Speicher-Mischung“, die einen etwas kräftigeren Geschmack aufweist. Ganz neu im Angebot ist jetzt aus Nepal der „Mount Everest“. 

             

            Auch was die Verpackung betrifft, hat Carolin Töllner die Umwelt im Blick. Ihre Kaffee-Tüten sind verschließbar und können nach Verbrauch des Kaffees für die nächste Füllung erneut verwendet werden. Dazu gibt’s sogar noch einen Bonus. „Unser Kundenkreis wächst stetig. Nicht nur Neustrelitzer holen sich hier ihre Kaffee-Spezialität, auch aus dem näheren Umfeld und Urlauber aus der ganzen Republik sind unsere Kunden. Daher haben wir uns entschlossen, künftig unsere Produkte auch über einen Online-Shop zu vertreiben“, informiert die Kaffee-Expertin.

             

            Wer nicht genug vom Kaffee haben kann, dem sei eine Schulung mit Carolin Töllner empfohlen, die unter dem Titel „Einstieg in die Welt des Kaffee's“ steht und neben Informationen zum Kaffee selbst auch eine Show-Röstung sowie Kaffee-Verkostung umfasst. Es sollten acht bis zwölf Personen an einer solchen Schulung nach Terminabsprache zusammen kommen.

             

            Fotos: Bernd Wüstemann

             

            „Bohn´aparte“ im Alten Kornspeicher

            Am Stadthafen 5

            17235 Neustrelitz

            Tel.: 03981 - 2629646

            Mail: kornspeicherstrelitz@googlemail.com

            www.alterkornspeicher.de




              letzte Änderung: - 22.08.2017 16:24

              Die Meck-Schweizer kommen - Regional verbunden

              Gessin (bw). Erzeugnisse aus der eigenen Region erfreuen sich inzwischen zunehmender Nachfrage. 

              Das wundert auch nicht, denn bei solchen Produkten weiß man zumindest, wo sie herkommen, dass sie frisch und gesund sind und dass nur kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher zurückgelegt werden. Der Trend in Richtung Regionalität entsteht aus dem Verlangen nach Überschaubarkeit und Sicherheit in einer immer stärker globalisierten und anonymisierten Welt und dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit des Handelns in einem komplexen System. Doch wie bekommt man die regionalen Akteure wie Erzeuger und Vermarkter zusammen? Dieser Frage hat sich eine Initiative in der Mecklenburgischen Schweiz im kleinen Ort Gessin gewidmet. Hier gibt es einen Dorfladen, in dem 2014 im Rahmen einer Festwoche die Nordkirche aufgerufen hatte, in der Fastenzeit sieben Wochen von regionalen Produkten zu leben. Es stellte sich heraus, dass eigentlich nur wenige Produkte aus der Region kommen und auch deren Beschaffung sich schwierig gestaltete. Unternehmer der Region schlossen sich deshalb mit der Idee zusammen, regionale Warenkreisläufe zu ermöglichen und zu fördern. 

               

              „Die Grundidee der Regionalvermarktung ist die Steigerung der Wertschöpfung in der Region, der Erhalt von Arbeitsplätzen, eine intakte Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Nahversorgung und der Erhalt eines vielfältigen Kulturraumes. Die Regionalvermarktung bringt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure zusammen“, sagt Dörte Wollenberg. Sie ist die  Vorstandsvorsitzende der  Einkaufs- und Liefergenossenschaft, kurz ELG Mecklenburgische Schweiz eG und organisiert das Zusammenwirken der Wirtschaftspartner.  „Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aus Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Gastronomen in der Mecklenburgischen Schweiz auf- und auszubauen. Der Handel unter dem Warenzeichen 'Meck-Schweizer' ist vor wenigen Tagen nun online gegangen und wir hoffen auf eine rege Zusammenarbeit“, freut sich Dörte Wollenberg.

               

              Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll. Denn es profitieren alle Akteure in der Region davon. Erzeuger und Verarbeiter haben einen zusätzlichen Absatzweg vor ihrer Haustür und erhalten faire Preise. Das verarbeitende Gewerbe, Handel und Gastronomie können unkompliziert regionale Zutaten und Erzeugnisse beschaffen. Die Verbraucher werden durch ein größeres Angebot bei ihrer Entscheidung für frische und regionale Ware unterstützt. Dabei sind die Produkte aus der Mecklenburgischen Schweiz durch das Warenzeichen „Meck-Schweizer“ zudem leicht zu erkennen. „Und letztlich profitiert die ganze Region, wenn die Wertschöpfung vor Ort bleibt und die Identität der Region gestärkt wird“, ist sich die Vorstandsvorsitzende sicher.

               

              Rund 40 Interessenten sind nun an den Start gegangen, um die Regionalvermarktungsidee mit Leben zu erfüllen. Als ideeller Partner der Initiative steht ihnen das Regionalbündnis Mecklenburgische Schweiz zu Seite, in dem engagierte Menschen der Region als Unterstützer und Förderer Mitglied sind. Und für die Logistik – sprich den Transport der georderten Waren - wird die Meck-Schweizer GmbH den Verbund unterstützen. Die GmbH organisiert den Transport mit solarstromgetriebenen Kühlfahrzeugen. Am Standort Gessin ist hierfür ein Schnellladesystem für Elektrofahrzeuge mit zugehöriger Photovoltaikanlage und Speichersystem installiert.

               

              Wie die Regionalvermarktung in der Mecklenburgischen Schweiz nun funktioniert, erklärt Dörte Wollenberg am Computer: „Die Angebote und die Nachfrage von regionalen Waren werden auf unserer Internet-Handelsplattform zusammengeführt. Erzeuger und Verarbeiter bieten hier ihre Produkte an und können auf der Plattform regionale Zutaten per Mausklick einkaufen bzw. Bestellungen auslösen. Endverbraucher können hier nicht bestellen, sie erhalten die Waren anschließend im Einzelhandel und in der Gastronomie.  Die Plattform ist nur für Erzeuger und Verarbeiter mit Gewerbeschein oder Einkaufsgemeinschaften nutzbar“.  

               

              Innerhalb von 24 Stunden soll dann die Lieferung am Bestimmungsort angekommen sein. Die Handelsplattform wickelt den Vorgang übrigens ohne Zwischen- und Großhandel, sondern als direkte Handelsbeziehung der Beteiligten ab. Zusätzlich regelt sie das Bezahlsystem. „Den Betrieb, die Verwaltung und Koordination übernehmen wir als Meck-Schweizer“, verdeutlicht Dörte Wollenberg. Die gebürtige Malchinerin ist auch heute noch eng mit ihrer Region verbunden. Nach ihrem Studium als Agrar-Ökologin in Rostock war sie viele Jahre in der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH tätig, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassene Öko-Kontrollstelle. Die letzten beiden Jahre sogar als deren Geschäftsführerin. „Ökologie und Regionalität liegen mir sehr am Herzen, dafür lohnt es, sich zu engagieren“, schaut Dörte Wollenberg nach vorn. Ein Ziel hat sie dabei schon vor Augen. Ähnlich wie bei der Öko-Kontrolle möchte sie auch für die Regionalvermarktung ein Zertifikat einführen.  „Erster Schritt war es, Leute zusammen zu bringen. Der zweite Schritt soll sein, Regionalität zu definieren und Qualitätskriterien zu erarbeiten, nach denen das Meck-Schweizer-Siegel vergeben wird.“

               

              ELG Mecklenburgische Schweiz eG

              Dörte Wollenberg

              Gessin 7b

              17139 Basedow

              Tel.: 039957 – 299818

              www.meck-schweizer.de




                letzte Änderung: - 21.07.2017 12:35

                SIMAGI Alpaka GbR - Weich wie ein Kuscheltier

                Strasen (bw). Fachleute wissen: Wer sich einmal näher mit Alpakas beschäftigt hat, der kommt meist nicht mehr von ihnen los. Die faszinierenden Tiere verbreiten einen besonderen Zauber. „Alpakas sind genügsam, sind neugierig, haben einen gutmütigen Charakter und sind einfach zu halten“, weiß Gisbert Henning, einer der Geschäftsinhaber der SIMAGI Alpaka GbR. Bei einem Patientengespräch im Jahr 2005 stieß der damals noch beruflich aktive Allgemeinmediziner auf die Tiere. „Ein ortsansässiger Biobauer erzählte mir seinerzeit von einer möglichen Alternative für seinen Hof und sprach von Alpakas. Was sind wohl Alpakas? Also recherchierte ich im Internet und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Wenig später starteten wir mit sechs Tieren unsere Alpaka-Zucht“, erinnert sich Gisbert Henning. Heute stehen auf den Weiden in Strasen und auf dem Gelände der Seniorenresidenz am Woblitzsee gut 200 ausgesuchte Tiere.

                 

                Das Ursprungsland der Alpakas ist Südamerika, doch mittlerweile sind die Tiere auch in Australien, Neuseeland und Nordamerika anzutreffen. Sie gelten als eine der ältesten Nutztierrassen und gehören zur Familie der Neuweltkameliden. Infolge der Kreuzungen der verschiedenen Rassen sind nur etwa 10- bis 20 Prozent der Alpakas reinrassig.  „Das ist somit auch der entscheidende Faktor für die Zucht, denn eine hohe Qualität der Wolle muss das Ziel sein“, sagt Simone Rebom, die gemeinsam mit ihren Eltern und Ehemann Marco das Familienunternehmen SIMAGI GbR betreibt. „Wir lassen die Qualität unserer Fasern in speziellen Labors in den USA testen. Unsere Alpaka-Wolle wird nicht gefärbt, sie wird Naturfarben belassen und verarbeitet. So zum Beispiel zu Luxusbetten. Wir verwenden dabei nur  A-Wolle, welche höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Die Alpakafaser und der Bezugsstoff sind reine Naturprodukte, ohne chemische Bearbeitung. Als Bezugsstoff wird ausschließlich 100-prozentig Baumwolle Feinbatist verwendet. Damit sind die Betten bestens geeignet für Allergiker. Und schließlich wird natürlich auch Alpaka-Wolle produziert, aus der zahlreiche Textilien wie beispielsweise Mützen, Schals oder Pullover gefertigt werden“, macht Simone Rebom deutlich. Derartige Angebote sind übrigens im eigenen Hofladen in Strasen erhältlich, der jeweils dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Aber auch auf anderen Märkten der Region sind Erzeugnisse der SIMAGI GbR zu finden.

                Experten schätzen, dass es etwa 22 reine Naturfarben und über 60 Schattierungen gibt. Vor der Verarbeitung der Faser steht allerdings erst einmal das Scheren. Einmal im Jahr müssen die Tiere diese Prozedur über sich ergehen lassen – in der Regel im Frühjahr. „Zunächst haben wir das selbst gemacht. Für einen Alpaka habe ich im Durchschnitt 20- bis 25 Minuten gebraucht. Seit unsere Zuchtherde über 60 Tiere hatte, haben wir einen Profi aus Neuseeland  für das Scheren organisiert. Dieser Spezialist braucht sage und schreibe 2 ½ Minuten für ein Tier, und das in professioneller Qualität. So schafft er gut 100 Tiere am Tag. Da kommt man aus dem Staunen nicht heraus“, bemerkt Gisbert Henning mit einem Schmunzeln.

                 

                Doch nicht nur die Faser der Alpakas ist gefragt. Auf Grund ihres umgänglichen, freundlichen Charakters eignen sich die Tiere auch sehr gut zum Einsatz bei der tiergestützten Therapie. Die dabei oft gestellten Fragen zu den Tieren sind: „Spucken Alpakas auch?“ oder „Beißen Alpakas?“  „Grundsätzlich spucken alle Kameliden. Allerdings nutzen die Alpakas das Spucken nur als Mittel zur Verteidigung, jedoch hauptsächlich im Kampf um die Rangordnung innerhalb des Herdverbundes. Und was das Beißen anbetrifft, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Alpakas nehmen als Nahrung nur Gras und Heu zu sich und haben daher kaum Zähne, um richtig zubeißen zu können“, erklärt Gisbert Henning.  

                 

                Inzwischen zählt die Alpaka-Zucht SIMAGI Alpaka GbR zu den führenden Zuchtbetrieben in Deutschland. Bei Präsentationen auf der MELA und auf zahlreichen Alpaka-Zuchtshows mit europaweiter Konkurrenz  bringt das Familienunternehmen mit ihren Tieren stets Anerkennungen und namhafte Preise mit nach Hause. So auch zu Jahresbeginn 2017, als bei der vom Alpaka Zucht Verband Deutschland organisierten Alpakashow in Alsfeld grandiose Erfolge erzielt wurden und der Pokal „Best of Show“  an das Familienunternehmen ging. Dazu gab es weiterhin in den unterschiedlichen Bewertungssparten der Farbabstufungen zahlreiche Pokale für die Strasener Alpakas. „Dabei werden die Tiere von international erfahrenen Richtern begutachtet. Wichtige Entscheidungsfaktoren sind unter anderem der Körperbau, das Gebiss und vor allem die Vlies-Eigenschaften wie Feinheit, Dichte und Glanz“, erzählt Gisbert Henning. 

                 

                Für die Alpakas anderer Züchter bietet die SIMAGI GbR einen Deckservice an und Interessenten können sich für ein Alpaka-Trekking anmelden. Auch werden Beratungen und Schulungen angeboten, um Unterstützung für den Aufbau einer eigenen Herde zu geben. Mehr dazu gibt’s auf der Homepage der SIMAGI GbR.

                 

                Zum Schluss klären wir noch die Frage zum Firmennamen – was steht für SIMAGI? Nein, nicht der Name einer besonderen Alpaka-Rasse, sondern nur einfach eine Kurzform der Vornamen der Begründer: Simone, Marco und Gisbert.

                 

                SIMAGI Alpaka GbR

                Zur Flake 4

                17255 Wesenberg OT Strasen

                Tel.: 0171 8059747




                  letzte Änderung: - 21.07.2017 12:01

                  MÜRITZ-WILD - DEUTSCHLANDWEIT GEFRAGT - KLEIN, ABER FEIN

                  Waren (bw). Wild ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch sehr gesund. Das Fleisch von heimischen Wildtieren macht zwar nur zwischen ein und zwei Prozent der jährlich in Deutschland verzehrten Fleischmenge aus. Aber die Tendenz ist steigend. Das bestätigt auch Axel Holst, Inhaber des Unternehmens „Müritz-Wild“. „Waren es lange Zeit vorwiegend ältere Menschen, die Wildprodukte bei uns kauften, gehören inzwischen auch zunehmend junge Leute zum Kundenstamm. Das zeigt, dass einerseits das Thema gesunde Ernährung bewusster in den Köpfen ist und das andererseits Qualität und Geschmack einen hohen Stellenwert haben. Dazu kommt der regionale Faktor, das Wild ist von hier und wird hier verarbeitet“.  „Hier“ ist in diesem Fall die Specker Straße 9 a in Waren, wo das Unternehmen „Müritz-Wild“ seinen Stammsitz hat und die Verarbeitung des Wildes erfolgt. Zulieferer sind die Jäger der Region, das Wild stammt aus umliegenden Wäldern und Ländereien. „Das Wild wird dann angeliefert oder wir holen es ab und verarbeiten es in unserem Betrieb. Vor der Verarbeitung wird das Wild natürlich geprüft, denn wir sind dazu verpflichtet, jedes Wild zuerst untersuchen zu lassen. Das ist eine Erfordernis zur Sicherheit gegenüber unseren Kunden. Und eine Maßgabe, die wir als EU-zugelassener Betrieb zu erfüllen haben – ebenso wie die in unregelmäßigen Abständen erfolgenden Betriebskontrollen in hygienischer Hinsicht“, beschreibt Axel Holst die Abläufe vor der eigentlichen Verarbeitung. 

                   

                  Die Produktpalette ist groß und reicht von Fleisch vom Reh bis zum fertig geschmorten Gulasch vom Wildschwein. „Natürlich bieten wir auch Salami, Mettwurst von Hirsch und Reh oder Schinken, Leberwurst und Knacker vom Wildschwein an. Außerdem sind auch Buletten oder Speck erhältlich. Und wir bieten auch die Möglichkeit, ein Grillschwein für Feste und Feiern bei uns zu bestellen“, zählt Axel Holst auf.  

                   

                  Erhältlich sind die Angebote im Hofladen in der Specker Straße direkt neben der Manufaktur. „In unserem Hofladen verkaufen wir unser Wildfleisch und unsere Wildwurst direkt an unsere Kunden. Je nach Saison variieren wir dabei unser Angebot und bieten wechselnde Wildspezialitäten. Auch Präsentkörbe stellen wir bei Vorbestellung nach Wunsch zusammen“, lädt Ilona Holst, Ehefrau des Unternehmers zu einem Einkauf in den Hofladen ein, der jeweils donnerstags und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. 

                   

                  Aber auch an den übrigen Wochentagen sind Wildspezialitäten in Waren erhältlich. Denn die Edeka-Märkte auf dem Papenberg, dem Marktplatz, der Teterower Straße und in Waren-West haben diese im Angebot. „Ansonsten sind natürlich Hotels und Gaststätten sowie der Großhandel unsere Kunden – und das deutschlandweit“, macht Axel Holst nicht ohne Stolz deutlich. Im unmittelbaren Umfeld gehören unter anderem das „Kleine Meer“, „Paulshöhe“ und das Schlosshotel Göhren Lebbin zu den Kunden.  Spitzenköche aus Deutschland wie Johann Lafer oder Joachim Wissler zaubern ihre Kreationen mit Müritz-Wild aus Waren. Und so haben die Mitarbeiter um Axel Holst täglich viel zu tun. Jährlich werden hier inzwischen mehr als 200 Tonnen Wildfleisch verarbeitet. Das Thema Bio-Fleisch ist für Axel Holst eher nicht relevant. „Das ist vom Menschen nicht beeinflussbar. Die Tiere halten sich nicht an Grenzen oder an die Frage, welches Futter kann ich fressen. Sie nehmen das, was schmeckt und wo es schmeckt. Im Grunde sind Wildtiere bionah, denn sie sind an der frischen Luft, haben viel Bewegung – was dem Fleisch gut tut – und sie nehmen natürliche Nahrung zu sich. Da unterscheiden sie sich auch deutlich von Wildtieren aus Gatterhaltung“, ist sich Holst sicher.

                   

                  In der Schonzeit wird natürlich nicht gejagt, dann veredeln die Fleischer das Wild, was in den großen Kühlhäusern gelagert wird. Gern wird dann auch an der Produktentwicklung gefeilt, neue Zusammenstellungen werden erprobt. „Dabei verwenden wir nur wenige Zusatzstoffe – nur dort, wo es unbedingt erforderlich ist. Auch wird bei uns nichts gemischt mit anderen Fleischsorten – unser Kunde erhält reines Wildfleisch“, macht Axel Holst deutlich. 

                   

                  Axel Holst ist seit 35 Jahren selbst Jäger und kennt sich so auch bestens mit den Jagdgepflogenheiten und -rechten aus. Er war früher im Forstbetrieb tätig und hat ein Großteil des Wissens über das jagdliche „Handwerk“ von seinem Vater erhalten. „Nachdem ich zunächst als Mitarbeiter in der Firma mit der Wildverarbeitung am Standort tätig war, trafen meine Frau Ilona und ich im Jahr 1998 die Entscheidung, uns Selbstständig zu machen. Wir erwarben das Grundstück von der Stadt Waren und begannen zügig mit den Um- und Ausbauarbeiten zu einem Wildzerlege- und Verarbeitungsbetrieb“. „Wir haben damals quasi mit nichts angefangen und wir sind immer noch da“, beschreibt Ilona Holst den nicht leichten Weg. „Ich denke, wir haben damals die richtige Entscheidung getroffen. Auch was den Standort betrifft. Und es bestätigt sich meine Haltung 'lieber klein, aber fein'“, ergänzt Axel Holst.

                   

                   

                  Fotos: Bernd Wüstemann

                   

                  Müritz-Wild

                  Inh. Axel Holst

                  Specker Straße 9a

                  17192 Waren (Müritz) 

                  Tel.: 03991 662787

                  E-Mail: info@mueritz-wild.de

                  www.mueritz-wild.de




                    letzte Änderung: - 03.07.2017 10:40

                    GOURMETHOF BELOW - REGIONAL UND BIO-LOGISCH

                    Meist weisen Sterne den Weg zu den besten Restaurants in Stadt und Land, trotzdem sollte man auch sonst die Augen offen halten. In den kulinarischen Nischen der Seenplatte finden sich Lokale mit einem besonderen Ambiente und  speziellen gastronomischen Angeboten. Perfekt wird das Ganze, wenn auch die in der Küche verwendeten Produkte aus der Region stammen und dazu noch aus ökologischem Anbau stammen. All dies vereint der Gourmethof Below inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

                     


                    Wer von Neustrelitz aus auf der B 198 in Richtung Wesenberg fährt, kommt nach wenigen Kilometern an den Abzweig Below. Von dort aus sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Gourmethof Below – dem Ziel unserer kulinarischen Reise. Das Restaurant ist im gemütlichen Landhausstil eingerichtet. Rustikales Mobiliar und Lehmwände mit eingezogenen Balken verbreiten eine einladende Gemütlichkeit. Einen Kontrast dazu bilden großformatige Malereien mit verschiedenen Motiven. Die allerdings hängen hier nur zeitweise. „Die Bilder sind Teil unserer kleinen Galerie, in der wir regionalen Künstlern die Möglichkeit geben, abwechselnd ihre Werke auszustellen. Damit zeigt auch unser Lokal immer wieder mal ein anderes Gesicht“, erklärt Rita Dubbe, die Geschäftsführerin des Gourmethof Below. Die Terrasse des Restaurants lädt die Gäste zum Verweilen mit Blick auf den Kräutergarten, die umliegenden Wiesen und Teile der Tiergehege. 


                    Das kulinarischen Angebot des Gourmethof Below ist vielfältig und regional geprägt.. „Wir haben einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb, mit dem wir das Futter für unsere Tiere produzieren, die Tiere selbst züchten und auch die 'Zutaten' wie Gemüse und Kräuter selbst aufziehen. Bei uns lautet das Motto 'Bio- Logisch' – und das in fast allen Bereichen“, macht Rita Dubbe deutlich. Nicht von ungefähr trägt der Gourmethof Below auch das Bio-Zertifikat DE-ÖKO-034 der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassenen Öko-Kontrollstelle. „So sind wir in der Lage, unseren Kunden herkunftsgesichertes Fleisch aus kontrollierter Aufzucht anzubieten. In unserem Landwirtschaftsbetrieb, der seit 2002 unter Öko-Kontrolle steht, werden Damwild und  Angus-Rinder gezüchtet, von deren artgerechter Haltung sich die Besucher vor Ort überzeugen können. Die Tiere bekommen hofeigenes Futter, ohne Wirkstoffzusätze wie Antibiotika oder Masthilfsmittel. Unsere Angusrinder verbringen ihr ganzes Leben auf der Weide“, unterstreicht Rita Dubbe.


                    Das Hofrestaurant setzt auf erstklassige Küche mit regionalem Schwerpunkt. Die wöchentlich wechselnde Speisekarte orientiert sich an saisonalen Spezialitäten. Traditionen werden bewahrt und der Zeitgeist herein gelassen. Auf der Speisekarte finden sich Fleischgerichte sowohl vom selbst gezogenen Angusrind, vom Huhn oder auch von Damwild aus eigener Aufzucht. Selbst die Kartoffeln werden im eigenen Betrieb geerntet. Was nicht selbst produziert wird, kommt von zertifizierten Bio-Betrieben aus der unmittelbaren Nachbarschaft.


                    Auch Brote, Torten und Kuchen werden selbst gebacken. Hier wechselt das Angebot ebenfalls regelmäßig abhängig von der Saison. „Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit Transparenz zu schaffen. Die Leute sollen sehen, das bei uns tatsächlich Gesundes produziert und gekocht wird“, sagt Rita Dubbe. Das gilt ebenso für den Hofladen, der sich unmittelbar an das Restaurant anschließt. „Zwischen der Küche und dem Hofladen besteht eine unmittelbare Verbindung. Denn die Produkte des Hofladen-Angebotes finden ebenso in unserer Küche Verwendung“, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Das bedeutet, dass beispielsweise auch Tee, Holunderblütensirup, Fruchtaufstriche, Chutneys, Pesto oder heimische Bio-Limonaden selbst produziert und angeboten werden.  Und das sowohl im Hofladen als auch im Restaurant. Weitere Angebote des Hofladens sind unter anderem Frischfleisch und diverse Wurstsorten von Wild und Rind.  Die Tiere kommen aus der eigenen Zucht und werden in einer Bio-Schlachterei in Nordbrandenburg fachgerecht zerlegt und weiter verarbeitet. 


                    „Gegenwärtig sind wir dabei, einen Online-Shop für unsere Produkte aufzubauen. Das ist allerdings ein komplexes Thema, was mir noch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Dabei spielen zahlreiche Faktoren mit hinein wie beispielsweise Bestellmengen, Gewicht, Kühlketten und insgesamt die Warenbestandskontrolle, da diese Produkte auch im Hofladen und im Restaurant Verwendung finden. Das Ganze wird wohl noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, ist sich Rita Dubbe sicher. 


                    Auch im Restaurant ist Abwechslung angesagt – und dies nicht nur auf der Speisekarte. Denn immer wieder werden spezielle Events angeboten. „Wir veranstalten insbesondere zur Sommersaison das traditionelle kulinarische „BBQ-Rocks“ & Live-Musik mit Grillbuffet. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, dafür sorgen Bands und Einzelinterpreten aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen, was für Vielfalt und Abwechslung steht.  Ebenso bieten wir thematische Feiertags - Events für Firmen & Familien, Hochzeiten und natürlich individuelle Veranstaltungen für Familien und Firmen“, zählt die Geschäftsführerin auf. Natürlich lohnt auch ein Ausflug in Familie hierher. Denn nicht nur die Tiere, sondern auch der große Spielplatz sind Anziehungspunkte für die kleinen Gäste.


                    Fotos: Bernd Wüstemann


                    Gourmethof Below

                    Belower Straße 2

                    17255 Wesenberg/OT Below 

                    Tel.: 039832 26582

                    Email: info@gourmethof.de

                    www.gourmethof.de




                      letzte Änderung: - 03.07.2017 10:23

                      MÜRITZFISCHER MIT TRADITION UND MODERNE - FISCH VON HIER

                      Waren (bw). Was haben Nerz- und Geflügelzucht mit Fischerei zu tun? Eigentlich nicht viel, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So war es auch bei den Müritzfischern in den 60-er und 70-er Jahren, die sich seinerzeit neben dem traditionellen Fischfang auch mit Geflügelzucht, Schilfrohrverarbeitung  und dem Betrieb von Nerzfarmen beschäftigten. Die damals hergestellten „Nebenprodukte“ sind längst Geschichte. „Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme der Entwicklung unseres Unternehmens, welches in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen begeht. Nach dem Motto 'Nichts ist so stetig wie der Wandel' haben sich die Müritzfischer Jahr für Jahr kontinuierlich weiter entwickelt“, macht Sebastian Paetsch, Prokurist des Unternehmens, deutlich. Kernkompetenz der Müritzfischer ist nach wie vor der traditionelle Fischfang und die klassische Teichwirtschaft. Doch gehören inzwischen auch die Direktvermarktung von Produkten, die Belieferung der Gastronomie und touristische Angebote wie Angeltourismus und Ferienwohnungen zum Portfolio des Unternehmens.  

                       

                       „Unser Fisch kommt zu großen Teilen aus der Mecklenburgischen Seenplatte – ein Garant für gesunde Qualität. Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer ist für uns keine Floskel, sondern gelebte Realität“, sagt Paetsch. Seit April 2015 betreiben die Müritzfischer das FISCH KAUF HAUS direkt neben der Fischmanufaktur. Hier erhält der Kunde nicht nur Fisch aus der unmittelbaren Region, sondern auch internationale Fischspezialitäten. „Im Ladengeschäft kann der Interessent aus etwa 150 verschiedenen Fischprodukten auswählen. In der Manufaktur bzw. deren Kühlkammern lagern etwa noch unzählige weitere“, weiß der Prokurist. Die Bilanz des FISCH KAUF HAUS übertrifft inzwischen zur Freude der Müritzfischer die seinerzeit erhofften Erwartungen deutlich. Wichtiges Standbein ist dank der Digitalisierung auch der Internetversand geworden. Ein breites Angebot von A wie Aal bis Z wie Zander steht zur Auswahl. Frische, Qualität und 24-Stunden-Expressversand sind garantiert. 

                       

                      Die Müritzfischer bewirtschaften ca. 100 Gewässer mit einer Fläche von über 27000 Hektar. Dazu gehören unter anderem die Müritz, der Plauer See, der Kölpinsee, der Fleesensee und der Tollensesee. „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur Fischer, sondern auch Entertainer. Sie vermarkten unseren Fisch auf den Fischerhöfen, aber auch Urlaub am Wasser und Angeltourismus“, kommt Paetsch auf die touristischen Aktivitäten des Unternehmens zu sprechen.  Für den Angelurlaub stehen beispielsweise Ferienwohnungen in Eldenburg, Vipperow, Plau am See und Krakow zur Verfügung. 

                       

                      Als Referenzbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei. Jüngstes „Kind“ der Fischerfamilie ist dabei die Aquaponik-Anlage. Das Prinzip ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll. Die biologischen Abfallprodukte aus einer Fischzuchtanlage werden für einen zweiten biologischen Prozess als Nährstoffquelle für die Produktion von Tomaten im Gewächshaus eingesetzt. Das fördert das Pflanzenwachstum, führt zu einer teilweisen Reinigung des Fischzuchtwassers und durch die Nutzung von Energie aus der Kühlanlage wird noch Energie aus dem Netz gespart. In der Versuchsanlage, in der gegenwärtig Welse aufgezogen werden, konnten bereits 20 Tonnen Tomaten geerntet werden. 

                       

                      „Fischers Küche“ heiß die neueste Errungenschaft der Müritzfischer. In guter Tradition werden in diesem Restaurant Fischspezialitäten aus aller Welt angeboten. Zu finden ist „Fischers Küche“ im Müritzeum. 

                       

                      „Wir haben die ehemalige 'Blaue Perle' übernommen und renoviert. Hier wird es unter anderem auch ein Frühstücksangebot geben. Dann wollen wir an den Wochenenden und zu Feiertagen auch längere Öffnungszeiten bis ca. 22 Uhr anbieten. In der Woche steht das Restaurant zu den Öffnungszeiten des Müritzeums den Gästen zur Verfügung“, fasst Paetsch zusammen. Auf den Fischerhöfen der Müritzfischer können die Gäste fangfrischen Fisch erwerben oder bei einem kleinen Imbiss direkt am Wasser Landschaft und Natur genießen.


                      Eine schöne Tradition der Müritzfischer sind die Müritz Fischtage. Wie jedes Jahr zum Beginn des Herbstes dreht sich eine Woche lang wieder alles um den heimischen Fisch, der in unzähligen Variationen probiert werden darf.

                       

                      Vom 24. September bis 1. Oktober 2017 heißt es wieder: 

                      Frische Fische, feine Küche! 

                       

                      Fotos: Bernd Wüstemann

                       

                       

                      Fischerei Müritz-Plau GmbH

                      Eldenholz 42 

                      17192 Waren (Müritz)

                      Telefon: 03991 15 34-0

                      www.mueritzfischer.de




                        letzte Änderung: - 03.07.2017 09:54

                        KUNST UND KOMMERZ - FARBENFROH IN SZENE GESETZT

                        Waren bekommt einen neuen Spielplatz – beauftragt von dem EDEKA-Kaufmann Ingolf Schubert, umgesetzt von dem Schweden Johan Ferner Ström. Klingt ziemlich profan, wenn man die Information so aufnimmt…. Die Geschichte ist jedoch weitaus spannender. Ingolf Schubert, 2012 vom EDEKA Verband ausgezeichnet als bester Einzelhandelskaufmann Deutschlands, hat im November letzten Jahres seinen „Markt zum Leben“ in der Warener Teterower Straße eröffnet. Konzipiert als moderner Markt auf 1.500 m² Verkaufsfläche, wahrgenommen als eine Einkaufswelt, in die die Kunden gerne kommen, weil man hier die Liebe zum Detail und die Authentizität wahrnimmt. In der Verbindung zu dem international renommierten Künstler Johan Ferner Ström manifestiert sich dieser Wille, etwas Besonderes zu kreieren, einmal mehr und das in ganz spezieller und beeindruckender Weise.


                        Im Sommer letzten Jahres machte sich Ingolf Schubert auf die Suche nach einem Spielplatz der Extra-Klasse und wurde bei seinen Recherchen auf den Fruitpark in Stockholm aufmerksam. Überdimensionale Früchte locken farbenfroh Kinder in eine Phantasiewelt, in der man auf Bananen rutschen kann, sich durch Melonen schlängelt, in Erdbeeren die Rotation entdeckt, in Birnen ein Häuschen zum Verstecken findet und pralle Kirschen zum Schaukeln einladen. Johan Ferner Ström ist der Mann, der diese Welt geschaffen hat. Gemeinsam mit seinem Sohn ging er seinerzeit auf Entdeckungsreise durch Stockholm, um unterschiedlichste Spielplätze zu besuchen. Letztlich jedoch war keiner wirklich überzeugend – weder für den Sohn, noch für den Vater. Und so verlagerte sich der Spieltrieb der beiden und sie begannen, eigene Ideen für einen Spielplatz nach ihrem Geschmack zu ersinnen. Mit dem Wunsch, Früchte, zuckersüß und farbenfroh, in die Realität zu holen und damit einen Platz der Phantasie zu kreieren, befasste sich Johan Ferner Ström intensiver und modellierte einen solchen Spielplatz. Sein Modell überzeugte ihn so sehr, dass er sich auf den Weg machte und nach einer Möglichkeit suchte, diesen Spielplatz wirklich zu erschaffen. Mit einer cleveren und überzeugenden Präsentation konnte er schließlich die Stadt Stockholm für sein Projekt begeistern. Und tausende Kinder sind froh darüber, spielen sie seit nunmehr vielen Jahren im Fruitpark in Stockholm.


                        Die Geschichte von Johan Ferner Ström ist sehr beeindruckend, betrachtet man die vielen Facetten seiner Kunst, die letztlich viel über ihn selbst verraten. Zunächst startete er seine Karriere als Tänzer und arbeitete zudem als Model in der Modebranche. Eine Kombination, die volle Hingabe und Leidenschaft einerseits und einen kühlen Kopf andererseits erforderten und ihn lehrte, beides in Einklang zu bringen. Später fing er an, sich als Fotograf und Graphiker zu betätigen, bevor er dann auch plastisch zu arbeiten begann. Viele seiner Objekte tragen dazu bei, öffentlichen Raum durch Interpretationen und Installationen schöner zu machen. Doch nur schön reicht Johan Ferner Ström nicht – er möchte Einfluss auf die Entwicklung nehmen, möchte Dinge neu erscheinen lassen, möchte zum Nachdenken anregen oder Menschen mit auf eine Reise nehmen. 


                        So stellte er mit seinen Installationen Limitati und Time zeitkritische Fragen nach dem Umgang mit sich selbst. In Limitati nimmt er die Leere zum Anlass, sich mit sich selbst zu befassen, wenn all die Probleme des Alltags dieses nicht mehr zulassen und propagiert „The more limited we are, the more we limit all around us, Limitati-Limitate!“  Für Time hat der schwedische Künstler 100 Uhren in Strohballen installiert und auf einem Feld verteilt, um Menschen die Vergänglichkeit der Zeit und auch die Präsenz der Zeit nahe zu bringen. Parallel dazu machte er in einer Videoanimation die Parallelität der Ereignisse, die heute innerhalb kürzester Zeit auf uns Menschen einprasseln, und damit letztlich auch die Abstrusität unseres Informationsüberflusses deutlich, indem er wie beim ziellosen Zappen durch das Fernsehprogramm Themen aneinanderreihte, die inhaltlich in keinerlei Beziehung zueinanderstehen, und die es unserem Gehirn unmöglich machen, all das noch sinnvoll zu verarbeiten. Reizüberflutung total, sichtbar gemacht.


                        Seine Lichtskulpturen hingegen schaffen eine Atmosphäre, die die Gedanken auf Reise gehen lassen, geradezu beflügeln, und damit auf andere Weise helfen, sich selbst zu spüren, einfach zu sein. So installiert Johan Ferner Ström überdimensionale Eicheln inmitten einer kleinen Baumfläche mitten in einem schwedischen Wohngebiet, illuminiert Dracheneier auf einem Spielplatz und fängt letztlich sogar den Mond in Wänden aus Wasser ein, um ein künstlerisches Zeichen für den beständigen Wandel des Lebens und auch der Welt als solches zu setzen. 


                        Faszinierend bei all seinen Interpretationen ist, dass der Künstler sich immer wieder verschiedenster Materialien bedient und diese durch seinen ganz eigenen Perspektivwechsel in Beziehung zueinander setzt, um eine weitaus größere Wirkung zu erzielen. Ein beständiges Thema, das sich immer wieder findet. Und dies in einer Vielfalt, die ein erstaunlich hohes Maß an Kreativität, Neugier, an Haltung und Diversität erfordert.      


                        Johan Ferner Ström ist international vielfach für sein Schaffen nominiert und auch ausgezeichnet worden.  So fand sein Puckelball besondere Beachtung – 2002 revolutionierte er mit dieser interaktiven Skulptur Altbekanntes und gibt dem Spiel der Spiele, Fußball, einen völlig neuen Rahmen, indem er durch Veränderung der Formen Regeln einfach aushebelt und damit völlig neue Bedingungen für diese beliebte Sportart aufstellt. Das erste Puckelball-Feld installierte er in Malmö, ein weiteres in den USA.  


                        Zudem kreiert Johan Ferner Ström Skulpturen, er malt, er ist Projektleiter, Coach für Wirtschaftsunternehmen und zudem auch noch als Dozent an der Södertörn Universität tätig. All das im Kontext der Kreativität und des Erschaffens, denn nur Ideen zu haben und sie nicht umzusetzen, ist für Johan Ferner Ström zu wenig.


                        Da schließt sich der Kreis zu Ingolf Schubert. Beide Männer sind Visionäre, wenn auch in sehr unterschiedlicher Weise, setzen sich mit ihrem Umfeld auseinander, entwickeln eine Haltung und agieren aktiv, um Dinge zu beeinflussen. Der neue OBSTGARTEN im EDEKA Teterower Straße wird ein Symbol für diese Kooperation sein, in erster Linie aber wird es eine farbenfrohe Erlebniswelt, in der Kinder unbeschwert tollen und ihre Zeit genießen können. 

                        Doreen Köppen


                        Atelier Johan Ferner Ström

                        Stockholm, Schweden

                        www.johanstrom.com




                          letzte Änderung: - 03.07.2017 09:35

                          Schafscheune – Hofkäserei Vietschow - Lecker „Schwarzes Schaf“

                          Vietschow (bw). Unweit von Teterow in der Mecklenburgischen Schweiz liegt eingebettet in weite Felder und  Waldstücke der kleine Ort Vietschow. Eines der markantesten Gebäude im Ort ist eine große Scheune, die heutige Schafscheune. „Ehemals war dies die Scheune eines Rittergutes. Ihr Baustil als 'Durchfahrscheune' mit einem Wall aus gestampften Lehm ist nach Aussage von Fachleuten im Land nur sehr selten anzutreffen“, weiß Claudia Schäfer. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Partner und Lebensgefährten Steffen Honzera hier eine ökologische Landwirtschaft mit Schwerpunkt Milchschafhaltung  und Käserei. Die Schafställe, die Wohnung, das Heulager, die Werkstatt, der Traktorunterstand, die Käserei und eine Ferienwohnung sind alle unter dem riesigen Dach der Schafscheune vereint. 

                           

                          „Unser 'Kapital' sind unsere Schafe. Sie sind die perfekten Kulturtiere. Wir halten die klassischen deutschen Milchschafe, deren Rasse auf die Ostfriesischen Milchschafe zurück geht“, sagt Claudia Schäfer. In den letzten Wochen haben die meisten Muttertiere ihren Nachwuchs bekommen und so tummeln sich auf den Wiesen rund um die Schafscheune fast 60 Muttertiere mit 120 Lämmern. Abends geht es zurück in die Scheune, wo für die Tiere frisches Heu bereitgehalten wird. Überhaupt haben die beiden Schafzüchter ein sehr enges Verhältnis zu ihren Tieren. Jedes Schaf hat hier seinen Namen. Um dabei die Übersicht zu behalten, wird Jahr für Jahr ein neues Motto für die Namen gewählt. In den letzten Jahren standen so einmal Baum-Namen,  arabische Namen oder Kräuter-Namen zur Wahl und nächstes Jahr sind japanische Namen aktuell. Nach der Geburt kommen Mutti und Lämmchen – meist sind es zwei – erst einmal in ein separates Gehege, um sich aneinander zu gewöhnen. „In den darauf folgenden 45 Tagen bleiben die Kleinen  bei ihren Müttern und werden von ihnen versorgt. Erst dann beginnen wir mit der Nutzung der Milch für unsere Käserei“, erklärt Claudia Schäfer. Diese Nutzung läuft bis in den Spätherbst hinein. Im Winter geben die Tiere keine Milch mehr. In dem knappen halben Jahr der Milchsaison herrscht  allerdings Hochbetrieb in der Käserei. Zweimal am Tag werden die Schafe gemolken, dazu steht ein spezieller Melkstand in der Scheune zur Verfügung. Die Milch wird dann in die Tanks in der Käserei gepumpt. Hier entstehen dann die unterschiedlichsten  Käsesorten, aber auch Joghurt oder Quark sind im Angebot. Während Frischkäse gleich nach Fertigung zum Verzehr bereit steht, müssen Hartkäsesorten erst einmal in verschiedenen Reifekammern lagern, was bis zu sieben Monate dauern kann.

                           

                          „Die wohl bekannteste Art Schafskäse ist ein Weichkäse. Dieser cremige und milde Käse reift eingelegt in Molke-Salzlake. Wir bieten unseren Weichkäse „natur“ und eingelegt in Öl mit Kräutern an. Auch zum Überbacken oder Füllen von Gemüse eignet sich der Käse - und natürlich ganz klassisch über einen schönen Sommersalat.  Ihren Ursprung hat diese Käsesorte in Griechenland und ist als 'Feta' bekannt. Allerdings ist dieser Name gesetzlich geschützt. Bei uns wird er als 'Weißes Schaf' angeboten“, erläutert die Fachfrau. Im Kontrast dazu steht  „Das Schwarze Schaf“, ein klassischer Schnittkäse. Jung ist er mild und cremig. Je länger er reift, umso fester und würziger wird er. Erst gleicht er dem spanischen „Manchego", später dem italienischen „Pecorino".

                           

                          Und die Palette reicht weiter von buntem Schnittkäse mit Kräutern wie Paprika, Pfeffer, Petersilie, Zwiebel und Knoblauch, über einen Schnittkäse mit Brennesseln bis hin zu Schnittkäse mit Bockshornkleesamen. „Beliebt ist auch unser Pfannen- oder Grillkäse, der draußen gegrillt, im Backofen oder auch in der Pfanne zubereitet werden kann. Wenn dieser Grillkäse heiß wird, kommt er geschmacklich so richtig auf Touren“, empfiehlt Claudia Schäfer. Für die Fertigung von Frucht-Joghurt werden natürlich frische Früchte aus dem eigenen Garten verwendet. Überhaupt ist hier in der Schafscheune alles „Bio“, denn das kleine Unternehmen ist ein Biolandbetrieb. Vom Gras auf den Wiesen bis hin zum selbst eingebrachten Heu und den Umgang mit den Tieren werden die Richtlinien für einen Biolandbetrieb streng eingehalten. Man ist Mitglied beim Bioland - Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. und im Verband für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM). 

                           

                          Erwerben kann man den leckeren Schafskäse übrigens direkt auf dem Hof im kleinen Hofladen. „Dafür gibt’s zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber das ist kein Problem, denn wir sind stets auf dem Hof bzw. in der Scheune anzutreffen, denn unsere Schafe sind für uns ein Vollzeit-Job und daher ist immer jemand vor Ort“, sagt Claudia Schäfer. Im Hofladen sind übrigens neben dem Käse auch diverse Wurst- und Fleischsorten sowie Schafsfelle, Schafsmilch-Seifen und Plüschtiere im Angebot.

                          Darüber hinaus beliefert die Schafscheune Vietschow verschiedene Hotels, Restaurants und auch Geschäfte wie beispielsweise die „Zwiebel“ in Demmin oder das „Plauder Käseeck“ in Plau am See. „Für letzteres fertigen wir auch Käsesorten nach speziellen Rezepturen an wie Frischkäse mit Rosenblättern oder Ringelblumen“, ergänzt Claudia Schäfer. 

                           

                          Wer Interesse daran hat, einmal hinter die Kulissen dieses Betriebes zu schauen, dem bietet sich die Möglichkeit an einer Hofführung mit Verkostung teilzunehmen. Ebenso besteht für junge Leute auf dem Schafhof die Möglichkeit mitzuarbeiten, ein Praktikum zu machen, zu WWOOFen oder ein FÖJ abzuleisten. 

                           

                          Schafscheune - Hofkäserei Vietschow

                          Ringstraße 28

                          17168 Vietschow

                          Telefon: 039976 50 186

                          www.schafscheune.de




                            letzte Änderung: - 02.05.2017 10:27

                            Manufaktur Löwenzahn - Mit allen Sinnen

                            Nossentiner Hütte (bw). Wie wäre es zum Frühstück mal mit einem Fruchtaufstrich „Vaccinium vitis-idaea“, „Rubus idaeus“ oder „Cydonia oblonga“?  Keine Panik - hinter den Namen verbergen sich keine „mystischen Marmeladen“ sondern Fruchtaufstriche aus Preiselbeeren, Himbeeren oder hauseigenem Quittensaft – allesamt in der „Manufaktur Löwenzahn“ von Anke Bayler in Nossentiner Hütte höchstselbst produziert.„Überwiegend sind es eigene Rezepte, nach denen ich arbeite. Die Rohstoffe kommen teilweise aus dem eigenen Garten oder der Region. Einige Zutaten muss ich natürlich auch aus anderen Quellen beschaffen, wenn diese hier naturbedingt nicht oder nicht in ausreichender Menge wachsen“, erzählt Anke Bayler. Natürlich sind es nicht nur Fruchtaufstriche, die in der „Manufaktur Löwenzahn“ hergestellt werden. Im umfangreichen Angebot regionaler Spezialitäten der Manufaktur finden sich auch Kräutersalze und Gewürzmischungen, Liköre, Sirup, Essig & Öl sowie süße Verführungen. Ebenso gehören Kräuter- & Blütentees nach manufaktureigenen Rezepturen zur Produktpalette. Dabei werden sie auf Kundenwunsch auch ganz speziell gemischt. Die Vielfalt ist riesig, die Bandbreite der verwendeten Blüten und Kräuter reicht von Melisse, Passionsblume, Brennnessel, Holunderblüten, Sonnenblumenblüten, Kornblumen, Rosenblüten bis Johanniskraut oder Pfefferminze – um nur einige wenige zu nennen. Und ein Teil davon sind selbst geerntet. 

                            Dann wird Anke Bayler in der Küche aktiv. Produzieren nach hauseigenen Rezepten oder auch gern mal was ausprobieren. Bei Letzterem fungiert die Familie dann als „Vorkoster“ und genehmigt das Ergebnis – oder auch nicht...

                             

                            Woher hat Anke Bayler all dieses Wissen um die heimische Natur? „Ein altes Heilpflanzenbuch meines Urgroßvaters und die Geschichten über ihn haben mein erstes Interesse an diesem Feld geweckt. Dann habe ich zu DDR-Zeiten eine Lehre als Köchin gemacht. Dieses Fachwissen ist eine der Grundlagen meiner heutigen Tätigkeit. Nach der Wende habe ich dann mein Abitur nachgeholt und ein Studium als Landschaftsplanerin absolviert. Das ist die zweite Säule meines Wissens, denn dort habe ich viel  botanisches Grundwissen erhalten. Na, und die dritte Säule sind die Erfahrungen, die ich beim Einkochen von allem was der Garten so hergab, bei Besuchen meiner Oma im Sommer und Herbst machen konnte. ??Die Faszination an dem alten Wissen über die Kräuter und die Natur lässt mich nicht mehr los und so bin ich wie viele auf diesem Gebiet eine immer Lernende. Ich besuchte die Freiburger Heilpflanzenschule, verschiedene Seminare bei KUDRA und vieles wird noch kommen“, fasst Anke Bayler zusammen. 

                             

                            Doch zurück zur „Manufaktur Löwenzahn“. All die vorgenannten Produkte können in dem kleinen Laden in Nossentiner Hütte erworben werden. Es gibt zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber wenn jemand zuhause ist, wird auch geöffnet. „Ansonsten bietet sich natürlich die Bestellung über unsere Internetseite an, die läuft quasi rund um die Uhr“, gibt Anke Bayler zu verstehen. Einheimische und Besucher der Region erhalten die Produkte der kleinen Manufaktur außerdem in Waren im „Tortenhus“, im Nationalpark-Service in Federow oder im Bärenwald Müritz.

                             

                            Ihre Begeisterung für die Natur und ihre Erfahrungen teilt sie gern auch anderen Menschen mit. „Ich habe festgestellt, dass vielen Menschen in der heutigen Zeit eine gewisse Sehnsucht nach dem Lande, der Natur und damit der Ruhe entwickeln. Einfach mal raus aus dem Stress und mit allen Sinnen die Natur erleben. Ich möchte ihnen dieses Gefühl der Naturanbindung nahe bringen und biete dazu verschiedene Führungen an. Damit einhergehend möchte ich auch Wissen vermitteln und die Wahrnehmung schulen“, beschreibt Anke Bayler dieses Angebot, das sowohl in der Region als auch darüber hinaus gebucht werden kann. Die bisher durchgeführten Führungen in der Natur wurden von Menschen aller Altersklassen begeistert aufgenommen.

                            Seit nunmehr neun Jahren ist Anke Bayler mit ihrer „Manufaktur Löwenzahn“ in der Selbstständigkeit. „Ich hatte davor noch einen Bürojob, dann wurde das Ganze aber ziemlich  stressig und ich stand vor der Entscheidung 'ganz oder gar nicht' und habe mich für 'ganz' entschieden und dies bis heute nicht bereut“, sagt sie. Das merkt man der jungen Frau auch deutlich an, sie steht hinter dem, was sie tut. „Es ist gut so, wie es ist“, lautet ihr Fazit.

                             

                            Wie kam es eigentlich zu dem Namen „Manufaktur Löwenzahn“? „Drei Fakten sprachen für den Namen: Erstens ist Löwenzahn unglaublich widerstandsfähig, er wächst in jeder Fuge. Zweitens bildet er im Mai ein Blütenmeer wie tausend Sonnen und drittens vermitteln die dann fliegenden Samenschirmchen ein Gefühl von Leichtigkeit“, erklärt Anke Bayler mit einem Schmunzeln. 

                             

                            Im August jeden Jahres lädt übrigens die „Manufaktur Löwenzahn“ zu einem Höhepunkt ein. Dann wird gefeiert - die Fülle des Lebens, der Sommer und alle, die dabei sind. 

                            Die Gartentür von Anke Bayler steht an diesem Tag offen, es gibt Musik, schöne Kunst und gutes Essen sowie gute Gespräche - ein Fest für die Sinne. In diesem Jahr sind Freunde und Gäste eingeladen, am 12. August 2017 in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr mit ihr zu feiern. Es gibt Kaffee und Kuchen, Livemusik von Henri Stabel,  schöne Künste von Annett Treike, umrahmt von der Blütenpracht im Garten.

                             

                            Manufaktur Löwenzahn

                            Anke Bayler

                            Dorfstraße 32

                            17214 Nossentiner Hütte

                            Tel.: 039927 76179

                            Mobil: 0176 45842709

                            www.manufaktur-loewenzahn.de



                              letzte Änderung: - 02.05.2017 09:57

                              Wangeliner Garten - Was die Natur uns bietet

                              Wangelin (bw). Sobald Winterling, Schneeglöckchen und Zwergiris ihre ersten Spitzen durch den Restschnee der Sonne entgegen recken, beginnt im Wangeliner Garten die Saison. Zwar nicht für die Besucher - für sie gibt es noch nicht viel zu sehen – aber für die Akteure vor Ort. Denn sie beginnen nun mit den Vorbereitungen auf den Frühling. Beete, Bäume und Sträucher müssen wieder in eine ansehnliche Form gebracht werden. 

                              „Ab April erwarten wir dann wieder unsere Gäste im größten Kräutergarten Mecklenburg-Vorpommerns“, freut sich Gartenleiterin Beate Neumerkel und nimmt uns mit auf einen kleinen Rundgang durch das Gartenareal, welches in neun thematische Abteilungen gegliedert ist und mehr als 900 Pflanzenarten umfasst. „Den größten Bereich nehmen dabei die Heilkräuter ein. Geordnet nach Krankheitsarten, findet der Gast vorrangig Kräuter der traditionellen Heilkunde, welche aber auch noch in der heutigen Heilmedizin Verwendung finden“, weiß die Gartenleiterin. Weiter geht es zur Duftpflanzenabteilung, die aus den Abteilungen Blüten- und Blätterduft besteht, daneben die Abteilung der Zauberpflanzen. Eine Besonderheit ist die Abteilung zu Trickpflanzen und zur Bionik. Dabei handelt es sich um eine Wissenschaft, bei welcher sich die Technik die Natur zum Vorbild nimmt. 

                               

                              „Das Zusammenspiel von Pflanze und Insekt kann im Schmetterlingsgarten beobachtet werden. Der Bauerngarten und die Capitulare de Villis-Rabatten verweisen beide auf lange Traditionen menschlicher Gartenbaukultur. Ergänzt wird dieser Bereich auch durch die Abteilung der nachwachsenden Rohstoffe“, führt Beate Neumerkel weiter aus. 

                               

                              Die recht junge Geschichte des Wangeliner Gartens reicht in die 90-er Jahre zurück. Was einst auf einem ehemaligen LPG-Acker als Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme begann, hat sich im Verlauf der Jahre zu einem beachtlichen und – vor allem nachhaltigen - Projekt mit vielfältigen Themenbereichen entwickelt. „So ist beispielsweise hier unser Gartencafé entstanden, in dem neben hausgemachten Kuchen und frischen Suppen mit Zutaten aus dem Wangeliner Garten natürlich auch regionale Produkte wie Öle, Essige und Aufstriche aus eigener Produktion angeboten werden“, wirbt die Gartenleiterin. 

                               

                              Ein weiteres „Standbein“ des Wangeliner Gartens sind die zahlreichen Gruppenangebote, die unter dem Motto „Natur genießen in der Müritzregion“ stehen. Da erfährt der naturverbundene Interessent, wie man „Samenbomben“ bastelt, Kräutertee selbst mischen kann oder Kräuteressig oder Kräutersalz herstellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lehmarchitektur. „Diese ist ein besonderes Thema im Wangeliner Garten und wird nicht nur für die Gruppenangebote genutzt, sondern nimmt einen breiten Raum auch in den Wangeliner Workcamps ein“, erzählt Beate Neumerkel. Zum Beispiel in den besagten einwöchigen Workcamps, in denen unkonventionelle und praktische Berufsorientierung sowie der Einblick in eine Vielfalt an nachhaltigen Berufsfeldern und Lebensmöglichkeiten geboten wird. Erprobt werden dabei sowohl zukunftsfähiges  Bauen mit Lehm und Upcycling - also das Bauen aus gebrauchtem Material -  als auch Erneuerbare Energien sowie Öko-Gartenbau. Schönes praktisches Beispiel ist das bereits bestehende Gästehaus mit fünf lasttragenden Strohballentonnen, das in einem internationalen Baustellenkurs der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau Wangelin nach einem Konzept von Prof. Dr. Gernot Minke  als Beispiel für ein kostengünstiges nachhaltiges Bauen mit Naturbaustoffen aus Stroh und Lehm entstanden ist – quasi eine Architektur aus dem Kornfeld. Mehr zum Thema Lehm erfährt man übrigens im Lehm-Museum, welches im Nachbardorf Gnevsdorf angesiedelt ist.  Die besagten Unterkünfte können ebenso wie einige Wohnwagen auch von Besuchern genutzt werden, die mit Auto oder Fahrrad die Gegend erkunden möchten oder die Angebote des Wangeliner Gartens an mehreren Tagen nutzen wollen. Ebenso stehen sie für die Workcamps zur Verfügung.

                               

                              „Wir haben letztes Jahr beispielsweise jungen Menschen das Wissen zu verschiedene Ofenbautechniken vermittelt und anschließend holzgefeuerte Lehmbacköfen selbst hergestellt. Zum Abschluss haben wir gemeinsam selbst Pizza und Brot gebacken, was für viel Spaß und gute Laune gesorgt hat“, erinnert sich die Gartenleiterin. Ebenso sind hier schon große Lehmöfen gebaut worden, die sich insgesamt einer großen Nachfrage erfreuen. Größtes Lehmbau-Projekt auf dem Gelände des Wangeliner Gartens ist das Lehmhaus.  Es ist Veranstaltungsort für Seminare und Kulturveranstaltungen und wechselnde Ausstellungen. „Das ganze Jahr über bieten wir darüber hinaus im Wangeliner Garten verschiedene Veranstaltungen an. Ob Seminare, Workshops, Aktionstage, Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Lesungen, Kräuterkurse... 

                              Nächster Höhepunkt wird sicherlich der Frühjahres- und Pflanzenmarkt am 30. April von 10 bis 16 Uhr sein, der wie in den Jahren zuvor zahlreiche Besucher in unseren Wangeliner Garten locken wird“, ist sich Beate Neumerkel sicher.

                               

                              Träger des Wangeliner Gartens ist der Verein zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees e.V. - kurz FAL e.V.. Neben dem Wangeliner Garten und der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau betreut der Verein noch weitere themenbezogene Projekte wie zum Beispiel das Lehmmuseum Gnevsdorf, den Wunderfeld Laden in Plau oder die Lohnmosterei in Ganzlin.

                               

                               

                              Wangeliner Garten

                              Vietlübber Straße

                              19395 Ganzlin OT Wangelin

                              Telefon: 038737 49 98 78

                              www.wangeliner-garten.de




                                letzte Änderung: - 27.03.2017 15:07

                                Müritzhof am See - „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“

                                Stuer (bw). In unmittelbarer Nähe der Gemeinde Stuer liegt der „Müritzhof am See“. Er grenzt an  den Rogeezer See und den Stuerer Flachsee. Weite Wiesenflächen umgeben den Hof. Hier kommen sie her: Die Texel und die Schwarzköpfe. Nein, keine Indianer – es handelt sich um Schafe. Und zwar um Schafe, die hier artgerecht und ökologisch aufgezogen werden und deren Fleisch sich später durch einen zarten und feinen Geschmack auszeichnet.

                                „Wie auch immer es verarbeitet wird, ob gebraten, gegrillt oder geschmort, das Fleisch der Müritzlämmer schmeckt stets mild und saftig-zart“, weiß Matthias Ruoff, Geschäftsführer der Müritzhof Lamm & Wild GmbH. Bis das Endprodukt an den Verbraucher gelangt, steht aber erst einmal viel Arbeit vor den Mitarbeitern des Unternehmens. Denn „Bio“ kommt nicht von allein, da muss man was dafür tun. „Unsere Lämmer wachsen in freier und unbelasteter Natur auf. Neben dem natürlichen Futter auf den Wiesen ziehen wir das Winterfutter auch auf dem eigenen Hof. Quasi in einer sogenannten Kreislaufwirtschaft. Gerste, Hafer und das Stroh kommen vom eigenen Acker. Zugefüttert wird bei den Muttertieren mit 'Treber', einem kräftigendem Futter, das aus einer Bio-Brauerei bei Templin bezogen wird. Damit haben wir die Gewissheit, dass wir dem Bio-Anspruch stets gerecht werden. Wichtig ist auch die konstante Wasserzufuhr auf unseren Flächen, die wir übrigens von der Stiftung Umwelt und Naturschutz gepachtet haben“, erklärt Matthias Ruoff und ergänzt: „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“. Auch hier sind Bedingungen einzuhalten, die für solche Arbeiten den Rahmen bilden. So dürfen beispielsweise die Flächen nicht gewalzt werden und die Vogelbrutzeiten sind zu beachten. 

                                 

                                Doch zurück zum Lamm. Ist die Zeit zur Schlachtung gekommen, wird mit den Tieren äußerst sensibel umgegangen. „Die Schlachtung erfolgt unter strenger Aufsicht und unbedingter Wahrung der Würde der Tiere auf unserem Hof“, beschreibt Matthias Ruoff. Wie er berichtet, legen die Lämmer den Weg bis zur Schlachtung immer in Gruppen gemeinsam zurück. „Schafe sind Herdentiere, aber einzelne Schafe sind ängstlich. Das wollen wir vermeiden. Im weiteren erhalten die Lämmer vor der Schlachtung eine Ruhepause, um Stress abzubauen. So entspannen die Muskeln und das Fleisch behält seinen zarten Biss. Stress ist das Schlimmste fürs Fleisch“, weiß der Geschäftsführer. Das Fleisch kommt anschließend am Knochen für mehrere Tage in die Reifekammer, anschließend wird es vakuumiert und per Kühllaster an die Kunden geliefert.

                                 

                                „Tiefgefroren werden nur wenige Teile wie Bries und Bäckchen. Außerdem lassen wir von einem zugelassenen Bio-Fleischer eine Wurst nach einem nordafrikanischen Rezept fertigen – die Merguez-Wurst, die sehr schmackhaft und scharf ist“, kommt Matthias Ruoff auf weitere Spezialitäten des Hofes zu sprechen. Derartige regionale Produkte erfreuen sich zunehmender Nachfrage und können im hiesigen Hofladen, aber auch in Verkaufsstellen der Region erworben werden. Der Hofladen ist übrigens vom 2. April bis 30. Oktober wochentags zwischen 10 und 13 Uhr sowie 14 und 15.30 Uhr geöffnet.

                                 

                                Seit Matthias Ruoff im Jahr 2012 den Hof übernommen hat, wurde auch die Vielfalt breiter. Neben Lammfleisch ist nun auch Wildfleisch im Angebot und Biogemüse vom Müritzhof am See findet inzwischen hier ebenso seine Abnehmer. Dafür baut der Müritzhof auf eigener Ackerfläche diverse Wurzelgemüse wie gelbe und rote Bete, aber auch Salate, Kräuter, Kürbis, Zuckerschoten und  exotische Gemüsesorten an. Es gilt gleiches wie für das Bio-Fleisch:  Auch diese Produkte stammen aus ökologisch kontrolliertem Anbau, sind nicht gentechnisch verändert und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Einzig der Einstreu aus den Schafställen kommt auf die Ackerfläche.

                                 

                                Auf den rund 200 Hektar Öko-Weideland grasen derzeit 500 Mutterschafe mit ihren Lämmern rund um den Hof. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Müritzhofes am See. Die Flächen liegen allesamt in Reichweite ringsum. „Auch haben wir keine Probleme mit dem Wolf, wie man es anderenorts schon häufiger hörte. Unsere 'Wachhunde' sind Esel, die gemeinsam mit den Schafen auf der Weide sind. Esel sind wachsam, angriffslustig und gehen auch auf Hunde und Wölfe los. Das glaubt man kaum, aber es ist so, weil die Tiere die Herde als ihre annehmen“, kommt der Geschäftsführer auf ein scheinbares Kuriosum zu sprechen. Nicht so lustig ist die Tatsache, das dem Müritzhof besonders im vergangenen Jahr erhebliche Verluste an Lämmern durch Rabenvögel entstanden sind.

                                 

                                Der Hof hat eine lange Geschichte. Matthias Ruoff hat sich natürlich dafür interessiert und kann über einen äußerst innovativen Bauern namens Lorenz berichten, der den Hof zwischen 1832 und 1835 aufgebaut hat. Innovativ deshalb, weil er sich schon früh die Windkraft zunutze gemacht hat. Mit einem eigenen Windrad trieb er schon vor dem 1. Weltkrieg die Säge oder den Dreschkasten an, ebenso eine Wasserpumpe und weitere technische Hilfsmittel. 

                                 

                                 

                                Müritzhof Lamm & Wild GmbH

                                Dorfstraße 33

                                17209 Stuer bei Plau am See

                                Telefon: 039924 22 30

                                www.mueritzlamm.com




                                  letzte Änderung: - 27.03.2017 11:26

                                  Müritz-Hof Knust - Direkt vom Feld zum Verbraucher

                                  Sembzin (bw). Gerade ist Steffen Knust von seiner morgendlichen Runde zurück gekommen. Bei minus sechs Grad Celsius war er unterwegs, um an den Feldrändern stehende Hecken und Bäume zurück zu schneiden. „Das ist jetzt genau die richtige Zeit für solche Arbeiten. Diese müssen bis Ende Februar erledigt sein, dann stehen andere wichtige Aufgaben an. Als Landwirt mit einem eigenen Hof muss man schon auf vielen Gebieten fachliches Wissen und handwerkliches Geschick mitbringen“, macht der Landwirt deutlich. Gemeinsam mit seiner Frau Carolin bewirtschaftet er den Müritz-Hof Knust in Sembzin an der Müritz. Dabei setzen die Beiden ihre eigenen Vorstellungen vom Profil ihres Familienunternehmens konsequent um. „Im Grunde wirtschaften wir in zwei Kernbereichen. Zum einen ist dies unsere ökologische Tierzucht mit Mutterkühen und Grünlandbewirtschaftung. Zweites Standbein ist der landwirtschaftliche Ackerbau. Den haben wir ergänzt durch eine Direktvermarktung verschiedener feldfrischer Produkte“, zählt Steffen Knust auf. Tatsächlich können die Kunden auf dem Hof oder am Verkaufswagen je nach Jahreszeit Angus-Rindfleisch, Kartoffeln oder Kürbisse erwerben oder auf dem nahe liegenden Feld frische Erdbeeren selbst pflücken. Auch Schnittblumen wie Tulpen oder Gladiolen stehen im „Selbstbedienungsfeld“ direkt an der B192 mit einer Kasse des Vertrauens den Interessierten offen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass regionale Produkte zunehmend gefragt sind. Wenn die Menschen sehen, was und wie wir hier anbauen und ernten, haben sie mehr Vertrauen in unsere Erzeugnisse. Die Nachfrage bestätigt uns dies“, ist Carolin Knust überzeugt. Dabei verwende man so wenig wie möglich Chemie zur Unkraut- bzw Ungeziefer-Bekämpfung. „Da gehen wir – auch wenn es zeitaufwändiger und letztlich auch teurer ist - statt mit der chemischen Keule lieber einmal mehr mit der Hacke durch und pflegen die Erdbeeren auf 'konventionelle' Weise“, ergänzt Steffen Knust.

                                   

                                  Das Familienunternehmen hat neben der Direktvermarktung ab Hof noch einen prominenten Partner als Kunden: Das Schlosshotel Fleesensee. Für deren exklusive Küche liefert Familie Knust frische Erdbeeren, Angus-Rindfleisch und ganz spezielle Kartoffelsorten. Mit im Angebot sind unter anderem die Sorten „Linda“, „Ballerina“ oder die vorwiegend festkochende „Gala“.  

                                   

                                  Durch die Fachgesellschaft Öko-Kontrolle mbH aus Karow ist die Angus-Mutterkuh-Herde des Müritz-Hof Knust als Öko-Betrieb zertifiziert. Die Herde umfasst derzeit 45 Muttertiere und zehn Färsen. „Auf die Angus-Rinder haben wir im vergangenen Jahr umgestellt. Die Tiere sind sehr robust, haben ein wohlschmeckendes Fleisch und bringen in jedem Jahr ein Kalb. Anfang März erwarten wir bereits die ersten Kälber“, erzählt der Landwirt. Dabei setzt er vor allem auf die Weidemast, die zwar langwieriger als Stallhaltung ist, aber mit der eine bessere Qualität erreicht wird. 

                                   

                                  Mein Vater hat zuletzt in der Nähe von Hannover einen kleineren Betrieb bewirtschaftet. Da dort keine Möglichkeit bestand, den Betrieb auch für die nächste Generation wirtschaftlich aufzustellen, ging er in Mecklenburg auf Suche und wurde hier an der wunderschönen Müritz fündig“, blickt Steffen Knust zurück. Die hierzulande niedrigere Bodenqualität im Ackerbau gleiche man durch die verschiedenen „neuen“  Standbeine des Betriebes aus. 

                                   

                                  „Außerdem haben wir hier eine neue Heimat gefunden, eine tolle Landschaft und nette Menschen ringsum bestätigen uns in unserem Entschluss“, macht Carolin Knust deutlich. Mit ihrem Studium der Agrarwirtschaft und Betriebswirtschaftslehre war sie für eine große Bank als Agrar-Kundenbetreuer für Thüringer Landwirte tätig, bevor sie durch die Geburt der Tochter vermehrt im Familienunternehmen tätig wurde. Steffen Knust hat eine dreijährige Lehre als Landwirt absolviert, eine Fachschule als Betriebs-Agrar-Wirt besucht und in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben Erfahrungen gesammelt. „Ja, und nun bewirtschaften wir bereits seit 2 ½ Jahren unseren Familienbetrieb. Unterstützt werden wir noch tatkräftig von meinem Vater und dessen Ehefrau“, ist Steffen Knust dankbar. 

                                   

                                  Ein weiteres Standbein der Knust's sind die Ferienwohnungen, in denen interessierte Gäste Urlaub auf dem Bauernhof machen können. „Wer in seinem Urlaub viel Ruhe genießen möchte, ist hier bei uns richtig. Auch Familien mit Kindern sind gern gesehen. Die Kinder können bei uns viel zum Thema Landwirtschaft lernen. Außerdem haben wir einen 'Streichelzoo' mit Ziegen, einem Esel, einem Pony und einem Alpaka. Natürlich gibt’s den obligatorischen Haus-und-Hof-Hund. Zur Erdbeerzeit können die Kinder mit aufs Feld, was immer gern angenommen wird“, erzählt Carolin Knust. Apropos mit aufs Erdbeerfeld: Auch Kita- und Grundschulkinder lernen beim Besuch etwas über die Natur, die sie umgibt. Man merkt der jungen Frau an, dass sie ihren Beruf liebt. Das gibt sie auch unumwunden zu. „Landwirt ist ein toller Beruf. Man ist viel in der Natur, kann mit Tieren umgehen und hat Kontakt mit zahlreichen Menschen. Es macht einfach Spaß und wir haben noch Ideen für die Zukunft“, ist Carolin Knust begeistert. 

                                  Mit der kleinen Tochter Ann Sophie ist inzwischen bereits der 'Grundstein' für die nächste Generation des Familienunternehmens gelegt.

                                   

                                  Landwirtschaftsbetrieb Müritz-Hof Knust
                                  Dorfstraße 9
                                  17192 Klink OT Sembzin
                                  Telefon: 0172 10 23 003
                                  Mail: info@mueritzhof-knust.de



                                    letzte Änderung: - 27.02.2017 10:52

                                    Geschützte Schätze der Natur - Die Wacholderheide an der Müritz

                                    Das Hinnenfeld oder auch das hintere Feld wurde ein schmales Stück des Vorlandes im Osten der Müritz, zwischen Warnker See und Rederangsee genannt. 

                                     

                                    Seit dem 14. Jahrhundert stand das zuvor verlandete und vermoorte Stück der Müritz mehr oder weniger durch Schwankungen der Müritz unter Wasser und konnte nicht genutzt werden. Als die Müritz von 1798 bis 1834 um mehr als 2 m abgesenkt wurde, kam das Vorland wieder zum Vorschein. Als Eigentum der Stadt Waren war es an die Hausstellen der Ackerbürger gebunden und in Parzellen eingeteilt. Da das Land nur zur Viehweide taugte, wurde zur besseren Bewirtschaftung eine Weidegenossenschaft gegründet und ein Hirte (später Koppelwart) bestellt. Fortan wurde das ca. 500 ha weite Land Hinnenfeld genannt und Fohlen- und Jungviehkoppel. Durch die starke Beweidung blieb das Gelände, in dem sich flache Wasserlagunen wie das Spuckloch befanden, über viele Jahrzehnte kurz geschoren und war wegen der Unzugänglichkeit ideales Revier für den Vogelzug. Tausende Kraniche, Gänse und andere Durchzügler oder Wintergäste fanden sich hier ein. 

                                     

                                    Noch während des I. Weltkriegs 1917 gab es tatsächlich Überlegungen, hier ein Feldflugplatz einzurichten. Wegen der Stadtnähe und wohl auch wegen des Untergrundes wurde das Vorhaben aufgegeben. Zu dieser Zeit müssen ein Großteil der Solitär-Schirmkiefern rund um das Spuckloch gefällt worden sein, die der Naturschutzbeauftragte Karl Bartels nach dem Krieg vermisste. In den Folgejahren setzte er sich mit Hilfe des Magistrats von Waren für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ein, das 1931 endlich mit mageren 280 ha auf einen Teil des Hinnenfeldes gegründet wurde.  „Das Erlegen, Fangen und Stören der Vögel …, das Zerstören und Ausnehmen ihrer Nester ist untersagt. Die Jagd auf Vögel aller Art ruht,… Auf dem übrigen Teil, dem nördlichem Ende des Hinnenfeldes sollte 1937 eine Jagdruhezone eingerichtet werden. Dazu kam es nicht. Ganz im Gegenteil, Karl Bartels musste sich gegen die Anfeindungen des Jagdpächters Kurt Herrmann (Speck) wehren. Im selben Jahr wurde das gesamte Ostufer und die angrenzende Außenmüritz Sperrgebiet für Rechlin. 

                                     

                                    Nach dem II. Weltkrieg, 1952, wurden die Flächen vor dem Spuckloch aus der Beweidung mit dem gut gemeinten Ziel, Brut- und Zugvögel von vermeintlichen Störungen durch das Weidevieh zu bewahren, genommen. Jedoch schnell verschilften und verbuschten die Flächen. Die Vögel suchten sich andere Rast- und Brutstätten. Zunächst versuchten Naturschutzhelfer die Flächen von Buschwerk und jungen Bäumen wieder zu befreien. Angesichts der großen Flächen war das Freihalten nicht zu schaffen und das Weidevieh auf diese Weise nicht ersetzbar. Die Erkenntnis daraus war die Beweidung wiederaufzunehmen. So wurde nach Haustierrassen gesucht, die mit der Freilandhaltung zurechtkamen. Ab 1969 grasten skandinavische Fjäll Rinder, 1984 kamen Gotland Schafe und 1987 Shetlandponys dazu.

                                     

                                    Erwähnenswert ist, dass 1958 am Nordrand des Naturschutzgebietes ein Urlauberdorf gebaut werden sollte. Zum Glück war der Standort Klink geeigneter.

                                    Auch die 1967 geplante Komplexmelioration, d.h. die aufwendige Entwässerung der großen Moorflächen zwischen Warnker See und Spuckloch, konnte verhindert werden. 

                                     

                                    Seit 1990 gehört das ehemalige Hinnenfeld mit zur Pflegzone des Müritz-Nationalparks. Weite Teile des Gebietes sind inzwischen mit dem von den Tieren verschmähten Wachholder zugewachsen. 

                                     

                                    Um die Flächen wieder für die Beweidung und für Zugvögel attraktiver zu machen, findet seit 2003 einmal im Jahr eine Wacholderausholzung statt. Der Wacholder wurde danach bislang als Feuerungsmaterial genutzt. Das soll sich ändern, denn dieser Wacholder ist eine echte Rarität.

                                    Als Kenner der Region verfolgte Thomas Engels schon lange dieses alljährliche Ereignis und hatte eines Tages die Idee, aus den heimischen Wacholderbeeren einen einzigartigen MÜRITZ-GIN für sich und seine Freunde destillieren zu lassen. Dieser regionale Gin wird von der Natur limitiert und exklusiv von einem Destillateurmeister in bester Manufakturqualität mazeriert. Mit diesen handverlesenen Wacholderbeeren und 20 weiteren Botanicals wie beispielsweise Sanddornbeeren, Koriandersamen, Zitronenschalen, Zimtrinde, Veilchenwurzeln, römischen Kamillenblüten, Paradieskörner, Angelikawurzeln, Lavendelblüten komponierte der Ginmeister einen wunderbar ausbalancierten MÜRITZ GIN, mit dem man ab sofort die Kulturlandschaft am Ostufer der Müritz schmecken und genießen kann.

                                     

                                    Kontakt / Autor: Gerhild Meßner

                                     

                                    Nationalparkamt Müritz

                                    Schlossplatz 3

                                    17237 Hohenzieritz

                                    Telefon: 039824 252-0

                                    www.mueritz-nationalpark.de




                                      letzte Änderung: - 27.02.2017 10:31

                                      Ernst-Barlach-Theater Güstrow - Ein Haus mit Tradition

                                      Güstrow (bw). In unmittelbarer Nachbarschaft des Güstrower Schlosses steht das kleine, aber feine Gebäude des Güstrower Theaters. Gemeinsam mit der Theaterleiterin Dr. Kersten Klevenow unternehmen wir einen Exkurs in die Geschichte des Hauses. 

                                      „Die naheliegende Vermutung, dass sich seinerzeit die Mecklenburgischen Herzöge diesen Theaterbau gönnten, ist schlichtweg falsch. Denn das Haus entstand im Jahr 1828 nach Plänen des Schweriner Architekten Georg Adolph Demmler mit Spendengeldern der Güstrower Bürger. Zu dieser Zeit war Schwerin längst Sitz der mecklenburgischen Herzöge.  Die Initiatoren des Theaterbaus waren der Hof- und Landgerichtsadvokat Friedrich Piper sowie der Senator und Fabrikant Carl Daniel Lönnies, der auch privates Kapital einbrachte, um fehlende Mittel auszugleichen. Die Stadt, in deren Eigentum das klassizistische Theatergebäude nach seiner Fertigstellung überging, stellte kostenlos den Bauplatz und das Baumaterial zur Verfügung“, weiß die Theaterleiterin. 

                                       

                                      Die erste Aufführung erlebte das Theater dann am 12. Oktober 1828 mit dem Theaterstück „Hans Sachs“ von Johann Ludwig Deinhardstein, aufgeführt vom Großherzoglichen Theater aus Schwerin. „In den ersten Jahren waren es vor allem 'fahrende Schauspieler' und Aufführungen von anderen Theatern, die hier das Publikum erfreuten. Es folgte eine wechselvolle Geschichte, in deren Verlauf das Haus zeitweilig auch zweckentfremdet genutzt oder gar ganz geschlossen wurde.

                                       

                                      Die Güstrower erinnern sich noch an das eigene Ensemble, das nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde. Damals nahm das Güstrower Theater als erstes in Norddeutschland den Spielbetrieb wieder auf. Frühere Güstrower Schauspieler, Bühnenbildner und Techniker, die nach Schließung aller Theater 1944 in der Stadt geblieben oder jetzt zurückgekehrt waren, initiierten die Gründung eines eigenen Ensembles unter Leitung von Otto Kähler“, berichtet Dr. Kersten Klevenow. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion des Gebäudes erhielt das Haus im Jahr 1957 den Namen „Ernst-Barlach-Theater“.

                                      1963 wurde das Ensemble im Rahmen von Umstrukturierungen schließlich aufgelöst, es erfolgte der Anschluss an das Volkstheater Rostock. Zunächst profitierte das Güstrower Theater von diesem Wandel, doch ab 1970 hörten die Konzerte des Philharmonischen Orchesters in Güstrow auf und die Theatergastspiele aus Rostock wurden immer seltener.  „Seit 1976 ist unser Theater ein reines Gastspieltheater in Trägerschaft des Kreises Güstrow, heute des Landkreises Rostock“, informiert die Theaterleiterin. Sie legt besonderen Wert darauf, dass die Theatertraditionen in Güstrow gepflegt werden, wie das Niederdeutsche Abonnement und das Abonnement für die Philharmonischen Konzerte.  Dazu kommen noch die Angebote für Kinder und Jugendliche – hier sind insbesondere die sonntagnachmittäglichen Theateraufführungen für Kinder zu nennen. Diese gehörten übrigens schon ab 1902 als monatliche Märchenaufführungen für Kinder am Sonntagnachmittag in das Repertoire des Theaters. Besonders stolz ist sie darauf, dass es seit nunmehr 40 Jahren im Güstrower Gastspieltheater gelungen ist, ein klassisches Theaterprogramm mit Aufführungen aller Sparten zu erhalten.   Diese werden ergänzt durch kulturelle Veranstaltungen aller Art. „Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Seit über 20 Jahren gibt die Neubrandenburger Philharmonie bei uns Konzerte. Auch mit dem Theater Parchim sowie der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin sind wir eng verbunden. Natürlich sind auch private  Theater bzw.  Künstler und auch Amateure wie Schülertheatergruppen, Tanz- und Musikschüler  bei uns gern gesehen“, verdeutlicht die Theaterleiterin. Das 4-köpfige Team gestaltet den Spielplan und organisiert den gesamten Gastspielbetrieb vom Marketing und Kartenverkauf bis zur Technik. Unterstützt werden die Theaterangestellten von Honorarkräften. „Das Ernst-Barlach-Theater ist ein Gastspielhaus, das vorrangig für die einheimische Bevölkerung tätig ist. Wir haben 'Hochsaison' im Winter, was auch deutlich aus dem Spielplan hervorgeht. Gut 26 000 bis 30 000 Gäste begrüßen wir zu den ca. 100 Vorstellungen pro Saison in unserem Haus. Davon sind ca. 50 Prozent Kinder und Jugendliche“, berichtet Dr. Kersten Klevenow stolz.

                                       

                                      Die Gäste können sich indessen schon auf das 4. und 5. Philharmonische Konzert im Theater Güstrow freuen. Das 4. Philharmonische Konzert am 2. Dezember bietet eine italienische Operngala, während im 5. Philharmonischen Konzert am 13. Januar 2017 Frankreich auf dem Spielplan mit Werken von Faurè, Ibert, Franck und Ravel steht .

                                      Zu den Höhepunkten der Saison zählen unter anderem die Tragödie von William Shakespeare „Macbeth“, die am 14. Dezember geboten wird oder der Auftritt des Russischen Nationalballetts mit dem „Nussknacker“ sowie „Schwanensee“ am Freitag, 16. Dezember, um 16 und um 19.30 Uhr. Auch das Kinder- und Jugendtheater hat im Dezember „Hochkonjunktur“. Hier seien die Auftritte des Jungen Staatstheaters Parchim genannt, die mit den „Bremer Stadtmusikanten“ und „Frau Holle“ an mehreren Tagen für ein volles Haus sorgen.

                                      Karten für die Vorstellungen sind übrigens sowohl an der Theaterkasse (Mi-Fr. 12-18 Uhr) als auch in den Tourist-Informationen in Güstrow, Bützow, Teterow, Krakow am See und Schwaan erhältlich und können auch direkt auf der Homepage des Theaters gekauft werden.

                                       

                                      Ernst-Barlach-Theater Güstrow

                                      Franz-Parr-Platz 8 (Bühneneingang)

                                      18273 Güstrow

                                      Tel.: 03843 684146

                                      E-Mail: Vvk@theater-guestrow.de

                                      www.ernst-barlach-theater.de




                                        letzte Änderung: - 29.11.2016 10:02

                                        Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in M-V - Ein Schloss zum mieten

                                        Retzow (bw). Mehr als 2000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in unterschiedlichsten Baustilen prägen Mecklenburg-Vorpommern zwischen Ostsee und Seenplatte – so viele wie nirgends sonst in Europa. Zahlreiche davon sind im Verlauf der letzten 26 Jahre saniert und wieder hergerichtet worden, für einige kam jedoch „jede Hilfe zu spät“. Andere wiederum harren noch auf Investoren, um aus dem Dornröschenschlaf erweckt zu werden. Das galt bis 2012 auch für das Schloss Retzow. Das kleine Dorf  Retzow liegt nordwestlich von Mirow unweit der B192, gegenüber vom Flugplatz Lärz/Rechlin. Hierhin hat es den dänischen Unternehmer Lars Fogh verschlagen, nachdem er im Internet das Verkaufsangebot für das Schloss Retzow gefunden hatte. „Das wollte ich mir einmal genau ansehen, denn ich interessiere mich brennend für alte Herrenhäuser, die ja früher immer mit großer Landwirtschaft verbunden waren“, erzählt Lars Fogh. Gesagt, getan – so ging er auf die Reise und traf mit Manfred Achtenhagen, dem Makler alter Guts- und Herrenhäuser und selbst Besitzer des Gutshauses Ludorf, zusammen. „Hier um das Schloss Retzow war zwar alles ziemlich verkommen, weil ja etliche Jahre nichts getan wurde. Doch die klassizistische Gebäudestruktur war dennoch sehr gut erhalten und das Dach war glücklicherweise bereits kurz nach der Wende noch saniert worden. Ist so ein Dach kaputt, ist es meist der Todesstoß für ein solches Gebäude – oder die Sanierung wird fast unbezahlbar“, weiß der Unternehmer. 

                                        Kurze Zeit später starteten bereits die Sanierungsarbeiten -  zunächst mit einer großen Entrümpelungsaktion. Im nächsten Schritt wurde dann parallel zur Sanierung des Haupthauses der Marstall in Angriff genommen und mit der Pflege des Parkes begonnen. „Hier war alles stark zugewuchert und wir mussten etliche Bäume und Sträucher entfernen, um die alten Sichtachsen wieder herzustellen. Immerhin umfasst die alte Parkanlage eine Fläche von etwa zehn Hektar. Ein Teil davon ist an die Kommune verpachtet“, beschreibt Lars Fogh den Beginn der Arbeiten. Apropos Marstall. Der ist inzwischen entkernt und die Boxen für die Pferde und die Reithalle darin kommen wieder zum Vorschein. Der Marstall selbst steht im rechten Winkel zum Schloss und genau gegenüber ist das Kavaliershaus zu finden. So ist ein architektonisches Karree entstanden, in dessen Zentrum das Schloss thront. „Wir sagen zum Kavaliershaus immer Konsum-Haus. Da war nämlich zu DDR-Zeiten ein Konsum-Laden drin, das prägt den Namen“, ergänzt schmunzelnd Lars Fogh.

                                        Inzwischen sind vier Jahre harte Arbeit mit der Sanierung vergangen. Ein Rundgang zeigt, dass viel geschafft wurde. Erste Gäste haben hier schon übernachtet und waren begeistert. 

                                        Wer kommt nun eigentlich hierher? „Unser Konzept sieht vor, das Schloss zu vermieten  - beispielsweise für Hochzeiten. Wie jeder weiß, ist Mecklenburg-Vorpommern ein Urlaubsland mit stetig wachsenden Besucherzahlen. Besonders in der Saison sind die meisten Häuser ausgebucht. Wer hier heiratet, der möchte seinen Gästen auch entsprechende Übernachtungsmöglichkeiten bieten.  In unserem Schloss besteht die Möglichkeit, die Hochzeitsgäste unterzubringen. Dafür haben wir 13 Gästewohnungen mit Küche, Bad und allem Drumherum ausgestattet. Weitere zwölf Gästewohnungen werden in naher Zukunft im Kavaliershaus entstehen. Außerdem können auch Unternehmen das Haus für Seminare mieten oder es steht für größere Familienfeiern zur Verfügung“, macht Lars Fogh deutlich.

                                        Der große Saal bietet mehr als 100 Personen Platz. In wochenlanger mühevoller Kleinarbeit renovierten Stuckateure die alte Stuckdecke, ein neuer Fußboden wurde eingebaut, ebenso wie die Wandheizung. Nur der große Kronleuchter fehlt noch – der ist aber schon in Arbeit. Auch in den Zimmern passt alles zum Stil der damaligen Zeit, kombiniert mit modernem Design. Die Bäder mit Marmorplatten stehen für Robustheit, verbunden mit einer langen Nutzungsdauer. Nichts ist von der Stange – alles solide Handarbeit aus allen Ecken der Welt herangeschafft. Wie kommt man dazu, sich ein derartiges Objekt als Aufgabe zu stellen? „Wie schon gesagt, sind alte Guts- und Herrenhäuser meine Leidenschaft. Diese wieder zum Leben zu erwecken, ist auch ein Stück Geschichte zu bewahren. Und das ist mein Hobby. Und Hobby ist etwas, was Spaß macht“, begründet Lars Fogh sein Engagement. Das geht bis hin zur Planung und Gestaltung des Hauses und seiner Räume. „Ich gehe lange im Haus herum und mache mir Gedanken. Dann kommen die Ideen, beispielsweise für die Führungswege der Medien wie Heizung, Wasser und anderes. Oder wie dieses Bad oder jenes Zimmer gestaltet werden kann. Das ist für mich der Spaß an der Sache“, verrät der Unternehmer.

                                        Das Gut Retzow befand sich 1601 im Besitz von Christoph von Barnewitz und ging 1787 an die Familie von Hammerstein. In den Jahren 1788 - 1791 erfolgte der Umbau einer älteren Anlage zum heutigen klassizistischen zweigeschossigen Putzbau mit bewohnbarem Halbkellergeschoss und ausgebautem Dachgeschoss.  Bereits 1917 wurde ein erheblicher Teil des Gutes für den Bau eines Flugplatzes enteignet. Den Resthof mit dem Herrenhaus erwarb 1926 Josef Törk.  Ab 1935 gehörte es der Luftwaffen-Erprobungsstelle. Nach 1945 wurde das Herrenhaus bis 1951 als Kinderheim, anschließend bis 1994 als Altersheim genutzt. Danach stand das Herrenhaus  viele Jahre leer. 

                                        Schloss Retzow wird betrieben vom Romantik Hotel Gutshaus Ludorf. 

                                         

                                        Manfred Achtenhagen

                                        Rondell 7

                                        17207 Ludorf / Müritz

                                        Tel: 039931 84 00

                                        www.schloss-retzow.de




                                          letzte Änderung: - 28.11.2016 15:31

                                          Pilzsaison ist das ganze Jahr: Essbar oder giftig?

                                          Stavenhagen (bw). Die Pilzsaison läuft  auf „vollen Touren“ und Massen von Pilzsammlern und Naturfreunden strömen in diesen Wochen wieder in die Wälder. Mit dabei das passende Equipment – Körbchen, Messer und häufig auch ein kompaktes Nachschlagewerk für unterwegs. Dann geht es auf „die Jagd“ nach Steinpilz, Marone, Morchel & Co. Oft endet die Sammelei allerdings mit einem Fragezeichen im Gesicht. Ist das jetzt ein Steinpilz, eine Marone oder ein Gallenröhrling? „Man sollte sich wirklich nur auf die Pilze einlassen, die man sicher kennt“, lautet eine ernstzunehmende Empfehlung von Manfred Böttcher. Er ist Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) und Beauftragter für Pilzaufklärung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.

                                          Gemeinsam mit vier weiteren Kollegen leistet er seine Aufklärungs- und Beratungstätigkeit fast flächendeckend im Landkreis. Einige „weiße Beratungs-Flecken“ gibt es hier aber noch. „In einem Streifen von Demmin über Malchin bis Bollewick fehlt noch ein Pilzsachverständiger. Da steigt aber demnächst ein weiterer Kollege ein, der bereits im vergangen Jahr erfolgreich seine Prüfung gemeistert hat“, informiert Manfred Böttcher. Der Experte bringt die wesentlichen Aufgaben eines Pilzsachverständigen auf den Punkt. „Erste Aufgabe ist der Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Zweite Aufgabe ist die umfassende Aufklärungsarbeit. Die beinhaltet den Natur-, Arten- und Umweltschutz. Und dritte Aufgabe ist es, den Medizinern zur Seite zu stehen, falls es Vergiftungsfälle zu analysieren gilt“, macht Böttcher deutlich. Um all diese Punkte mit Leben zu erfüllen, bietet der Experte übers Jahr verschiedene Aktionen, Seminare und Vorträge an. Dazu gehören Pilzwanderungen, Ausstellungen wie jetzt am 15. und 16. Oktober um 19 Uhr im Müritzeum in Waren oder die beliebten Lehrgänge für Naturliebhaber und Pilzfreunde. „Dafür sind zwar die  Termine für dieses Jahr bereits durch, aber wer 2017 teilnehmen möchte – der Lehrgang besteht aus drei Theorie- und einem Praxiselement – der kann sich bereits jetzt unter 039954 39232 bei mir anmelden“, bietet Böttcher an.

                                          Wer nun also als „Neuling“ in die Pilzsaison startet, dem empfiehlt der Pilzsachverständige zunächst einmal, einfache Arten zu wählen und jedes Jahr bei einer Art zu bleiben.Zum Beispiel bei den Röhrenpilzen und Bauchpilzen. Bei Röhrenpilzen, deren Unterseite meist wie ein Schwamm anmutet, ist die Verwechslungsgefahr mit hochgiftigen Pilzen geringer als bei den Lamellenpilzarten. „Verwechselt werden dort häufig der Champignon mit dem Karbolegerling. Letzterer ist allerdings giftig und stinkt beim Braten unangenehm nach Phenol“, weiß Manfred Böttcher. Apropos Pilze braten. Grundsätzlich empfiehlt der Pilzsachverständige, keine rohen Pilze zu essen. Stets sollte man sie vorher kochen oder schmoren. Getrocknete Pilze sind auch nach einen längeren Zeitraum zur Speisenzubereitung nutzbar. „Gut geeignet zum Trocknen sind wiederum die Röhrenpilze, deren Schwamm man vorher entfernt oder die Totentrompete, ein sehr dünnfleischiger Pilz. Zum Trocknen werden die Pilze nach der groben Reinigung zerteilt auf Zeitung oder Backpapier ausgelegt. Pfifferlinge eignen sich übrigens nicht zur Trocknung, denn sie bleiben danach zäh“, erklärt Manfred Böttcher. Außerdem könne man Speisepilze natürlich auch einwecken oder in Essigwasser einlegen. Eingeweckte Pilze sollte man aber spätestens nach einem halben Jahr  verbrauchen.

                                          Auch Pilzsachverständige müssen sich stets weiter qualifizieren und ihr Wissen vertiefen. Das geschieht beispielsweise einmal pro Jahr im Rahmen einer mehrtägigen Schulung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales sowie mittels Fortbildungen durch private Ausbildungsstätten, pilzkundliche Vereine und Arbeitsgemeinschaften, die bei der DGfM als offizielle Fortbildung anerkannt sind.  „Ein Stück weit sind es auch die Pilzfreunde, die uns mit ihren Fragen fordern, das eigene Wissen weiter zu vertiefen“, merkt Manfred Böttcher mit einem Lächeln an. Einige Regeln sollte der Pilzfreund in jedem Fall beherzigen. Beispielsweise die, dass man Pilze nicht in Plastiktüten sammelt. Denn dann ist die Ernte nach kurzer Zeit darin Matsch. Körbe aller Art, auch Eimer sind dagegen gut geeignet. Darüber hinaus verweist Manfred Böttcher darauf, dass Pilze nur zum eigenen Bedarf gesammelt werden dürfen. Die Faustregel lautet hier etwa 250 Gramm pro Person und Tag. Pilze nicht abschneiden, lautet eine weitere Empfehlung. Herausdrehen ist sowohl für das sichere Erkennen besser, da die Stielbasis bei einigen Arten oft ein sicheres Indiz ist. Denn falls doch einmal ein giftiger "Doppelgänger“ erwischt wurde, kann man an Hand der Knolle des Pilzes eine Artenbestimmung besser vornehmen, als bei einem abgeschnittenen Pilz. Giftpilze unbedingt stehenlassen und niemals zerstören. Sie sind Nahrung für andere Tiere und von großer Bedeutung für das Ökosystem.

                                          „Die Artenvielfalt bei den Pilzen ist riesig. Vieles verändert sich durch unterschiedliche Einflüsse – beispielsweise durch die Witterung aber auch durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Das habe ich im Rahmen meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Pilzberater und später als Pilzsachverständiger erfahren“, fasst Manfred Böttcher zusammen. Bereits im Jahr 1978 hat der heute 66-Jährige seine Prüfung als Pilzberater erfolgreich bestanden. Manfred Böttcher kennt sich in den Wäldern seiner Region bestens aus. Schon als kleiner Junge war er mit seiner Mutter auf Pilzsuche rund um Basedow unterwegs. Seine Leidenschaft für die Natur und die Pilze hat sich in späteren Jahren stetig weiter entwickelt. Heute gilt er als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Pilze.



                                          Manfred Böttcher
                                          Plizsachverständiger der DGfM
                                          Bütt-Soll-Weg 24
                                          17153 Stavenhagen            
                                          Tel.: 039954 / 39232       
                                          E-Mail: manfred_boettcher@t-online.de


                                          Fotos: B. Wüstemann




                                            letzte Änderung: - 05.10.2016 08:40

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