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Imkerverein Waren (Müritz) - Flüssiges Gold

Waren (bw). Honig ist gesund! Dies ist eine altbekannte Tatsache und beruht auf wissenschaftlichen  Überlieferungen und den Erfahrungen der Menschen. Wer hat nicht als Kind bei Husten und Schnupfen von Mutti oder Papa gleich einmal heiße Milch oder Tee mit Honig serviert bekommen? Dabei ist Honig noch weitaus vielfältiger nutzbar. Er enthält entzündungshemmende Enzyme, bioaktive Stoffe und Antioxidantien, die gesund sind. Die Antioxidantien können sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken und den Blutdruck senken. Zudem wirkt sich Honig positiv auf den Cholesterinwert aus, verbessert die Blutfettwerte und verringert damit das Risiko einer Herzerkrankung oder einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Auch für die Haut ist Honig gesund, da er Hautkrankheiten heilen kann. Zudem wirkt Honig antibakteriell, antientzündlich und kann bei Verbrennungen und Wunden Abhilfe schaffen. Also gleich mal los zum Imker der Region und Honig besorgen. Klingt einfach, aber die wenigsten wissen, welche Arbeit in einem Glas Honig steckt und welches Wissen die Imker mitbringen müssen, um erfolgreich das „Flüssige Gold“ zu gewinnen. 

„Ein Imker ist jeder, der Bienen hält. Imker beschäftigen sich darüber hinaus auch mit der Vermehrung und  Züchtung von Honigbienen sowie mit der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte“, weiß Gerhard Bork, Vorstandsmitglied im Imkerverein Waren (Müritz) und anerkannter Züchter. In dieser Eigenschaft betreut er auch die Bienenbelegstelle auf dem Müritzhof im Müritz-Nationalpark. „Bienenbelegstellen sind Orte, an denen in so genannten Begattungskästchen kleine Begattungsvölker mit Arbeiterinnen und einer jungen Bienenkönigin aufgestellt werden. Die Bienenkönigin soll von hier aus ihre Hochzeitsflüge zu den gekörten Drohnen unternehmen, um begattet zu werden. Damit die Begattung nicht durch unerwünschte Drohnen einer anderen Bienenrasse erfolgt, sollte die Belegstelle möglichst durch einen bienenfreien Schutzbereich mit acht Kilometern Mindestradius geschützt sein“, erklärt Gerhard Bork. Dieser Hinweis sei wichtig für andere Imker, die ihre Völker in der Nähe aufstellen wollen. Durch den Schutzbereich sollen unerwünschte Kreuzungen oder der Eintrag von Krankheiten vermieden werden. Informationen dazu gibt es auch über das jeweilige Veterinäramt.

Der Imkerverein Waren (Müritz) hat 53 Mitglieder, die insgesamt 451 Völker betreuen. Bevorzugt halten die Imker hierzulande die natürliche Rasse „Carnica“ und die gezüchtete Rasse „Buckfast“, einige wenige auch die historische dunkle Biene.

„Alle diese Rassen sind als durchaus sanftmütig bekannt,“ betont Gerhard Bork, der schon seit frühester Kindheit mit Bienen vertraut ist, denn Großvater, Vater und Onkel waren alle als Imker tätig. „1976 habe ich unseren Garten und vier Völker von meinem Vater übernommen. Im Verlauf meines Arbeitslebens hatte ich meist so zwischen zehn und 15 Völker und als ich 2004 in den Ruhestand ging, bin ich auch in die Zucht eingestiegen und habe nun 22 Völker“, erzählt er. Inzwischen geben Gerhard Bork sowie der Vorsitzende des Imkervereins, Hans-Dieter Vibrans, im Auftrag des Landesverbandes auch Imkerlehrgänge an der Volkshochschule Waren.

Die Bienenbelegstelle auf dem Müritzhof hat schon eine lange Tradition, sie wurde bereits im Jahr 1961 eröffnet und 1973 staatlich anerkannt. Die Belegstelle „Müritzhof“ wird heute als Carnica-Rassebelegstelle betrieben. Zurzeit werden jährlich zwischen 100 und 300 Königinnen zur Begattung angeliefert. „Der Müritzhof inmitten des Müritz-Nationalparkes ist ein idealer Standort für diese Bienenbelegstelle. Sie ist zudem ein wertvoller und interessanter Bestandteil unserer Lehrstätte für Naturschutz. Insofern freuen wir uns, mit dem Warener Imkerverein eine solch gute Zusammenarbeit pflegen zu dürfen“, sagt Igor Heinzel, der seit 2006 den Müritzhof leitet und auch selbst mit inzwischen zehn Völkern zum Imker wurde – überzeugt übrigens von Gerhard Bork.

Die Bedeutung der Imkerei hat trotz ihrer enormen Wichtigkeit für die Natur erheblich nachgelassen. „Früher waren es vordergründig wirtschaftliche Aspekte zur Versorgung der Bevölkerung, die unsere Imker motivierten. Im Gegensatz dazu sind die Anzahl der Imker als auch die Honigproduktion seit der Wende auf etwa 20 Prozent der Vorwendezeit zurückgegangen. Dennoch kommt den Bienen für unser Ökosystem eine äußerst wichtige Aufgabe zu. Als Bestäuber sind sie in erheblichem Maße für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Schließlich sind laut Deutschem Imkerbund etwa 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Honigbiene angewiesen, wenn es um die Verteilung von Blütenstaub geht. Weltweit zählt die Biene also zu den wichtigsten Bestäubern, was ihre Bedeutung für unsere Pflanzenwelt unterstreicht,“ macht Gerhard Bork eindringlich deutlich.

Gerade hinsichtlich dieser Bedeutung ist es für die Imker unverständlich, dass noch immer Pflanzengifte in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Auch Monokulturen wirken sich negativ aus. „Man findet nur noch grüne Wiesen – Blühstreifen sind kaum noch zu sehen. Das wäre schon ein kleiner Schritt“, sagt Gerhard Bork.


Imkerverein Waren (Müritz)
Vorsitzender Hans-Dieter Vibrans
www.imkerverein-waren-mueritz.de




    letzte Änderung: - 22.06.2018 10:54

    Kilian & Close – Fine Handcrafted Chocolates - Schokolade macht glücklich

    Waren (bw). Völkerstämme von Wissenschaftlern, selbsternannte Spezialisten und andere Experten beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Wirkung von Schokolade auf unser Wohlbefinden. Die Mehrheit ist überzeugt davon, dass Schokolade glücklich macht. Andere wiederum meinen, dass sei nicht so. Wenn ja, dann müsse man Unmengen davon verzehren. Und eine weitere Gruppe ist der Meinung, dass Schokolade keinen Einfluss auf unsere Glückshormone hat. Doch die Wissenschaft sagt: Schokolade macht glücklich. Als Grund dafür gilt das sogenannte Glückshormon Serotonin. Serotonin selbst ist in Schokolade zwar nicht enthalten, wohl aber Tryptophan, und wenn das im menschlichen Körper abgebaut wird, entsteht Serotonin. Also doch!

    Ganz so wissenschaftlich sehen das Iveta Kilianova und Ciaran Close nicht unbedingt. Ihnen geht es vor allem um den Geschmack und die Reinheit von Schokolade. Die Beiden produzieren in ihrer eigenen Manufaktur edle Schokolade und haben vor wenigen Wochen in der Müritzstadt Waren ein Ladengeschäft mit angeschlossener Manufaktur eröffnet. Mehr als vier Jahre sind sie schon im Schokoladen-Geschäft tätig und haben sich international einen Namen gemacht. Etwa 200 Händler haben die leckeren Schokoladen und Pralinés von Kilian & Close gelistet – und das von Oslo bis Wien, von Amsterdam bis Basel oder von Prag bis Budapest. Natürlich bekommt man diese Produkte auch in ausgewählten Delikatess- und Feinkostläden deutscher Großstädte. Nun wollen Ciaran und Iveta sich hier in Waren ansiedeln und haben in der Langen Straße 51 ihr Ladengeschäft eröffnet. „Anfang März haben wir mit den Um- und Ausbauarbeiten begonnen. Das war ein ganz schönes Stück Arbeit“, erinnert sich Ciaran Close. „Auch mit der Technik war es nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Es ist schwierig, solche Technik im Bereich zwischen Haushaltsküche und Industriefertigung zu finden“, ergänzt Iveta Kilianova. Unterstützung bekamen die jungen Unternehmer durch die Stadt und ihre Bank. „Sonst hätte das alles nicht so gut geklappt“, sind die beiden dankbar.

    Schokolade zu produzieren ist keine einfache Sache. Es kommt vor allem auf die Kakaobohnen an. Deren Qualität entscheidet letztendlich über die Qualität des Endproduktes. „Das muss man sich vorstellen wie beim Wein. In welcher Lage und auf welchem Boden wachsen die Bohnen, welche Witterungsbedingungen herrschten beim Wachstum vor. Kakaopflanzen wachsen in sogenannten Mischplantagen. Sie brauchen andere Pflanzen um sich herum als Schutz vor zu viel Sonne und Regen. Dabei wirken sich auch die Mischpflanzen wie Bananen oder Palmen auf den Geschmack der Kakaobohnen aus“, zählt Ciaran Close auf. Im Weiteren komme es auch auf die Qualifikation und das Engagement der dortigen Bauern an, denn nach der Ernte werden in den Herkunftsländern die Bohnen noch fermentiert und getrocknet. Das muss mit großer Sorgfalt geschehen, denn auch diese Faktoren haben Einfluss auf die Qualität.

    Wenn dann die Kakaobohnen aus Panama, Ecuador oder der Dominikanischen Republik in Waren angekommen sind, beginnt für die beiden Chocolatiers die richtige Arbeit. Apropos Chocolatier: Diese Bezeichnung darf derjenige tragen, der ab der Bohne den Grundstoff herstellt und daraus dann Schokolade oder Pralinen fertigt. Der Confiseur dagegen kauft den Schokoladengrundstoff und veredelt ihn. Soviel zu den Fachbegriffen. Jetzt sind also die Bohnen da und werden hier geröstet, um ein intensiveres, vollmundigeres Aroma des Kakaos zu erreichen.

    „Danach muss die dünne Schale entfernt werden. Das geschieht zumeist mechanisch. Die Schale ist bitter und muss weg. Übrig bleiben die sogenannten Nibs, die dann in unsere große Schüssel gegeben und gemahlen werden. Die Kakaobohnen haben einen 45- bis 60-prozentigen Fettanteil, durch den im Verlauf des Mahlens eine Masse entsteht. Jetzt kommen noch die gewünschten Zutaten hinein. Wir verwenden dafür nur Milchpulver, Kakaobutter und Zucker. Das war es schon, mehr gehört hier nicht hinein. Unsere Vision ist es, Schokolade auf ihre Ursprünglichkeit zurückzuführen. Eine sorgfältige Konzentration auf das, was eine tolle Schokolade ausmacht: nachvollziehbare Rezepturen, feinste Rohstoffe und Transparenz“, macht Ciaran Close deutlich. Nach dem Conchieren wird die Masse in Blöcke gegossen und zur Nachreife gelagert. Die kann zwischen drei Wochen und sieben Monaten dauern. Erst dann kommt die Veredlung zu feiner Schokolade oder Pralinen. „Dafür gibt es keine Lehrbücher wie es auch keine Berufsausbildung für Chocolatiers gibt. Bei der Fertigung und Veredlung kommt es darauf an, alle genannten Einflussfaktoren zu berücksichtigen und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit einfließen zu lassen. Nur dann wird ein Produkt daraus, welches auch hochwertigen Ansprüchen gerecht wird“, ist Ciaran überzeugt.

    „Unsere persönlichen Favoriten sind insbesondere die Pistazien- und die Walnuss-Schokolade. Mit denen haben wir auch schon mehrere Goldmedaillen bei internationalen Wettbewerben erringen können“, betont Iveta Kilianova stolz. Diese Auszeichnungen wurden bei zwei namhaften weltweiten Wettbewerben errungen, die einerseits durch die Academy of Chocolate London sowie die International Chocolate Awards durchgeführt werden. Während in den letzten zwei Jahren fast das gesamte Angebot zum Wettbewerb ging und ausgezeichnet wurde, haben die beiden diesmal nur ausgewählte Stücke eingereicht. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein - in wenigen Tagen werden die Gewinner bekannt gegeben.

    Nun konzentrieren sich Iveta Kilianova und Ciaran Close erst einmal auf die laufende Produktion. „Durch die Einrichtung unserer Manufaktur in Waren sind wir etwas mit der Produktion in Rückstand geraten, das muss aufgeholt werden. Außerdem haben wir auch noch neue Pläne für die Zukunft. Da wäre zum einen die Entwicklung eines Pralinen-Sets unter Verwendung regionaler Erzeugnisse. Wer hierher kommt, möchte ja auch etwas regional typisches als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Weiterhin planen wir auch die Schaffung eines ganzjährigen Arbeitsplatzes vor Ort“, blickt Ciaran in die Zukunft.

    Schokolade macht glücklich: Der zweite Beweis dafür sind die beiden Akteure selbst. Ciaran hat irische Wurzeln und Iveta stammt aus Tschechien. Kennengelernt haben sie sich beim BWL-Studium in Deutschland. Und die Schokolade wurde für das Paar das „Bindemittel“, mit dem sie sich gefunden haben.

    Kilian & Close – Fine Handcrafted Chocolates
    Lange Straße 51-53
    17192 Waren (Müritz)
    Telefon: 0176 34501747
    www.facebook.com/kilianandclose




      letzte Änderung: - 22.06.2018 10:47

      Mecklenburgische Likörmanufaktur - Fruchtig-Leckeres aus der Region

      Wustrow (bw). Eine reiche Ernte und ein Nachbar, der nicht locker ließ - das waren die Auslöser für Jan Hübner, sich mal näher mit der Herstellung von Likör in „Handarbeit“ zu beschäftigen. „Wir hatten vor einigen Jahren die Situation, dass von der Erdbeerernte noch etliche Kilo Erdbeeren übrig waren. Erdbeertorten waren gebacken, Marmelade abgefüllt – was nun mit dem reichlichen Rest anstellen? Da fiel mir ein, dass man ja aus den Früchten auch Likör machen kann“, erinnert sich Jan Hübner. Also wurde Erdbeer-Likör angesetzt und bei einem Treffen mit den Nachbarn verköstigt. „Der Nachbar war begeistert und animierte mich zum Weitermachen. Sozusagen als Startkapital bekamen wir gleich noch einige Kilo Pflaumen überreicht“, erzählt der 36-Jährige. Die Herstellung des leckeren Getränkes erfolgt nach klassischen Verfahren. Die gewünschten Früchte kleinschneiden, Zucker dazu geben und Alkohol obendrauf geben. Der sollte möglichst rein sein, Wodka oder Korn eignen sich dafür am besten. Das Ganze wird dann dunkel weggestellt und darf vier Wochen ziehen. Durchsieben und fertig ist der eigene Likör.


      Die Ergebnisse, die Jan Hübner mit seinen Versuchen erzielte, waren derart lecker, dass die Empfehlung des Nachbarn, das doch professionell zu machen, in die Tat umgesetzt wurde. „Ich hatte ohnehin schon immer den Wunsch, mich selbstständig zu machen und ein eigenes Geschäft aufzubauen. Also meldete ich ein Gewerbe an und begann mit der Herstellung von Likören. Bevor es richtig los ging, nahm ich an einigen Schulungen von professionellen Likörspezialisten teil. Auch waren die Auflagen des Gesetzgebers und die Anforderungen des Gesundheitsamtes umzusetzen“, zählt der junge Mann auf.  Das Ganze hat zwar alles gut geklappt, allerdings reichen die Einnahmen momentan noch nicht aus, um davon leben zu können. Also geht Jan Hübner noch seinem Job als Mitarbeiter eines Kanuverleihs nach und arbeitet im Nebengewerk an der Entwicklung seines kleinen Unternehmens.

      „Im Jahr 2016 war es dann soweit und ich konnte die ersten Kunden für meine Produkte begeistern.  Unterstützung in der Startphase bekam ich dabei durch das 'Kaminhaus' hier in Wustrow, wo meine Liköre direkt ausgeschenkt werden“, bedankt sich Jan Hübner. Inzwischen hat sich der Kundenkreis schrittweise vergrößert und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wurde ausgebaut. Wie beispielsweise mit der Kaffeerösterei „Bon aparte“ in Neustrelitz, von der Jan Hübner die Bohnen für seinen Kaffeelikör bezieht, der dort auch vertrieben wird. Liköre aus Wustrow sind inzwischen auch im Kaffeehaus Kittendorf in Mirow oder bei Feinkost Leib in Rheinsberg zu haben. „Im vergangenen Jahr eröffneten wir dann unseren kleinen Hofladen in der Ortsmitte von Wustrow als weiteren Schritt der Unternehmensentwicklung“, freut sich Jan Hübner. Überhaupt geht der Jungunternehmer den Weg der kleinen Schritte, immer je nach Finanzlage werden weitere Bausteine hinzugefügt. Mittel- bis langfristig schwebt im vor, eine eigene Destillerie aufzubauen. Bislang bezieht er den Alkohol aus der bekannten Spitzenbrennerei Schwechow in der Nähe von Schwerin. Ein näher liegendes Ziel ist der Aufbau eines eigenen Onlineshops zum Vertrieb der Liköre. Auch seine Werbeaktionen will der Unternehmer aktivieren. Erste Erfolge in der Direkt-Werbung hat Jan Hübner auf Weihnachtsmärkten im letzten Winter erzielt. Auch in diesem Jahr ist er auf verschiedenen Märkten unterwegs, ein Höhepunkt wird der Kunstmarkt auf der Mirower Schlossinsel am 11. und 12. August 2018 sein. „Ich stehe zu meiner Idee – vor allem auch Dank der Unterstützung durch meine Frau Kathrin. In absehbarer Zeit möchte ich unseren Lebensunterhalt mit der Likörmanufaktur bestreiten können“, blickt Jan Hübner in die Zukunft.

      Ein Alleinstellungsmerkmal haben seine Liköre in jedem Fall aufzuweisen: Alle Zutaten kommen aus Mecklenburg – es ist also ein rein natürliches regionales Produkt. Und völlig frei von irgendwelchen Chemikalien oder Geschmacksverstärkern. Hinzu kommt ein faires Preis-Leistungsverhältnis, wenn man bedenkt, dass alles in "Handarbeit" gefertigt wird. Das ist es, was der geneigte Kunde möchte. Und noch eine gute Botschaft für alle, die auf den Zucker achten müssen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Liköre ein Mindest-Zuckergehalt von 100 Gramm pro Liter aufweisen müssen. Daran hält sich Jan Hübner in jedem Fall, seine Liköre liegen meist nur wenige Gramm über dem Richtwert.

      „Industriell gefertigte Liköre haben dagegen einen Zuckergehalt von 250 bis 300 Gramm pro Liter. Diese Menge wird dort gebraucht als Geschmacksträger, denn echte Früchte haben diese Liköre meist nicht aufzuweisen. Ansonsten könnte die Industrie den Likör nicht für diesen Preis verkaufen. Das sind meist chemisch hergestellte Aromen, die dafür genutzt werden“, erklärt Jan Hübner, der gelernter Chemikant ist und somit über diverses Fachwissen verfügt. Das hilft ihm auch beim Zusammenstellen neuer Likör-Kreationen unter Nutzung verschiedener Kräuter und Gewürze. Und so verwundert es nicht, dass der „Renner“ unter den Likören der „Gesundheitssaft“ ist, ein wohl bekömmlicher Magenbitter, der die Verdauung anregen soll. Ähnliches wird auch dem „Wustrower Urlaubstropfen“ und dem „Holunderlikör“ nachgesagt. Gesund sind natürlich auch der „Sanddornlikör“ und der „Anislikör“. Jüngste Entwicklung ist der „Bärenfang“, der ja bekanntlich unter Verwendung von Bienenhonig entsteht.

      „Es sollten sich noch viel mehr Leute dazu entscheiden, regionale Produkte wie Aufstriche, Biere oder ähnliche Sachen zu machen. Und die Kunden sollten die Arbeit dieser Menschen würdigen und sich im Sinne einer natürlichen und gesunden Ernährung für diese Produkte entscheiden“, wünscht sich Jan Hübner.


      Mecklenburgische Likörmanufaktur
      Dorfstraße 26
      17255 Wustrow
      Jan Hübner
      Telefon: 039828 26945
      www.mecklenburgische-likoermanufaktur.de




        letzte Änderung: - 23.05.2018 10:18

        Regionale Produkte - Erfolgreich in Direktvermarktung

        Chemnitz (bw). Auf Grund der Anbaustruktur der Landwirtschaft und auch der Struktur der Tierhaltung hierzulande gibt es nur wenige Möglichkeiten für die Landwirtschaftsbetriebe, sich mit regionalen Produkten direkt an den Verbraucher zu wenden. Die Unternehmen brauchen sichere Absatzmärkte, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Auch die ländliche Struktur hat zudem eine negative Wirkung auf eine Direktvermarktung. Denn die Absatzmöglichkeiten im ländlichen Bereich mit wenigen Einwohnern ist anders als im Umland großer Städte. Dort ist die Nachfrage nach regionalen Produkten doch deutlich größer. Dennoch gibt es Unternehmen in der Region, die mit regionalen Produkten erfolgreich in der Direktvermarktung tätig sind. Eines dieser Unternehmen ist die Agrargesellschaft Chemnitz mbH in unmittelbarer Nachbarschaft der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg.


        Gut 20 Prozent des Umsatzes generiert der Familienbetrieb aus dem Verkauf von Wildfleisch, Erd- und Heidelbeeren. „Mein Vater hatte bereits 1993 mit der Zucht von Rot- und Damwild in einem 36 Hektar großen Gehege begonnen. Die Schlachtung der Tiere erfolgt in einem eigenen Zerlegebetrieb und die Vermarktung über den eigenen Hofladen“, erzählt Toni Jaschinski, der gemeinsam mit Thies Kappenberg die Geschäfte des Unternehmens führt.
         
        Sehr gut angekommen sind beim Verbraucher die als saisonales und regionales Produkt angebotenen Blaubeeren. Das hat sich auch bei einigen Lebensmitteldiscountern herumgesprochen, die Blaubeeren von der Plantage in Rottmannshagen gelistet haben. „Viele wissenschaftliche Studien bestätigen den gesundheitlichen Nutzen der Heidelbeere, oder auch Blaubeere. Besonders der hohe Gehalt an Phenolen und Anthozyanen begründen diese Eigenschaften, sowie der hohe Gehalt an Spurenelementen. Das Wissen um die gesundheitlichen Vorzüge der Blaubeere ist in Deutschland jedoch nur gering ausgeprägt. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für die Heidelbeere auch überregional zu verstärken. In Rottmannshagen bewirtschaften wir 21 Hektar mit verschiedenen Sorten, wie zum Beispiel 'Reka', 'Bluecrop' und 'Duke'. Damit sind wir der größte Produzent von Heidelbeeren in Mecklenburg-Vorpommern“, betont Toni Jaschinski. Für den preisbewussten Kunden besteht die Möglichkeit, auf der Plantage die Blaubeeren selbst zu pflücken. Natürlich können während der Saison die Heidelbeeren auch bequem im Shop bestellt werden. Der Verkauf ist sowohl im Hofladen in Rottmannshagen als auch in Chemnitz in der Neubrandenburger Straße 1 organisiert.


        Selbst pflücken ist auch bei den Erdbeeren angesagt. Dafür ist auch in diesem Jahr ein Erdbeerfeld bei Broda an der B 192 vorbereitet worden. „Auf unseren Erdbeerfeldern bei Broda und Rottmannshagen gedeihen auf einer Fläche von fünf Hektar verschiedenste Erdbeersorten zum Selbstpflücken sowie zur Lieferung an regionale Eisdielen, Gaststätten, Bäckereien und Großküchen, aber auch an den Einzel- und Großhandel“, informiert der Geschäftsführer.

        Die Angebotspalette der Hofläden umfasst aber noch zahlreiche weitere regionale Produkte. „So haben wir beispielsweise einen Vertrag mit einem Kartoffelbauern aus Breesen und einem Eierproduzenten aus der Nähe von Malchin. Zum weiteren Angebot gehören auch Säfte aus Satow und Honig verschiedener regionaler Anbieter – um nur einige Dinge zu nennen“, macht Toni Jaschinski deutlich. Ebenfalls saisonal sind die Blumen- und Gemüseangebote auf Feldern am Firmensitz.

        Seit jeher arbeitet die Agrargesellschaft Chemnitz im Einklang mit der Natur und setzt auf nachhaltiges Wirtschaften. Dazu gehören Solarflächen auf Wirtschaftsgebäuden ebenso wie die bewusst regionale Vermarktung der Produkte. Die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen sie mit dem Anbau von Raps als nachwachsendem Rohstoff. „Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren wir bewusst auf ein Mindestmaß und versuchen weitestgehend darauf zu verzichten. Unsere Mutterkühe werden freilaufend auf Flächen in ausgewiesenen Naturschutzgebieten gehalten. Die große Bewegungsfreiheit und gesunde Ernährung wirkt sich auch sehr positiv auf das Rindfleisch aus. Soweit es möglich ist, werden auch unsere Erdbeeren und Blaubeeren in kompostierbaren Behältnissen in den Verkauf gebracht“, zählt Toni Jaschinski auf.

        Die Agrargesellschaft Chemnitz mbH ist ein klassischer Mischbetrieb mit Ackerbau und Viehwirtschaft. Mit fachlichem Know-how und modernen Maschinen werden auf den weitläufigen Ackerflächen Weizen und Gerste, Mais und Zuckerrüben, Raps sowie Sonderkulturen angebaut. Das Grünland dient als Weidefläche und zur Gewinnung von Winterfutter. Die Betriebsgröße der Agrargesellschaft umfasst ca. 2.000 Hektar Acker- und Grünlandflächen.

        „Die Milchviehwirtschaft mussten wir leider inzwischen einstellen, da es wirtschaftlich nicht mehr vertretbar war. Wir beschränken uns dahingehend nun auf Mastrinder in Freilandhaltung“, bedauert Toni Jaschinski. Der in Neubrandenburg geborene Diplom-Kaufmann ist mit der Landwirtschaft groß geworden und fühlt sich mit seiner Region verbunden. Einerseits ist er ehrenamtlich als Stadtvertreter in Neubrandenburg tätig, andererseits unterstützt er mit dem Unternehmen auch kulturelle Aktivitäten wie beispielsweise das Erntefest. Der große Veranstaltungssaal am Firmensitz wird unter anderem vom Kulturverein für allerlei Angebote wie Buchlesungen oder Musikveranstaltungen genutzt und steht auch weiteren Interessenten offen.


        Agrargesellschaft Chemnitz mbH
        Gartenstraße 1
        17039 Chemnitz

        Dipl.-Kfm. Toni Jaschinski
        Telefon: 0395 5823167
        www.agchemnitz.de




          letzte Änderung: - 23.05.2018 10:00

          Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. Gästeticket: Jetzt auch mobil ohne Auto

          Federow (bw). Vor wenigen Tagen konnte der Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. sein 28-jähriges Jubiläum begehen. Am 23. April 1990 wurde der Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. in Waren (Müritz) gegründet. Seither hat der Verein wesentlich zur Entwicklung des Müritz-Nationalparks beigetragen und schnell zahlreiche Mitglieder nicht nur aus der Region, sondern auch aus ganz Deutschland gewonnen. Inzwischen zählt der Verein mehr als 200 Mitglieder. „Allgemeiner Schutzzweck ist eine freie, vom Menschen unbeeinflusste Naturentwicklung, heißt es in der Nationalpark-Verordnung. Der Natur Zeit zu lassen, sich nach ihren eigenen Gesetzen zu entfalten, das ist das Ziel“, macht Albrecht von Kessel deutlich. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins Müritz-Nationalpark e. V., dessen Gründungsdatum noch vor der Einrichtung des eigentlichen Müritz-Nationalparkes liegt. Schon Anfang der 1950er Jahre hatte es erste Initiativen zur Gründung eines Nationalparkes an der Müritz gegeben. Aber erst mit dem politischen Umbruch im Herbst 1989 kam durch eine Bürgerinitiative in Waren (Müritz) das Thema wieder auf die Tagesordnung und schließlich zur schrittweisen Umsetzung.

          Die Natur im Müritz-Nationalpark ist besonders vielfältig, mancherorts seit langem ungestört, und steckt voller Dynamik. Ein Nationalpark kann seinen Besuchern die Schönheiten und Eigenarten und damit den Schutzzweck erschließen. Dies sehen die Mitglieder des Fördervereins als ihren Bildungsauftrag an und unterstützen dies mit Aktionen, Publikationen und Ausstellungen. „Der Förderverein hat in den letzten Jahren eine Reihe von Broschüren, Prospekten und einen Film herausgegeben. Diese können über den Shop des Nationalpark-Service Müritz bestellt werden. Jüngstes Produkt ist unser 'Nationalpark kompakt'-Flyer, der alles Wissenswerte  einschließlich einer Landkarte beinhaltet“, informiert Axel Schultz, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Zufrieden zeigt sich der Vorstand über die Entwicklung des Nationalparkes insgesamt. „Es wurde viel erreicht. Ich denke da nur an die geforderte Nutzungseinstellung der Seen im Nationalpark oder die Wiedervernässung von Mooren. Auch das Thema Waldentwicklung hat einen sehr positiven Verlauf genommen – und dies trotz etlicher Zweifler zu Beginn der Maßnahme“, freut sich Albrecht von Kessel. Als Beispiel nennt er die komplette Einstellung des Holzeinschlages in allen Bereichen des Müritz-Nationalparkes seit dem 1.Januar 2018. Ausnahmen bilden hier nur Gefährdungen durch Bäume an Straßen und Bahnstrecken, die durch den Nationalpark führen. Für den Förderverein ist dies auch ein Indiz, dass die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns – insbesondere das zuständige Umwelt- und Landwirtschaftsministerium – hinter den Schutzzwecken der Nationalparks steht. Als einen weiteren positiven Aspekt nennt Albrecht von Kessel die Einführung der Schranken an den Einfahrten zum Nationalpark bei Speck, Boek und am Pagelsee. „Natur Natur sein lassen“ ist das Hauptziel im Nationalpark, das auch für Wildtiere gelten muss. Deshalb fordert der Verein die schrittweise Einstellung der Jagd auf Wildtiere.

          Wichtig ist dem Förderverein auch die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen, Verbänden und Vereinen. Erst kürzlich wurde ein gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung der Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet. Beteiligt waren daran neben dem Förderverein Müritz-Nationalpark auch Vertreter des Ökologischen Jagdvereins M-V, das WWF-Ostseebüro, der BUND M-V, der NABU M-V, der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft, Vertreter des Vereins Nationalpark Jasmund und der Deutschen Wildtier Stiftung.

          Aktuellstes Thema der Vereinsarbeit ist die Anpassung der Nationalparklinie mit Bus und Schiff an die gegenwärtigen Anforderungen der Zeit. Erste Überlegungen dazu gab es bereits im Jahr 2011 und seither wird daran gearbeitet. Was folgte, waren Anträge auf die Schaffung einer diesbezüglichen Projektstelle und die Analyse des „Istzustandes“. Es sollten Möglichkeiten zur Neugestaltung dieser Verkehre erarbeitet werden – und dies in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dem Nationalparkamt und den Verkehrsanbietern. „Mit einem Leader-Gutachten zur Optimierung des Müritz-Nationalparktickets und der anschließenden Besetzung der Stelle eines Mobilitätsmanagers wurden die Voraussetzungen für den Neustart nach dem Beispiel der KONUS-Gästekarte, mit der Übernachtungsgäste den Schwarzwald mit all seinen Naturschätzen kostenlos und umweltfreundlich mit dem ÖPNV erkunden können, geschaffen mit Volkmar Wagner haben wir die Stelle des Mobilitätsmanagers mit einem ausgewiesenen Nahverkehrsfachmann besetzen können, der wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat“, ist sich Albrecht von Kessel sicher. Im vergangenen Jahr wurde schließlich das Marketing für „Müritz rundum“ - so lautet der Titel des Projektes – angeschoben.

          „Seit dem 1. April können nun unsere Gäste auch mobil ohne Auto an der Müritz unterwegs sein. Finanziert wird das Projekt über die Kurabgabe. Genutzt werden können Buslinien der Mecklenburgisch-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG). Dazu gehören die Nationalparklinie, der dat-Bus zwischen Waren (Müritz) und Rechlin, der Bus zwischen Boek und Rechlin, die Busse des Stadtverkehrs Waren (Müritz) der Linien 02 und 03 sowie die neue City-Linie und der 'Kleine Stadtverkehr Röbel/Müritz'. Bei der Nutzung der Schifffahrt gilt die Gästekarte zudem für eine Ermäßigung des Fahrpreises,“ erklärt der Vereinsvorsitzende. Das Ganze gilt dann zunächst bis zum 31. Oktober diesen Jahres. Dann wird sich zeigen, ob die aufwändige Arbeit positive Früchte trägt. Für die Gäste der Region dürfte dies ein Grund mehr sein, sich für einen Urlaub an der Müritz zu entscheiden.

           


          Förderverein Müritz-Nationalpark e. V.
          Neuer Markt 21
          17192 Waren (Müritz)

          Telefon: 03991 666678
          E-Mail: foerderverein@nationalpark-mueritz.de
          www.foerderverein-mueritz-nationalpark.de




            letzte Änderung: - 20.04.2018 08:53

            Regionale Produkte aus der Landwirtschaft - Stets das Für und Wider abwägen

            Lehsten (bw). Lebensmittel aus der Region liegen schon seit einigen Jahren im Trend. Die Gründe dafür sind bekannt: Die Käufer vertrauen den Erzeugern in ihrer Umgebung und möchten die Wirtschaft in ihrer Region fördern. Viele Verbraucher kaufen nach Möglichkeit lieber regionale Produkte, weil sie frisch, saisonal und ausgereift sind und deshalb besonders aromatisch schmecken. Und: Lebensmittel aus der Region sind wegen der kürzeren Transportwege oft klimafreundlicher als solche, die von weit her importiert werden.

            Eine Umfrage eines Statistik-Portals zur Bedeutung von regionalen Lebensmitteln in Deutschland unterstreicht diese Aussage. 75 Prozent der Befragten im Alter zwischen 30 und 44 Jahren legen Wert darauf, Produkte aus der Region zu kaufen. „Statistiken sind die eine Seite der Medaille, die Möglichkeiten in der Praxis die andere“, sagt Thomas Diener, Vorstand des Bauernverbandes Müritz. Der Blick auf die regionalen Anbaustrukturen zeigen deutliche Unterschiede zu landwirtschaftlichen Betrieben anderer Bundesländer. „Wir haben hier viel größere Betriebe mit einer anderen Anbaustruktur. Überwiegend wird großflächig Ackerbau betrieben. Allein 60 Prozent der Anbaufläche werden für Getreide wie Winterweizen, Gerste und Roggen genutzt. Auf 20 Prozent der Flächen wird Raps ausgesät, auf
            15 Prozent Mais und ganze fünf Prozent werden für Rüben, Kartoffeln, Erbsen, Lupinen und so weiter genutzt“, zählt Thomas Diener auf. Nimmt man das Produkt Mais heraus, so zeigt sich, dass zum Beispiel in einigen Teilen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen allein 60 Prozent der Anbauflächen dafür genutzt werden.

            Ähnliche Unterschiede gibt es auch im Bereich der Tierhaltung. „Hier haben wir einen geringeren Tierbestand als in anderen Bundesländern. Mit 0,6 Großvieheinheiten wie Schwein und Rind pro Hektar liegen wir deutlich unter den Durchschnittswerten, die woanders teilweise fünf mal so groß sind. Das hat zur Folge, dass auf Grund der Anbaustruktur und auch der Struktur der Tierhaltung nur wenige Möglichkeiten für die Landwirtschaftsbetriebe bestehen, sich mit regionalen Produkten direkt an den Verbraucher zu wenden“, fasst Thomas Diener zusammen. Auch die ländliche Struktur habe da nach seiner Ansicht eine negative Wirkung auf eine Direktvermarktung. Denn die Absatzmöglichkeiten im ländlichen Bereich mit wenigen Einwohnern ist anders als im Umland großer Städte.
            Dort sei die Nachfrage nach regionalen Produkten doch deutlich größer.
            „Dann sind da noch die Touristen, die von ihren Reisen gern ein Produkt aus der Region mit nach Hause nehmen wollen. Die geben dann auch mal etwas mehr Geld dafür aus, als zuhause. Allerdings ist das mehr ein 'Stoßgeschäft' als eine sichere Einnahmequelle für die Landwirte. Der eingangs genannten Wertschätzung regionaler Produkte fehlt bei uns schlicht und ergreifend der Markt“, gibt Thomas Diener zu bedenken.

            Dennoch ist der Vorstand des Bauernverbandes Müritz ein Verfechter der Regionalität – auch hinsichtlich der Vermarktung regionaler Produkte. „Dort, wo es sinnvoll ist, sollten die Möglichkeiten dafür geschaffen werden – immer unter der Maßgabe, dass es wirtschaftlich vertretbar ist. Gute Beispiele dafür gibt es in unserem Verbandsbereich durchaus“, macht er deutlich und nennt unter anderen die regionalen „Milchtankstellen“. Einige davon sind in der Stadt Röbel/Müritz und in Verbrauchermärkten anderer Städte zu finden, wo sich die Kunden selbst pasteurisierte Milch zapfen können. Die Milch kommt vom Milchviehbetrieb Van der Ham aus Bollewick und wird in der Hofmolkerei pasteurisiert. Natürlich gibt’s auch frische Milch ab Hof.

            „Ein weiterer Direktvermarkter der Region ist der Biolandwirtschaftsbetrieb Sven Großmann in Grabenitz. Er betreibt ebenfalls eine Milchtankstelle mit Rohmilch und bietet regionale Produkte wie Fleisch, Wurst, Eier und weitere Molkereiprodukte täglich von 6 bis 22 Uhr an. Das ist für den Landwirt natürlich eine Herausforderung – aber sie zeigt, dass es funktionieren kann“, verdeutlicht Thomas Diener.

            Der Landwirtschaftsbetrieb der Familie Knust in Sembzin organisiert seine Direktvermarktung regionaler Produkte wie frische Müritzer-Freilandeier sowie Speisekartoffeln, Marmelade und Salami mittels eines Frischwarenautomaten. Je nach Jahreszeit kommen ab Feld auch Erdbeeren, Schnittblumen und Kürbisse in den Verkauf. Kartoffeln in Direktvermarktung gibt es beim Landwirtschaftsbetrieb Eckhard Kagel in Schloen.

            „Wer also unbedingten Wert auf regionale Produkte legt, muss beim Einkauf in unserer Region relativ lange Wege in Kauf nehmen, um mehrere unterschiedliche Produkte in den Warenkorb zu bekommen. Da ist ein kurzer Weg zum Discounter billiger in Anfahrt und umfangreicher im Angebot. Wer allerdings Wert auf gesunde, frische und schmackhafte Produkte legt, wird dies in Kauf nehmen“, ist sich Thomas Diener sicher.

            Der Diplom-Agraringenieur betreibt einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb in Lehsten. Die Tierhaltung hat der Betrieb inzwischen aufgegeben. „Wir betreiben nur noch Ackerbau und extensive Grünlandwirtschaft. Die Tierhaltung war wirtschaftlich nicht mehr machbar. Das erging nicht nur uns so. Nach der Wende gab es hierzulande noch 65 Milchviehbetriebe, inzwischen sind es noch ganze 16“, erzählt der Fachmann. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt ist Thomas Diener ein vielbeschäftigter Mann. Als Bürgermeister der Gemeinde Möllenhagen und Amtsvorsteher des Amtes Penzliner Land sorgt er sich um das Wohl der Bürger dieser Region. Und als Vorsitzender des Bauernverbandes Müritz bemüht er sich um eine vielfältig strukturierte, wettbewerbsfähige Landwirtschaft bei Chancengleichheit aller Unternehmensformen – so wie es die Satzung des Verbandes verlangt.

             

            Fotos und Text: B. Wüstemann

             


            Bauernverband Müritz e.V.
            Trockener Weg 1 b
            17034 Neubrandenburg
            Thomas Diener
            Telefon: 0395 45550360
            E-Mail: info-muer@bv-mv.de




              letzte Änderung: - 20.04.2018 08:42

              Antenne MV feiert Jubiläum mit seinen Hörern - Erster landesweiter Privatsender wird 25 Jahre alt

              Es ist der 1. April 1993: Vorstellungsrunde im Funkhaus Plate. Am Tisch sitzen mehr als ein Dutzend Männer und Frauen, die sich vorher noch nie gesehen haben. Bevor sie in den kleinen Ort bei Schwerin gekommen sind, waren sie Leistungssportler, Theatertechniker, Studenten oder Elektriker. Radioerfahrungen hatte kaum einer – bis jetzt. Denn hier im 2000-Seelen-Dorf wird gerade Radiogeschichte geschrieben und der erste private Radiosender Mecklenburg-Vorpommerns geboren.

              Im Crashkurs lernten die angehenden Moderatoren, Redakteure und Nachrichtensprecher das Radiohandwerk von Mentoren und einigen erfahrenen Kollegen aus West und Ost. „Endlich was Eigenes“ lautete der erste Slogan des Senders, der Macher und auch bald die Hörer zusammenschweißte. Schnell wurde aus dem „Kartoffelsender aus Plate“ oder „der Antenne vom Dorf“ ein von den Medienkollegen und Politikern akzeptierter und bei den Hörern beliebter Sender.

              Ein Jahr nach dem Sendestart hörte bereits jeder Dritte in MV den „Plater Sender“, weil die Macher sich immer wieder Überraschendes ausdenken. Im Sommer 1994 sendete Antenne MV von einem Segelkutter, freitags kam der Verkehrsfunk aus einem Flugzeug und auf den Antenne MV-Bühnen stehen immer wieder Weltstars. Der private Sender holte 1995 Rod Steward und 1996 Tina Turner ins Ostseestadion und Tausende erlebten Gänsehautmomente mit ihrem Lieblingssender.

              Seit 1996 ist der landesweite Privatsender auch online. Auf www.antennemv.de finden die Hörer Infos zum Wetter, den neuesten Nachrichten, zur Musik, zu ihren Moderatoren und sehen Fotos von den Höreraktionen und Gewinnspielen. Außerdem kann Antenne MV jetzt per Stream weltweit gehört werden. Und die Welt erfährt 1999, dass die Privatfunker aus Plate – jetzt mit dem Namen „Antenne Mecklenburg-Vorpommern“ – Marktführer im Land sind.

              Auch technisch hat sich der Sender in den letzten 25 Jahren immer wieder rasant entwickelt. Wurde zum Sendestart die Musik noch per CD abgespielt, kamen ab den 2000er Jahren die Lieblingslieder der Hörer aus dem Rechner und von der Festplatte. Dafür wurde in Plate kräftig in neue Rechner, Mischpulte und Schnittsysteme investiert, um auch technisch weiter ganz weit vorn zu sein.

              Doch Antenne MV feiert nicht nur gern mit seinen Hörern – wie zum Beispiel den zehnten Geburtstag mit 20.000 Menschen im Rostocker Ostseestadion. Der Sender kümmert sich auch um sein schönes Bundesland. Mit der Aktion „Wir in MV – fit und sicher in die Zukunft“ sorgt Antenne MV dafür, dass Schüler in kreativen Wettbewerben gegeneinander antreten und motiviert werden, Ausbildung, Studium und Beruf hier im Land auszuüben und hier zu bleiben. Partner der bis heute bestehenden Aktion sind das Landeskriminalamt MV, die AOK, der Landessportbund und die Provinzial-Versicherung.

              Immer wieder werden die treuesten Hörer belohnt: die Autofahrer im Land. Als zwischen 2012 und 2014 die Benzin- und Dieselpreise explodierten, führte der Sender den „Freitank-Freitag“ ein. An diesen Tagen bezahlte Antenne MV den Treibstoff an einigen Tankstellen im Land – die Autofahrer standen dafür gern Schlange. Vielleicht auch, weil an diesen Tagen die sympathischen Redakteure und Moderatoren die Autos persönlich betankten. Aber Antenne MV hat auch immer wieder journalistisch den Finger in die Wunde gelegt – zum Beispiel 1996 bei der so genannten „Buntgescheckten-Affäre“. Ein anonym zugespielter Mitschnitt eines Telefonats mit einer Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes löste einen politischen Skandal aus, der letztendlich zum Rücktritt des damaligen Innenministers Rudi Geil führte. Bundesweit Schlagzeilen machte auch eine Talksendung des ersten Antenne MV-Chefredakteurs Peter Kranz, der 1994 den damaligen PDS-Landesvorsitzenden Helmut Holter zu Gast hatte. Holter hatte den vorgegebenen Halbsatz des Moderators „Wer mir sagt, das Staatswesen der Bundesrepublik gehöre abgeschafft, dem sage ich…“ mit den Worten „er hat recht“ vervollständigt.

              Im Februar 2016 hieß es, Kartons packen und umziehen. Aus dem Funkhaus in Plate bei Schwerin zog Antenne MV ins Rostocker Bahnhofsviertel. Neben der Lage direkt an der schönen Ostsee punktet die Hansestadt auch mit einer besseren Verkehrsanbindung und einem schnelleren Internet. So ist das Antenne MV-Team nun noch schneller zur Stelle, wenn im Land etwas passiert.

              Beim Kampf um Punkte, Tore und den besten Tabellenplatz unterstützt der Privatsender seit 1995 den FC Hansa Rostock. Als Medienpartner und Hansa-Fan gehen die Mitarbeiter mit Kickern und Fans durch dick und dünn. Es wird live von den Heimspielen berichtet, die „Antenne MV-Hörerelf“ kostenlos ins Stadion geschickt und sich über jeden Sieg der Fußballer gefreut – egal in welcher Liga die Mannschaft gerade spielt.

              Der größte Hansa-Fan überhaupt steht seit Juni 2016 sehr früh auf und moderiert den „Radiomorgen für Mecklenburg-Vorpommern”. XXL-Morgenmann Onni Schlebusch steht aber nicht nur für Spaß, sondern auch fürs Anpacken und Helfen. Während „Onnis Überraschung” suchte der Moderator die Helden des Alltags in MV, die sonst nicht im Rampenlicht standen, und sprach ihnen ein großen Dankeschön aus.

              Was XXL-Morgenmann Onni Schlebusch und das Antenne MV-Team alles erleben, können die Hörer täglich im Radio-Programm verfolgen – ebenso bei Facebook und auf der Homepage www.antennemv.de. Die Internetseite erstrahlt seit Kurzem im neuen Design und bietet in übersichtlicher Form noch mehr Informationen, Service und vor allem Musik. Mit einem Mausklick ist der Besucher im laufenden Programm und hat außerdem die Auswahl zwischen sieben weiteren Musikstreams von Schlager bis Lounge.

              Antenne MV bedankt sich für 25 Jahre Treue und verspricht auch für die nächsten Jahre mit seinem frischen Team für gute Unterhaltung und den besten Mix mit mehr neuen Hits und den Hitgiganten der 80er und 90er zu sorgen.

              Einfach mal Einschalten.

               


              Antenne Mecklenburg-Vorpommern GmbH & Co. KG
              Rosa-Luxemburg-Straße 25/26
              18055 Rostock

              Telefon: 0381 2033100
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                letzte Änderung: - 20.04.2018 08:36

                Modernes Arbeitsumfeld trifft naturnahe Lebensqualität

                Was einst mit dem 1991 eröffneten CD-Werk in Röbel als mutige Unternehmensgeschichte in der neu strukturierten Republik begann, hat sich in den vergangenen 26 Jahren als wahrer Erfolgsgarant manifestiert. Einer der modernsten Mediendienstleister steht heute an der Müritz – auf 98.000 Quadratmetern werden CDs, DVDs, Blu-rays, Schallplatten, Bücher, Magazine und Multimediaverpackungen für Kunden aus aller Welt produziert, gelagert und versandt.

                Will man es etwas plastischer formulieren, so kann man zusammenfassen: Ed Sheeran, Pink, Miley Cirus, Die Toten Hosen, Helene Fischer, David Bowie, The Beatles & George Harrison ließen im vergangenen Jahr die Herzen der optimalisten etwas höher schlagen, denn unabhängig davon, ob diese Künstler zu den Stars der unterschiedlichsten Generationen gehören und auch hier in Röbel wahre Fans haben, so zeichneten sie zuallererst mal für ihre hochprofessionelle Produktion verantwortlich. In einer Qualität, die nationale sowie internationale Künstler und Vertriebe überzeugt mit einem Ruf, den sich das Röbeler Unternehmen mit hohem Einsatz, mit Teamwork, teils unkonventionellen Wegen und mit einer hohen Flexibilität in der Medienbranche erarbeitet hat.

                Von Anfang an war es kein leichter Weg, den die optimal media GmbH beschritt, denn weder waren im Flächenland Medienspezialisten zuhauf zu finden, die man problemlos einstellen konnte, noch war zunächst fest davon auszugehen, dass beispielsweise Warner Music, Universal Music und Lufthansa unbedingt nach Mecklenburg-Vorpommern drängten, um ihre Medien und damit Teile ihrer eigenen Wertschöpfungskette hier produzieren zu lassen. Trotz und alledem ist es gelungen.

                Heute arbeiten bei der optimal media GmbH über 750 Menschen, die in unterschiedlichsten Arbeitszeitmodellen ihr Know-how einbringen oder aber die Chance ergreifen, sich der Herausforderung eines Quereinstiegs zu stellen, der mit einem Mentorenprogramm begleitet wird, bei dem die auszuübenden Aufgaben direkt beim Tun unter fachkundiger Anleitung erlernt werden. Viele der optimalisten sind stolz darauf, Teil eines solch großen Teams in einer modernen Arbeitswelt und damit auch Teil des Erfolgs zu sein.

                Das weltweit größte Schallplatten-Presswerk steht heute an der Müritz – begründet 1995 mit ein paar alten Pressautomaten, die aus allen vier Himmelsrichtungen nach Röbel geholt wurden, um dem vermeintlichen Auslauf-modell Schallplatte auf Grund der eigenen Begeisterung für das Medium eine Chance zu geben und mit ihrem authentischen Klang Musikliebhaber auch weiterhin zu verzücken. Niemand hätte damals vorhersehen können, als wie wertvoll sich diese Investitionen und vor allem die Entscheidung selbst einst erweisen würden, denn während überall auf der Welt die Produktion solcher Pressautomaten eingestellt wurde und diese verschwanden, umso größer wurde der Bestand in Röbel. Modellhaft erklärt mit der einfachen betriebswirtschaftlichen Formel: Mit der Verknappung des Angebotes verlagerte sich die Nachfrage, um dann mit wachsender Professionalität stetig anzusteigen. Ganz so einfach war diese Entwicklung natürlich nicht – nur mit viel Präzision, eigenem Audio-Studio und einem eigenen Mastering-Galvanik-Bereich hatte man in Röbel alle Fäden selbstbestimmt in der Hand, um wirklich gute Platten machen zu können. Heute sind die Röbeler Weltmarktführer in diesem Segment und haben in den letzten 1,5 Jahren noch mal 30 Mio. Euro in den weiteren Ausbau des gesamten Produktionsstandortes Röbel investiert – ein Teil davon auch für die Vinyl-Herstellung, die nun mit vergrößertem Raumangebot bessere Arbeitsbedingungen und weitere Möglichkeiten für Quereinsteiger bietet.
                 
                Ein Großteil der Investition wurde für die Erweiterung der Druckerei und Druckverarbeitung getätigt – damit produziert nun nicht nur die erste vollstufige Verlagsdruckerei in Mecklenburg-Vorpommern, sondern gehört der Standort Röbel jetzt zu den modernsten Druckereien Deutschlands. Eine mutige Entscheidung, denn während andernorts zahlreiche gerade kleinere Druckereien schließen müssen, bedienen die optimalisten mehr und mehr Kundenwünsche – meist sehr individuelle Anfragen, die eine professionelle Umsetzung durch den gesamten Produktionsprozess hinweg erfordern, um am Ende den Anforderungen an Qualität und Termintreue bestehen zu können. Durch die nun abgeschlossene Erweiterung kann die optimal media GmbH alle Druck-, Druckverarbeitungs- und Druckveredelungs-Leistungen komplett im eigenen Hause realisieren und damit hinsichtlich Priorisierung der Aufträge, Umsetzungsqualität, Terminketten usw. selbst aktiv steuern. Ein großes Stück Unabhängigkeit, die das Unternehmen damit gewonnen hat, insbesondere in Zeiten, in denen Kunden immer mehr Besonderheiten für ihre Produkte wünschen und immer mehr Spezifikationen erforderlich sind. So kann man im Show-Room ein Buch bestaunen, das mit Beton-Decken gebunden ist, neben einem grazilen Band feinster Papiere zur Anpreisung edler Schmuckstücke, die von einer japanischen Bindung gehalten werden – unterschiedlicher können die Facetten von Büchern wohl kaum sein.

                Der Erfolg der optimal media GmbH liegt ganz klar in ihrem Facettenreichtum, der sich sowohl auf das umfangreiche Dienstleistungsangebot projizieren lässt als auch auf die Vielzahl der Professionen, die die Mitarbeiter hier in das Unternehmen mit einbringen. Unterschiedlichste Erwerbsbiografien wurden hier geschrieben – von der englischen Familie, die eigens wegen der Begeisterung der Mutter für die fantastischen Möglichkeiten der Buchproduktion für renommierte internationale Künstler in die mecklenburgische Kleinstadt zog, über eine junge Frau, die in Röbel ihre Ausbildung absolvierte, für die optimal media GmbH drei Jahre nach London ging, um heute den Vertrieb von digitalen Datenträgern mitzuverantworten bis hin zu den vielen, vielen treuen Mitarbeitern, die seit 25, 20, 15 oder 10 Jahren bei optimal in Röbel, teils auch in wechselnden Abteilungen, arbeiten und die zahlreichen Quereinsteiger, die beispielsweise ihr technisch erworbenes Geschick in einem früheren Handwerksberuf heute mit entsprechender Einarbeitung in der Schallplattenproduktion oder anderen Bereichen nutzen.

                Die optimalisten konnten diesen Weg nur gemeinsam gehen, indem Chancen, die sich boten, genutzt wurden und indem Menschen das Vertrauen entgegengebracht wurde, mit ihren Aufgaben zu wachsen und sich zu entwickeln. Ein Credo, für das die optimal media GmbH bis heute steht und das auch für die Gewinnung weiterer im Zuge der umfangreichen Investitionen notwendigen Mitarbeiter gilt.  

                Doreen Köppen                                            

                Foto: optimal media GmbH

                 


                optimal media GmbH
                Glienholzweg 7
                17207 Röbel / Müritz

                Telefon: 039931 56500
                E-Mail: info@optimal-media.com
                www.optimal-media.com




                  letzte Änderung: - 22.03.2018 10:20

                  Gesund und Umweltfreundlich - Regionalität ist „in“

                  Klink (bw). Über Landes- und Fachverbände vereinigt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) auch in Mecklenburg-Vorpommern alle Unternehmenstypen von der Pension bis zum 5-Sterne-Superior-Hotel, von der Kneipe an der Ecke bis zur Top-Gastronomie. Hinzu kommen Diskotheken, Bars, Eisdielen, Caterer, Imbissbetriebe und Freizeiteinrichtungen. Für den hiesigen Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte ist unter anderen auch Gerd Schröter tätig, der in der Branche ein ausgewiesener Fachmann ist. Als DEHOGA-Kreissprecher vertritt er die Interessen der im Verband organisierten Unternehmen. Darüber hinaus ist er in Sachen Zertifizierung im Gastgewerbe unterwegs und auch im Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte ist sein Fachwissen gefragt. Und Gerd Schröter ist natürlich bekannt als langjähriger Direktor des einstigen Müritz Hotel Klink. Damals war Regionalität „in“ und die damit verbundenen Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Regionalität ist auch für Gerd Schröter heute wieder ein ganz spezielles Thema, für welches er sich besonders engagiert.

                  „Regionale Ernährung bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, die sowohl Lebensmittelqualität, Preise und Gesundheit betreffen. Regionale Produkte haben in der Regel eine höhere Qualität. Der Kauf regionaler Ware bedeutet kurze Wege zwischen Produktion und Zielort.  Mehr Nährstoffe bleiben erhalten, die Ware ist frischer, schmeckt besser und hält beim Gastronomen gegebenenfalls länger. Und kurze Wege sowie wenige Zwischenhändler verringern die Transportkosten und verbessern die Umweltbilanz“ argumentiert Schröter. Damit meint er vor allem den Großhandel, dessen Produkte aus aller Herren Länder über tausende von Kilometern herangefahren oder -geflogen und von dort weiter verteilt werden. Ein Großteil jedes Cents, der dafür beispielsweise im Supermarkt ausgeben wird, landet in der Kasse eines international agierenden Konzerns in einem anderen Land. Das Geld verschwindet aus der Region.

                  „Wir müssen das Bewusstsein dafür schärfen, dass der Kauf regionaler Produkte unsere Region stärkt. So bleibt das Geld in der eigenen Region und kann reinvestiert werden. Regionale Ernährung stärkt so neben kleinen Erzeugern die gesamte Kommune und Region. Weiterer Vorteil:  Der Verbraucher kann den Erzeuger persönlich kennenlernen. Das ist zwar keine Garantie, jedoch eine Voraussetzung für persönliche Verantwortung, Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit“ führt der Fachmann weiter aus.

                  Was bedeutet das für den Verbraucher? Nimmt man die bisher getroffenen Aussagen, dann gibt es mittelbare und unmittelbare Auswirkungen. Zum einen ist da der große Vorteil einer gesunden Ernährung und der Frische der Produkte. „Unser Vorteil in der Region ist aus meiner Sicht auch noch die Tatsache, dass Mecklenburg-Vorpommern immer noch ein gesundes Land ist und sich unsere Erzeugnisse aus den Massenprodukten anderer Länder positiv hervorheben. Die Bedingungen ermöglichen ökologisch verträgliche Produktionsmethoden, was sich auf alle Produkte wesentlich auswirkt“, sagt Schröter. Zu den unmittelbaren Wirkungen zählt die regionale Wertschöpfung, die wie bereits erwähnt den Produzenten, den Kommunen und letztlich der gesamten Region zugute kommen. Die scheinbaren Nachteile der regionalen Ernährung liegen mehr auf der ökonomischen Seite. Große Produktionsmengen führen zu niedrigeren Preisen, der Bestellaufwand reduziert sich, da zumeist nur eine Anlaufstelle für die Bestellung ausreicht und die Liefertreue ist fast durchweg gegeben. Niedrige Preise kommen der „Schnäppchenmentalität“ der Deutschen sehr entgegen, entsprechen aber nicht dem Gedanken einer gesunden und ökologisch vertretbaren Ernährungskette.

                  „Um die teilweise begründeten Vorbehalte gegen regionale Erzeugnisse wie höherer Preis,  mangelnde Lieferkontinuität, geringe Mengen auszugleichen, muss die Vernetzung auf ein höheres Niveau gehoben werden. Wenn man hier Erfolge mit Langzeitwirkung erzielen will, muss das Ganze erst mal durch die Köpfe“, macht Schröter deutlich.

                  Ansätze für Netzwerke gibt es schon einige und es profitieren alle Akteure in der Region davon. Erzeuger und Verarbeiter haben einen zusätzlichen Absatzweg vor ihrer Haustür und erhalten faire Preise. Das verarbeitende Gewerbe, Handel und Gastronomie können unkompliziert regionale Zutaten und Erzeugnisse beschaffen. Die Verbraucher werden durch ein größeres Angebot bei ihrer Entscheidung für frische und regionale Ware unterstützt und sind auch bereit, dafür den einen oder anderen Euro mehr auszugeben. Was ist nun regionale und saisonale Ernährung? Einfach ausgedrückt bedeutet das, nur solche Lebensmittel zu essen, die in der eigenen Region und in der aktuellen Jahreszeit erzeugt wurden. Die Größe der Region ist Auslegungssache. 150 Kilometer klingt in der heutigen Zeit nach einem vernünftigen Radius. Der Grundgedanke ist, zwischen Erzeugung und Verbrauch möglichst kurze Wege zurückzulegen. Streng genommen ist eine regionale Ernährung immer eine saisonale Ernährung, denn in der eigenen Region herrscht immer nur eine Saison.

                  „Hier ist dann der Mut der Gastronomen gefragt, etwas zu probieren und der eigenen Kreativität Raum zu geben. Was die Erzeugerseite angeht, da ist unsere Region doch mit Unternehmen wie den Müritzfischern, den Mecklenburger Backstuben, Möwe-Teigwaren, dem Straußenhof Vipperow oder Müritz-Wild Waren, um nur einige zu nennen, recht gut aufgestellt. Nicht zu vergessen die zahlreichen Kleinerzeuger wie Bienenzüchter, Fleisch- und Käseproduzenten und viele mehr. Und es gibt auch eine ganze Reihe von Hotel- und Gastronomiebetrieben, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und regionale Produkte in ihren Angeboten führen“, macht Schröter deutlich.

                  Beeindruckt hat den Fachmann beispielsweise das Hotel Bornmühle, dessen Speisekarte auch die Liste der regionalen Erzeuger enthält. Oder Karls Erdbeerhof: „Über die Vermarktung des Kernproduktes Erdbeere hat das Unternehmen Innovation zum Erlebnis gemacht“, ist Schöter begeistert.

                  Den Gedanken der Regionalität haben auch solche Häuser wie das „Hotel Kranichrast“ in Schwarzenhof,  „Kleines Meer“ oder die „Villa Margarete“ in Waren, das „Seestern“ in Röbel längst verinnerlicht. Auch die Küchen im Dorfhotel und des Schlosses im Land Fleesensee haben den Anteil regionaler Produkte erhöht – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.  „Wer sich umschaut, der findet schon viele solche Beispiele, die es gilt, bewusst zu bewerben. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber der große Durchbruch fehlt noch“, schließt Gerd Schröter.     

                   

                  Fotos: B. Wüstemann

                   


                  Gerd Schröter
                  Vorstandsmitglied DEHOGA Müritz
                  Kreissprecher Mecklenburgische Seenplatte DEHOGA MV

                  17192 Klink
                  Telefon: 03991 165679

                  www.seenplatte.dehoga-mv.de




                    letzte Änderung: - 22.03.2018 10:10

                    St. Marien - Ein Glockenspiel, ein Kraftakt, eine besondere Melodie im Norden Deutschlands.

                    Eines der bekanntesten & viel fotografierten Wahrzeichen der Stadt Waren (Müritz) ist die St.- Marien-Kirche, die insbesondere geprägt ist von ihrem Glockenkopf-Turm, der aus den unterschiedlichsten Perspektiven die Skyline des Heilbades mit modelliert. Ursprünglich als Burgkapelle für den Fürsten von Werle im Jahre 1225 erbaut, wurde diese später zu einer Hallenkirche erweitert und eint heute als ältestes Baudenkmal Warens viele verschiedene Baustile – von der Romanik über die Gotik bis hin zum Klassizismus. Besonderes Augenmerk fällt dabei immer auf den 54 Meter hohen Turm, der als höchste Erhebung Warens eine perfekte Aussichtsplattform auf 45 Metern bietet, von der aus die drei umliegenden Seen – Müritz, Tiefwarensee & Feisneck – bestaunt werden können.

                    Doch der Turm bietet noch weitaus mehr. Bis vor kurzem war er noch von Rissen gekennzeichnet, die zunächst von außen nicht sichtbar waren, im Frühjahr 2015 aber den aufmerksamen Beobachtern nicht verborgen blieben, die sich entschlossen, die 176 Stufen des Turms zu erklimmen, um die Aussicht über Waren und das Umland zu genießen. Diese Risse waren auf die Glocken zurückzuführen, um die man sich in der Kirchgemeinde schon seit 1997 sorgte, bekam man zu dieser Zeit doch vom Glockensachverständigen der Westfälischen Kirche Claus Peter den fundierten Rat, nicht weiter in die vorhandenen, schon Rost ansetzenden, Eisenglocken zu investieren, die bereits nahe an ihre maximal zu erwartende Lebensdauer von etwa 100 Jahren heranreichten. Anlässlich der Ausgründung der St. Marien- und St. Georgen-Kirche aus der bis dahin vorhandenen einen Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde zu Waren im Jahre 1901 stiftete der Großherzog Friedrich Franz II. zu Schwerin 9.000 Reichsmark, um drei neue, fein klingende Bronzeglocken als Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Bronzeglocke anzuschaffen. Diese wurden jedoch kurz vor Ende des I. Weltkrieges zu „Heereszwecken“ wieder entnommen, so dass nur noch die eine alte Bronzeglocke übrig blieb. Im Jahre 1922 initiierte der damalige Pastor Sarninghausen die Anschaffung von drei neuen Glocken, die im Tausch gegen die alte verbliebene Bronzeglocke nun jedoch nur noch aus dem viel minderwertigerem Material Eisen gegossen werden konnten und damit einhergehend auch einen Verlust der Klangqualität mit sich brachten, der aber in Kauf genommen wurde, um überhaupt wieder über drei Glocken verfügen zu können.

                    Bis 2016 erwiesen sie ihrer Stadt Waren durchaus drei Mal täglich ihren Dienst, denn geläutet wurde um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr und damit letztlich jedem Tag ein gewisses Maß an Struktur gegeben. Baudynamische Untersuchungen ergaben, was auch Küster Gerd Littwin beobachtet hatte – beim Läuten der Glocken traf der Resonanzbereich die Turmeigenfrequenz, die den Turm also mindestens drei Mal täglich in Schwingungen versetzte und die auf der Aussichtsplattform zu spüren waren, denn dort bewegte sich der Holzpfosten mit jedem Glockenschlag gefühlt etwa 20 bis 30 Zentimeter hin und her. Dies wiederum begründete die Risse, die in letzter Konsequenz die Substanz des Turmes massiv gefährdeten.

                    Bereits 2014 hatte man in der Warener Mariengemeinde den Entschluss gefasst, die vorhandenen Glocken zu tauschen, nachdem sich die Möglichkeit ergab, ein Glockenspiel aus insgesamt 5 aufeinander abgestimmten Bronzeglocken von der Evangelischen Lutherkirche aus Marl-Hamm für insgesamt 15.000 Euro zu erwerben, da der Abriss des Turmes dieser Kirche beschlossen war. Nach reichlich Überlegung und gemeinsamen Austausch wurde von Pastor Leif Rother eine Glockengruppe gegründet, der Kirchengemeinderatsvorsitzender Ralf Mahlau, Mitglieder des Kirchengemeinderates Helmut Dommel und Holger Moritz sowie Harro Freyschmidt und die beherzte Verfechterin des Kulturgutes Kirche, welches nun einmal wichtigster Bestandteil des vielzitierten christlichen Abendlandes ist, Frau Dr. Gisela Dunker angehörten, die sich zum Ziel setzte, die Kräfte zu einen und mit viel Tatkraft und Engagement Spenden in Höhe von insgesamt 80.000 Euro zu sammeln, um den Traum von einem Glockenspiel für Waren (Müritz) zu erfüllen. 15.000 Euro für die 5 Bronzeglocken aus Nordrhein-Westfalen, ergänzt um zwei weitere neu zu gießende Bronzeglocken, die das Ensemble harmonisch aufeinander abgestimmt komplettieren würden.

                    Mit vereinten Kräften wurde viel bewegt – ob mit dem Marientaler in Gold und Silber, der Ende 2015 als Weihnachtstaler der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte unter Vorstandschef Helmut Dommel zur Spendensammlung beitrug, mit Benefizkonzerten, organisiert und teilweise auch geleitet von Ralf Mahlau, mit Verzicht auf persönliche Geschenke anlässlich runder Jubiläen zu Gunsten von Spendensammlungen, mit zahlreichen Privatspenden, mit Förderunterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadt Waren (Müritz) mit beträchtlichen Summen. Viele kleine und große Schritte auf dem langen Weg der Spendensammlungen wurden von vielen unterschiedlichen Unterstützern getätigt – letztlich mit dem Ergebnis, dass das Geld insgesamt aufgebracht werden konnte, die Stahljochen durch Holzjochen ersetzt wurden, die Eisenglocken den Bronzeglocken wichen und in einem dritten Schritt nun das Siebener Glockenspiel durch den zusätzlichen Guss von acht festhängenden Glocken zu einem Fünfzehner-Glockenspiel mit entsprechendem Tonumfang erweitert wurde.

                    Gutachter Dr. Johannes Reetz konstatierte im Mai 2015: „Dieses Projekt ist in klanglicher, denkmalpflegerischer, musikalischer, liturgischer und baudynamischer Hinsicht ein großer Gewinn für die ganze Region.“ Für die Kirche selbst und für die Stadt Waren (Müritz), deren Stadtmarke letztlich aus dem Schwan der St.-Marien-Kirchen-Turmspitze inspiriert wurde, ergibt sich mit den 15 Bronzeglocken die Möglichkeit, die weich und harmonisch klingenden Glocken in wechselnden Choral-Melodien zum Klingen zu bringen. Ein Glockenspiel, welches in einer Kirche im Norden Deutschlands nahezu einzigartig ist.

                    Am 11. März 2018 ist es dann endlich soweit – zu einem festlichen Gottesdienst sind beide evangelische Kirchgemeinden, die Bürger der Stadt Waren (Müritz) und zahlreiche Gäste offiziell geladen, die sich um das Glockenspiel verdient gemacht haben, und die nun zu den ersten gehören sollen, die den Harmonien lauschen können, weil sie zur Einweihung des Glockenspiels und zum Premiere-Läuten anwesend sind. Anschließend möchte die Kirchgemeinde zu St. Marien miteinander feiern – sicherlich haben sie mit einem solchen Meilenstein in der Kirchgeschichte auch allen Grund dazu, gab es doch noch nie so viele und so fein aufeinander abgestimmte Bronzeglocken im Heilbad Waren (Müritz).

                    Doreen Köppen                                             

                    Fotos: St. Marien

                     


                    Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Marien
                    Mühlenstraße 13
                    17192 Waren (Müritz)

                    Telefon: 03991 635727
                    E-Mail: waren-marien@elkm.de
                    www.stmarien.de




                      letzte Änderung: - 27.02.2018 08:56

                      "Kleines Meer" - Gelebte Gastlichkeit auf hohem Niveau.

                      Idyllisch am Alten Markt in Waren (Müritz) gelegen, direkt zwischen der alten Feuerwache, der St.-Georgen-Kirche und der Müritz eingebettet, lädt das „Kleine Meer“ Gäste aus nah und fern. Im März 1998 als Juwel mit Blick auf die Warener Binnenmüritz eröffnet, gehört es heute zu den besten Häusern am Platze – ausgezeichnet mit 4 Sternen, die seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue verteidigt werden für das Hotel und das Restaurant.

                      Die Größe sieht man dem Haus auf den ersten Blick nicht an – 28 skandinavisch eingerichtete Zimmer verteilen sich in dem insgesamt 6 Etagen umfassenden Haus und bieten reichlich individuellen Platz zum Erholen.

                      Kati Strasen, heute Eignerin des Vier-Sterne-Hotels, war bereits von Anfang an dabei – sie startete ihren Weg hier als Hotelfachfrau direkt nach ihrer Ausbildung in dem gediegenen Hotel Schloss Blücher, und ist mit dem Haus und ihren Aufgaben gewachsen. 2005 übernahm sie die kaufmännische Leitung, wurde später Direktorin, erwarb 2010 erste Anteile, bevor sie dann 2017 das Haus fast komplett übernahm. Ein langer Weg, den Kati Strasen sich so eigentlich nie gedacht hatte, denn ursprünglich wollte sie gar nicht in die Gastronomie, sondern nach dem Abitur lieber etwas mit Zahlen machen.

                      Genau genommen ist der Wunsch trotzdem in Erfüllung gegangen – wenn auch auf Umwegen, die so aber sicher alle richtig waren. Denn mit der Verantwortung für ein solches Haus, für zahlreiche an- & abreisende Gäste, Restaurantbesucher, Kooperations- und Geschäftspartner und in der Saison für über 20 Mitarbeiter kommt es immer wieder vor allem auch auf das richtige Zahlenwerk an. Kati Strasen hat in den letzten Jahren ein berufsbegleitendes Studium absolviert, das sie 2017 erfolgreich als Betriebswirtin abschloss. Und wenn es auch zunächst nicht der Wunschberuf war, so sagt die 41-Jährige heute voller Überzeugung „Ich könnte mir gar nichts anderes mehr vorstellen.“ Klar – betrachtet man ihren Weg, so lässt sich wohl sagen: die Gastronomie hat die Zahlen zum Leben erweckt.

                      Von Anfang an mit ihr gemeinsam im „Kleinen Meer“ dabei ist der renommierte und geschätzte Koch Hendrik Türk, der damals noch als Sous Chef tätig war, inzwischen aber seit vielen Jahren für die feine regionale Küche verantwortlich zeichnet, mit der er seine Gäste gern verwöhnt. Diese bekommen immer wieder auch Gelegenheit, ihm bei einem seiner sehr beliebten Kochkurse über die Schulter zu schauen und tatkräftig zur Hand zu gehen – einen ganzen Tag lang dürfen die Gäste den Küchenchef begleiten, mit ihm zusammen kochen, ihn kulinarisch ausfragen und lernen dabei einen kleinen Ausschnitt aus den Geheimnissen der Gastlichkeit. Nachdem der Tag mit einem gemütlichen Frühstück startete, klingt er mit einem köstlichen 4-Gang-Menü am späten Nachmittag aus, das alle Kursteilnehmer zusammen mit Hendrik Türk professionell zubereitet haben. Oftmals ein unvergessliches Erlebnis für die Gäste, die diese Nähe und die Professionalität sehr schätzen.

                      In diesem Jahr wird es erstmals einen Topfguckerkurs geben, bei dem am 10. & 17. März etwa 6-8 Gäste Gelegenheit haben werden, Hendrik Türk bei der Arbeit zuzusehen, beim Kochen schon mal hier und da eine Kostprobe zu nehmen, bevor dann zum Abschluss gemeinsam miteinander gespeist wird – ein schmackhaftes Vergnügen ohne Arbeitseinsatz sozusagen. Und am 18. März zum Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Hauses werden sogar die Kinder den Kochlöffel mit Hendrik Türk schwingen dürfen, der ihnen dann die Geheimnisse seiner Tomatensoße verraten wird.

                      Zu diesem Jubiläums-Tag dürfen sich die Gäste auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, denn mit Hausführungen, Live-Musik, Kinder-Kochkurs und Blindverkostungen von Weinen und Aromen erhalten sie einen breitgefächerten Einblick in die Vielfalt dessen, wie Gastronomie mit Leben befüllt werden kann.

                      Diese Vielfalt zieht sich durch das gesamte Jahr im „Kleinen Meer“. Ob Fotokurs, Kunstausstellungen, Gin-Tasting, Rum-Verkostungen, Einblicke in die handwerkliche Braukunst oder kulinarisches Schauspiel mit der Feuerzangenbowle – die Gäste erwartet zu jeder Jahreszeit etwas mehr, als das, was man üblicherweise in vielen gastronomischen Einrichtungen antrifft, die sich in der Regel um das leibliche Wohl und gegebenenfalls noch um das Übernachten kümmern. Und zur Warener Kulinale wird der Arbeitsplatz sogar direkt ans Ufer der Müritz verlegt, lädt die Veranstaltung doch mit insgesamt 7 Warener Häusern zum Genusswandern ein.

                      Das Miteinander ist etwas, was Kati Strasen sehr am Herzen liegt und wofür sie sich aus ganzer Überzeugung einsetzt – das ist das, was mit Gästen praktiziert wird, mit Mitarbeitern gelebt und mit Mitbewerbern professionalisiert wird. Kati Strasen sagt „Wir leben Gastlichkeit.“ Und dazu gehört letztlich Harmonie im Haus, die den Umgang untereinander stark prägt und die die Gäste spüren und schätzen. Neben ihrer Aufgabe im Haus ist die Betriebswirtin DEHOGA-Vorstandsmitglied und engagiert sich zudem in der Warener Hotelgemeinschaft – beides mit einem hohen Anspruch an die Qualität, für die sie und ihre Kollegen stehen wollen.

                      Um diese Qualität langfristig zu halten, investiert Kati Strasen nicht nur ins Haus und in die Einrichtung, sondern insbesondere auch in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um in dem immer härter werdenden Wettbewerb um die Gäste mit Leistung und einer klaren Haltung überzeugen zu können.

                      Schon der Name des Hauses ist eine Liebeserklärung an den Standort. Im Eingangsfoyer auf dem Sims sieht der aufmerksame Beobachter sofort die vier Elemente – Feuer, Wasser, Luft & Erde – die im Einklang nebeneinanderstehen und von Anfang an im Haus durch das Farbkonzept getragen wurden. Und diese Balance spürt der Gast, wenn er freundlich empfangen wird, wenn er fürsorglich von dem Team um Restaurantleiterin Petra Röper verwöhnt wird, wenn er all die feinen Nuancen gelebter Gastlichkeit zusammennimmt. Jeden Tag bekommen die Gäste im „Kleinen Meer“ statt des obligatorischen Schokohäppchens auf dem Bettsaum ein paar Zeilen geschenkt. Bei unserem Besuch war es ein Vierzeiler von Johann Wolfgang Goethe: „Um zu begreifen, dass der Himmel blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.“ Wie schön, wenn das Gute so nah ist.           

                      Doreen Köppen                                       

                      Fotos: Kleines Meer


                      Hotel und Restaurant "Kleines Meer"
                      Alter Markt 7
                      17192 Waren (Müritz)

                      Telefon: 03991 6480
                      E-Mail: info@kleinesmeer.com
                      www.kleinesmeer.com




                        letzte Änderung: - 27.02.2018 08:49

                        Büchersammlung wieder aufgetaucht - Ein Schatz der besonderen Art

                        Ludorf (bw). Eine Überraschung der besonderen Art erlebte Manfred Achtenhagen, Eigentümer des Gutshauses Ludorf, Ende November des vergangenen Jahres. Quasi als vorweihnachtliches Geschenk erhielt er aus den Händen von Hans-Heinrich Steinweg aus Plau eine außergewöhnliche Büchersammlung. „Es handelt sich hierbei um mehr als 400 Bücher, die bis 1945 zum Bestand der Bibliothek des Gutshauses Ludorf gehörten. Eigentlich galten die Bücher bislang als verschollen, doch inzwischen ist uns mit der Rückgabe auch die Geschichte des Verbleibes der Bücher der Bibliothek bekannt“, freut sich Manfred Achtenhagen.

                        Das Gut wurde im Mai 1945 von der Sowjetarmee besetzt und das Gutshaus, wie so viele auch, geplündert.  Mit den Büchern konnten die Russen wohl nicht viel anfangen und so wurden sie aus dem Haus geworfen. Hans-Heinrich Steinwegs Vater Heinrich war damals als Bürgermeister in Ludorf eingesetzt und verfolgte die Ausräumaktion. Kurzerhand sammelte er einen Großteil der Bücher ein und brachte sie in seine Wohnung nach Röbel. Wie Hans-Heinrich Steinweg berichtet, hatte sein Vater als gelernter Schriftsetzer eine besondere Beziehung zu Büchern und er konnte nicht mit ansehen, wie diese Werke im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Mist geworfen werden“. So blieben die Bücher im Bestand der Familie Steinweg und wurden schließlich generationsübergreifend weitergegeben  an den heute 70-jährigen Hans-Heinrich Steinweg.

                         „Eine ältere Dame aus Ludorf konnte mir bestätigen, dass diese Geschichte sich tatsächlich so zugetragen hat“, weiß Manfred Achtenhagen im Ergebnis konkreter Nachforschungen. Dabei kamen noch weitere interessante Begebenheiten zutage. „Besagter Schriftsetzer Heinrich Steinweg hatte damals auch den Auftrag, das Gut wieder zum Laufen zu bringen. Dazu brauchte man Pferde, doch die meisten Flüchtlinge kamen zu Fuß. So suchte Heinrich Steinweg in der ganzen Region nach Flüchtlingstrecks mit Pferden und wurde in Rottmannshagen fündig. Flüchtlinge und Pferde wurden nach Ludorf 'umgeleitet' und zogen hier ein. Damit konnte man wieder mit landwirtschaftlichen Arbeiten beginnen“, erzählt Manfred Achtenhagen.

                        Doch zurück zu den Büchern. Die letzten Wochen waren erfüllt vom Sortieren und Auswerten der randvoll gefüllten Bücherkisten. Die ältesten Werke sind Ausgabejahre ab 1750, die jüngsten stammen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. „An den Büchern kann man auch sehr gut die Geschichte des Hauses und der Güter verfolgen. Heutzutage zieht man sein Wissen aus der Schulbildung und dem Internet. Damals nutzte man vorrangig Bücher, um sich Wissen anzueignen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Bücher der Sammlung sich mit landwirtschaftlichen Themen befassen, was für den Betrieb eines Gutes unabdingbar war. Auch sind viele der Bände in französischer Sprache – der Adel kommunizierte seinerzeit vorrangig auf französisch. Das gehörte zum guten Ton“, erzählt Manfred Achtenhagen. Neben den landwirtschaftlichen Fachbüchern finden sich in den Kisten auch Kinderbücher, Reiseberichte, viel Militaria und Musikalien. Zu den Raritäten gehören auch etliche Mecklenburgische Urkundenbücher, Bücher zur mecklenburgischen Geschichte oder eher Kurioses wie das „Teckel-Stammbuch“ von 1904. Der Profession des letzten Gutsherren auf Ludorf, Amtsrichter Wilhelm v. Schulse-Bülow geschuldet, bilden Mecklenburgische Rechts- und Gesetzessammlungen ebenfalls einen bedeutenden Teil der Büchersammlung.

                        „Besonders interessant sind auch zwei handgeschriebene Tagebücher aus den Jahren 1820 und 1840. Allerdings sind sie in der damals üblichen Sütterlinschrift verfasst und für den Ungeübten heute nicht mehr lesbar. Ich habe sie an Fachleute nach Schwerin gegeben, um sie 'übersetzen' zu lassen. Auf das Ergebnis bin ich schon gespannt, denn es gibt uns Einblick in das Leben der Gutshausbewohner in der damaligen Zeit“, freut sich Achtenhagen.

                        Der heute 66-Jährige ist ohnehin ein Fachmann in Sachen Geschichte. Besonders die Geschichte Mecklenburgs sowie der Guts- und Herrenhäuser und Schlösser des Landes haben es ihm angetan. Da kennt er sich bis ins Detail aus. Als Gutshausmakler sucht er für unsanierte Häuser Investoren, begleitet Investoren bei der Sanierung derartiger Projekte und hat mit dem Gutshaus Ludorf schon eindrucksvoll bewiesen, was man aus solchen Häusern machen kann. Das Gutshaus Ludorf war ab 1989 teilweise leergezogen und so dem Verfall preisgegeben. 1998 kaufte die Familie Achtenhagen das Gutshaus und das Wirtschaftshaus.

                        Nach behutsamer Sanierung eröffneten sie dieses im Jahre 1999/2000 als familiengeführtes Hotel. Wer das Haus heute betritt, der spürt wieder das bodenständige Flair des mecklenburgischen Landadels und fühlt sich zurückversetzt in Zeiten, in denen noch andere Werte galten.

                        Die Büchersammlung indes findet nun schrittweise Platz in den Regalen der Bibliothek des Hauses. „Die Auswertung wird noch eine Weile in Anspruch nehmen. Die entsprechenden Listen sollen auch noch mit dem Gymnasium Waren und dem Bestand des Müritzeums abgeglichen werden, um eventuelle Lücken zu schließen. Ansonsten wird die Titel-Liste auch im Internet zu finden sein und die Sammlung wird selbstverständlich auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Nur bei ganz sensiblen Werken wird dies nur nach Voranmeldung gehen, um diese Bücher vor zu starker Benutzung zu schützen“, macht Manfred Achtenhagen deutlich und ergänzt: „Wir sind Herrn Steinweg sehr dankbar, dass diese Büchersammlung nach mehr als 72 Jahren wieder an ihren Ursprungsort zurückgekommen ist und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“.

                        Fotos: B. Wüstemann


                        Romantik Hotel Gutshaus Ludorf
                        Rondell 8
                        17207 Ludorf

                        Telefon: 039931 8400
                        www.gutshaus-ludorf.de
                        www.gutsdorf.de

                         




                          letzte Änderung: - 22.01.2018 15:47

                          Stolz auf 15 „Gault Millau“-Punkte - Durchdacht und mit Volldampf

                          Göhren-Lebbin (bw). Sie kommen meist unangemeldet, verhalten sich wie ein normaler Gast und bleiben anonym. Die Rede ist von Restauranttestern, die Küche und Haus gezielt unter die Lupe nehmen. Geschäftsleitung, Küchenchef oder Personal bemerken davon selten etwas. Die Auswertung findet sich dann zumeist in Textform in einem der zahlreichen Restaurantführer oder ähnlichen Veröffentlichungen in Print und Internet. Die namhaftesten Restaurantführer Deutschlands sind zweifellos der aus Frankreich stammende Hotel- und Restaurantführer „Guide Michelin“, der seit 1966 auch in Deutschland verliehen wird sowie der „Gault Millau“. Dessen Bewertungskriterien ähneln stark denen des „Guide Michelin“. Bewertet werden die Qualität und Frische der Zutaten, die Kreativität und Qualität der Zubereitung, die geschmackliche Harmonie des Gerichts, die Garzeiten und letztlich die Präsentation der Gerichte. Dafür gibt es ein Punktesystem, welches im Bereich ab 13 bis 14 Punkten interessant wird. Diese Punktzahlen stehen für eine sehr gute Küche. Für hohe Qualität und Kreativität gibt es 15 bis 16 Punkte. 17 bis 18 Punkte bedeuten bestmöglichste Zubereitung und höchste Kreativität und das „non plus ultra“ von 18,5 bis 20 Punkten erhält ein Restaurant für eine „weltbeste“ Küche.

                          Blättert man nun im aktuellen „Gault Millau“, findet sich unter anderem auch das Schlosshotel Fleesensee mit seinem Restaurant „Blüchers“ unter Leitung des Küchenchefs Georg Walther. Hohe Qualität und Kreativität bei 15 Punkten gesteht der prominente Restaurantführer dem Schlosshotel zu, was den Küchenchef natürlich stolz macht. „Ich freue mich über diese sehr gute Bewertung. Sie ist Ansporn, auch weiterhin kontinuierlich und auf hohem Niveau unsere Arbeit zu leisten. Ich sage bewusst unsere Arbeit, denn gemeinsam mit meinen Kollegen Oliver Jarchow und Norman Zieske wirkt hier ein ganzes Team in unserer Küche“. Das Team umfasst neben dem Küchendirektor Reinhard zur Kammer und dem Küchenchef Georg Walther gut 25 Mitarbeiter einschließlich der Auszubildenden und sorgt im „Blüchers“ als auch im Restaurant „Orangerie“ für zufriedene Gäste. „Darüber hinaus werden hier auch das Frühstück zubereitet sowie die Vorbereitungen für die 'Genusswerkstatt' im Golfclub getroffen“, ergänzt Georg Walther. Besonders stolz ist der Küchenchef auf die eigene Bäckerei und Patisserie: „Damit sind wir in der Lage, unseren Gäste beispielsweise die gerade frisch gebackenen Brötchen auf ihrem Frühstückstisch zu kredenzen“.
                          Apropos frisch: Das gilt für alle Gerichte des gesamten Hauses. Sie werden täglich frisch zubereitet – und dies in kontinuierlicher Qualität sowohl in Küche als auch im Service.

                          „Unsere Karte orientiert sich an den saisonalen Angeboten und wird mit vorwiegend regionalen Produkten realisiert. Hier steht richtiges Küchenhandwerk mit viel Handarbeit und beruflicher Leidenschaft im Vordergrund unseres Handelns“, fasst Georg Walther zusammen.

                          Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine besondere Zusammenarbeit mit dem bekannten Sternekoch Johann Lafer, der für das „Blüchers“ im Schloss Fleesensee ein neues Gastronomiekonzept entwickelt hat. Gerichte aus traditionellen Rezepten mit der Raffinesse der Sterneküche kombiniert, münden dabei in modernen und überraschenden Kreationen. Seither trägt das „Blüchers“ den Zusatz „by Lafer“.

                          „Wir entwickeln Menüs, sprechen diese mit Johann Lafer ab und setzen sie dann um. Das ist eine angenehme Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die uns Freiräume zur eigenen Kreativität lässt“, sagt Georg Walther.  Ein schönes Beispiel dafür ist die von ihm selbst kreierte „Müritzer Bouillabaise".

                          Seine Leidenschaft fürs Kochen entwickelte sich bei dem gebürtigen Warener schon in Kindheit und Jugend. „Ich habe schon damals ab und an gern zuhause gekocht. In den Ferien konnte ich mein Wissen und meine Fertigkeit beim Schulpraktikum erweitern.  Da war dann der Berufsweg schon ein wenig vorgezeichnet. Glücklich war ich dann über meine Lehrstelle im „Werderbruch“ in Neubrandenburg, wo ich von 1993 bis 1996 den Beruf eines Koches erlernen konnte“, erinnert sich Georg Walther. Damals nahm er an zahlreichen Azubi-Wettbewerben teil und gewann sogar Landesmeisterschaften. Die berufliche Laufbahn führte ihn zunächst nach Hamburg, wo er unter anderem im Hotel „Louis C. Jacob“ und im Restaurant „Rexrodt“ tätig war. 2006 führte sein Weg über das Schloss Schorssow zum Gutshof Woldzegarten, wo er zwischen 2006 und 2010 als Küchenchef seine Visitenkarte hinterließ. Als stellvertretender Küchenchef arbeitete er ab 2010 erstmals im Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee. Seine Heimatstadt Waren (Müritz) war die nächste Station in seinem Arbeitsleben. Hier baute er die Gastronomie im 2012 eröffneten Kurzentrum mit auf und war dort bis 2016 als Küchenchef tätig. „Für mich war es eine echte Herausforderung, die Gastronomie im Kurzentrum von Beginn an mit zu gestalten. Zwischendurch hatte ich noch die Möglichkeit, meinen Meisterbrief zu machen“, beschreibt Georg Walther stolz seinen beruflichen Weg. Seit 2016 ist Georg Walther nun Küchenchef im „Blüchers“ des Schlosshotel Fleesensee und nebenbei auch als Jury-Mitglied bei Azubi-Meisterschaften tätig.

                          Sein Motto lautet „Immer durchdacht und mit System... aber dann mit Volldampf!“

                          Fotos: B. Wüstemann

                           

                          Schloss Hotel Fleesensee
                          12.18. Fleesensee Schlosshotel GmbH
                          Schlossstraße 1
                          17213 Göhren-Lebbin

                          Telefon: 039932 80100
                          www.schlosshotel-fleesensee.com




                            letzte Änderung: - 22.01.2018 15:19

                            ThetaLab - Wissen neu arrangiert

                            „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an….“ Im Falle von Tristan Horstkotte & Ann Komorniczyk stimmt das und stimmt das nicht. Sitzt man Tristan Horstkotte, Begründer & Geschäftsführer der Thetalab UG(mbH), gegenüber, nimmt man als erstes funkelnde Augen war, die einen wachen Geist verraten – einen unruhigen Geist, wie er selbst immer wieder betont.

                             

                            In die Rente ist er bereits eingetreten, doch keineswegs bereit, sein Arbeitsleben zu beenden. Vielmehr freut er sich, nun Zeit zu haben, Dinge zu tun, auf die er wirklich Lust hat. Über 25 Jahre hat der Ingenieur für Chemietechnologie in der EDV gearbeitet und sich damit einen Wissensfundus geschaffen, den er gern weitergeben möchte.

                             

                            Nicht nur aus sozialem Engagement heraus, das er für die Müritz-Region als dringend notwendig erachtet, sondern vor allem, weil es seiner Lebensphilosophie entspricht, alles immerzu zu hinterfragen und sich auf Grund dessen einen Standpunkt zu erlauben.

                             

                            In Ann Komorniczyk hat er darin die perfekte Ergänzung, teilt die warmherzige gebürtige Irin doch ebenso leidenschaftlich die Haltung, einen eigenen Standpunkt zu haben, der auf fundierten Kenntnissen basiert. 

                            Beide sind sich bereits in jungen Jahren begegnet, haben einst in Magdeburg zusammen Chemie studiert, bevor sich ihre Wege trennten und jeder sein eigenes Lebensglück suchte.

                             

                            Nach fast 30 Jahren trafen sie wieder aufeinander bei einem ersten Klassentreffen der ehemaligen Studienkollegen, doch es dauerte weitere 15 Jahre, bis sie beim zweiten Klassentreffen einander erneut begegneten. Seitdem gehen sie gemeinsam durchs Leben. Mit wachem Blick, mit Interesse am Zeitgeschehen, an Psychologie, Quantenphysik, Chemie, Medizin, an wirtschaftlichen Entwicklungen, an den schönen und spannenden Seiten des Lebens.

                             

                            Eine äußerst spannende Seite davon ist das Informationsmanagement, ist dies doch die Geschäftsidee, die beide verfolgen. So, wie im Gehirn eines Menschen nur etwa 5 Prozent Wissen aktiv abgefragt werden und nahezu 95 Prozent der Wissensaufnahme und -verarbeitung über das Unterbewusstsein läuft, so, unterstellt Tristan Horstkotte senior, werden in Analogie dazu auch nur Bruchteile von Informationen in Firmen aktiv nutzbar gemacht. Durch die vielen Berührungspunkte, die Firmen in ihrer Kommunikation und in Austauschbeziehungen mit Kunden, mit Mitarbeitern, mit Geschäftspartnern und dem Markt als solches haben, geht der größte Teil an Informationen verloren. Gerade durch die fehlende Vernetzung der täglich zuhauf hinzukommenden Informationen kann eine Firma gar nicht, wie wir Menschen, auf das „Unterbewusstsein“ zurückgreifen und verliert damit täglich an Möglichkeiten zum gezielten Handeln. Gute und effiziente Entscheidungen aber bedürfen einer komplexen und aktuellen Basis an relevanten Informationen.

                             

                            Tristan Horstkotte ist ein wandelndes Lexikon und weiß doch, wie alle schlauen Menschen, genau um seine Wissensgrenzen. Genau deshalb ist er so fasziniert von der Idee, Wissen sinnvoll zusammenzutragen, zu sammeln, in einen neuen Kontext zueinander zu stellen und so die Grenzen zu verschieben. Dabei kommt ihm seine jahrelange Erfahrung aus der Entwicklung von EDV-Projekten und des Data Mining für einen deutschen Großkonzern zu Gute. Und genau diese Erfahrungen möchte er einsetzen, um Firmen dabei zu unterstützen, ein eigenes, an ihre speziellen Bedürfnisse angepasstes System zur Verarbeitung von Informationen zu entwickeln. Für Großkonzerne gibt es bereits etablierte Software, wie beispielsweise SAP, die bei richtigem Einsatz dieses leisten kann – jedoch für Anschaffungssummen, die hier in der Müritz-Region wohl nur wenige Unternehmen aufbringen können. Doch auch für kleinere Firmen ist Data Mining durchaus interessant. Auch wenn der Begriff vielleicht nicht jedem Unternehmer geläufig ist, so ist das Ergebnis sicher umso greifbarer – denn letztlich geht es lediglich um den Prozess, vorhandenes Wissen so zu arrangieren, dass man neue Informationen aus den vorhandenen durch Vernetzung dieser gewinnt. Mit der richtigen Logik und Definition von Informationsquellen lassen sich also innerhalb kürzester Zeit Kosten von Zulieferern vergleichen und so kombinieren, dass Firmen ihren Kunden ein wirklich gutes Angebot machen können, ohne viel Zeit für die Eigenrecherche und Kalkulation aufzuwenden. Oder aber es lassen sich Entwicklungen in Kundenanfragen abbilden, die genau geclustert werden können und aus denen sich Trends ableiten lassen, auf die Firmen dann mit diesem Wissen früh reagieren können.

                             

                            Die Firma Theatlab baut die Informationssysteme, die Firmen brauchen, um ihre Informationen vollumfänglich zu sammeln, und programmiert individuell die Wissenssysteme entsprechend der Zielstellungen der Firmen. Interessanterweise ist Theta der achte Buchstabe im griechischen Alphabet, damit das Pendant zum H im deutschen Alphabet, und wird in der wissenschaftlichen Arbeit vielfach als Informationskürzel in unterschiedlichsten Kontexten verwendet.

                             

                            Und während Tristan Horstkotte programmiert und sich der Technik widmet, organisiert und dokumentiert Ann Komorniczyk und behält den Überblick über die unternehmerischen Abläufe. Eine perfekte Mischung ihrer Kompetenzen, die sie im Laufe ihrer interessanten Lebensgeschichten gesammelt haben – Tristan Horstkotte, der Wissenschaftler und Qualitätssicherer, der gelernt hat, riesige Datenmengen eines Konzerns informativ zu verarbeiten, und Ann Komorniczyk, die Wissenschaftlerin und Forscherin, die die Hälfte ihres Berufslebens mit entsprechendem zusätzlichem Studium der Wirtschaft in diversen kleineren Unternehmen gearbeitet hat und somit diese Strukturen bestens kennt.  Beide verfolgen mit ihrem Engagement einen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Anspruch, wollen sie doch ihr wertvolles Wissen Menschen und Unternehmen zugänglich machen, um sie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und damit auch ihre Wahlheimat, die zu den am dünnsten mit Unternehmen besiedelten Flächen und damit wirtschaftlich schwächsten Regionen Deutschlands gehört. Für beide, sympathische Optimisten, keine Frage der Perspektivlosigkeit, sondern eine der Chancen, die man nutzen kann. Und genau das haben die beiden Senioren sich zur Aufgabe gemacht und können mit ihrem Einsatz sicher viele überraschen und überzeugen.

                             

                            Doreen Köppen

                             

                             

                            ThetaLab UG (haftungsbeschränkt)

                            Schillerstraße 1c

                            17192 Waren (Müritz)

                            Telefon: 03991 6699265

                            Mail: info@thetalab.de




                              letzte Änderung: - 22.11.2017 14:25

                              20 Jahre MüritzTherme - Immer noch jede Welle Spaß

                              Röbel (bw). Gerade mal 3,5 Grad Celsius im Plusbereich, wolkenverhangener Himmel, alles grau in grau – und dann noch Nieselregen. „Novemberblues“ pur. Was tun an solchen Tagen? 

                               

                              Eine gute Idee ist sicher ein Badeausflug. Natürlich nicht an die Ostseeküste oder an die Strände einer der zahlreichen Binnenseen unseres schönen Landes. Dafür gibt’s bei diesem Wetter die MüritzTherme in Röbel, die inzwischen schon seit 20 Jahren jede Welle Spaß verspricht. 

                               

                              „Und natürlich auch hält“, weiß Marco Lüders, der auch schon ein kleines Jubiläum hier feiern darf, denn er ist seit zehn Jahren Geschäftsführer der MüritzTherme Röbel.

                               

                              „Wir waren noch nie so gut wie heute“, ist Lüders überzeugt. Immerhin ist die Fun GmbH seit 2003 hier als Pächter und Betreiber tätig, daran haben auch die zwischenzeitlichen Ausschreibungen – unter anderem auch europaweit – nichts geändert. Die zunächst auf drei Jahre befristeten Verträge mit der Stadt sind inzwischen einem 7-Jahresvertrag gewichen. Und die Fun GmbH wirtschaftet nicht nur auf eigenes Risiko, sie investiert auch kräftig. So wie seinerzeit die Blockhütten im Saunabereich, ohne die eine funktionierende Saunalandschaft heute nicht mehr denkbar wäre. „Oder unser Engagement zur Errichtung eines Blockheizkraftwerkes, mit dem wir in der Lage sind, Energiekosten zu senken. Das war uns 150.000 Euro wert“, fährt Marco Lüders fort. Die einstige Bundeskegelbahn brachte nicht den gewünschten Erfolg und stand meist leer. Grund genug, um über eine Umnutzung nachzudenken. „Hier haben wir 2015 umgebaut und ein Fitnessstudio eingerichtet. Das ist ausgestattet mit modernsten Trainingsgeräten und wir freuen uns inzwischen über 250 zahlende Mitglieder“, macht der Geschäftsführer deutlich.

                               

                              Die Investitionen sind eine Seite der Medaille. Ein Spaßbad lebt aber auch von den Aktionen, die hier geboten werden. Und davon gibt es eine ganze Menge, die in der MüritzTherme inzwischen zum ganz normalen Alltag zählen. „Da wäre zum Beispiel der Schwimmunterricht. Der endet ja in der Regel mit dem Erwerb des 'Seepferdchens' für die Kleinen. Dann ist für viele der Kids erst mal Ende mit Schwimmen. Wir haben uns überlegt, einen Folgekurs einzurichten, der die erworbene Praxis festigen soll. Damit wurde die 'Seepferdchenbande' aus der Taufe gehoben, wo gegenwärtig über 50 Kinder wöchentlich trainieren können und unter anderem auch eine zweite Schwimmart lernen. Eigentlich beginnen wir ja schon mit dem Babyschwimmen ab drei Monate und auch hier haben wir eine Folgestufe mit einer 'Blubbergruppe' eingerichtet“, zählt Marco Lüders auf. Schließlich seien dies die Gäste von Morgen, auf die man sich schon heute einstellt.

                               

                              Aber auch für die Folgegenerationen sind Aktionen im Programm wie beispielsweise Kurse für Reha-Patienten, die bei den Krankenkassen abgerechnet werden können. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die thematischen Saunanächte in der MüritzTherme. Dann steht das gesamte Bad den Gästen abends offen, es wird sauniert, gebadet und getafelt. Allerdings ist hier die Anzahl der Plätze begrenzt, eine rechtzeitige Anmeldung sichert die Teilnahme.

                               

                              „All die Erfolge kommen aber nicht von ungefähr. Dahinter stehen eine starke Verwaltung, zahlreiche Partner, unser Mitgesellschafter Lutz Lange und ein tolles Team. Alle unsere Mitarbeiter sind auch nach der fast 1 ½ Jahre andauernden Sanierungsphase der Therme zwischen 2013 und 2014 wieder in das Team zurückgekehrt. Zwei davon sind bereits seit 20 Jahren hier beschäftigt, acht Mitarbeiter haben jetzt bereits zehn Jahre Erfahrung in unserem Job. Sie zählen zu den Säulen des Betriebes. Nachrücker sind ebenso willkommen, dazu bilden wir in unregelmäßigen Abständen junge Menschen aus“, informiert der Geschäftsführer. Gut 30 Mitarbeiter zählt das Team der MüritzTherme, ihre größte Kompetenz ist ihre Flexibilität. „Jeder muss an jedem Ort einsetzbar sein“, lautet die Maxime. Da ist es egal, ob am Beckenrand als Rettungsschwimmer, in der Technik bei der Überprüfung der Anlagen, an der Kasse, bei der Massage oder beim Frittieren der Pommes am Imbiss. „Unsere Leute sind überall fit“, ist sich Lüders sicher.

                               

                              Apropos Technik. Erst vor wenigen Tagen war die MüritzTherme für zehn Tage geschlossen. Es stand der Jahres-Check der Anlagen an, das komplette Wasser wurde abgelassen, die Becken gereinigt, Leckstellen beseitigt, die Filter gereinigt und die Chlordosierungsanlage überprüft, bevor es wieder „Wasser marsch“ hieß. „Das muss einmal im Jahr gemacht werden. Doch darüber hinaus erfolgt beim Badebetrieb ein permanenter Wasserwechsel. In einem Kreislauf wird das Wasser gereinigt, automatisch dosiert und teilweise durch Frischwasser ersetzt. So beläuft sich die regelmäßige Frischwasserzugabe monatlich auf sage und schreibe eine Million Liter“, kommt Marco Lüders auf einige technische Aspekte zu sprechen. Auch die Prüfung der Wasserqualität erfolgt permanent durch elektronische Prüfgeräte. „Zusätzlich werden täglich drei manuelle Proben direkt aus dem Becken entnommen und getestet. So sind wir immer in der Lage, eine gleichmäßige gute Wasserqualität zu gewährleisten“, macht der Geschäftsführer deutlich.

                               

                              Die nächsten Höhepunkte stehen in wenigen Tagen vor dem Thermen-Team. Am 6. Dezember ist bekanntlich Nikolaus. Da wird man auch im Rahmen eines kleinen Empfangs auf das 20-jährige Bestehen zu sprechen kommen. Ansonsten haben wieder die Kleinen das Sagen in der MüritzTherme. Der Nikolaus kommt und verteilt Geschenke, im Adventskalender werden für eine Stunde zahlen vier Stunden Badnutzung angeboten und alle Kitas können kostenlos ins Haus. Letzter Höhepunkt ist Silvester, dann gibt es erstmals eine Silvesterparty in der Therme. Dresscode sind Badesachen und die Party steigt von 19 bis 02 Uhr. Dann können die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes ins neue Jahr „rutschen“.

                               

                              Fotos: Fun GmbH, B. Wüstemann

                               

                              Fun GmbH

                              MüritzTherme

                              Gotthunskamp 14

                              17207 Röbel/Müritz

                              Telefon: 039931 87819




                                letzte Änderung: - 22.11.2017 14:12

                                TORNEY Landfleischerei Pripsleben - Vom Stall in die Pfanne

                                Altentreptow (bw). Vom Stall in die Pfanne – so lautet der Slogan der TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH. Treffender hätte man es eigentlich nicht formulieren können. Denn innerhalb des Unternehmens mit seinen drei Standbeinen – der Milch und Fleisch e.G., der Mutterkuh GmbH und der Landfleischerei Pripsleben GmbH – laufen all diese Kreisläufe ab. „Im Ergebnis unserer Arbeit können wir unseren Kunden regionale Fleisch- und Wurstspezialitäten in bester Fleischerqualität anbieten“, macht Frank Wegner, einer der Geschäftsführer der Torney Landfleischerei, deutlich. Gemeinsam mit Hans-Dieter Gabel trägt er für die kontinuierliche Entwicklung des regionalen Unternehmens Verantwortung. Immerhin 152 Mitarbeiter und neun Lehrlinge stehen bei TORNEY in Lohn und Brot als Landwirte, Fleischer oder Fachverkäuferinnen. Die Landfleischerei hat sich damit zu einem wichtigen Arbeitgeber vor allem für die ländliche Region in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. In den beiden Produktionsstätten in Pripsleben und in Altentreptow werden die schmackhaften Fleisch- und Wurstprodukte hergestellt, die dann in den 26 Filialen zwischen Rostock und Prenzlau angeboten werden.

                                 

                                „Darüber hinaus zählen zu unserem Kundenkreis neben Discounter-Großkunden zahlreiche regionale Firmen, Hotels, Pensionen und Gaststätten. Auch Vereine, Verbände, Imbissanbieter und ländliche Lebensmittelmärkte greifen gern auf unsere Produkte zurück“, informiert der Diplomkaufmann. 

                                 

                                Doch vor der Wurst steht erst einmal jede Menge Arbeit. Alle drei Sparten des Unternehmens decken den gesamten Weg von der Herstellung der Futtermittel über die Tierproduktion von Rindern und Schweinen bis hin zur Verarbeitung der Rohstoffe in der Produktion und dem Verkauf der Fleisch- und Wurstwaren ab. „Wir verfügen über etwa 1.650 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die in entsprechende Grünflächen für das Vieh und in Felder für den eigenen Anbau diverser Futtermittel aufgeteilt ist. So werden beispielsweise Raps, Weizen, Mais, Kartoffeln und auch Rüben angebaut. Damit sichern wir die eigene Wertschöpfung und versorgen unsere ca. 840 Rinder und 2.200 Schweine. Die so aufgezogenen Tiere werden im weiteren auch selbst verarbeitet und vermarktet. Das ist somit ein in sich geschlossener Kreis, der die Frische und Qualität unserer Ware garantiert“, beschreibt Frank Wegner die betrieblichen Abläufe.

                                 

                                Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die breite Produktpalette, die sich im Verlauf der Jahre insbesondere durch das Engagement der Mitarbeiter ständig weiterentwickelt hat. Neue Wurstsorten wurden kreiert und mit außergewöhnlichen Zutaten kombiniert. Aber auch altbekannte Wurstsorten stehen auf dem Produktionsprogramm. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf die Arbeit nach bäuerlichen Traditionen sowie den Erhalt traditioneller Marken wie der "Pommerschen Schlackwurst", der "Pommerschen Leberwurst" und der "Pommerschen Fleischblutwurst". Gemeinsam mit sechs weiteren Fleischereien aus Vorpommern bemüht man sich in der Schutzgemeinschaft Pommersche Fleisch- und Wurstwaren e.V. um dieses Alleinstellungsmerkmal im Rahmen der Europäischen Union. Aber auch im eigenen Land kann die TORNEY Landfleischerei punkten. Im Rahmen der Qualitätstests der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG e.G.)  wurden schon mehrere Erzeugnisse des Unternehmens mit der Gold, Silber und Bronze Prämierung ausgezeichnet. Goldene Preise holten zuletzt das "Sauerfleisch im Glas", die "Blutwurst" und der "Altentreptower Traditionsschinken". 

                                 

                                Zu den absoluten Spezialitäten der TORNEY Landfleischerei gehören  veredelte Fleischwaren wie das "DryAged Beef", das bei 2 bis 4 Grad Celsius in der Kühlkammer "getrocknete Rindfleisch" oder das "Pulled Pork", ein gekochtes Schweinefleisch. „Unsere Produkte sind so eine Mischung aus Pommerscher Küche und einem guten Teil Zeitgeist“, fasst Frank Wegner zusammen. Seit 2010 ergänzen diverse Feinkostsalate die Angebotspalette des Unternehmens. In der Salatmanufaktur am Standort Pripsleben werden seither täglich nach traditionellen und regionalen Rezepturen Feinkostsalate produziert. Besondere Beliebtheit bei der Kundschaft haben der Eiersalat, der Schmorbratensalat, der Fleischsalat und der Geflügelsalat erlangt.

                                 

                                Über mehr als ein Vierteljahrhundert hat sich die TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH inzwischen am Markt etabliert und behauptet. Einst aus der in Pripsleben ansässigen Landwirtschaftlichen Produktions-genossenschaft (LPG)  entstanden, ging man frühzeitig dazu über, das hier produzierte Fleisch direkt zu vermarkten. „Wir wollten unser Vieh nicht 'verschleudern' und eine eigene Wertschöpfungskette hier vor Ort aufbauen“, begründet Frank Wegner die damalige Entscheidung, die natürlich auch mit dem Erhalt von zahlreichen Arbeitsplätzen in der Region verbunden war – zur Freude der hier beschäftigten Menschen.

                                 

                                Bleibt noch eines zu klären – woher kommt der Name „Torney“ für das Unternehmen? „Ganz einfach. Unmittelbar hinter der Betriebsstätte in Pripsleben schlängelt sich ein kleiner Bachlauf durch die Landschaft. Eben dieser Bach heißt Torney – daher unser Name“, erklärt Frank Wegner.

                                 

                                Fotos: TORNEY 

                                 

                                TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH

                                Karlsplatz 10a

                                17087 Altentreptow

                                Telefon: 03961 25630



                                  letzte Änderung: - 19.10.2017 15:30

                                  Bäckerei & Konditorei Hatscher - Liebe, Zeit und gute Rohstoffe

                                  Stavenhagen (bw). Kurz vor 23 Uhr abends. Während sich die meisten Menschen auf die Nachtruhe vorbereiten, beginnt für einige Mitarbeiter der Bäckerei & Konditorei Hatscher in Stavenhagen gerade die erste Schicht. Der Brot- und Brötchenteig muss vorbereitet werden, der Ofen wird angefeuert  und der bereits am Vortag vorbereitete Teig wird zu Brot und Brötchen verarbeitet. Gegen ein Uhr beginnen dann auch die Konditoren ihre Arbeit und um vier Uhr sind auch die Kraftfahrer vor Ort, um die Fahrzeuge mit den Backwaren zu beladen. Ab halb fünf treten sie ihre Fahrt zu den insgesamt 16 Filialen des Unternehmens an, damit die Menschen morgens ihre frischen Backwaren dort kaufen können. Dass die Produkte der Bäckerei Hatscher seit Jahrzehnten bei den Kunden gefragt sind, ist längst kein Geheimnis mehr. 

                                   

                                  „Mein Ziel als Bäcker sind 'saubere' Backwaren, das heißt frei von Zusätzen und hochwertig für die Ernährung zu produzieren. Backen mit Leidenschaft, Liebe, Zeit und gute Rohstoffe - das sind unsere Maxime bei der Arbeit“, sagt Christoph Hatscher. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf Tradition, sondern beschäftigt sich auch mit der Weiterentwicklung eigener Produkte. Hier arbeitet die Bäckerei Hatscher auch mit Hochschulen und Lebensmitteltechnologen zusammen. „Wir nutzen neue Erkenntnisse der Forschung dort, wo sie sich mit unserer Philosophie vereinbaren lassen und wir leisten Aufklärungsarbeit über die Vorteile von Vollkorn- und Bio-Backwaren und über die Wichtigkeit von Brot in der täglichen Ernährung“, fasst Christoph Hatscher zusammen.

                                   

                                  Apropos Brot: Deutschlands Brotlandschaft und -tradition ist weltweit einzigartig. Mehr als 3.200 Brotsorten sind hierzulande bekannt. Die deutsche Brotkultur wurde 2014 als immaterielles Kulturerbe in die Kulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. „Auch ich bin ein Brotmensch“, gibt Christoph Hatscher zu und weiß: „Im Brotbacken mit all seinen Finessen von der Teigführung bis zur Krustenbildung zeigt sich die wahre Meisterschaft des Bäckers, sei es beim lockeren Weißbrot für den Frühstückstisch oder im dunklen Vollkornbrot für das Abendessen“. Gut 1.000 Brote verlassen täglich die Bäckerei Hatscher. Spitzenreiter dabei ist mit rund 600 Stück das typische mecklenburgische Roggenmischbrot „Opa Karls“ - das übrigens nach dem einstigen Firmengründer Karl Brinkmann benannt wurde. Gern gekauft werden auch das Weizenmischbrot „Oma Helene“, das „Friesische Roggen“ oder die "Dinkelkruste". Als neueste Entwicklung präsentiert Hatscher jetzt das "Bio-Dinkel", das übrigens vom Firmenchef persönlich favorisiert wird. Immerhin 10 bis 15 Brot- und Brötchensorten verlassen täglich die Backstube. Auch bei den Brötchen ergänzen sich traditionelle Backwaren mit Trendware wie dem „Hatschi“, einem Weizenbrötchen mit langer Teigführung oder dem "Dinkelkrüstchen". Ebenso liegen "Französisches Baguette", "Käsestangen" oder "Roggenbrötchen" mit Leinsaat, Hafer, Roggenschrot und Sesam in den Regalen der Hatscher-Filialen.

                                   

                                  Wie kann sich ein traditioneller Handwerksbetrieb gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz der industriellen Bäckereien behaupten? Darauf hat Chrisoph Hatscher eine klare Antwort. „Wir verstehen uns auch in vierter Generation als traditionsbewusster Familienbetrieb und wollen mit unseren überlieferten Rezepturen sowie ausgesuchten Zutaten der zunehmenden Industrialisierung des Backens etwas entgegen setzen. Ein weiterer Aspekt ist die größere Vielfalt, die wir damit anbieten können und bei der häufig viel von Hand gemacht ist. Und nicht zuletzt spielt die Qualität eine entscheidende Rolle“, fasst der Bäckermeister zusammen. Darüber hinaus wird nach dem hauseigenen Reinheitsgebot gearbeitet und die Qualitätsprüfung erfolgt nicht nur durch den Kunden selbst, sondern auch durch Fachkräfte des Instituts für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) und andere unabhängige Fachleute. So wurde beispielsweise dem "Französischen Baguette" bei der letzten Kontrolle das Goldsiegel für konstante Qualität auf höchstem Niveau verliehen. Auch „Opa Karls“ und weitere Roggenbrote erhielten Auszeichnungen für ihre hohe Qualität.

                                   

                                  Nicht vergessen werden sollten die „Kunstwerke zum Vernaschen und Genießen“ aus Hatschers Backstube. Auch hier wird eine große Vielfalt an Torten, Kuchen und Gebäck nach strengen Qualitätskriterien hergestellt. „Dabei achten wir auf eine sorgfältige Auswahl unserer Zutaten. So kochen wir beispielsweise unsere Vanillecreme ebenso selbst wie die Marmelade für unsere "Wiener Rolle". Auf Farbstoffe verzichten wir, soweit es geht. Nur nicht auf den Geschmack!“ nennt Christoph Hatscher einige Beispiele. All diese Angebote werden in insgesamt 16 Filialen hochwertig präsentiert und von fachkundigen Verkäuferinnen freundlich und kompetent angeboten. „Natürlich können die Kunden in unseren Filialen auch den Kuchen bei einer Tasse Kaffee gemütlich genießen“, macht Christoph Hatscher deutlich. Er hat in diesem Jahr in vierter Generation das Geschäft von seinem Vater Roland Hatscher übernommen und setzt damit die Familientradition fort. Im Jahr 1941 gründete Bäckermeister Karl Brinkmann seinerzeit seine eigene Bäckerei in der Basepohler Straße, dessen Sohn Joachim Brinkmann übernimmt ab 1958 und 1986 folgt dann im Familienbetrieb die Zeit von Roland Hatscher, der als Schwiegersohn die Bäckerei fortführt. 1992 erfolgte der Umzug in ein neues Gebäude, welches fünf Jahre später modernisiert und erweitert wird. Seither werden hier die schmackhaften Backwaren des traditionellen Familienunternehmens nach der Maxime „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ gefertigt.

                                   

                                  Fotos: Bernd Wüstemann, Hatscher GmbH

                                   

                                  Bäckerei & Konditorei 

                                  Hatscher GmbH & Co. KG

                                  An der Reutereiche 2

                                  17153 Stavenhagen

                                  Telefon: 039954 3660

                                  www.baeckerei-hatscher.de




                                    letzte Änderung: - 19.10.2017 15:21

                                    10 Jahre Müritzeum - Natur zum Anfassen

                                    Waren (bw). Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und besonders für die Stadt Waren (Müritz) ist es nicht mehr wegzudenken: das Müritzeum. Als größtes Naturerlebniszentrum in der Mecklenburgischen Seenplatte lockt es mehr als 160.000 Besucher jährlich in die Müritzregion. 

                                     

                                    In wenigen Tagen feiert man nun hier das 10-jährige Bestehen dieses geschichtsträchtigen Hauses. Geschichtsträchtig deshalb, weil der Ursprung des Müritzeums schon mehr als 150 Jahre zurück liegt.  Damals gründete der Naturforscher und Sammler Hermann Freiherr von Maltzan im Jahr 1866 gemeinsam mit seinem Freund Carl Struck das erste öffentliche naturkundliche Museum der Region – bekannt unter dem Namen „Von Maltzan'sches Naturhistorisches Museum für Mecklenburg“. Zunächst in der Wohnung von Carl Struck untergebracht, folgten die „Wanderjahre“ der Sammlung an verschiedene Standorte, bis es 1929 im heutigen Gebäude in der Friedensstraße seinen endgültigen Standort fand. 

                                     

                                    Der älteren Generation ist das Haus noch als Malzaneum bekannt, ab 1957 lief es dann als Müritz-Museum. Zeitzeugen der geschichtlichen Entwicklung gibt es noch einige, auch solche, die eigentlich nicht zur Sammlung gehören. „Da ist beispielsweise die alte Weißbuche auf dem Weg vom Haus der 1000 Seen zur Naturhistorischen Sammlung. Eingewachsen in ihren Stamm ist ein alter Betonpfahl, der einst zum Zaun eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes gehörte. Die Besucher nehmen ihn selten wahr, bei Führungen allerdings wird darauf aufmerksam gemacht. Für mich ist es ein Relikt vergangener Zeiten, welches auch die Veränderungen sichtbar dokumentiert“, sagt Karin Franz, die Marketing-Verantwortliche des Müritzeums.  

                                     

                                    Mit ihr setzen wir den Rundgang fort und erfahren, dass im Haus der Sammlungen über 290.000 so genannte Belege existieren, davon etwa 35.000 Pflanzen 10.000 Eier, 175.000 Insekten, 27 Tonnen Fossilien und Gesteine und vieles mehr. „Das älteste Präparat ist ein Alpensegler, der um 1800 in Mecklenburg geschossen wurde“, erzählt Karin Franz. 

                                     

                                    Im Eingangsbereich des Hauses der Sammlungen fällt der Blick sofort auf ein besonders stattliches Exponat. Der stolze Hirsch in seiner Glasvitrine begleitet die Sammlung bereits seit 1902. Er wurde vom Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin  übergeben. „Im Haus stehen uns weiterhin Räumlichkeiten zur Verfügung, die für Sonderausstellungen genutzt werden. Gegenwärtig läuft noch bis zum 12. November unter dem Titel 'Das Reh ist nicht Frau Hirsch' unsere Sonderausstellung zum Thema Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“, weiß die Marketing-Expertin. 

                                     

                                    Der Rundgang führt uns nun entlang am Ufer des Herrensees, der Heimat zahlreicher Vogelarten, Enten und Schwänen, vorbei am Spielplatz zum einstigen Müritz-Aquarium. Hier unter der Herrensee-Brücke, wo früher die Sammlung einheimischer Fischarten bestaunt werden konnte, ist jetzt die Aufzucht- und Quarantäne-Station für die Fische. Nach wenigen Minuten Fußmarsch und weiteren Exponaten wie Insekten-Hotels, Fischreusen und anderen fischereitypischen Geräten sind wir dann wieder am Haus der 1000 Seen angelangt, dem eigentlichen „Jubilar“ diesen Jahres. 

                                     

                                    „Der erste Spatenstich erfolgte am 29. Juni 2005 und die Grundsteinlegung für das Müritzeum folgte am 14. Dezember des gleichen Jahres. Im August 2007 konnte das neu errichtete Müritzeum mit der offiziellen Eröffnungsfeier der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf mehr als 2.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besuchen nun eine „Exkursion“ durch die Natur und Naturgeschichte der Region unternehmen. Besonders beliebt sind bei den kleinen Besuchern die zahlreichen interaktiven Spiel- und Lernmöglichkeiten in der Ausstellung. Gern angenommen wird der traditionelle Kinderumwelttag, den es bereits zu Zeiten des Müritz-Museums gab.  „Ein Renner sind auch die Ferienaktionstage. In jedem Jahr ergänzen hier neue Themen das Spektrum der Umweltbildung“, ergänzt Karin Franz. 

                                     

                                    Nach zehn Jahren fast ununterbrochenem Ausstellungsbetrieb – das Müritzeum hat immerhin 364 Tage im Jahr geöffnet - ist natürlich auch einiges verschlissen und abgenutzt  und muss erneuert werden. Auch der technische Fortschritt fordert an bestimmten Stellen Veränderungen. „Anfang 2017 haben wir für die Umgestaltung der Dauerausstellung Fördermittel bewilligt bekommen und werden nun schrittweise die entsprechenden Bereiche in Angriff nehmen“, informiert Karin Franz. Dazu gehört beispielsweise auch der Heißluftballon in der Vogelwelt. Hier soll künftig das Gefühl des Schwebens mittels Rundum-Leinwand noch vertieft werden. Rundum soll es dann auch bei der Medienwand im Forum mit einer 360-Grad-Präsentation visuell und akustisch ein Eintauchen in die Natur der Mecklenburgischen Seenplatte geben. 

                                     

                                    Den Abschluss unseres Rundganges bildet schließlich die Aquarienlandschaft im Untergeschoss des Hauses. Hier taucht der Besucher in eine faszinierende Wasserwelt heimischer Süßwasserfische ein und erlebt dabei über 50 verschiedene Fischarten. Das ist die größte Aquarienlandschaft für Süßwasserfische in Deutschland. Zum Schluss nochmals Fisch – diesmal die Maräne. Rund 350 dieser Tiere sind in dem gewaltigen Becken des Tiefenaquariums zu sehen. Und dazwischen bewegt sich gerade ein Taucher. Der ist allerdings nur einmal im Monat hier und reinigt das Becken von innen. Für die Besucher ein weiteres Highlight ihres Rundganges durchs Müritzeum.

                                     

                                    Fotos: Bernd Wüstemann

                                     

                                    Müritzeum

                                    Zur Steinmole 1

                                    17192 Waren (Müritz)

                                    Telefon:  03991 633680

                                    E-Mail: info@mueritzeum.de




                                      letzte Änderung: - 22.09.2017 09:36

                                      Unterwegs im BÄRENWALD Müritz - Boulevard der Regionen

                                      Stuer (bw).  Nach gut einem Jahr Bauzeit konnte bereits im Mai diesen Jahres das neue Besucherzentrum 

                                      des BÄRENWALD Müritz seiner Bestimmung übergeben werden. Inzwischen ist hier der „Alltagsbetrieb“ längst in vollem Gange, dennoch sind an einigen Stellen noch Handwerker beschäftigt. „Unser neues Besucher-zentrum hat seine Feuertaufe bestens bestanden. Nun geht es um die Fertigstellung des Außenspielplatzes, des Behinderten-Parkplatzes und um Abschlussarbeiten an der Aussichtsterrasse auf dem Empfangsgebäude“, beschreibt Maxi Rühlmann, Marketingverantwortliche des BÄRENWALD Müritz die wesentlichen Restarbeiten. Ansonsten kann sich das neue Gesamtensemble wirklich sehen lassen. Das Besucherzentrum bietet den Gästen ein modernes Bio-Bistro, einen „Boulevard der Region“ mit vielen Produkten von regionalen Anbietern, eine Aussichtsplattform mit Blick über den Wald, neue In- und Outdoor-Spielmöglichkeiten für Kinder, Schulungsräume für Gruppen in der Bären-Akademie und eine interaktive Tierschutzecke mit Informationen rund um die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, die den BÄRENWALD Müritz betreibt. 

                                       

                                      Ein kleiner Rundgang zeigt die Vielfalt der Angebote im neuen Besucherzentrum. Das Bio-Bistro punktet mit vegan-vegetarischen Gerichten. Neu im Foyer ist ebenso ein Café sowie eine Bärenbibliothek, wo sich Interessierte in die Bärenwelt einlesen können. 

                                       

                                      Besondere Aufmerksamkeit weckt bei den Besuchern im Haus der „Boulevard der Regionen“ - der gewissermaßen eine Ladenzeile regionaler Produkte darstellt. „Bei der Auswahl der Angebote kam es uns vor allem darauf an, möglichst ausschließlich Produkte regionaler Manufakturen zu präsentieren. Auch sollten die natürlichen Rohstoffe dazu aus der Region kommen. Und vor allem sollten es keine Massenprodukte sein“, macht Maxi Rühlmann deutlich. Und so fällt es auch angenehm ins Auge, dass in den Regalen kein Kitsch, sondern wirklich ausgesuchte Ware zu finden ist. 

                                       

                                      So zum Beispiel der Honig und der Honiglikör von hiesigen Imkern oder die Kräuter, der Tee und die Naturkosmetik von einheimischen Kräuter-Spezialisten. „Ein 'Renner' ist auch unser frisch gerösteter Kaffee aus Lupinen, der eine koffeinfreie gesunde Alternative zu herkömmlichem Kaffee ist und sich zunehmender Beliebtheit erfreut“, schwärmt die Marketingverantwortliche. In weiteren Regalen sind edler Gin, Honigmet und diverse Liköre aus natürlichen Rohstoffen zu finden. „Wie schon gesagt – der Boulevard der Regionen hat einiges zu bieten. Ob Schokolade und fruchtige Aufstriche, Seife aus Adamshoffnung, Keramik aus Waren, Schmuck-Kollektionen aus Rostock oder Säfte aus dem Wangeliner Garten – die Angebotsvielfalt der regionalen Manufakturen ist groß“, zählt Maxi Rühlmann auf. Natürlich kann man auch Souveniers aus dem BÄRENWALD mitnehmen, die unter dem Namen 'designed by BÄRENWALDMüritz' hauseigen entworfen wurden. 

                                       

                                      Und so entwickelt sich der BÄRENWALD Müritz immer weiter zu einem informativen Tierschutzerlebnis für alle Altersklassen. Erst im vergangenen Jahr konnte ein interaktiver Naturentdeckerpfad eröffnet werden. Er nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die „wilde Vergangenheit“, zeigt die historische Verbreitung der Bären in Europa auf und vermittelt umfangreiches Wissen über diese Tiere. 

                                       

                                      „Elf Jahre existiert der BÄRENWALD Müritz jetzt und ist als Westeuropas größtes Bärenschutzzentrum inzwischen zu einer Institution geworden. Längst ist der BÄRENWALD Müritz zum Aushängeschild der Tourismus-Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte und Mecklenburg-Vorpommerns aufgestiegen“, betont Maxi Rühlmann ganz stolz.

                                       

                                      Lothar war der erste Braunbär, der zur Eröffnung des Bärenschutz-zentrums am 13. Oktober 2006 hier sein neues Zuhause fand, seine Schwester Sindi folgte nur wenige Tage später. Inzwischen leben 16 Bären auf einer Fläche von 16 Hektar im BÄRENWALD Müritz. „Die Bären haben hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Sie finden eine abwechslungsreiche Landschaft mit Mischwald, Wiesenflächen, Waldlichtungen, Hanglagen und einem natürlichen Wasserlauf vor. Dies sind optimale Voraussetzungen für Braunbären, ihr natürliches Verhalten wiederentdecken und ausleben zu können“, freut sich die Marketingverantwortliche. Denn in ihrem bisherigen Leben hatten die Bären meist keine artgemäßen Lebensverhältnisse. Auf wenigen Quadratmetern im Zoo eingepfercht, im Zirkus oder aus privater Haltung kamen sie hierher und brauchten einige Zeit, um wieder zurück in ihre natürlichen Lebensverhältnisse zu finden. 

                                       

                                      Eine Entdeckungsreise in den BÄRENWALD Müritz lohnt sich für die ganze Familie. Der BÄRENWALD Müritz ist täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 16 Uhr.  

                                       

                                      Fotos: Bernd Wüstemann

                                       

                                      BÄRENWALD Müritz gGmbH

                                      Am Bärenwald 1

                                      17209 Stuer

                                      Telefon: 039924 79118

                                      E-Mail: info@baerenwald-mueritz.de

                                      www.baerenwald-mueritz.de



                                        letzte Änderung: - 21.09.2017 15:53

                                        „Lütte Meierie“ Kratzeburg - Leben und arbeiten auf dem Dorf

                                        Kratzeburg (bw). Das kleine Dorf Kratzeburg hat in den letzten Jahren eine stetige Entwicklung als Tourismus-Standort genommen. Als Eingangs-Tor zum Müritz-Nationalpark bietet es den Urlaubern und Touristen vielfältige Abwechslung und Entspannung.  Gewachsen ist auch das Angebot an regionalen Produkten aus Fischerei und Landwirtschaft. Dazu gehört auch die „Lütte Meierie“  in der Dorfstraße 5. Hier bieten seit 2011 Eike Berkholz und Martin Lüdemann landwirtschaftliche Produkte aus eigener Herstellung in Direktvermarktung an. 

                                         

                                        „Neben frischer Weidemilch gibt es bei uns Schnittkäse und Quark, als auch das so genannte 'Weihnachtsgefügel' wie Flugenten, Hausenten und Gänse“, zählt Martin Lüdemann auf. Letzteres natürlich auf Vorbestellung dann für die Weihnachtszeit. Aktuell ist aber besonders das leckere Softeis aus eigener Produktion gefragt. Und auch der Bienenhonig von eigenen Bienenvölkern erfreut sich guter Nachfrage. 

                                         

                                        Als „Milchproduzenten“ stehen etwa ein dutzend behornte Kühe der Rasse Angler alter Zuchtrichtung auf der Weide. Diese Milchviehrasse, die ursprünglich aus dem Raum Jütland stammt, ist heutzutage sehr selten geworden und steht auf der Roten Liste der bedrohten Haustierrassen. „Die Milchviehhaltung ist quasi der Schwerpunkt unseres kleinbäuerlichen Familienbetriebs. Unsere Kühe werden auf der Weide gemolken und die Milch direkt bei uns verarbeitet. Die Tiere selbst bleiben deutlich länger bei uns als in den größeren Betrieben, die auf Hochleistungs-Milchproduktion setzen. Da halten wir uns an die alte Bauernregel, die da sagt: 'Junge Hühner, alte Küh – das sind des Bauern liebstes Vieh'. Immerhin sind sechs von neun Rindern bei uns älter als acht Jahre“, fügt Martin Lüdemann schmunzelnd hinzu. Neben den Rindern, Enten und Gänsen beleben den Hof des weiteren noch ca. 40 Hühner und fünf Schweine. Allen Tieren wird ausreichend Auslauf gewährt und sie werden mit abwechslungsreichem Futter „verwöhnt“. Dazu zählt auch die bei der Milchverarbeitung anfallende erhebliche Menge an Molke, die als Nahrung für die jungen Ferkel hervorragend geeignet ist und zu einem guten Wachstum sowie Wohlbefinden derselben führt. Ausreichend Platz, gute Einstreu im Stall und ein ebenfalls dazugehöriger Auslauf im Freien lassen Stress und Langeweile gar nicht erst aufkommen. Im darauffolgenden Winter werden die Schweine dann geschlachtet und ebenfalls zu qualitativ hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren weiterverarbeitet. Für die Verarbeitung des Fleisches sowohl vom Rind als auch Schwein wurde ein Schlachter in Lychen gefunden. 

                                         

                                        Und im September wird die Angebotspalette der „Lütte Meierie“ erneut erweitert, denn dann wird eine hauseigene Mosterei eröffnen. „Dann können die Leute beispielsweise mit ihren Äpfeln zu uns kommen, die wir dann hier direkt vor Ort mosten.

                                         

                                        Die Vielfalt an Möglichkeiten und die Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Komponenten des kleinen Betriebes sind es, die Martin Lüdemann an seiner Arbeit begeistern. „Es geht darum, den kleinen Hof mit Leben zu erfüllen, ihn Stück für Stück weiter zu entwickeln und trotzdem dabei überschaubar zu halten“, sagt der studierte Landwirt.  „Bio ist nicht so wichtig – nachhaltig und regional dagegen unbedingt. Es sind die Arbeit im Dorf und die regionale Wertschöpfung, auf die es ankommt“, ist Lüdemann überzeugt. Dabei - so der studierte Landwirt - sollte man trotzdem auch mal ausgetretene Wege verlassen und seinen Blick über den Tellerrand werfen.

                                         

                                        Die gesamte Angebotspalette aus eigener Produktion sowie ein Bio-Sortiment aus dem Naturkosthandel findet sich inzwischen im kleinen Hofladen auf dem Grundstück. Der Hofladen entstand aus einer alten Autogarage und fügt sich in das gemütliche Ensemble nahtlos ein. Tische im Freien als auch im Geschäft laden zum Verweilen. Überall ist auch Platz für eine gemütliche Pause bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen mit Blick auf  Kälbchen, Hühner und Gänse auf der Wiese hinter dem Laden. 

                                         

                                        2009 übernahmen Eike Berkholz und Martin Lüdemann die Nachfolge auf dem einstigen Fischerhof. Landwirtschaft mit Tierhaltung war seinerzeit fast zum Stillstand gekommen. Für die jungen Leute stand die Frage – wie weiter mit dem Hof? Der Sanierungsbedarf war enorm. Dennoch stellten sich die Beiden der Aufgabe und das Ergebnis zeigt, dass es der richtige Weg war. „Mein Wunsch war es schon immer, selbstständig zu sein und eine kleine Landwirtschaft zu betreiben. Immer mit der Maßgabe, als Direktvermarkter aufzutreten und nicht von Zwischenhändlern abhängig zu sein. So können wir unseren Kunden immer mit Ehrlichkeit und Vertrauen entgegen treten und für unser Produkt einstehen – dazu braucht es keine Siegel“, macht Martin Lüdemann deutlich.

                                         

                                        Geöffnet hat die „Lütte Meierie“ von Mai bis August, täglich 14 bis 18 Uhr; im September und Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

                                         

                                        Fotos: Bernd Wüstemann

                                         

                                        „Lütte Meierie“

                                        Dorfstraße 5

                                        17237 Kratzeburg

                                        Telefon: 039822 20202

                                        E-Mail: kontakt@luette-meierie.de 

                                        www.luette-meierie.de




                                          letzte Änderung: - 22.08.2017 16:37

                                          Kaffeerösterei „Bohn' aparte“ - Die Welt des Kaffee's

                                          Neustrelitz (bw). Ein angenehmer Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen liegt schon vor dem Alten Kornspeicher am Neustrelitzer Hafen in der Luft. Beim Betreten der Kaffeerösterei von Carolin Töllner verstärkt sich dieses Dufterlebnis und auch der Appetit auf einen frisch gebrühten Kaffee des Hauses wächst. Seit gut vier Jahren betreibt Carolin Töllner inzwischen ihre Kaffeerösterei im Alten Kornspeicher am Zierker See und ist wohl Mecklenburg-Vorpommerns erste Chef-Diplom-Kaffee-Sommeliére und Röstmeisterin überhaupt. Ihr Handwerk hat sie in der Kaffee-Metropole Wien im Wiener Institut für Kaffee-Experten vermittelt bekommen. Dort lernte sie, was Kaffee ist, wo er herkommt, welche Unterschiede es gibt und wie man ihn verkostet. Darüber hinaus wird den Teilnehmern das Rösten der braunen Bohnen beigebracht sowie alles Wichtige über Herkunft, Anbauländer, sowie Kaffeezubereitungsarten und Kaffeerezepte vermittelt. „Die Ausbildung in Wien hat mir viel Fachwissen mit auf den Weg gegeben. Auch habe ich zahlreiche Kontakte in die 'Kaffee-Welt' knüpfen können, was mir bei meiner Selbstständigkeit sehr geholfen hat“, sagt die junge Frau. 

                                           

                                          Zwischendurch schaut sie immer wieder mal zu ihrem Trommelröster, der schon geraume Zeit am Arbeiten ist. Ein Blick in den so genannten Probenzieher verrät ihr, wie weit der Röstvorgang gediegen ist. „Die Trommelröstung ist die klassische Art der Röstung. Dabei werden kleine Mengen Rohkaffee in einer sich drehenden Trommel von außen erhitzt und dann langsam mit Luft abgekühlt, sodass eine besonders gleichmäßige und schonende Erhitzung möglich ist.  Anders als bei der sogenannten Industrieröstung wird bei der Trommelröstung nicht in extrem kurzer Zeit mit sehr hohen Temperaturen geröstet. Meine Rösttemperatur liegt um 195 Grad Celsius. Dabei entstehen keine Gerbsäuren und der Kaffee ist dadurch sehr bekömmlich und aromatisch“, verrät Carolin Töllner. 

                                           

                                          Der Röstvorgang ist nun beendet und die Bohnen können für die weitere Verwendung abgefüllt und verpackt werden. Die heutige Charge geht an das Café im Antik-Speicher Plau-Appelburg. Zum Kundenkreis zählen darüber hinaus zahlreiche weitere Cafés, Hotels und Restaurants sowie auch der Lebensmittel-Discounter Edeka Neustrelitz. „Meine Kunden schätzen vor allem die Qualität des stets frisch gerösteten Kaffees und die Tatsache, dass es sich um ein regionales Endprodukt handelt, auch wenn die rohen Kaffeebohnen teilweise einen langen Weg zu uns zurück legen mussten“, macht die Fachfrau deutlich. Tatsächlich liegen die Anbaugebiete der von ihr verwendeten hochwertigen Kaffeebohnen durchweg im Hochland ab 1200 Meter von Indien bis Brasilien. Sechs reine Sorten kommen in den Neustrelitzer Trommelröster. 

                                           

                                          Besonders angetan hat es Carolin Töllner ein Kaffeeprojekt zugunsten der Kaffeebauern rund um den Mount Kenya. Damit  soll sichergestellt werden, dass die Kleinbauern dort weiterhin ihren Kaffee anbauen und dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig handeln können. Die Bauern  vor Ort sollen in die Lage gesetzt werden, für sich selbst zu sorgen und für ihre Mühe fair entlohnt werden. „Ich war letzten Dezember selbst dort, um mir ein Bild zu machen, mit den Menschen zu sprechen und eine Plantage auszusuchen, die uns beliefern soll“, erzählt die junge Frau. 

                                           

                                          Natürlich können die Kunden auch hier im kleinen, aber feinen Café „Bohn' Aparte“ im Alten Kornspeicher ihre spezielle Tasse Kaffee genießen, dazu ein Stück Kuchen essen und eventuell auch eine Live-Röstung miterleben. 20 Plätze stehen zur Verfügung, dazu noch einmal gut 30 Plätze auf der Terrasse des Speichers. Das Ganze ist in einem angenehmen Ambiente gehalten, das den Kaffee-Gedanken insgesamt verinnerlicht und für rustikale Gemütlichkeit sorgt. 

                                           

                                          Für den eiligen Gast stehen die sechs reinen Kaffeesorten „Santos“, „Guatemala“, „Sidamo“, „Limu“, „Espresso“ und natürlich „Kenya“ zur Mitnahme bereit - ebenso wie die „Neustrelitzer Mischung“ und die „Speicher-Mischung“, die einen etwas kräftigeren Geschmack aufweist. Ganz neu im Angebot ist jetzt aus Nepal der „Mount Everest“. 

                                           

                                          Auch was die Verpackung betrifft, hat Carolin Töllner die Umwelt im Blick. Ihre Kaffee-Tüten sind verschließbar und können nach Verbrauch des Kaffees für die nächste Füllung erneut verwendet werden. Dazu gibt’s sogar noch einen Bonus. „Unser Kundenkreis wächst stetig. Nicht nur Neustrelitzer holen sich hier ihre Kaffee-Spezialität, auch aus dem näheren Umfeld und Urlauber aus der ganzen Republik sind unsere Kunden. Daher haben wir uns entschlossen, künftig unsere Produkte auch über einen Online-Shop zu vertreiben“, informiert die Kaffee-Expertin.

                                           

                                          Wer nicht genug vom Kaffee haben kann, dem sei eine Schulung mit Carolin Töllner empfohlen, die unter dem Titel „Einstieg in die Welt des Kaffee's“ steht und neben Informationen zum Kaffee selbst auch eine Show-Röstung sowie Kaffee-Verkostung umfasst. Es sollten acht bis zwölf Personen an einer solchen Schulung nach Terminabsprache zusammen kommen.

                                           

                                          Fotos: Bernd Wüstemann

                                           

                                          „Bohn´aparte“ im Alten Kornspeicher

                                          Am Stadthafen 5

                                          17235 Neustrelitz

                                          Tel.: 03981 - 2629646

                                          Mail: kornspeicherstrelitz@googlemail.com

                                          www.alterkornspeicher.de




                                            letzte Änderung: - 22.08.2017 16:24

                                            Die Meck-Schweizer kommen - Regional verbunden

                                            Gessin (bw). Erzeugnisse aus der eigenen Region erfreuen sich inzwischen zunehmender Nachfrage. 

                                            Das wundert auch nicht, denn bei solchen Produkten weiß man zumindest, wo sie herkommen, dass sie frisch und gesund sind und dass nur kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher zurückgelegt werden. Der Trend in Richtung Regionalität entsteht aus dem Verlangen nach Überschaubarkeit und Sicherheit in einer immer stärker globalisierten und anonymisierten Welt und dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit des Handelns in einem komplexen System. Doch wie bekommt man die regionalen Akteure wie Erzeuger und Vermarkter zusammen? Dieser Frage hat sich eine Initiative in der Mecklenburgischen Schweiz im kleinen Ort Gessin gewidmet. Hier gibt es einen Dorfladen, in dem 2014 im Rahmen einer Festwoche die Nordkirche aufgerufen hatte, in der Fastenzeit sieben Wochen von regionalen Produkten zu leben. Es stellte sich heraus, dass eigentlich nur wenige Produkte aus der Region kommen und auch deren Beschaffung sich schwierig gestaltete. Unternehmer der Region schlossen sich deshalb mit der Idee zusammen, regionale Warenkreisläufe zu ermöglichen und zu fördern. 

                                             

                                            „Die Grundidee der Regionalvermarktung ist die Steigerung der Wertschöpfung in der Region, der Erhalt von Arbeitsplätzen, eine intakte Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Nahversorgung und der Erhalt eines vielfältigen Kulturraumes. Die Regionalvermarktung bringt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure zusammen“, sagt Dörte Wollenberg. Sie ist die  Vorstandsvorsitzende der  Einkaufs- und Liefergenossenschaft, kurz ELG Mecklenburgische Schweiz eG und organisiert das Zusammenwirken der Wirtschaftspartner.  „Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aus Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Gastronomen in der Mecklenburgischen Schweiz auf- und auszubauen. Der Handel unter dem Warenzeichen 'Meck-Schweizer' ist vor wenigen Tagen nun online gegangen und wir hoffen auf eine rege Zusammenarbeit“, freut sich Dörte Wollenberg.

                                             

                                            Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll. Denn es profitieren alle Akteure in der Region davon. Erzeuger und Verarbeiter haben einen zusätzlichen Absatzweg vor ihrer Haustür und erhalten faire Preise. Das verarbeitende Gewerbe, Handel und Gastronomie können unkompliziert regionale Zutaten und Erzeugnisse beschaffen. Die Verbraucher werden durch ein größeres Angebot bei ihrer Entscheidung für frische und regionale Ware unterstützt. Dabei sind die Produkte aus der Mecklenburgischen Schweiz durch das Warenzeichen „Meck-Schweizer“ zudem leicht zu erkennen. „Und letztlich profitiert die ganze Region, wenn die Wertschöpfung vor Ort bleibt und die Identität der Region gestärkt wird“, ist sich die Vorstandsvorsitzende sicher.

                                             

                                            Rund 40 Interessenten sind nun an den Start gegangen, um die Regionalvermarktungsidee mit Leben zu erfüllen. Als ideeller Partner der Initiative steht ihnen das Regionalbündnis Mecklenburgische Schweiz zu Seite, in dem engagierte Menschen der Region als Unterstützer und Förderer Mitglied sind. Und für die Logistik – sprich den Transport der georderten Waren - wird die Meck-Schweizer GmbH den Verbund unterstützen. Die GmbH organisiert den Transport mit solarstromgetriebenen Kühlfahrzeugen. Am Standort Gessin ist hierfür ein Schnellladesystem für Elektrofahrzeuge mit zugehöriger Photovoltaikanlage und Speichersystem installiert.

                                             

                                            Wie die Regionalvermarktung in der Mecklenburgischen Schweiz nun funktioniert, erklärt Dörte Wollenberg am Computer: „Die Angebote und die Nachfrage von regionalen Waren werden auf unserer Internet-Handelsplattform zusammengeführt. Erzeuger und Verarbeiter bieten hier ihre Produkte an und können auf der Plattform regionale Zutaten per Mausklick einkaufen bzw. Bestellungen auslösen. Endverbraucher können hier nicht bestellen, sie erhalten die Waren anschließend im Einzelhandel und in der Gastronomie.  Die Plattform ist nur für Erzeuger und Verarbeiter mit Gewerbeschein oder Einkaufsgemeinschaften nutzbar“.  

                                             

                                            Innerhalb von 24 Stunden soll dann die Lieferung am Bestimmungsort angekommen sein. Die Handelsplattform wickelt den Vorgang übrigens ohne Zwischen- und Großhandel, sondern als direkte Handelsbeziehung der Beteiligten ab. Zusätzlich regelt sie das Bezahlsystem. „Den Betrieb, die Verwaltung und Koordination übernehmen wir als Meck-Schweizer“, verdeutlicht Dörte Wollenberg. Die gebürtige Malchinerin ist auch heute noch eng mit ihrer Region verbunden. Nach ihrem Studium als Agrar-Ökologin in Rostock war sie viele Jahre in der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH tätig, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassene Öko-Kontrollstelle. Die letzten beiden Jahre sogar als deren Geschäftsführerin. „Ökologie und Regionalität liegen mir sehr am Herzen, dafür lohnt es, sich zu engagieren“, schaut Dörte Wollenberg nach vorn. Ein Ziel hat sie dabei schon vor Augen. Ähnlich wie bei der Öko-Kontrolle möchte sie auch für die Regionalvermarktung ein Zertifikat einführen.  „Erster Schritt war es, Leute zusammen zu bringen. Der zweite Schritt soll sein, Regionalität zu definieren und Qualitätskriterien zu erarbeiten, nach denen das Meck-Schweizer-Siegel vergeben wird.“

                                             

                                            ELG Mecklenburgische Schweiz eG

                                            Dörte Wollenberg

                                            Gessin 7b

                                            17139 Basedow

                                            Tel.: 039957 – 299818

                                            www.meck-schweizer.de




                                              letzte Änderung: - 21.07.2017 12:35

                                              SIMAGI Alpaka GbR - Weich wie ein Kuscheltier

                                              Strasen (bw). Fachleute wissen: Wer sich einmal näher mit Alpakas beschäftigt hat, der kommt meist nicht mehr von ihnen los. Die faszinierenden Tiere verbreiten einen besonderen Zauber. „Alpakas sind genügsam, sind neugierig, haben einen gutmütigen Charakter und sind einfach zu halten“, weiß Gisbert Henning, einer der Geschäftsinhaber der SIMAGI Alpaka GbR. Bei einem Patientengespräch im Jahr 2005 stieß der damals noch beruflich aktive Allgemeinmediziner auf die Tiere. „Ein ortsansässiger Biobauer erzählte mir seinerzeit von einer möglichen Alternative für seinen Hof und sprach von Alpakas. Was sind wohl Alpakas? Also recherchierte ich im Internet und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Wenig später starteten wir mit sechs Tieren unsere Alpaka-Zucht“, erinnert sich Gisbert Henning. Heute stehen auf den Weiden in Strasen und auf dem Gelände der Seniorenresidenz am Woblitzsee gut 200 ausgesuchte Tiere.

                                               

                                              Das Ursprungsland der Alpakas ist Südamerika, doch mittlerweile sind die Tiere auch in Australien, Neuseeland und Nordamerika anzutreffen. Sie gelten als eine der ältesten Nutztierrassen und gehören zur Familie der Neuweltkameliden. Infolge der Kreuzungen der verschiedenen Rassen sind nur etwa 10- bis 20 Prozent der Alpakas reinrassig.  „Das ist somit auch der entscheidende Faktor für die Zucht, denn eine hohe Qualität der Wolle muss das Ziel sein“, sagt Simone Rebom, die gemeinsam mit ihren Eltern und Ehemann Marco das Familienunternehmen SIMAGI GbR betreibt. „Wir lassen die Qualität unserer Fasern in speziellen Labors in den USA testen. Unsere Alpaka-Wolle wird nicht gefärbt, sie wird Naturfarben belassen und verarbeitet. So zum Beispiel zu Luxusbetten. Wir verwenden dabei nur  A-Wolle, welche höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Die Alpakafaser und der Bezugsstoff sind reine Naturprodukte, ohne chemische Bearbeitung. Als Bezugsstoff wird ausschließlich 100-prozentig Baumwolle Feinbatist verwendet. Damit sind die Betten bestens geeignet für Allergiker. Und schließlich wird natürlich auch Alpaka-Wolle produziert, aus der zahlreiche Textilien wie beispielsweise Mützen, Schals oder Pullover gefertigt werden“, macht Simone Rebom deutlich. Derartige Angebote sind übrigens im eigenen Hofladen in Strasen erhältlich, der jeweils dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Aber auch auf anderen Märkten der Region sind Erzeugnisse der SIMAGI GbR zu finden.

                                              Experten schätzen, dass es etwa 22 reine Naturfarben und über 60 Schattierungen gibt. Vor der Verarbeitung der Faser steht allerdings erst einmal das Scheren. Einmal im Jahr müssen die Tiere diese Prozedur über sich ergehen lassen – in der Regel im Frühjahr. „Zunächst haben wir das selbst gemacht. Für einen Alpaka habe ich im Durchschnitt 20- bis 25 Minuten gebraucht. Seit unsere Zuchtherde über 60 Tiere hatte, haben wir einen Profi aus Neuseeland  für das Scheren organisiert. Dieser Spezialist braucht sage und schreibe 2 ½ Minuten für ein Tier, und das in professioneller Qualität. So schafft er gut 100 Tiere am Tag. Da kommt man aus dem Staunen nicht heraus“, bemerkt Gisbert Henning mit einem Schmunzeln.

                                               

                                              Doch nicht nur die Faser der Alpakas ist gefragt. Auf Grund ihres umgänglichen, freundlichen Charakters eignen sich die Tiere auch sehr gut zum Einsatz bei der tiergestützten Therapie. Die dabei oft gestellten Fragen zu den Tieren sind: „Spucken Alpakas auch?“ oder „Beißen Alpakas?“  „Grundsätzlich spucken alle Kameliden. Allerdings nutzen die Alpakas das Spucken nur als Mittel zur Verteidigung, jedoch hauptsächlich im Kampf um die Rangordnung innerhalb des Herdverbundes. Und was das Beißen anbetrifft, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Alpakas nehmen als Nahrung nur Gras und Heu zu sich und haben daher kaum Zähne, um richtig zubeißen zu können“, erklärt Gisbert Henning.  

                                               

                                              Inzwischen zählt die Alpaka-Zucht SIMAGI Alpaka GbR zu den führenden Zuchtbetrieben in Deutschland. Bei Präsentationen auf der MELA und auf zahlreichen Alpaka-Zuchtshows mit europaweiter Konkurrenz  bringt das Familienunternehmen mit ihren Tieren stets Anerkennungen und namhafte Preise mit nach Hause. So auch zu Jahresbeginn 2017, als bei der vom Alpaka Zucht Verband Deutschland organisierten Alpakashow in Alsfeld grandiose Erfolge erzielt wurden und der Pokal „Best of Show“  an das Familienunternehmen ging. Dazu gab es weiterhin in den unterschiedlichen Bewertungssparten der Farbabstufungen zahlreiche Pokale für die Strasener Alpakas. „Dabei werden die Tiere von international erfahrenen Richtern begutachtet. Wichtige Entscheidungsfaktoren sind unter anderem der Körperbau, das Gebiss und vor allem die Vlies-Eigenschaften wie Feinheit, Dichte und Glanz“, erzählt Gisbert Henning. 

                                               

                                              Für die Alpakas anderer Züchter bietet die SIMAGI GbR einen Deckservice an und Interessenten können sich für ein Alpaka-Trekking anmelden. Auch werden Beratungen und Schulungen angeboten, um Unterstützung für den Aufbau einer eigenen Herde zu geben. Mehr dazu gibt’s auf der Homepage der SIMAGI GbR.

                                               

                                              Zum Schluss klären wir noch die Frage zum Firmennamen – was steht für SIMAGI? Nein, nicht der Name einer besonderen Alpaka-Rasse, sondern nur einfach eine Kurzform der Vornamen der Begründer: Simone, Marco und Gisbert.

                                               

                                              SIMAGI Alpaka GbR

                                              Zur Flake 4

                                              17255 Wesenberg OT Strasen

                                              Tel.: 0171 8059747




                                                letzte Änderung: - 21.07.2017 12:01

                                                MÜRITZ-WILD - DEUTSCHLANDWEIT GEFRAGT - KLEIN, ABER FEIN

                                                Waren (bw). Wild ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch sehr gesund. Das Fleisch von heimischen Wildtieren macht zwar nur zwischen ein und zwei Prozent der jährlich in Deutschland verzehrten Fleischmenge aus. Aber die Tendenz ist steigend. Das bestätigt auch Axel Holst, Inhaber des Unternehmens „Müritz-Wild“. „Waren es lange Zeit vorwiegend ältere Menschen, die Wildprodukte bei uns kauften, gehören inzwischen auch zunehmend junge Leute zum Kundenstamm. Das zeigt, dass einerseits das Thema gesunde Ernährung bewusster in den Köpfen ist und das andererseits Qualität und Geschmack einen hohen Stellenwert haben. Dazu kommt der regionale Faktor, das Wild ist von hier und wird hier verarbeitet“.  „Hier“ ist in diesem Fall die Specker Straße 9 a in Waren, wo das Unternehmen „Müritz-Wild“ seinen Stammsitz hat und die Verarbeitung des Wildes erfolgt. Zulieferer sind die Jäger der Region, das Wild stammt aus umliegenden Wäldern und Ländereien. „Das Wild wird dann angeliefert oder wir holen es ab und verarbeiten es in unserem Betrieb. Vor der Verarbeitung wird das Wild natürlich geprüft, denn wir sind dazu verpflichtet, jedes Wild zuerst untersuchen zu lassen. Das ist eine Erfordernis zur Sicherheit gegenüber unseren Kunden. Und eine Maßgabe, die wir als EU-zugelassener Betrieb zu erfüllen haben – ebenso wie die in unregelmäßigen Abständen erfolgenden Betriebskontrollen in hygienischer Hinsicht“, beschreibt Axel Holst die Abläufe vor der eigentlichen Verarbeitung. 

                                                 

                                                Die Produktpalette ist groß und reicht von Fleisch vom Reh bis zum fertig geschmorten Gulasch vom Wildschwein. „Natürlich bieten wir auch Salami, Mettwurst von Hirsch und Reh oder Schinken, Leberwurst und Knacker vom Wildschwein an. Außerdem sind auch Buletten oder Speck erhältlich. Und wir bieten auch die Möglichkeit, ein Grillschwein für Feste und Feiern bei uns zu bestellen“, zählt Axel Holst auf.  

                                                 

                                                Erhältlich sind die Angebote im Hofladen in der Specker Straße direkt neben der Manufaktur. „In unserem Hofladen verkaufen wir unser Wildfleisch und unsere Wildwurst direkt an unsere Kunden. Je nach Saison variieren wir dabei unser Angebot und bieten wechselnde Wildspezialitäten. Auch Präsentkörbe stellen wir bei Vorbestellung nach Wunsch zusammen“, lädt Ilona Holst, Ehefrau des Unternehmers zu einem Einkauf in den Hofladen ein, der jeweils donnerstags und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. 

                                                 

                                                Aber auch an den übrigen Wochentagen sind Wildspezialitäten in Waren erhältlich. Denn die Edeka-Märkte auf dem Papenberg, dem Marktplatz, der Teterower Straße und in Waren-West haben diese im Angebot. „Ansonsten sind natürlich Hotels und Gaststätten sowie der Großhandel unsere Kunden – und das deutschlandweit“, macht Axel Holst nicht ohne Stolz deutlich. Im unmittelbaren Umfeld gehören unter anderem das „Kleine Meer“, „Paulshöhe“ und das Schlosshotel Göhren Lebbin zu den Kunden.  Spitzenköche aus Deutschland wie Johann Lafer oder Joachim Wissler zaubern ihre Kreationen mit Müritz-Wild aus Waren. Und so haben die Mitarbeiter um Axel Holst täglich viel zu tun. Jährlich werden hier inzwischen mehr als 200 Tonnen Wildfleisch verarbeitet. Das Thema Bio-Fleisch ist für Axel Holst eher nicht relevant. „Das ist vom Menschen nicht beeinflussbar. Die Tiere halten sich nicht an Grenzen oder an die Frage, welches Futter kann ich fressen. Sie nehmen das, was schmeckt und wo es schmeckt. Im Grunde sind Wildtiere bionah, denn sie sind an der frischen Luft, haben viel Bewegung – was dem Fleisch gut tut – und sie nehmen natürliche Nahrung zu sich. Da unterscheiden sie sich auch deutlich von Wildtieren aus Gatterhaltung“, ist sich Holst sicher.

                                                 

                                                In der Schonzeit wird natürlich nicht gejagt, dann veredeln die Fleischer das Wild, was in den großen Kühlhäusern gelagert wird. Gern wird dann auch an der Produktentwicklung gefeilt, neue Zusammenstellungen werden erprobt. „Dabei verwenden wir nur wenige Zusatzstoffe – nur dort, wo es unbedingt erforderlich ist. Auch wird bei uns nichts gemischt mit anderen Fleischsorten – unser Kunde erhält reines Wildfleisch“, macht Axel Holst deutlich. 

                                                 

                                                Axel Holst ist seit 35 Jahren selbst Jäger und kennt sich so auch bestens mit den Jagdgepflogenheiten und -rechten aus. Er war früher im Forstbetrieb tätig und hat ein Großteil des Wissens über das jagdliche „Handwerk“ von seinem Vater erhalten. „Nachdem ich zunächst als Mitarbeiter in der Firma mit der Wildverarbeitung am Standort tätig war, trafen meine Frau Ilona und ich im Jahr 1998 die Entscheidung, uns Selbstständig zu machen. Wir erwarben das Grundstück von der Stadt Waren und begannen zügig mit den Um- und Ausbauarbeiten zu einem Wildzerlege- und Verarbeitungsbetrieb“. „Wir haben damals quasi mit nichts angefangen und wir sind immer noch da“, beschreibt Ilona Holst den nicht leichten Weg. „Ich denke, wir haben damals die richtige Entscheidung getroffen. Auch was den Standort betrifft. Und es bestätigt sich meine Haltung 'lieber klein, aber fein'“, ergänzt Axel Holst.

                                                 

                                                 

                                                Fotos: Bernd Wüstemann

                                                 

                                                Müritz-Wild

                                                Inh. Axel Holst

                                                Specker Straße 9a

                                                17192 Waren (Müritz) 

                                                Tel.: 03991 662787

                                                E-Mail: info@mueritz-wild.de

                                                www.mueritz-wild.de




                                                  letzte Änderung: - 03.07.2017 10:40

                                                  GOURMETHOF BELOW - REGIONAL UND BIO-LOGISCH

                                                  Meist weisen Sterne den Weg zu den besten Restaurants in Stadt und Land, trotzdem sollte man auch sonst die Augen offen halten. In den kulinarischen Nischen der Seenplatte finden sich Lokale mit einem besonderen Ambiente und  speziellen gastronomischen Angeboten. Perfekt wird das Ganze, wenn auch die in der Küche verwendeten Produkte aus der Region stammen und dazu noch aus ökologischem Anbau stammen. All dies vereint der Gourmethof Below inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

                                                   


                                                  Wer von Neustrelitz aus auf der B 198 in Richtung Wesenberg fährt, kommt nach wenigen Kilometern an den Abzweig Below. Von dort aus sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Gourmethof Below – dem Ziel unserer kulinarischen Reise. Das Restaurant ist im gemütlichen Landhausstil eingerichtet. Rustikales Mobiliar und Lehmwände mit eingezogenen Balken verbreiten eine einladende Gemütlichkeit. Einen Kontrast dazu bilden großformatige Malereien mit verschiedenen Motiven. Die allerdings hängen hier nur zeitweise. „Die Bilder sind Teil unserer kleinen Galerie, in der wir regionalen Künstlern die Möglichkeit geben, abwechselnd ihre Werke auszustellen. Damit zeigt auch unser Lokal immer wieder mal ein anderes Gesicht“, erklärt Rita Dubbe, die Geschäftsführerin des Gourmethof Below. Die Terrasse des Restaurants lädt die Gäste zum Verweilen mit Blick auf den Kräutergarten, die umliegenden Wiesen und Teile der Tiergehege. 


                                                  Das kulinarischen Angebot des Gourmethof Below ist vielfältig und regional geprägt.. „Wir haben einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb, mit dem wir das Futter für unsere Tiere produzieren, die Tiere selbst züchten und auch die 'Zutaten' wie Gemüse und Kräuter selbst aufziehen. Bei uns lautet das Motto 'Bio- Logisch' – und das in fast allen Bereichen“, macht Rita Dubbe deutlich. Nicht von ungefähr trägt der Gourmethof Below auch das Bio-Zertifikat DE-ÖKO-034 der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassenen Öko-Kontrollstelle. „So sind wir in der Lage, unseren Kunden herkunftsgesichertes Fleisch aus kontrollierter Aufzucht anzubieten. In unserem Landwirtschaftsbetrieb, der seit 2002 unter Öko-Kontrolle steht, werden Damwild und  Angus-Rinder gezüchtet, von deren artgerechter Haltung sich die Besucher vor Ort überzeugen können. Die Tiere bekommen hofeigenes Futter, ohne Wirkstoffzusätze wie Antibiotika oder Masthilfsmittel. Unsere Angusrinder verbringen ihr ganzes Leben auf der Weide“, unterstreicht Rita Dubbe.


                                                  Das Hofrestaurant setzt auf erstklassige Küche mit regionalem Schwerpunkt. Die wöchentlich wechselnde Speisekarte orientiert sich an saisonalen Spezialitäten. Traditionen werden bewahrt und der Zeitgeist herein gelassen. Auf der Speisekarte finden sich Fleischgerichte sowohl vom selbst gezogenen Angusrind, vom Huhn oder auch von Damwild aus eigener Aufzucht. Selbst die Kartoffeln werden im eigenen Betrieb geerntet. Was nicht selbst produziert wird, kommt von zertifizierten Bio-Betrieben aus der unmittelbaren Nachbarschaft.


                                                  Auch Brote, Torten und Kuchen werden selbst gebacken. Hier wechselt das Angebot ebenfalls regelmäßig abhängig von der Saison. „Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit Transparenz zu schaffen. Die Leute sollen sehen, das bei uns tatsächlich Gesundes produziert und gekocht wird“, sagt Rita Dubbe. Das gilt ebenso für den Hofladen, der sich unmittelbar an das Restaurant anschließt. „Zwischen der Küche und dem Hofladen besteht eine unmittelbare Verbindung. Denn die Produkte des Hofladen-Angebotes finden ebenso in unserer Küche Verwendung“, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Das bedeutet, dass beispielsweise auch Tee, Holunderblütensirup, Fruchtaufstriche, Chutneys, Pesto oder heimische Bio-Limonaden selbst produziert und angeboten werden.  Und das sowohl im Hofladen als auch im Restaurant. Weitere Angebote des Hofladens sind unter anderem Frischfleisch und diverse Wurstsorten von Wild und Rind.  Die Tiere kommen aus der eigenen Zucht und werden in einer Bio-Schlachterei in Nordbrandenburg fachgerecht zerlegt und weiter verarbeitet. 


                                                  „Gegenwärtig sind wir dabei, einen Online-Shop für unsere Produkte aufzubauen. Das ist allerdings ein komplexes Thema, was mir noch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Dabei spielen zahlreiche Faktoren mit hinein wie beispielsweise Bestellmengen, Gewicht, Kühlketten und insgesamt die Warenbestandskontrolle, da diese Produkte auch im Hofladen und im Restaurant Verwendung finden. Das Ganze wird wohl noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, ist sich Rita Dubbe sicher. 


                                                  Auch im Restaurant ist Abwechslung angesagt – und dies nicht nur auf der Speisekarte. Denn immer wieder werden spezielle Events angeboten. „Wir veranstalten insbesondere zur Sommersaison das traditionelle kulinarische „BBQ-Rocks“ & Live-Musik mit Grillbuffet. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, dafür sorgen Bands und Einzelinterpreten aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen, was für Vielfalt und Abwechslung steht.  Ebenso bieten wir thematische Feiertags - Events für Firmen & Familien, Hochzeiten und natürlich individuelle Veranstaltungen für Familien und Firmen“, zählt die Geschäftsführerin auf. Natürlich lohnt auch ein Ausflug in Familie hierher. Denn nicht nur die Tiere, sondern auch der große Spielplatz sind Anziehungspunkte für die kleinen Gäste.


                                                  Fotos: Bernd Wüstemann


                                                  Gourmethof Below

                                                  Belower Straße 2

                                                  17255 Wesenberg/OT Below 

                                                  Tel.: 039832 26582

                                                  Email: info@gourmethof.de

                                                  www.gourmethof.de




                                                    letzte Änderung: - 03.07.2017 10:23

                                                    MÜRITZFISCHER MIT TRADITION UND MODERNE - FISCH VON HIER

                                                    Waren (bw). Was haben Nerz- und Geflügelzucht mit Fischerei zu tun? Eigentlich nicht viel, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So war es auch bei den Müritzfischern in den 60-er und 70-er Jahren, die sich seinerzeit neben dem traditionellen Fischfang auch mit Geflügelzucht, Schilfrohrverarbeitung  und dem Betrieb von Nerzfarmen beschäftigten. Die damals hergestellten „Nebenprodukte“ sind längst Geschichte. „Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme der Entwicklung unseres Unternehmens, welches in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen begeht. Nach dem Motto 'Nichts ist so stetig wie der Wandel' haben sich die Müritzfischer Jahr für Jahr kontinuierlich weiter entwickelt“, macht Sebastian Paetsch, Prokurist des Unternehmens, deutlich. Kernkompetenz der Müritzfischer ist nach wie vor der traditionelle Fischfang und die klassische Teichwirtschaft. Doch gehören inzwischen auch die Direktvermarktung von Produkten, die Belieferung der Gastronomie und touristische Angebote wie Angeltourismus und Ferienwohnungen zum Portfolio des Unternehmens.  

                                                     

                                                     „Unser Fisch kommt zu großen Teilen aus der Mecklenburgischen Seenplatte – ein Garant für gesunde Qualität. Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer ist für uns keine Floskel, sondern gelebte Realität“, sagt Paetsch. Seit April 2015 betreiben die Müritzfischer das FISCH KAUF HAUS direkt neben der Fischmanufaktur. Hier erhält der Kunde nicht nur Fisch aus der unmittelbaren Region, sondern auch internationale Fischspezialitäten. „Im Ladengeschäft kann der Interessent aus etwa 150 verschiedenen Fischprodukten auswählen. In der Manufaktur bzw. deren Kühlkammern lagern etwa noch unzählige weitere“, weiß der Prokurist. Die Bilanz des FISCH KAUF HAUS übertrifft inzwischen zur Freude der Müritzfischer die seinerzeit erhofften Erwartungen deutlich. Wichtiges Standbein ist dank der Digitalisierung auch der Internetversand geworden. Ein breites Angebot von A wie Aal bis Z wie Zander steht zur Auswahl. Frische, Qualität und 24-Stunden-Expressversand sind garantiert. 

                                                     

                                                    Die Müritzfischer bewirtschaften ca. 100 Gewässer mit einer Fläche von über 27000 Hektar. Dazu gehören unter anderem die Müritz, der Plauer See, der Kölpinsee, der Fleesensee und der Tollensesee. „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur Fischer, sondern auch Entertainer. Sie vermarkten unseren Fisch auf den Fischerhöfen, aber auch Urlaub am Wasser und Angeltourismus“, kommt Paetsch auf die touristischen Aktivitäten des Unternehmens zu sprechen.  Für den Angelurlaub stehen beispielsweise Ferienwohnungen in Eldenburg, Vipperow, Plau am See und Krakow zur Verfügung. 

                                                     

                                                    Als Referenzbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei. Jüngstes „Kind“ der Fischerfamilie ist dabei die Aquaponik-Anlage. Das Prinzip ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll. Die biologischen Abfallprodukte aus einer Fischzuchtanlage werden für einen zweiten biologischen Prozess als Nährstoffquelle für die Produktion von Tomaten im Gewächshaus eingesetzt. Das fördert das Pflanzenwachstum, führt zu einer teilweisen Reinigung des Fischzuchtwassers und durch die Nutzung von Energie aus der Kühlanlage wird noch Energie aus dem Netz gespart. In der Versuchsanlage, in der gegenwärtig Welse aufgezogen werden, konnten bereits 20 Tonnen Tomaten geerntet werden. 

                                                     

                                                    „Fischers Küche“ heiß die neueste Errungenschaft der Müritzfischer. In guter Tradition werden in diesem Restaurant Fischspezialitäten aus aller Welt angeboten. Zu finden ist „Fischers Küche“ im Müritzeum. 

                                                     

                                                    „Wir haben die ehemalige 'Blaue Perle' übernommen und renoviert. Hier wird es unter anderem auch ein Frühstücksangebot geben. Dann wollen wir an den Wochenenden und zu Feiertagen auch längere Öffnungszeiten bis ca. 22 Uhr anbieten. In der Woche steht das Restaurant zu den Öffnungszeiten des Müritzeums den Gästen zur Verfügung“, fasst Paetsch zusammen. Auf den Fischerhöfen der Müritzfischer können die Gäste fangfrischen Fisch erwerben oder bei einem kleinen Imbiss direkt am Wasser Landschaft und Natur genießen.


                                                    Eine schöne Tradition der Müritzfischer sind die Müritz Fischtage. Wie jedes Jahr zum Beginn des Herbstes dreht sich eine Woche lang wieder alles um den heimischen Fisch, der in unzähligen Variationen probiert werden darf.

                                                     

                                                    Vom 24. September bis 1. Oktober 2017 heißt es wieder: 

                                                    Frische Fische, feine Küche! 

                                                     

                                                    Fotos: Bernd Wüstemann

                                                     

                                                     

                                                    Fischerei Müritz-Plau GmbH

                                                    Eldenholz 42 

                                                    17192 Waren (Müritz)

                                                    Telefon: 03991 15 34-0

                                                    www.mueritzfischer.de




                                                      letzte Änderung: - 03.07.2017 09:54

                                                      Schafscheune – Hofkäserei Vietschow - Lecker „Schwarzes Schaf“

                                                      Vietschow (bw). Unweit von Teterow in der Mecklenburgischen Schweiz liegt eingebettet in weite Felder und  Waldstücke der kleine Ort Vietschow. Eines der markantesten Gebäude im Ort ist eine große Scheune, die heutige Schafscheune. „Ehemals war dies die Scheune eines Rittergutes. Ihr Baustil als 'Durchfahrscheune' mit einem Wall aus gestampften Lehm ist nach Aussage von Fachleuten im Land nur sehr selten anzutreffen“, weiß Claudia Schäfer. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Partner und Lebensgefährten Steffen Honzera hier eine ökologische Landwirtschaft mit Schwerpunkt Milchschafhaltung  und Käserei. Die Schafställe, die Wohnung, das Heulager, die Werkstatt, der Traktorunterstand, die Käserei und eine Ferienwohnung sind alle unter dem riesigen Dach der Schafscheune vereint. 

                                                       

                                                      „Unser 'Kapital' sind unsere Schafe. Sie sind die perfekten Kulturtiere. Wir halten die klassischen deutschen Milchschafe, deren Rasse auf die Ostfriesischen Milchschafe zurück geht“, sagt Claudia Schäfer. In den letzten Wochen haben die meisten Muttertiere ihren Nachwuchs bekommen und so tummeln sich auf den Wiesen rund um die Schafscheune fast 60 Muttertiere mit 120 Lämmern. Abends geht es zurück in die Scheune, wo für die Tiere frisches Heu bereitgehalten wird. Überhaupt haben die beiden Schafzüchter ein sehr enges Verhältnis zu ihren Tieren. Jedes Schaf hat hier seinen Namen. Um dabei die Übersicht zu behalten, wird Jahr für Jahr ein neues Motto für die Namen gewählt. In den letzten Jahren standen so einmal Baum-Namen,  arabische Namen oder Kräuter-Namen zur Wahl und nächstes Jahr sind japanische Namen aktuell. Nach der Geburt kommen Mutti und Lämmchen – meist sind es zwei – erst einmal in ein separates Gehege, um sich aneinander zu gewöhnen. „In den darauf folgenden 45 Tagen bleiben die Kleinen  bei ihren Müttern und werden von ihnen versorgt. Erst dann beginnen wir mit der Nutzung der Milch für unsere Käserei“, erklärt Claudia Schäfer. Diese Nutzung läuft bis in den Spätherbst hinein. Im Winter geben die Tiere keine Milch mehr. In dem knappen halben Jahr der Milchsaison herrscht  allerdings Hochbetrieb in der Käserei. Zweimal am Tag werden die Schafe gemolken, dazu steht ein spezieller Melkstand in der Scheune zur Verfügung. Die Milch wird dann in die Tanks in der Käserei gepumpt. Hier entstehen dann die unterschiedlichsten  Käsesorten, aber auch Joghurt oder Quark sind im Angebot. Während Frischkäse gleich nach Fertigung zum Verzehr bereit steht, müssen Hartkäsesorten erst einmal in verschiedenen Reifekammern lagern, was bis zu sieben Monate dauern kann.

                                                       

                                                      „Die wohl bekannteste Art Schafskäse ist ein Weichkäse. Dieser cremige und milde Käse reift eingelegt in Molke-Salzlake. Wir bieten unseren Weichkäse „natur“ und eingelegt in Öl mit Kräutern an. Auch zum Überbacken oder Füllen von Gemüse eignet sich der Käse - und natürlich ganz klassisch über einen schönen Sommersalat.  Ihren Ursprung hat diese Käsesorte in Griechenland und ist als 'Feta' bekannt. Allerdings ist dieser Name gesetzlich geschützt. Bei uns wird er als 'Weißes Schaf' angeboten“, erläutert die Fachfrau. Im Kontrast dazu steht  „Das Schwarze Schaf“, ein klassischer Schnittkäse. Jung ist er mild und cremig. Je länger er reift, umso fester und würziger wird er. Erst gleicht er dem spanischen „Manchego", später dem italienischen „Pecorino".

                                                       

                                                      Und die Palette reicht weiter von buntem Schnittkäse mit Kräutern wie Paprika, Pfeffer, Petersilie, Zwiebel und Knoblauch, über einen Schnittkäse mit Brennesseln bis hin zu Schnittkäse mit Bockshornkleesamen. „Beliebt ist auch unser Pfannen- oder Grillkäse, der draußen gegrillt, im Backofen oder auch in der Pfanne zubereitet werden kann. Wenn dieser Grillkäse heiß wird, kommt er geschmacklich so richtig auf Touren“, empfiehlt Claudia Schäfer. Für die Fertigung von Frucht-Joghurt werden natürlich frische Früchte aus dem eigenen Garten verwendet. Überhaupt ist hier in der Schafscheune alles „Bio“, denn das kleine Unternehmen ist ein Biolandbetrieb. Vom Gras auf den Wiesen bis hin zum selbst eingebrachten Heu und den Umgang mit den Tieren werden die Richtlinien für einen Biolandbetrieb streng eingehalten. Man ist Mitglied beim Bioland - Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. und im Verband für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM). 

                                                       

                                                      Erwerben kann man den leckeren Schafskäse übrigens direkt auf dem Hof im kleinen Hofladen. „Dafür gibt’s zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber das ist kein Problem, denn wir sind stets auf dem Hof bzw. in der Scheune anzutreffen, denn unsere Schafe sind für uns ein Vollzeit-Job und daher ist immer jemand vor Ort“, sagt Claudia Schäfer. Im Hofladen sind übrigens neben dem Käse auch diverse Wurst- und Fleischsorten sowie Schafsfelle, Schafsmilch-Seifen und Plüschtiere im Angebot.

                                                      Darüber hinaus beliefert die Schafscheune Vietschow verschiedene Hotels, Restaurants und auch Geschäfte wie beispielsweise die „Zwiebel“ in Demmin oder das „Plauder Käseeck“ in Plau am See. „Für letzteres fertigen wir auch Käsesorten nach speziellen Rezepturen an wie Frischkäse mit Rosenblättern oder Ringelblumen“, ergänzt Claudia Schäfer. 

                                                       

                                                      Wer Interesse daran hat, einmal hinter die Kulissen dieses Betriebes zu schauen, dem bietet sich die Möglichkeit an einer Hofführung mit Verkostung teilzunehmen. Ebenso besteht für junge Leute auf dem Schafhof die Möglichkeit mitzuarbeiten, ein Praktikum zu machen, zu WWOOFen oder ein FÖJ abzuleisten. 

                                                       

                                                      Schafscheune - Hofkäserei Vietschow

                                                      Ringstraße 28

                                                      17168 Vietschow

                                                      Telefon: 039976 50 186

                                                      www.schafscheune.de




                                                        letzte Änderung: - 02.05.2017 10:27

                                                        Manufaktur Löwenzahn - Mit allen Sinnen

                                                        Nossentiner Hütte (bw). Wie wäre es zum Frühstück mal mit einem Fruchtaufstrich „Vaccinium vitis-idaea“, „Rubus idaeus“ oder „Cydonia oblonga“?  Keine Panik - hinter den Namen verbergen sich keine „mystischen Marmeladen“ sondern Fruchtaufstriche aus Preiselbeeren, Himbeeren oder hauseigenem Quittensaft – allesamt in der „Manufaktur Löwenzahn“ von Anke Bayler in Nossentiner Hütte höchstselbst produziert.„Überwiegend sind es eigene Rezepte, nach denen ich arbeite. Die Rohstoffe kommen teilweise aus dem eigenen Garten oder der Region. Einige Zutaten muss ich natürlich auch aus anderen Quellen beschaffen, wenn diese hier naturbedingt nicht oder nicht in ausreichender Menge wachsen“, erzählt Anke Bayler. Natürlich sind es nicht nur Fruchtaufstriche, die in der „Manufaktur Löwenzahn“ hergestellt werden. Im umfangreichen Angebot regionaler Spezialitäten der Manufaktur finden sich auch Kräutersalze und Gewürzmischungen, Liköre, Sirup, Essig & Öl sowie süße Verführungen. Ebenso gehören Kräuter- & Blütentees nach manufaktureigenen Rezepturen zur Produktpalette. Dabei werden sie auf Kundenwunsch auch ganz speziell gemischt. Die Vielfalt ist riesig, die Bandbreite der verwendeten Blüten und Kräuter reicht von Melisse, Passionsblume, Brennnessel, Holunderblüten, Sonnenblumenblüten, Kornblumen, Rosenblüten bis Johanniskraut oder Pfefferminze – um nur einige wenige zu nennen. Und ein Teil davon sind selbst geerntet. 

                                                        Dann wird Anke Bayler in der Küche aktiv. Produzieren nach hauseigenen Rezepten oder auch gern mal was ausprobieren. Bei Letzterem fungiert die Familie dann als „Vorkoster“ und genehmigt das Ergebnis – oder auch nicht...

                                                         

                                                        Woher hat Anke Bayler all dieses Wissen um die heimische Natur? „Ein altes Heilpflanzenbuch meines Urgroßvaters und die Geschichten über ihn haben mein erstes Interesse an diesem Feld geweckt. Dann habe ich zu DDR-Zeiten eine Lehre als Köchin gemacht. Dieses Fachwissen ist eine der Grundlagen meiner heutigen Tätigkeit. Nach der Wende habe ich dann mein Abitur nachgeholt und ein Studium als Landschaftsplanerin absolviert. Das ist die zweite Säule meines Wissens, denn dort habe ich viel  botanisches Grundwissen erhalten. Na, und die dritte Säule sind die Erfahrungen, die ich beim Einkochen von allem was der Garten so hergab, bei Besuchen meiner Oma im Sommer und Herbst machen konnte. ??Die Faszination an dem alten Wissen über die Kräuter und die Natur lässt mich nicht mehr los und so bin ich wie viele auf diesem Gebiet eine immer Lernende. Ich besuchte die Freiburger Heilpflanzenschule, verschiedene Seminare bei KUDRA und vieles wird noch kommen“, fasst Anke Bayler zusammen. 

                                                         

                                                        Doch zurück zur „Manufaktur Löwenzahn“. All die vorgenannten Produkte können in dem kleinen Laden in Nossentiner Hütte erworben werden. Es gibt zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber wenn jemand zuhause ist, wird auch geöffnet. „Ansonsten bietet sich natürlich die Bestellung über unsere Internetseite an, die läuft quasi rund um die Uhr“, gibt Anke Bayler zu verstehen. Einheimische und Besucher der Region erhalten die Produkte der kleinen Manufaktur außerdem in Waren im „Tortenhus“, im Nationalpark-Service in Federow oder im Bärenwald Müritz.

                                                         

                                                        Ihre Begeisterung für die Natur und ihre Erfahrungen teilt sie gern auch anderen Menschen mit. „Ich habe festgestellt, dass vielen Menschen in der heutigen Zeit eine gewisse Sehnsucht nach dem Lande, der Natur und damit der Ruhe entwickeln. Einfach mal raus aus dem Stress und mit allen Sinnen die Natur erleben. Ich möchte ihnen dieses Gefühl der Naturanbindung nahe bringen und biete dazu verschiedene Führungen an. Damit einhergehend möchte ich auch Wissen vermitteln und die Wahrnehmung schulen“, beschreibt Anke Bayler dieses Angebot, das sowohl in der Region als auch darüber hinaus gebucht werden kann. Die bisher durchgeführten Führungen in der Natur wurden von Menschen aller Altersklassen begeistert aufgenommen.

                                                        Seit nunmehr neun Jahren ist Anke Bayler mit ihrer „Manufaktur Löwenzahn“ in der Selbstständigkeit. „Ich hatte davor noch einen Bürojob, dann wurde das Ganze aber ziemlich  stressig und ich stand vor der Entscheidung 'ganz oder gar nicht' und habe mich für 'ganz' entschieden und dies bis heute nicht bereut“, sagt sie. Das merkt man der jungen Frau auch deutlich an, sie steht hinter dem, was sie tut. „Es ist gut so, wie es ist“, lautet ihr Fazit.

                                                         

                                                        Wie kam es eigentlich zu dem Namen „Manufaktur Löwenzahn“? „Drei Fakten sprachen für den Namen: Erstens ist Löwenzahn unglaublich widerstandsfähig, er wächst in jeder Fuge. Zweitens bildet er im Mai ein Blütenmeer wie tausend Sonnen und drittens vermitteln die dann fliegenden Samenschirmchen ein Gefühl von Leichtigkeit“, erklärt Anke Bayler mit einem Schmunzeln. 

                                                         

                                                        Im August jeden Jahres lädt übrigens die „Manufaktur Löwenzahn“ zu einem Höhepunkt ein. Dann wird gefeiert - die Fülle des Lebens, der Sommer und alle, die dabei sind. 

                                                        Die Gartentür von Anke Bayler steht an diesem Tag offen, es gibt Musik, schöne Kunst und gutes Essen sowie gute Gespräche - ein Fest für die Sinne. In diesem Jahr sind Freunde und Gäste eingeladen, am 12. August 2017 in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr mit ihr zu feiern. Es gibt Kaffee und Kuchen, Livemusik von Henri Stabel,  schöne Künste von Annett Treike, umrahmt von der Blütenpracht im Garten.

                                                         

                                                        Manufaktur Löwenzahn

                                                        Anke Bayler

                                                        Dorfstraße 32

                                                        17214 Nossentiner Hütte

                                                        Tel.: 039927 76179

                                                        Mobil: 0176 45842709

                                                        www.manufaktur-loewenzahn.de



                                                          letzte Änderung: - 02.05.2017 09:57

                                                          Wangeliner Garten - Was die Natur uns bietet

                                                          Wangelin (bw). Sobald Winterling, Schneeglöckchen und Zwergiris ihre ersten Spitzen durch den Restschnee der Sonne entgegen recken, beginnt im Wangeliner Garten die Saison. Zwar nicht für die Besucher - für sie gibt es noch nicht viel zu sehen – aber für die Akteure vor Ort. Denn sie beginnen nun mit den Vorbereitungen auf den Frühling. Beete, Bäume und Sträucher müssen wieder in eine ansehnliche Form gebracht werden. 

                                                          „Ab April erwarten wir dann wieder unsere Gäste im größten Kräutergarten Mecklenburg-Vorpommerns“, freut sich Gartenleiterin Beate Neumerkel und nimmt uns mit auf einen kleinen Rundgang durch das Gartenareal, welches in neun thematische Abteilungen gegliedert ist und mehr als 900 Pflanzenarten umfasst. „Den größten Bereich nehmen dabei die Heilkräuter ein. Geordnet nach Krankheitsarten, findet der Gast vorrangig Kräuter der traditionellen Heilkunde, welche aber auch noch in der heutigen Heilmedizin Verwendung finden“, weiß die Gartenleiterin. Weiter geht es zur Duftpflanzenabteilung, die aus den Abteilungen Blüten- und Blätterduft besteht, daneben die Abteilung der Zauberpflanzen. Eine Besonderheit ist die Abteilung zu Trickpflanzen und zur Bionik. Dabei handelt es sich um eine Wissenschaft, bei welcher sich die Technik die Natur zum Vorbild nimmt. 

                                                           

                                                          „Das Zusammenspiel von Pflanze und Insekt kann im Schmetterlingsgarten beobachtet werden. Der Bauerngarten und die Capitulare de Villis-Rabatten verweisen beide auf lange Traditionen menschlicher Gartenbaukultur. Ergänzt wird dieser Bereich auch durch die Abteilung der nachwachsenden Rohstoffe“, führt Beate Neumerkel weiter aus. 

                                                           

                                                          Die recht junge Geschichte des Wangeliner Gartens reicht in die 90-er Jahre zurück. Was einst auf einem ehemaligen LPG-Acker als Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme begann, hat sich im Verlauf der Jahre zu einem beachtlichen und – vor allem nachhaltigen - Projekt mit vielfältigen Themenbereichen entwickelt. „So ist beispielsweise hier unser Gartencafé entstanden, in dem neben hausgemachten Kuchen und frischen Suppen mit Zutaten aus dem Wangeliner Garten natürlich auch regionale Produkte wie Öle, Essige und Aufstriche aus eigener Produktion angeboten werden“, wirbt die Gartenleiterin. 

                                                           

                                                          Ein weiteres „Standbein“ des Wangeliner Gartens sind die zahlreichen Gruppenangebote, die unter dem Motto „Natur genießen in der Müritzregion“ stehen. Da erfährt der naturverbundene Interessent, wie man „Samenbomben“ bastelt, Kräutertee selbst mischen kann oder Kräuteressig oder Kräutersalz herstellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lehmarchitektur. „Diese ist ein besonderes Thema im Wangeliner Garten und wird nicht nur für die Gruppenangebote genutzt, sondern nimmt einen breiten Raum auch in den Wangeliner Workcamps ein“, erzählt Beate Neumerkel. Zum Beispiel in den besagten einwöchigen Workcamps, in denen unkonventionelle und praktische Berufsorientierung sowie der Einblick in eine Vielfalt an nachhaltigen Berufsfeldern und Lebensmöglichkeiten geboten wird. Erprobt werden dabei sowohl zukunftsfähiges  Bauen mit Lehm und Upcycling - also das Bauen aus gebrauchtem Material -  als auch Erneuerbare Energien sowie Öko-Gartenbau. Schönes praktisches Beispiel ist das bereits bestehende Gästehaus mit fünf lasttragenden Strohballentonnen, das in einem internationalen Baustellenkurs der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau Wangelin nach einem Konzept von Prof. Dr. Gernot Minke  als Beispiel für ein kostengünstiges nachhaltiges Bauen mit Naturbaustoffen aus Stroh und Lehm entstanden ist – quasi eine Architektur aus dem Kornfeld. Mehr zum Thema Lehm erfährt man übrigens im Lehm-Museum, welches im Nachbardorf Gnevsdorf angesiedelt ist.  Die besagten Unterkünfte können ebenso wie einige Wohnwagen auch von Besuchern genutzt werden, die mit Auto oder Fahrrad die Gegend erkunden möchten oder die Angebote des Wangeliner Gartens an mehreren Tagen nutzen wollen. Ebenso stehen sie für die Workcamps zur Verfügung.

                                                           

                                                          „Wir haben letztes Jahr beispielsweise jungen Menschen das Wissen zu verschiedene Ofenbautechniken vermittelt und anschließend holzgefeuerte Lehmbacköfen selbst hergestellt. Zum Abschluss haben wir gemeinsam selbst Pizza und Brot gebacken, was für viel Spaß und gute Laune gesorgt hat“, erinnert sich die Gartenleiterin. Ebenso sind hier schon große Lehmöfen gebaut worden, die sich insgesamt einer großen Nachfrage erfreuen. Größtes Lehmbau-Projekt auf dem Gelände des Wangeliner Gartens ist das Lehmhaus.  Es ist Veranstaltungsort für Seminare und Kulturveranstaltungen und wechselnde Ausstellungen. „Das ganze Jahr über bieten wir darüber hinaus im Wangeliner Garten verschiedene Veranstaltungen an. Ob Seminare, Workshops, Aktionstage, Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Lesungen, Kräuterkurse... 

                                                          Nächster Höhepunkt wird sicherlich der Frühjahres- und Pflanzenmarkt am 30. April von 10 bis 16 Uhr sein, der wie in den Jahren zuvor zahlreiche Besucher in unseren Wangeliner Garten locken wird“, ist sich Beate Neumerkel sicher.

                                                           

                                                          Träger des Wangeliner Gartens ist der Verein zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees e.V. - kurz FAL e.V.. Neben dem Wangeliner Garten und der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau betreut der Verein noch weitere themenbezogene Projekte wie zum Beispiel das Lehmmuseum Gnevsdorf, den Wunderfeld Laden in Plau oder die Lohnmosterei in Ganzlin.

                                                           

                                                           

                                                          Wangeliner Garten

                                                          Vietlübber Straße

                                                          19395 Ganzlin OT Wangelin

                                                          Telefon: 038737 49 98 78

                                                          www.wangeliner-garten.de




                                                            letzte Änderung: - 27.03.2017 15:07

                                                            Müritzhof am See - „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“

                                                            Stuer (bw). In unmittelbarer Nähe der Gemeinde Stuer liegt der „Müritzhof am See“. Er grenzt an  den Rogeezer See und den Stuerer Flachsee. Weite Wiesenflächen umgeben den Hof. Hier kommen sie her: Die Texel und die Schwarzköpfe. Nein, keine Indianer – es handelt sich um Schafe. Und zwar um Schafe, die hier artgerecht und ökologisch aufgezogen werden und deren Fleisch sich später durch einen zarten und feinen Geschmack auszeichnet.

                                                            „Wie auch immer es verarbeitet wird, ob gebraten, gegrillt oder geschmort, das Fleisch der Müritzlämmer schmeckt stets mild und saftig-zart“, weiß Matthias Ruoff, Geschäftsführer der Müritzhof Lamm & Wild GmbH. Bis das Endprodukt an den Verbraucher gelangt, steht aber erst einmal viel Arbeit vor den Mitarbeitern des Unternehmens. Denn „Bio“ kommt nicht von allein, da muss man was dafür tun. „Unsere Lämmer wachsen in freier und unbelasteter Natur auf. Neben dem natürlichen Futter auf den Wiesen ziehen wir das Winterfutter auch auf dem eigenen Hof. Quasi in einer sogenannten Kreislaufwirtschaft. Gerste, Hafer und das Stroh kommen vom eigenen Acker. Zugefüttert wird bei den Muttertieren mit 'Treber', einem kräftigendem Futter, das aus einer Bio-Brauerei bei Templin bezogen wird. Damit haben wir die Gewissheit, dass wir dem Bio-Anspruch stets gerecht werden. Wichtig ist auch die konstante Wasserzufuhr auf unseren Flächen, die wir übrigens von der Stiftung Umwelt und Naturschutz gepachtet haben“, erklärt Matthias Ruoff und ergänzt: „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“. Auch hier sind Bedingungen einzuhalten, die für solche Arbeiten den Rahmen bilden. So dürfen beispielsweise die Flächen nicht gewalzt werden und die Vogelbrutzeiten sind zu beachten. 

                                                             

                                                            Doch zurück zum Lamm. Ist die Zeit zur Schlachtung gekommen, wird mit den Tieren äußerst sensibel umgegangen. „Die Schlachtung erfolgt unter strenger Aufsicht und unbedingter Wahrung der Würde der Tiere auf unserem Hof“, beschreibt Matthias Ruoff. Wie er berichtet, legen die Lämmer den Weg bis zur Schlachtung immer in Gruppen gemeinsam zurück. „Schafe sind Herdentiere, aber einzelne Schafe sind ängstlich. Das wollen wir vermeiden. Im weiteren erhalten die Lämmer vor der Schlachtung eine Ruhepause, um Stress abzubauen. So entspannen die Muskeln und das Fleisch behält seinen zarten Biss. Stress ist das Schlimmste fürs Fleisch“, weiß der Geschäftsführer. Das Fleisch kommt anschließend am Knochen für mehrere Tage in die Reifekammer, anschließend wird es vakuumiert und per Kühllaster an die Kunden geliefert.

                                                             

                                                            „Tiefgefroren werden nur wenige Teile wie Bries und Bäckchen. Außerdem lassen wir von einem zugelassenen Bio-Fleischer eine Wurst nach einem nordafrikanischen Rezept fertigen – die Merguez-Wurst, die sehr schmackhaft und scharf ist“, kommt Matthias Ruoff auf weitere Spezialitäten des Hofes zu sprechen. Derartige regionale Produkte erfreuen sich zunehmender Nachfrage und können im hiesigen Hofladen, aber auch in Verkaufsstellen der Region erworben werden. Der Hofladen ist übrigens vom 2. April bis 30. Oktober wochentags zwischen 10 und 13 Uhr sowie 14 und 15.30 Uhr geöffnet.

                                                             

                                                            Seit Matthias Ruoff im Jahr 2012 den Hof übernommen hat, wurde auch die Vielfalt breiter. Neben Lammfleisch ist nun auch Wildfleisch im Angebot und Biogemüse vom Müritzhof am See findet inzwischen hier ebenso seine Abnehmer. Dafür baut der Müritzhof auf eigener Ackerfläche diverse Wurzelgemüse wie gelbe und rote Bete, aber auch Salate, Kräuter, Kürbis, Zuckerschoten und  exotische Gemüsesorten an. Es gilt gleiches wie für das Bio-Fleisch:  Auch diese Produkte stammen aus ökologisch kontrolliertem Anbau, sind nicht gentechnisch verändert und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Einzig der Einstreu aus den Schafställen kommt auf die Ackerfläche.

                                                             

                                                            Auf den rund 200 Hektar Öko-Weideland grasen derzeit 500 Mutterschafe mit ihren Lämmern rund um den Hof. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Müritzhofes am See. Die Flächen liegen allesamt in Reichweite ringsum. „Auch haben wir keine Probleme mit dem Wolf, wie man es anderenorts schon häufiger hörte. Unsere 'Wachhunde' sind Esel, die gemeinsam mit den Schafen auf der Weide sind. Esel sind wachsam, angriffslustig und gehen auch auf Hunde und Wölfe los. Das glaubt man kaum, aber es ist so, weil die Tiere die Herde als ihre annehmen“, kommt der Geschäftsführer auf ein scheinbares Kuriosum zu sprechen. Nicht so lustig ist die Tatsache, das dem Müritzhof besonders im vergangenen Jahr erhebliche Verluste an Lämmern durch Rabenvögel entstanden sind.

                                                             

                                                            Der Hof hat eine lange Geschichte. Matthias Ruoff hat sich natürlich dafür interessiert und kann über einen äußerst innovativen Bauern namens Lorenz berichten, der den Hof zwischen 1832 und 1835 aufgebaut hat. Innovativ deshalb, weil er sich schon früh die Windkraft zunutze gemacht hat. Mit einem eigenen Windrad trieb er schon vor dem 1. Weltkrieg die Säge oder den Dreschkasten an, ebenso eine Wasserpumpe und weitere technische Hilfsmittel. 

                                                             

                                                             

                                                            Müritzhof Lamm & Wild GmbH

                                                            Dorfstraße 33

                                                            17209 Stuer bei Plau am See

                                                            Telefon: 039924 22 30

                                                            www.mueritzlamm.com




                                                              letzte Änderung: - 27.03.2017 11:26

                                                              Müritz-Hof Knust - Direkt vom Feld zum Verbraucher

                                                              Sembzin (bw). Gerade ist Steffen Knust von seiner morgendlichen Runde zurück gekommen. Bei minus sechs Grad Celsius war er unterwegs, um an den Feldrändern stehende Hecken und Bäume zurück zu schneiden. „Das ist jetzt genau die richtige Zeit für solche Arbeiten. Diese müssen bis Ende Februar erledigt sein, dann stehen andere wichtige Aufgaben an. Als Landwirt mit einem eigenen Hof muss man schon auf vielen Gebieten fachliches Wissen und handwerkliches Geschick mitbringen“, macht der Landwirt deutlich. Gemeinsam mit seiner Frau Carolin bewirtschaftet er den Müritz-Hof Knust in Sembzin an der Müritz. Dabei setzen die Beiden ihre eigenen Vorstellungen vom Profil ihres Familienunternehmens konsequent um. „Im Grunde wirtschaften wir in zwei Kernbereichen. Zum einen ist dies unsere ökologische Tierzucht mit Mutterkühen und Grünlandbewirtschaftung. Zweites Standbein ist der landwirtschaftliche Ackerbau. Den haben wir ergänzt durch eine Direktvermarktung verschiedener feldfrischer Produkte“, zählt Steffen Knust auf. Tatsächlich können die Kunden auf dem Hof oder am Verkaufswagen je nach Jahreszeit Angus-Rindfleisch, Kartoffeln oder Kürbisse erwerben oder auf dem nahe liegenden Feld frische Erdbeeren selbst pflücken. Auch Schnittblumen wie Tulpen oder Gladiolen stehen im „Selbstbedienungsfeld“ direkt an der B192 mit einer Kasse des Vertrauens den Interessierten offen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass regionale Produkte zunehmend gefragt sind. Wenn die Menschen sehen, was und wie wir hier anbauen und ernten, haben sie mehr Vertrauen in unsere Erzeugnisse. Die Nachfrage bestätigt uns dies“, ist Carolin Knust überzeugt. Dabei verwende man so wenig wie möglich Chemie zur Unkraut- bzw Ungeziefer-Bekämpfung. „Da gehen wir – auch wenn es zeitaufwändiger und letztlich auch teurer ist - statt mit der chemischen Keule lieber einmal mehr mit der Hacke durch und pflegen die Erdbeeren auf 'konventionelle' Weise“, ergänzt Steffen Knust.

                                                               

                                                              Das Familienunternehmen hat neben der Direktvermarktung ab Hof noch einen prominenten Partner als Kunden: Das Schlosshotel Fleesensee. Für deren exklusive Küche liefert Familie Knust frische Erdbeeren, Angus-Rindfleisch und ganz spezielle Kartoffelsorten. Mit im Angebot sind unter anderem die Sorten „Linda“, „Ballerina“ oder die vorwiegend festkochende „Gala“.  

                                                               

                                                              Durch die Fachgesellschaft Öko-Kontrolle mbH aus Karow ist die Angus-Mutterkuh-Herde des Müritz-Hof Knust als Öko-Betrieb zertifiziert. Die Herde umfasst derzeit 45 Muttertiere und zehn Färsen. „Auf die Angus-Rinder haben wir im vergangenen Jahr umgestellt. Die Tiere sind sehr robust, haben ein wohlschmeckendes Fleisch und bringen in jedem Jahr ein Kalb. Anfang März erwarten wir bereits die ersten Kälber“, erzählt der Landwirt. Dabei setzt er vor allem auf die Weidemast, die zwar langwieriger als Stallhaltung ist, aber mit der eine bessere Qualität erreicht wird. 

                                                               

                                                              Mein Vater hat zuletzt in der Nähe von Hannover einen kleineren Betrieb bewirtschaftet. Da dort keine Möglichkeit bestand, den Betrieb auch für die nächste Generation wirtschaftlich aufzustellen, ging er in Mecklenburg auf Suche und wurde hier an der wunderschönen Müritz fündig“, blickt Steffen Knust zurück. Die hierzulande niedrigere Bodenqualität im Ackerbau gleiche man durch die verschiedenen „neuen“  Standbeine des Betriebes aus. 

                                                               

                                                              „Außerdem haben wir hier eine neue Heimat gefunden, eine tolle Landschaft und nette Menschen ringsum bestätigen uns in unserem Entschluss“, macht Carolin Knust deutlich. Mit ihrem Studium der Agrarwirtschaft und Betriebswirtschaftslehre war sie für eine große Bank als Agrar-Kundenbetreuer für Thüringer Landwirte tätig, bevor sie durch die Geburt der Tochter vermehrt im Familienunternehmen tätig wurde. Steffen Knust hat eine dreijährige Lehre als Landwirt absolviert, eine Fachschule als Betriebs-Agrar-Wirt besucht und in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben Erfahrungen gesammelt. „Ja, und nun bewirtschaften wir bereits seit 2 ½ Jahren unseren Familienbetrieb. Unterstützt werden wir noch tatkräftig von meinem Vater und dessen Ehefrau“, ist Steffen Knust dankbar. 

                                                               

                                                              Ein weiteres Standbein der Knust's sind die Ferienwohnungen, in denen interessierte Gäste Urlaub auf dem Bauernhof machen können. „Wer in seinem Urlaub viel Ruhe genießen möchte, ist hier bei uns richtig. Auch Familien mit Kindern sind gern gesehen. Die Kinder können bei uns viel zum Thema Landwirtschaft lernen. Außerdem haben wir einen 'Streichelzoo' mit Ziegen, einem Esel, einem Pony und einem Alpaka. Natürlich gibt’s den obligatorischen Haus-und-Hof-Hund. Zur Erdbeerzeit können die Kinder mit aufs Feld, was immer gern angenommen wird“, erzählt Carolin Knust. Apropos mit aufs Erdbeerfeld: Auch Kita- und Grundschulkinder lernen beim Besuch etwas über die Natur, die sie umgibt. Man merkt der jungen Frau an, dass sie ihren Beruf liebt. Das gibt sie auch unumwunden zu. „Landwirt ist ein toller Beruf. Man ist viel in der Natur, kann mit Tieren umgehen und hat Kontakt mit zahlreichen Menschen. Es macht einfach Spaß und wir haben noch Ideen für die Zukunft“, ist Carolin Knust begeistert. 

                                                              Mit der kleinen Tochter Ann Sophie ist inzwischen bereits der 'Grundstein' für die nächste Generation des Familienunternehmens gelegt.

                                                               

                                                              Landwirtschaftsbetrieb Müritz-Hof Knust
                                                              Dorfstraße 9
                                                              17192 Klink OT Sembzin
                                                              Telefon: 0172 10 23 003
                                                              Mail: info@mueritzhof-knust.de



                                                                letzte Änderung: - 27.02.2017 10:52

                                                                Geschützte Schätze der Natur - Die Wacholderheide an der Müritz

                                                                Das Hinnenfeld oder auch das hintere Feld wurde ein schmales Stück des Vorlandes im Osten der Müritz, zwischen Warnker See und Rederangsee genannt. 

                                                                 

                                                                Seit dem 14. Jahrhundert stand das zuvor verlandete und vermoorte Stück der Müritz mehr oder weniger durch Schwankungen der Müritz unter Wasser und konnte nicht genutzt werden. Als die Müritz von 1798 bis 1834 um mehr als 2 m abgesenkt wurde, kam das Vorland wieder zum Vorschein. Als Eigentum der Stadt Waren war es an die Hausstellen der Ackerbürger gebunden und in Parzellen eingeteilt. Da das Land nur zur Viehweide taugte, wurde zur besseren Bewirtschaftung eine Weidegenossenschaft gegründet und ein Hirte (später Koppelwart) bestellt. Fortan wurde das ca. 500 ha weite Land Hinnenfeld genannt und Fohlen- und Jungviehkoppel. Durch die starke Beweidung blieb das Gelände, in dem sich flache Wasserlagunen wie das Spuckloch befanden, über viele Jahrzehnte kurz geschoren und war wegen der Unzugänglichkeit ideales Revier für den Vogelzug. Tausende Kraniche, Gänse und andere Durchzügler oder Wintergäste fanden sich hier ein. 

                                                                 

                                                                Noch während des I. Weltkriegs 1917 gab es tatsächlich Überlegungen, hier ein Feldflugplatz einzurichten. Wegen der Stadtnähe und wohl auch wegen des Untergrundes wurde das Vorhaben aufgegeben. Zu dieser Zeit müssen ein Großteil der Solitär-Schirmkiefern rund um das Spuckloch gefällt worden sein, die der Naturschutzbeauftragte Karl Bartels nach dem Krieg vermisste. In den Folgejahren setzte er sich mit Hilfe des Magistrats von Waren für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ein, das 1931 endlich mit mageren 280 ha auf einen Teil des Hinnenfeldes gegründet wurde.  „Das Erlegen, Fangen und Stören der Vögel …, das Zerstören und Ausnehmen ihrer Nester ist untersagt. Die Jagd auf Vögel aller Art ruht,… Auf dem übrigen Teil, dem nördlichem Ende des Hinnenfeldes sollte 1937 eine Jagdruhezone eingerichtet werden. Dazu kam es nicht. Ganz im Gegenteil, Karl Bartels musste sich gegen die Anfeindungen des Jagdpächters Kurt Herrmann (Speck) wehren. Im selben Jahr wurde das gesamte Ostufer und die angrenzende Außenmüritz Sperrgebiet für Rechlin. 

                                                                 

                                                                Nach dem II. Weltkrieg, 1952, wurden die Flächen vor dem Spuckloch aus der Beweidung mit dem gut gemeinten Ziel, Brut- und Zugvögel von vermeintlichen Störungen durch das Weidevieh zu bewahren, genommen. Jedoch schnell verschilften und verbuschten die Flächen. Die Vögel suchten sich andere Rast- und Brutstätten. Zunächst versuchten Naturschutzhelfer die Flächen von Buschwerk und jungen Bäumen wieder zu befreien. Angesichts der großen Flächen war das Freihalten nicht zu schaffen und das Weidevieh auf diese Weise nicht ersetzbar. Die Erkenntnis daraus war die Beweidung wiederaufzunehmen. So wurde nach Haustierrassen gesucht, die mit der Freilandhaltung zurechtkamen. Ab 1969 grasten skandinavische Fjäll Rinder, 1984 kamen Gotland Schafe und 1987 Shetlandponys dazu.

                                                                 

                                                                Erwähnenswert ist, dass 1958 am Nordrand des Naturschutzgebietes ein Urlauberdorf gebaut werden sollte. Zum Glück war der Standort Klink geeigneter.

                                                                Auch die 1967 geplante Komplexmelioration, d.h. die aufwendige Entwässerung der großen Moorflächen zwischen Warnker See und Spuckloch, konnte verhindert werden. 

                                                                 

                                                                Seit 1990 gehört das ehemalige Hinnenfeld mit zur Pflegzone des Müritz-Nationalparks. Weite Teile des Gebietes sind inzwischen mit dem von den Tieren verschmähten Wachholder zugewachsen. 

                                                                 

                                                                Um die Flächen wieder für die Beweidung und für Zugvögel attraktiver zu machen, findet seit 2003 einmal im Jahr eine Wacholderausholzung statt. Der Wacholder wurde danach bislang als Feuerungsmaterial genutzt. Das soll sich ändern, denn dieser Wacholder ist eine echte Rarität.

                                                                Als Kenner der Region verfolgte Thomas Engels schon lange dieses alljährliche Ereignis und hatte eines Tages die Idee, aus den heimischen Wacholderbeeren einen einzigartigen MÜRITZ-GIN für sich und seine Freunde destillieren zu lassen. Dieser regionale Gin wird von der Natur limitiert und exklusiv von einem Destillateurmeister in bester Manufakturqualität mazeriert. Mit diesen handverlesenen Wacholderbeeren und 20 weiteren Botanicals wie beispielsweise Sanddornbeeren, Koriandersamen, Zitronenschalen, Zimtrinde, Veilchenwurzeln, römischen Kamillenblüten, Paradieskörner, Angelikawurzeln, Lavendelblüten komponierte der Ginmeister einen wunderbar ausbalancierten MÜRITZ GIN, mit dem man ab sofort die Kulturlandschaft am Ostufer der Müritz schmecken und genießen kann.

                                                                 

                                                                Kontakt / Autor: Gerhild Meßner

                                                                 

                                                                Nationalparkamt Müritz

                                                                Schlossplatz 3

                                                                17237 Hohenzieritz

                                                                Telefon: 039824 252-0

                                                                www.mueritz-nationalpark.de




                                                                  letzte Änderung: - 27.02.2017 10:31

                                                                  BLEIBEN SIE DOCH
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