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MIRELLA TORTEN - FÜR JEDEN ANLASS DIE RICHTIGE

Silz (bw). Solche Kommentare wie „Sehr netter Kontakt! Die Torte war der Hammer vom Aussehen und vom Geschmack. Was auch sehr gut war, die Torte war nicht übertrieben süß. Immer wieder gerne“ - oder „Die Torte sah wunderschön aus und war Mega LECKER“ finden sich zuhauf auf der Facebook-Seite von Mirella Torten. Grund genug, einmal die „Macherin“ zu besuchen, um zu erfahren, wie sie es macht und ihr vielleicht auch ein paar „Geheimnisse“ zu entlocken. Die kleine Manufaktur ist in Silz unweit des Fleesensees zu finden. Hier hat Nicole Gädke ihr Hobby zum Beruf gemacht und kreiert ihre Mirella Torten.

 

„Eigentlich hatte ich lange Zeit überhaupt keine besonderen Ambitionen, Kuchen oder Torten zu backen. Aber im Kollegenkreis gab es immer mal wieder Gespräche übers Backen und einige Kolleginnen haben bei mir dann Torten bestellt. Alle waren von meine Kuchen begeistert und meinten, dass könne ich auch professionell machen“,
 erinnert sich Nicole Gädke. So sind ihre ehemaligen Kolleginnen der optimal media GmbH in Röbel auch ein Stück weit beteiligt an ihrer weiteren Entwicklung. Immer häufiger bekam sie Anfragen, ob sie nicht für den Kindergeburtstag oder die Einschulung eine Motivtorte backen könnte. Das alles waren Faktoren, die im Verlauf von drei Jahren dazu führten, dass Nicole Gädke sich schließlich dazu entschloss, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. „Ich habe mich zu Beginn dieses Jahres intensiver mit dem Gedanken beschäftigt und mir passende Informationen dazu geholt“, fährt die junge Frau fort. 

 

Grundvoraussetzung für die Tätigkeit in diesem sensiblen Bereich war natürlich das nötige Fachwissen und eine entsprechende Prüfung vor der Handwerkskammer zu Rostock. „Ich war noch nie so aufgeregt vor einer Prüfung“, gibt Nicole Gädke unumwunden zu. Das ist wohl auch nicht verwunderlich, denn eine solche Prüfung ist nicht „von Pappe“. Der Prüfling muss sein Konzept vorlegen, hat aber kaum Vorstellungen von dem, was auf ihn zukommt. „Ich hatte dann den ganzen Tag damit zu tun eine Torte zu fertigen - vom Backen der Böden über das Füllen bis hin zur Dekoration. Die Fachjury, bestehend aus einem Bäckermeister und einem Vertreter der Handwerkskammer, bewerteten dann das Endprodukt optisch und geschmacklich“, erzählt Nicole Gädke. Die Prüfung wurde erfolgreich abgeschlossen und noch am gleichen Tag erhielt die junge Frau ihre „Ausnahmebewilligung im Konditoreihandwerk - Teiltätigkeit Motivtorten“, wie es im Fachjargon so schön heißt. 

 

Damit war der Weg geebnet, den Traum eines eigenen kleinen Unternehmens zu verwirklichen. Inzwischen hat Nicole Gädke sicher schon mehrere hundert Torten gefertigt. Und dabei gleicht keine Torte der anderen. Jedes Torte ist quasi ein Unikat und jedes Mal ist die Kreativität der jungen Frau aufs Neue gefragt. Da kommt eine Kundin, deren Mann ist bei der Bundeswehr. Zu einem besonderen Anlass soll es eine „Uniformtorte“ sein, inklusive der dazugehörigen Effekten und Rangabzeichen. Oder es geht um den Geburtstag eines eingefleischten Hansa-Fans. Da gehört natürlich das Logo des Vereins mit auf die Torte. Dann wird ein Feuerwehrmann befördert. Dafür ist eine Torte mit dem Modell eines Feuerwehrautos mit Blaulicht angesagt. Maritime Motive mit Wellenandeutung und Leuchtturm sind ebenso möglich wie die Torte für den Lokführer mit ICE und Signal. Auch feiertagsgebundene Gestaltungen für Ostern oder Weihnachten gehören natürlich zum Angebot von Mirella Torten. Diese Beispielpalette könnte man so unendlich weiterführen. 

 

„Es gibt so viele verschiedene Feste, da kommt man mit  Dekorationsideen gar nicht hinterher. Individualisierte Torten, mit den Lieblingsfiguren der Kinder, dem Lieblingsverein des Ehepartners, Jubiläen oder eine einfache Danksagung sind für jede Gelegenheit machbar. Gemeinsam mit meinen Kunden bespreche ich die Fakten, ich mache Vorschläge zum Thema oder der Kunde äußert schon vorab seine speziellen Wünsche zum Motiv. Sind wir uns einig, dann beginne ich mit der Arbeit“, beschreibt Nicole Gädke den Weg von der Tortenbestellung bis zum fertigen Produkt. Die bestellten Torten können dann selbst abgeholt werden oder sie werden ausgeliefert. 

 

Auch Aufträge von Firmen nimmt Mirella Torten entgegen. So wie erst kürzlich vom Texas Resort MV bei Hagenow. Im Resort ist man auch daran interessiert, den Gästen Erzeugnisse aus der Region und jenseits von Massenware anzubieten. 

 

Obwohl es noch am eigenen Internet-Auftritt fehlt - es hat sich schon herumgesprochen, dass Kreativität und Geschmack bei Mirella Torten eine Allianz bilden, die dem vielfachen Kundenwunsch entspricht. Uns so ist es nicht verwunderlich, dass Nicole Gädke schon jetzt gut beschäftigt ist - was auch ihre Facebook-Seite beweist. Zum Schluss muss noch geklärt werden, weshalb sie den Namen Mirella Torten gewählt hat. „Das hat mehrere Gründe. Zum einen heißt meine kleine Tochter Lina Mirella. Und zum anderen steht Mirella für 'die Wunderschöne' oder italienisch 'bewundernswert' und 'schön'. Was muss ich mehr dazu sagen“, fügt Nicole Gädke mit einem Lächeln hinzu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mirella Torten | Nicole Gädke 

Am Dorfteich 6a  

17214 Silz

Tel.: 0157 31526243 

Mail: linamirella@web.de 

www.facebook.com/MirellaTorten/

 

 

Fotos: Privat




    letzte Änderung: - 22.10.2019 09:26

    28. dokumentART IN NEUBRANDENBURG - AUF IN DIE ZUKUNFT

    Neubrandenburg. Vom 15. bis 20. Oktober verwandelt sich Neubrandenburg mit der dokumentART bereits zum 28. Mal  zum Treffpunkt Europas Filmszene. Aus mehr als 2.000 Einreichungen wählte die Programmkommission insgesamt über 80 Dokumentar-, Spielfilme und Animationen aus, die sich mit innovativer Bildsprache und auf vielfältige Weise mit den Themen „Zukunft“ und „Nachhaltigkeit“ auseinandersetzen. Bereits der Eröffnungsfilm "16 SUNRISES (16 LEVERS DE SOLEIL)" von Pierre-Emmanuel Le Goff greift das Thema Zukunft aus einer globalen Perspektive mit größtmöglicher Distanz – nämlich aus dem All – auf. Der Regisseur zeigt in einzigartigen Aufnahmen den Alltag des französischen Astronauten Thomas Pesquet bei dessen Mission auf der Internationalen Raumstation (ISS). Auf seiner sechsmonatigen Reise in der Schwerelosigkeit und 450 Kilometer von der Erde entfernt entspinnt sich ein Dialog zwischen Pesquet und Antoine de Saint-Exupérys visionärem Roman „Der kleine Prinz“, den der Astronaut im Gepäck hat.

     

    Das Thema Zukunft und die Frage nach der Verantwortung für Nachhaltigkeit und Humanität wird im restlichen Programm vertieft und aufgefächert, so im deutschen Beitrag "DEAD SEA DYING" von Katharina Rabl und Rebecca Zehr, der im Europäischen Wettbewerb läuft. "DEAD SEA DYING" zeigt die Folgen des jährlich sinkenden Meeresspiegels im Toten Meer: Ganze Uferabschnitte drohen von sich plötzlich öffnenden Erdlöchern verschluckt zu werden. Gleichzeitig werden dort immer mehr Luxushotels für den nicht endenden Strom an Touristen gebaut. Patrik Söderlunds Film REALMS aus Finnland, ebenfalls im Europäischen Wettbewerb zu sehen, unternimmt eine filmische Reise von den dunklen Wasserwelten des Urzeitmeers in eine postapokalyptische Gegenwart und zeigt, was mit der Natur passieren kann, wenn sich die Menschheit überlebt hat.

     

    Insgesamt sind im Europäischen Wettbewerb 49 Filme in zehn Filmprogrammen zu sehen, die alle um die fünf Preise im Wert von 10.000 € konkurrieren. Vergeben werden die Auszeichnungen von einer internationalen Jury, einer Studierendenjury und dem Publikum. Dieses Jahr befindet sich auch ein Jugendprogramm im Wettbewerb: Die Reihe "EYE OF THE TIGER" greift in acht Filmen Themen wie Alltagsrassismus, die Omnipräsenz der sozialen Medien oder Freundschaft auf. So versuchen die beiden Freundinnen Sabine und Natacha, in Delphine Delogets Film "TIGRE" aus Frankreich, ihrem öden Leben in der französischen Provinz zu entkommen. Ein gemeinsamer Ausflug der Freundinnen gipfelt in der unerwarteten Bekanntschaft mit einem Tiger.

    Ein neues Programm richtet sich gezielt an Familien mit Kindern ab 10 Jahren: „NoBody is perfect“ zeigt am letzten Tag des Festivals acht internationale Kurzfilmeinreichungen, die kindgerecht aktuelle gesellschaftliche Themen wie Migration, der Umgang mit sozialen Medien, der Leistungsdruck in der Schule und Geschichtsverarbeitung behandeln. Im polnischen Animationsfilm "STORY" von Jolanta Ba?kowska verdeutlicht sich der Einfluss von allgegenwärtiger Social Media, während die 6-jährige Ola in Johanna Bentz’ "GIANT" erkennt, dass selbst zaubernde Riesen nicht die Lösung aller Probleme sind. Alle Filme im Familienprogramm laufen entweder ohne Dialoge oder in deutscher Sprache und ermöglichen somit einen einfachen Zugang für die jungen Zuschauer.

     

    Ebenfalls neu bei der dokART ist ein Programm, das aus der bald 20 Jahren bestehenden grenzüberschreitenden Kooperation mit dem Filmfestival M?odzi i Film in Koszalin im benachbarten Polen entstanden ist . „2x4 – Animation aus Polen und Deutschland“ zeigt in insgesamt acht Filmen – vier davon aus dem Festival in Koszalin, vier davon aus den Einreichungen zur dokumentART – die Vielfalt, Möglichkeiten und Spielarten des animierten Films. Der deutsche Beitrag "ARMED LULLABY" von Yana Ugrekhelidze erzählt in bewegenden Bildern die Flucht von Kindern aus dem Bürgerkrieg in und um Suchumi (Georgien,1993). In IKTAMULI beleuchtet Anne-Christin Plate die Gefühle einer Mutter zu ihrem Sohn, der mit Trisomie 21 lebt. Der polnische Beitrag "BORDERS (GRANICE)" von Dominika Wyrobek erkundet das Entstehen persönlicher Grenzen.

     

    Auf der Region Osteuropa liegt seit Gründung der dokumentART ein wichtiger Schwerpunkt, steht das Festival doch für grenzüberschreitende Kooperationen und die Vernetzung des europäischen Filmnachwuchses im Kontext eines erweiterten, auch geographisch gedachten, Europas. So werden auch in diesem Jahr in zwei FOKUS OSTEUROPA-Programmen insgesamt acht Filme diverser Genres gezeigt, die sich teils ernst, teils humorvoll-ironisch, mal analytisch, und mal beobachtend in dokumentarischen oder fiktiven Szenarien mit dem Umgang des „Anderen“ auseinandersetzen.

     

    Eine weitere Tradition bei der dokumentART ist der Präsentation einer europäischen Filmhochschule gewidmet. In diesem Jahr ist die renommierte Filmakademie Baden-Württemberg aus Ludwigsburg zu Gast. In zwei Blöcken stellen die Filmemacher drei Filme vor, die in unterschiedlicher Form das Thema Körper und Körperlichkeit behandeln.

     

    Schließlich können sich die Zuschauer auf zwei feste und beliebte Bestandteile im dokART-Programm freuen: die Präsentation der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern (Filme aus MV) sowie Beiträge des NDR, dem langjährigen Medienpartner und Preisstifter der dokumentART. 

     

     

     

    28. dokumentART – films & future

    Programmkino Latücht I CineStar 

    17035 Neubrandenburg 

    Tel.: 0395 5666109 

    www.dokumentart.org

    www.facebook.com/dokumentART

     

     

    Fotos: dokumentART





      letzte Änderung: - 11.10.2019 08:50

      HOSPIZ - EINE FRAGE DER HALTUNG

      Als im Juni 2011 der DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. das Hospiz Luisendomizil in Neustrelitz eröffnete, standen viele Fragen im Raum: Wie wird das Hospiz angenommen? Wie offen steht die Gesellschaft dem Thema des Loslassens gegenüber, wurde es gefühlt doch oftmals lieber an den Rand und damit nahezu raus aus dem Alltag geschoben? Die Ambulanten Hospizdienste des DRK sowohl in der ehemaligen Müritzregion als auch in der Region Mecklenburg-Strelitz waren bereits seit vielen Jahren aktiv mit ca. 40 Ehrenamtlichen im Einsatz, um Menschen auf ihrem letzten Lebensweg in der Häuslichkeit bei all den Fragen und Nöten, die mit dieser existenziellen Lebenssituation verbunden sind, professionell und fundiert zu begleiten. Täglich erlebten sie, wie wichtig eine Unterstützung ist, die sowohl den Sterbenden als auch den Angehörigen Hilfe, Trost und Mutmachen bedeuten kann.


      Für den DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. selbst war klar, dass aus der logischen Konsequenz ihrer täglichen Aufgaben heraus und aus dem Verständnis für eine ganzheitliche Unterstützung der Bedarf für ein Hospiz schon lange bestand. Und so stellten sie sich als erster DRK-Verband in Deutschland überhaupt diesem Thema und konzipierten mit dem Luisendomizil ein Haus, das sowohl Stationäre Pflegeeinrichtung als auch Hospiz ist – zwei differenzierte autonome Unterstützungsangebote unter einem Dach.

       

      Die Engländerin Cicely Saunders gab als Begründerin der modernen Hospizbewegung und der Palliative Care neben zahlreichen wissenschaftlichen Ansätzen maßgeblich Orientierung. „Hospiz ist kein Ort, in dem wir uns einrichten, sondern eine Haltung, mit der wir uns begegnen“ (Cicely Saunders). Menschen, die das erste Mal in ein Hospiz kommen, sind sicher voller Sorge, was sie dort erwartet. Man malt sich aus, mit viel Angst und  Verlustschmerz konfrontiert zu sein und mit einer Schwere, der man kaum entkommen kann. Das stimmt natürlich – und stimmt doch nicht. Im Hospiz Luisendomizil trifft man auf Menschen, die sich mit Herz und Verstand für ihre Arbeit einsetzen und in der interdisziplinären Zusammenarbeit gemeinsam für die Betroffenen und ihre Angehörigen den Weg in der letzten Lebensphase ebnen. Mit Fürsorge, lindernder Hilfe für körperliches und seelisches Leid und Zeit für die unterschiedlichen Sorgen und Nöte. Dabei stehen das Recht auf Selbstbestimmung und die Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner grundsätzlich im Mittelpunkt des Handelns. Für jeden Hospizgast gilt unabhängig von Alter, Konfession und gesellschaftlicher Stellung der unermüdliche Einsatz der Mitarbeiter im Luisendomizil, um gemeinsam das Lebensende um besondere Eindrücke reicher zu machen und dabei trotz allem die nötige Ruhe und Zuversicht zu geben. Es wird am Klavier musiziert, gelesen, mit Ton gearbeitet, gemalt, geschrieben, es wird geweint, aber auch gelacht – vor allem  aber begegnen sich Menschen einander. So kommen Schulklassen zu Besuch, um Trauertücher herzustellen, die beim Tod eines Angehörigen geteilt werden, so dass eine Hälfte mit beigesetzt wird, während die andere Hälfte als Erinnerungsstück verbleibt. Einmal jährlich wird seit 2013 ein Hospizlauf über verschiedene Distanzen durchgeführt, an dem weit über hundert Läufer teilnehmen. Mehrmals schon wurden regionale Künstler für das Projekt „Kunst im Leben“ gewonnen, die sich mit den existenziellen Fragen zum Leben selbst und auch zum Lebensende auseinandergesetzt haben und ihre Kunst im Luisendomizil, öffentlich zugänglich für Besucher, ausgestellt haben – sehr zur Freude der Hospizgäste, die gern an der jeweiligen Vernissage teilnahmen und das Engagement sehr schätzten. 

       

      Rund um den Welthospiztag, der immer am zweiten Samstag im Oktober stattfindet und damit in diesem Jahr auf den 12. Oktober fällt, wird eine ganze Woche von den Hospizmitarbeitern mit den Hospizgästen und den Angehörigen gestaltet. So werden am Montag, dem 14. Oktober, querbeet durch das Hospiz Socken aufgehangen, die Unterstützer des Hospizes fleißig gestrickt und gehäkelt haben und die gegen eine kleine Spende den Besitzer wechseln können. Besucher sind gern willkommen - die Botschaft hinter dieser Aktion ist: „Hospiz macht keine kalten Füße“. Am Dienstag werden für die Paten des Hospizes Dankeskarten geschrieben, denn mit ihrem Engagement und ihren Geldspenden tragen sie einen wichtigen Teil zur Hospizarbeit bei. Der Aufenthalt der Hospizgäste, wie die Betroffen hier wertschätzend bezeichnet werden, ist komplett kostenfrei - die Pflegekassen übernehmen den größten Teil der Kosten, 5 Prozent jedoch müssen vom Träger selbst finanziert werden, in der Regel über Spendengelder. Außerdem wird Stimmungsmusik für Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen aufgelegt, bevor am Mittwoch die Mitarbeiter selbst in den Fokus rücken und die Möglichkeit haben, sich massieren zu lassen – als Dank für ihren steten Einsatz. Am Donnerstag werden dann alle – Bewohner, Mitarbeiter, Angehörige - in geselliger Runde miteinander speisen bei einem Erntedankessen und sich an dem erfreuen, was die Natur gerade hergibt. Betritt man das Hospiz Luisendomizil, sind die Berührungsängste schnell verschwunden, ist dies doch ein Ort, der mit Leben gefüllt ist und mit Menschen, die einander zugewandt sind. Das Miteinander ist ein wesentlicher Aspekt - eine klare Haltung, mit der man sich im Hospiz begegnet. Jährlich treffen am ersten Samstag im November am Glambecker See in Neustrelitz alle Angehörigen der im Hospiz Verstorbenen aufeinander, um gemeinsam einen Trauerspaziergang um den See herum zu unternehmen, innezuhalten und derer zu gedenken, die nicht mehr da sind. Im Borwinheim endet der Spaziergang dann, gemeinsam sitzen alle an der Kaffeetafel, lauschen der Musik, sprechen miteinander, zünden Kerzen an, geben der eigenen Trauer Raum und sich gegenseitig Halt.  

       

      Die Müritzregion hat lange darauf gewartet, auch ein Hospiz in unmittelbarer Nähe zu haben, denn der Wunsch nach Unterstützung ist groß. Ab Oktober können im Hospiz Müritzpark in Waren (Müritz) bis zu 10 Gäste aufgenommen werden in eigenen komfortablen Zimmern mit Platz für die eigenen Möbel, mit Schlafgelegenheit für einen nahen Angehörigen, mit einem großen Balkon, der den Zugang zur Natur trotz Einschränkungen sichert. Im November sind die Ärzte der Region eingeladen, um sich über die Hospizarbeit und das Hospiz selbst informieren zu können, aber auch alle Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen, so auch zum Tag der offenen Tür Mitte November. Gern werden alle Fragen beantwortet – ob zum Aufenthalt selbst, zum Procedere der Aufnahme, zu Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung oder des persönlichen Engagements. Begegnungen sind hier im Hospiz ausdrücklich erwünscht - das Loslassen ist für alle Betroffenen schwer genug, umso wichtiger ist der offene Umgang miteinander.

       

      Hospiz Luisendomizil

      Penzliner Str. 58 | 17235 Neustrelitz 

      Tel.: 03981 34904229 

       

      Hospiz Müritzpark 

      Thomas-Mann-Str. 18a | 17192 Waren (Müritz) 

      Tel.: 03991 6319829

       

      Fotos: Mirko Runge

       

       

       




        letzte Änderung: - 11.10.2019 08:44

        MÜRITZSPORTCLUB WAREN (MÜRITZ) E.V.- SPORTLICH FRISCH SANIERT

        Waren (Müritz) (bw). Nur wenige Tage ist es her, dass der Müritzsportclub Waren e.V. zum Tag der offenen Tür auf das Vereinsgelände am Tiefwarensee geladen hatte. Das war für zahlreiche sportinteressierte Menschen eine gute Gelegenheit, sich einmal über die Angebotspalette und die örtlichen Rahmenbedingungen, die der Verein seinen Mitgliedern bietet, zu informieren. Aber auch Vereinsmitglieder und mit dem Verein verbundene Gäste waren gekommen, um das Ergebnis der umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten in Augenschein zu nehmen. Denn dieses lange geplante Vorhaben der energetischen Sanierung und des behindertengerechten Umbaus des Vereinsgebäudes am Tiefwarensees ist nun weitestgehend abgeschlossen. „Ideen zum Umbau des Vereinsgebäudes schwebten uns schon lange vor,  im Jahr 2017 haben wir sie konkret zu Papier gebracht und im Oktober 2018 war dann Baubeginn. Der Umkleide- und Sportbereich wurde erweitert, die Räume konnten durch den Ausbau flächenmäßig deutlich vergrößert werden“, freut sich der Vereinsvorsitzende Reimo Boese. 

         

        Es entstanden neue Dusch- und Toilettenbereiche, Umkleiden, Büros und vor allem die Flächen für Turn- und Fitnessübungen konnten großzügiger gestaltet werden. Ein Vereinsraum mit anschließender Küche steht für Versammlungen, Feiern und andere Events zur Verfügung. „Diesen Veranstaltungsbereich können wir auch an Betriebe, Familien oder andere Interessierte vermieten. Dazu sind diese Räume sicherungstechnisch vom Mitgliederbereich getrennt nutzbar“, erläutert Reimo Boese. 

         

        Immerhin sind für die Umbau-und Sanierungsarbeiten rund 650.000 € ausgegeben worden. Sage und schreibe 261.000 € Eigenmittel hat der Verein dafür eingesetzt, 288.000 € kamen aus dem ELER-Fördertopf und rund 96.000 € steuerte die Stadt Waren (Müritz) großzügig bei. „Unser Verein sieht das auch als eine Investition in die Zukunft der Stadt Waren (Müritz), um Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderung ein attraktives und modernes Umfeld für ihre sportlichen Aktivitäten zu bieten. Angebote für einen sportlichen Ausgleich neben der Arbeit zählen heute für viele, gerade junge Menschen,  als ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitsplatzauswahl“, ist sich der Vereinsvorsitzende sicher.  

         

        „Natürlich sind wir sehr stolz auf das Geschaffene und die Möglichkeiten, die sich dadurch nun bieten. Nicht zu vergessen, dass alles durch Ehrenamt 'gestemmt' wurde. Nur unser Kay Wermann ist als Vereinssportlehrer und Ansprechpartner im Verein fest angestellt tätig. Ihm zur Seite steht seit Mai 2016 Astrid Färber als Büroassistentin. Das 'Geheimnis' unserer erfolgreichen Arbeit ist das Teamwork, wir sind eine homogene Truppe und organisieren unsere Arbeit im respektvollen Umgang miteinander“, macht Reimo Boese deutlich. In der Tat haben die Vorstandsmitglieder eine Fülle an Aufgaben zu bewältigen. Immerhin neun Abteilungen betreut der Müritzsportclub Waren. 

         

        „Sport tut uns gut - wer früh beginnt, bleibt lange fit“ lautet das  Motto der allgemeinen Sportgruppe, in der auch Volleyball und Tanzen angeboten werden. Teilnehmen kann hier jeder, der Lust und Freude an Bewegung hat. In der Abteilung  Ausdauersport dreht sich alles um Radsport, Laufen und Triathlon. In einer weiteren Abteilung wird Behinderten- und Seniorensport durchgeführt. „Der Behindertensport liegt uns sehr am Herzen. Deshalb sind wir auch bei dem jährlich stattfindenden Sportfest für Menschen mit Behinderung im Warener Müritzstadion aktiv dabei. Das richten wir gemeinsam mit dem Lebenshilfswerk Waren aus und es ist jedes Mal eine wunderbare Veranstaltung. Vor allem wenn man sieht, mit welcher Begeisterung und Freude diese Menschen daran teilnehmen“, sagt Reimo Boese. Weitere Abteilungen gibt es für die Sportarten Drachenboot, Fußball, Kegeln, Kanu und Tauchen. Zudem ist auch eine Abteilung Wing Tsun tätig. Wing Tsun ist eine schnelle und intelligente Kampfsportkunst, die ihre Wurzeln im Shaolin-Kloster hat. Alle Abteilungen werden durchweg von qualifizierten Trainern geleitet.

         

        Ein besonderer Höhepunkt der Vereinsarbeit ist der jährlich stattfindende Müritz-Triathlon. Den richtete der Müritzsportclub in diesem Jahr zum 34. Mal aus. „Das ist für uns immer eine Mammutaufgabe. Auch angesichts der Tatsache, das dieses Jahr erneut ein Teilnehmerrekord vermeldet werden konnte –  immerhin 500 Sportler gingen an den Start.  Diese Aufgabe bewältigten wir mit Unterstützung durch 150 ehrenamtliche Helfer. Dass diese Veranstaltung auch überregionale Beachtung findet, zeigt die Einschätzung der Fachzeitschriften, die den Müritz-Triathlon unter den fünf besten Triathlon-Veranstaltungen bundesweit einordnen“, ist Reimo Boese stolz. Auch für die jährlich stattfindenden Stadtmeisterschaften im Kegeln ist der Müritzsportclub als Ausrichter tätig. Dann treffen sich zwischen
        15 und 20 Mannschaften aus Unternehmen und Einrichtungen der Stadt zum sportlichen Wettstreit. 

         

        Die Wurzeln des Müritzsportclubs reichen in das Jahr 1973 zurück. Damals begann die Vereinsarbeit unter einfachsten Bedingungen und mit geringen Mitteln. Schritt für Schritt entwickelte sich der Verein weiter.  Schon wenige Jahre später konnten die ersten Athleten zur Kinder- und Jugend Sportschule (KJS) nach Neubrandenburg delegiert werden. Einige Weltmeisterschafts- und Olympiateilnehmer haben ihre sportliche Laufbahn beim Müritzsportclub begonnen. Die erfolgreich Arbeit des Vereins zieht sich bis heute wie ein roter Faden durch die Jahre. Mehr als 550 Mit-

        glieder zählt der Müritzsportclub in seinen neun Abteilungen inzwischen.

         

        „Darauf sind wir sehr stolz und diese Tradition wollen wir in jedem Fall fortführen. Ideen gibt es dazu schon einige, gemeinsam werden wir sie umsetzen,“ schließt der Vereinsvorsitzende.

         

         

        Müritzsportclub Waren e.V.

        Am Mühlenberg 12

        17192 Waren (Müritz) 

        Tel.: 03991 125646 

        info@mueritzsportclub.de

        www.mueritzsportclub.de

         

         

        Fotos: B.Wüstemann





          letzte Änderung: - 11.10.2019 08:38

          KUNSTSAMMLUNG NEUBRANDENBURG - URSUS WEHRLI RÄUMT KUNST AUF

          Neubrandenburg (bw). Ursus Wehrli räumt auf: Nachdem seine drei Bücher zum Thema „Kunst aufräumen“ zu internationalen Bestsellern wurden, gibt der Zürcher Künstler nun live Einblicke in seine Arbeit. Ob Klee, Van Gogh, Picasso oder Bruegel – Ursus Wehrli ordnet sie alle neu und sorgt dabei für platzsparende Ordnung. Bereits seit mehreren Jahren ist Ursus Wehrli mit seinem Soloprogramm erfolgreich in renommierten Museen, Galerien und zu Kongressen in der Schweiz und im Ausland unterwegs. Seine Bücher und Liveauftritte sorgen für Schlagzeilen und in zahlreichen TV-Auftritten für Furore. 

           

          „Kunst aufräumen“ ist eine Live-Performance mit Bildern. Bei seinem Auftritt sorgt Ursus Wehrli nicht nur für Ordnung im Kunstbereich, sondern eröffnet auch eine neue Sichtweise auf die Kunst, erläutert seine eigene Sicht von Ordnung und Chaos und erklärt, warum die Methode funktioniert und wenn nicht, warum es trotzdem Spaß macht, Kunst neu zu ordnen. 

           

          Während Ursus Wehrli, der Systeme liebt, der eigentlichen Ordnung aber - wie er selbst sagt - immer hinterher rennt, die Kunst aufräumt, entstehen laufend neue Kunstwerke, die sich in Originalität und Ästhetik durchaus mit ihren scheinbar „unordentlichen“ Vorbildern messen können. „Kunst aufräumen“ ist die perfekte Therapie für verzweifelte Kunstkritiker und eine Offenbarung für Kunstliebhaber. Vor allem ist es eine verspielt-absurde Lösung, wenigstens dort Klarheit zu schaffen, wo es am wenigsten Sinn macht: in der Kunst. 

           

          Seit mehr als 25 Jahren tourt Ursus Wehrli zusammen mit Nadja Sieger als Komikerduo Ursus & Nadeschkin auf der ganzen Welt und wurde in dieser Konstellation mehrfach ausgezeichnet. Neben diversen Bühnenprogrammen und TV-Auftritten waren Ursus & Nadeschkin mit dem Sinfonieorchester Camerata Schweiz und dem Nationalcircus Knie unterwegs. Mit seinem neuen Live-Programm „Kunst aufräumen“ startet Ursus Wehrli nun auch mit seinem Soloprogramm durch. 

           

          Den Künstler live erleben können Interessierte aus Neubrandenburg und Umgebung am 20. September ab 20 Uhr im Schauspielhaus der Vier-Tore-Stadt. Zuvor wird Ursus Wehrli seine gleichnamige Ausstellung in der Kunstsammlung in der Großen Wollweberstraße 24 persönlich eröffnen. Die Ausstellung wird dann vom 21. September bis 1. Dezember 2019 in der Kunstsammlung zu sehen sein. Ursus Wehrli ist Linkshänder, Querdenker und gelernter Typograf. Sein Buch „Kunst aufräumen“ gibt es mittlerweile auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch und ebenso auch auf Japanisch und Koreanisch. Es verkaufte sich bisher weltweit mehrere Millionen Mal. Ursus Wehrli lebt als Komiker, Kabarettist und freischaffender Künstler in Zürich.

           

          „Für die Kunstsammlung ist die Ausstellung von Ursus Wehrli erneut ein besonderer Höhepunkt. Zudem wird auch der Künstler höchstpersönlich zugegen sein. Ich bin begeistert von seinen Bestsellern 'Kunst aufräumen' und 'Noch mehr Kunst aufräumen'. In denen weitet er seine geniale Idee aus und bringt nun endlich die ganze Welt in Ordnung: Vom Weihnachtsbaum übers U-Bahn-Netz bis zur Fußballmannschaft, der Badewiese und dem Parkplatz, nichts ist vor seiner ordnenden Hand sicher. In 'Die Kunst, aufzuräumen' wird ohne Pardon reiner Tisch gemacht. Danach ist nichts mehr wie es war“, macht die Leiterin der Kunstsammlung Neubrandenburg, Dr. Merete Cobarg neugierig auf Live-Programm und Ausstellung. 

           

          Als Gegenwartsmuseum begleitet die Kunstsammlung vor allem den aktuellen Kunstprozess. In 37 Jahren ist eine Sammlung zeitgenössischer deutscher Kunst entstanden, in der unspektakuläre Arbeiten mit hohem sinnlichen und zeichenhaftem Ausdruck, getragen von einer malerischen Kultiviertheit, überwiegen. Über 7500 Kunstwerke gehören inzwischen zum Fundus. Die Kunstsammlung Neubrandenburg hat sich so zu einem bedeutenden Museum der bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. 

           

          Gegründet wurde die Kunstsammlung 1982 als Nachfolger der Städtischen Kunstsammlung, die es zwischen 1890 und 1945 gab. Die Städtische Kunstsammlung verdankte ihr Bestehen zwei gebürtigen Neubrandenburgern, die ihr Leben ausschließlich und mit Leidenschaft der bildenden Kunst verschrieben hatten: Henry Stoll und August Schmidt. Deren Sammlungen flossen ein und deren Kapitalvermögen wurde teilweise zum Ankauf weiterer zeitgenössischer Kunstwerke eingesetzt. Untergebracht war die Sammlung zuletzt im Herzoglichen Palais. Ende April 1945 brannte dieses völlig aus. Ein Großteil der Sammlung war auf der Flucht vor den Russen zuvor ausgelagert und in Richtung Schwerin abtransportiert worden. Von diesem Teil fehlt bis heute jede Spur. Ein weiterer Teil konnte bei archäologischen Ausgrabungsarbeiten ab 2006 auf dem Marktplatz gesichert werden. „Es handelt sich hierbei um rund 150 meist zerscherbte Porzellane und Fragmente von bronzenen Kleinskulpturen, die den Brand und Einsturz des Palais überstanden hatten“, erläutert Dr. Merete Cobarg. Wie die Kunsthistorikerin weiter informiert, sind etliche Stücke inzwischen dank Förder- und Spendenmitteln restauriert worden. Im Kabinett „Die Städtische Kunstsammlung (1890-1945)“ im Obergeschoss der Kunstsammlung können diese besichtigt werden. Ebenfalls zu diesem Thema gibt es eine Rauminstallation des Kölner Künstlers Simon Schubert unter dem Titel „Das Brandzimmer“. Auf eindringliche Weise ist darin der Verlust von Neubrandenburger Kulturgut zum Ende des 2. Weltkrieges dargestellt.

           

          Kunstsammlung Neubrandenburg

          Große Wollweberstraße 24 

          17033 Neubrandenburg

          Tel.: 0395 5551290 

          www.kunstsammlung-neubrandenburg.de

          www.kunstaufräumen.ch

           

          Fotos: Kunstsammlung Neubrandenburg

           

           




            letzte Änderung: - 11.10.2019 08:33

            LANDMANUFAKTUR HONIGSEGEN - BEWUSST ALLTÄGLICH

            Verena Drews, die 47-jährige Neubrandenburgerin, hat sich im Herbst 2018 einen Traum erfüllt und voller Überzeugung in Carlshöhe, sozusagen am Rand der Vier-Tore-Stadt, ihre Landmanufaktur Honigsegen eröffnet. Das Geschäftsmodell ist gut gewählt, denn wie sonst bringt man Gemüse- und Kräutergarten, einen Hof mit Obstbäumen und Federvieh, Bienenvölker, eine Räucherei, Naturkosmetik und eine Nähstube als Produktpalette gut verständlich zueinander? All das setzt die engagierte, gebürtige Teterowerin um und ist sich sicher, damit nicht nur der eigenen Überzeugung und Einstellung zu einer bewussten Lebensweise gerecht zu werden, sondern auch den Geschmack von Gleichgesinnten zu treffen, die ehrlich produzierte regionale Erzeugnisse schätzen, suchen und erwerben wollen und dabei bereit sind, einen fairen Preis zu zahlen.

             

             

             

             

            Nah an der Natur bewirtschaftet die Manufakturinhaberin zusammen mit ihrem Team einen großen Obst, Gemüse- und Kräutergarten. Dabei wird auf den Einsatz chemischer Stoffe völlig verzichtet, denn fundiertes Wissen um Kompost, Mulch und Pflanzenbrühen und deren effizienter Einsatz ermöglichen der Landmanufaktur eine ökologische Bewirtschaftung, die mehr und mehr von Konsumenten nachgefragt wird. Verarbeitet werden die selbst erzeugten Produkte in der eigenen Landküche zu variantenreichen Fruchtaufstrichen, zu köstlichen Soßen und Suppen, aber auch zu anderen Erzeugnissen wie Tee, Kräutersalz, würzigen Chutneys und Pesto-Kreationen zum Verfeinern von Speisen. Bei deren Herstellung wird auf künstliche Zusatzstoffe gänzlich verzichtet und nur auf den ursprünglichen Geschmack frischer, gut ausgereifter Früchte und die Vielfalt der Aromen der genutzten Küchenkräuter gesetzt. Der Honig spielt bei all dem eine wichtige Rolle, zieht er sich doch wie ein roter Faden durch das gesamte unternehmerische Geschehen. Mit Honig fing Verena Drews an und kam mehr und mehr zu der Überzeugung, täglich nah an der Natur wirtschaften zu wollen  Und Honig verfeinert heute zahlreiche von der Landmanufaktur Honigsegen gefertigte Produkt, in dem auf den Einsatz von Kristallzucker so weitgehend wie möglich verzichtet wird und statt dessen der Nektar der Bienen zum Einsatz kommt, dem neben einer angenehmen Süße zur Geschmacksverfeinerung zudem auch heilende Wirkungen zugesprochen werden.

             

            Den Bogen ins Jetzt und Hier schlägt die Landmanufaktur Honigsegen mit  einer modernen und zeitgemäßen Vertriebsstruktur, die sowohl online über ihren Webauftritt läuft als auch über die „Regio-Box“ – ein kleines gläsernes Schaufenster, das auf gut strukturiertem Raum zahlreiche Produkte beinhaltet, die via Geldeinwurf rund um die Uhr in Carlshöhe unkompliziert den Besitzer wechseln. Hier sind die Eier von freilaufenden Hühnern ebenso zu erwerben wie der selbst hergestellte Honig. 

             

            Wer denkt, typisch mecklenburgisch, wird bei der Studie der Produktpalette eines Besseren belehrt, denn darunter befinden sich ebenso Orientalische Suppe mit Hirtenkäse, Zitrone und gerösteten Sonnenblumenkernen, Currygurken, Indischer Karottensalat und Wachteleier vom eigenen Hof. Eine breite Vielfalt ist also gewiss. Insgesamt bietet dieser kleine Hofladen, wie ihn die Manufaktur-Betreiber selbst so schön bezeichnen, rund 80 verschiedene Produkte, die entsprechend der Saison variieren – eine unglaubliche Menge, wenn man bedenkt, dass Produktentwicklung der Erfolgsgarant für jedes Unternehmen ist und dieses Unternehmen erst wenige Monate am heimischen Markt agiert. Letztlich bleibt es wohl darauf zurückzuführen, dass Verena Drews zum einen viel anwendungsbereites Wissen und gute Zutaten einsetzt und zum anderen weiteren Erzeugern aus der Region eine Vertriebsstrukur bietet, indem sie deren Produkte mit im Angebot für die eignen Kunden aufnimmt. Darüber hinaus wird in Carlshöhe auch geräuchert zur Veredelung verschiedener Köstlichkeiten im Buchenholz. 

             

            Im Hofladen selbst, dem kleinen grünen Häuschen, erhalten die Kunden zahlreiche Infos und können das Zutatenverzeichnis der Lebensmittel ganz transparent und offen einsehen, damit sie wissen, was sie erwerben und konsumieren. Auf Wunsch werden für die Kunden auch Präsentkörbe zusammengestellt. Über einen eigenen Briefkasten zum Einwurf von Anregungen können die Kunden direkten Einfluss auf die Angebotsvielfalt und damit auf das Produzieren der Landmanufaktur Honigsegen nehmen. 

             

            Wichtig ist für Verena Drews, sich mit ihrem täglichen Tun im Kreislauf der Natur zu bewegen und dabei nachhaltig zu agieren. So werden Flaschen und Gläser gern zurückgenommen, Kunden über die Pinwand „Suchen – Tauschen – Bieten“ miteinander in Kontakt gebracht, Bienen gehalten, um Fruchtstände zu sichern, Flächen ökologisch bewirtschaftet, um Insekten einen Lebensraum zu sichern und zu alledem auch noch selbst genäht. In der Nähstube entstehen in liebevoller Handarbeit unter anderem schöne Kissen für Groß und Klein, für deren Füllungen mit Dinkelspelz, Weizen, Kirschkernen, Lavendel und Kräutern ebenso wieder die Gaben der Natur genutzt werden.

             

            Die Feste, die wie zu Großmutters Zeiten traditionell inmitten der Natur im Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Carlshöhe gefeiert werden, bieten allen Begeisterten eine gute Gelegenheit, um miteinander zu plaudern, zu essen, zu basteln, zu spielen und miteinander in Kontakt zu kommen. Ebenso wie der regelmäßig samstags stattfindende Grüne Markt in Neubrandenburg und im Heilbad Waren (Müritz), auf dem die Landmanufaktur Honigsegen immer mal wieder ihre Waren präsentiert und damit noch mehr Menschen animiert, sich für ein bewusstes Leben zu entscheiden.

             

            Landmanufaktur Honigsegen

            Kiesseestraße 6

            17036 Neubrandenburg

            Tel.: 0176 62319850

            info@honigsegen.de

            www.honigsegen.de

             

            Fotos: Landmanufaktur Honigsegen




              letzte Änderung: - 10.10.2019 14:43

              BURMÉ® - GOURMET, GENUSS & LEBENSART – FEIN, FEINER, AM FEINSTEN

              „In Penzlin war es [...] ein artiges Städtchen auf einer Anhöhe mit alter Mauer, bebuschten Wall und […] Burg; ein weites, sanfthügeliges Stadtgebiet von betriebsamsten Grund; Waldungen von Eichen und Buchen, fischreiche Seen durch Wiesenbäche zusammenfließend [...]“. Was einst der Penzliner Dichter Johann Heinrich Voß im 18. Jahr-hundert so poetisch beschrieb, klingt heute wie eine Kurzzusammenfassung des Ortes, an dem sich nun bereits zum dritten Mal Genießer aller Couleur treffen, um den Freuden feinster Speisen & edler Getränke in angemessenem Ambiente zu frönen. 

               

              BURMÉ – ein ganz besonderer Zauber wohnt diesem Worte inne, ist es doch für Wissende Markenzeichen & Anspruch zugleich, für Aufgeschlossene ein Schlüsselwort, das die Aufmerksamkeit lenkt, für Köche exklusives und anspruchsvolles Bühnenprogramm, für handverlesene Produzenten ein Schaufenster der besonderen Art, für Genießer das Festival des guten Geschmacks im Norden der Republik. 

               


              Bereits zum dritten Mal verwandelt sich die Burg Penzlin am 15. September 2019 wieder in eine Hochburg feinster Lebensart, wenn man es auf das Existentiellste wie Essen & Trinken reduziert. Verantwortlich dafür zeichnen Holger Gniffke und sein Team der DLE GmbH – der Dienstleistungsgesellschaft für Lebensmitteltechnologie und Ernährung Penzlin. Dort beschäftigen sich die Lebensmitteltechnologen schon von Haus aus mit Dienstleistungen im Bereich der Produkt- und  Technologieentwicklung für die Ernährungswirtschaft. Doch was so ganz profan klingt und einen eher an Laborbedingungen, chemische Formeln und Messzylinderchen denken lässt, gipfelte in der Passion der Kenner bei der Entwicklung der BURMÉ-Idee in ganz egoistischen Motiven. Holger Gniffke dazu: „Letztendlich ist es so - wir lieben Lebensmittel, wir lieben Kochen und Essen, wir sind gern Gastgeber und Wegbereiter, sind gern die Plattform und Initialzündung für neue kreative Ideen – aber dennoch – wir lieben es bequem.“

               


              Und so entschied er sich für die Verortung der Genuss-Idee für 53° 30' 24.397" N  & 13° 5' 20.515" E – die alte Burg Penzlin, die man passender kaum hätte wählen können, waren diese Kulturgüter doch über Jahrhunderte hinweg weit in die Region hinaus strahlende Zeichen feudaler Lebensart, die Menschen aus Nah & Fern lockten. Eine „kleine Stadt“, „neues Zentrum“ und Synonym für die „Verbindung aus 
              Handel und Landwirtschaft“, will man der Bedeutung des Wortes „Burg“ folgen.

               

               

              Ein schöner, in sich geschlossener Rahmen, Plattform für die Begegnung zwischen ausgewählten Köchen, Küchenkünstlern, Sterneköchen und Kochverrückten aus dem In- & Ausland mit regionalen und überregionalen Produzenten, die feinste Waren wie Fisch, Fleisch, Gemüse, Käse, Wein, Spirituosen, Feinkost und vielem mehr feilbieten, und Gästen, die das gute Essen lieben, verwöhnt werden wollen und sich gern inspirieren lassen. Hier treffen Gourmetfreunde aufeinander – rein, pur, unkompliziert, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, gemeinsam zu schlemmen und das Leben zu zelebrieren. 

               

               

              Die Gäste erwerben mit einer der auf 250 Tickets limitierten Eintrittskarten die Berechtigung für einen ganztägigen Wandel durch den Genuss, der Gaumen, Augen & Ohren gleichermaßen bedient. Das ganze Burggelände ist nicht nur große Küche & Speisesaal, sondern auch Bühne für Schauvorführungen, die Wissen zur Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln eindrucksvoll präsentieren, und Park für Klangdarbietungen verschiedener regionaler Künstler, die das gute Lebensgefühl musikalisch heben. 

               

               

              Holger Gniffke und sein Team von der DLE GmbH haben für das  Gourmetfestival die Zutaten perfekt gewählt, geben jedem einzelnen Bestandteil ausreichend Raum, um seine Wirkung entfalten zu können und kombinieren sie mit fachlichem Sachverstand so miteinander, dass etwas Neues entsteht, das mit kreativem Potential überzeugt. Diese Beschreibung passt auf die Erfinder der BURMÉ genauso wie auf einen Koch, der mit Leidenschaft und Lust feinste Speisen zur Freude der Menschen kreiert.


               

              Die Akteure waren schon nach der ersten Veranstaltung 2017 begeistert von dem engagierten Miteinander und von der Vernetzung, die hier im Interesse aller stattfand. Und auch 2018 gab es nur Lob der Beteiligten, die sich rundherum wohl fühlten auf der Genuss-Burg. Selbst den Kleinsten wird ein eigenes Programm geboten, mit dem auch sie sich schon beim Staunen und Entdecken zu kleinen Gourmets entwickeln können. Sozusagen ein Bildungsauftrag der besonderen Art, den Holger Gniffke und sein Team auch für die Stadt Penzlin betreiben. Denn die Vernetzung beschränkt sich nicht nur auf Burgmauern, vielmehr bietet das Kulturprogramm einen Rahmen, der ganz Penzlin mit einbezieht. Die Burg kann dazu ebenso besichtigt werden wie die Backstein-Hallenkirche St. Marien und das neu eröffnete Voß Haus, das den Besuchern interaktiv den „Griechen aus Mecklenburg“ näher bringt, der sich mit seinen Übersetzungen von Homers „Odyssee““ und „Ilias“ eindrucksvoll einen Platz in der deutschen Nationalkultur gesichert hat.

               

               

              Einen solchen Platz hat sich die BURMÉ im Kulturgut noch nicht erarbeitet, ein leuchtendes Beispiel jedoch für Ess- & Lebenskultur, die auf Bewusstsein und Wertschätzung gründet, hat sie sich allemal innerhalb kürzester Zeit erobert dank dem professionellen und kooperativem Einsatz aller Beteiligten, vor allem jedoch dank der feinen Lebensart, die sie inmitten mecklenburgischer Weite in aller Leichtigkeit propagiert.

               

               

              BURMÉ

              DLE GmbH • Aver Weg 6a

              17217 Penzlin OT Groß Lukow

              Tel.: 03962 2216464 

              info@burme.de

              www.burme.de

               

              Fotos: DLE GmbH




                letzte Änderung: - 10.10.2019 14:37

                CHRISTINS GLASWELT - KREATIV MUSS MAN SELBER SEIN

                Klink (bw). „Handwerk ist meine Leidenschaft“, sagt Christine Mühlnickel, die als gelernte Maschinen- und Anlagenmonteurin genau in diese Richtung ihre Ausbildung abgeschlossen hat. Doch das Leben schreibt seine eigene Geschichte und so musste sich auch Christine Mühlnickel mit der Wende zunächst einmal umorientieren. „Ich habe damals als Buchhalterin in einer Glaserei begonnen, aber mir war schon immer wichtiger, etwas mit meinen Händen zu gestalten, als im Büro zu sitzen. Büro ist langweilig, Handwerk begeistert mich“, betont Cristine Mühlnickel. Und so verwundert es nicht, dass sie bereits drei Jahre später mit der Übernahme einer Glaserei in Berlin den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Allerdings war die Großstadt nicht ihr Ding. „Ich habe mich in Berlin nicht wohl gefühlt. Mir steht der Sinn mehr nach schöner Landschaft und ruhigem Umfeld“, bestätigt sie.

                 

                 

                Erste Kontakte nach Röbel und Umgebung gab es bereits Jahre zuvor, als sie als Dauercamper die Gegend erkundete und sich in Mecklenburg verliebte. Dabei machte sie auch Bekanntschaft mit der Scheune Bollewick. „Ein Besuch des Weihnachtsmarktes in der Scheune gab mir dann den entscheidenden Impuls. Das Ambiente der Scheune gefiel mir gut und ich wollte hier meine Ideen mit Leben erfüllen“, erinnert sich Christine Mühlnickel. Gesagt - getan, im Jahr 2006 startete sie mit ihrem „Lädchen“ in der Scheune. Auf 95 Quadratmetern bot sie ihre Glasprodukte an. „Damals prophezeite man mir: 'Glas wirst du hier nie verkaufen'. Doch die Zweifler hatten sich getäuscht, wir konnten weiter

                expandieren und bereits im Sommer 2007 kam die erste Mitarbeiterin dazu und kurze Zeit später wuchs der Verkaufsund Produktionsraum auf 300 Quadratmeter“, blickt Christine Mühlnickel zurück. Nach und nach wurde der Platz in der Scheune Bollewick knapp und die Geschäftsfrau suchte nach neuen Möglichkeiten. Fündig wurde sie in Klink, wo in der Hafenstraße ein Objekt von passender Größe gerade frei wurde. Hier stehen ihr und den beiden Mitarbeitern gute 500 Quadratmeter Platz in unmittelbarer Nachbarschaft zur B192 zur Verfügung. Seit 2014 ist sie in Klink mit ihrem Handwerksbetrieb „Christins Glaswelt“ zu finden. „Das sind natürlich ausgezeichnete

                Präsentations- und Produktionsmöglichkeiten, die sich uns hier bieten.

                 

                Der helle, lichtdurchflutete Verkaufsraum lässt unsere Glasprodukte erst richtig zur Geltung kommen. Und mit dem Umzug konnte ich einen weiteren Arbeitsplatz schaffen“, freut sich Christine Mühlnickel. Apropos Arbeitsplatz. Besonders stolz ist die Chefin auf ihr Team, das neben ihr noch aus Jan Schäfer und Kerstin Rißmann besteht. „Jeder von uns hat eine fachspezifische handwerkliche Ausbildung, mit der wir uns quasi gegenseitig ergänzen. Andererseits sind wir bestrebt, dass jeder auch in allen Bereichen einsetzbar ist. Wichtig ist deshalb eine ständige Weiterbildung, denn wer sich nicht weiterbildet, der bleibt stehen“, ist die Fachfrau überzeugt. Zum handwerklichen Fachwissen und Geschick kommt dann noch die eigene Kreativität, ohne die es auch beim Arbeiten mit Glas nicht geht. Diese Kreativität geht in die Produkte ein und so ist ein jedes hier gefertigte Glasobjekt quasi einmalig. In diesen Tagen wird nun ein weiteres Kapitel in der Entwicklung von Christins Glaswelt aufgeschlagen. Ein neuer Ofen – importiert aus England – nimmt seine Arbeit auf. Es ist ein Ofen, der Temperaturen um 1200 Grad Celsius entwickeln kann und mit dem Glasbläserarbeiten durchgeführt werden können. „Im Vorfeld dieser Anschaffung haben wir bereits mehrere Lehrgänge im Glasmuseum Gernheim absolviert, um die Techniken zu beherrschen. Dann wollen wir hier auch die Möglichkeit schaffen, dass uns zu ausgewählten Zeiten interessierte Kunden bei der Arbeit über die Schulter schauen und erleben können, wie aus Glas wahre Kunstwerke entstehen. Die dazugehörige Glasbläserbank und das Kühlbecken wurden – natürlich - in eigener handwerklicher Arbeit vorgefertigt. In Christins Glaswelt finden sich Produkte in unterschiedlichsten Fertigungstechniken. Schwerpunkt bilden Dekorationsglas-Exponate in

                Fusing-Technik für drinnen und draußen. Beim Fusing handelt es sich um das Verschmelzen von Glas. Daraus entstehen dann in der Klinker Werkstatt beispielsweise einzigartige Teller, Windspiele, Gartenstecker und Schalen. „Bei uns gibt es keine 0815-Produkte. Hier ist jedes Stück ein Unikat“, macht Christine Mühlnickel vor allem mit Blick auf die Fusing-Technologie deutlich. Darüber hinaus werden Objekte in traditioneller Bleiverglasung sowie Dekorations- und Gebrauchsgegenstände in Tiffany-Technik angeboten. Beim Tiffany-Glas werden einzelne Glasteile mittels Ummantelung mit Kupferfolie und Lötzinn verbunden. Diese eignen sich dann hervorragend

                 

                zur Gestaltung dreidimensionaler Gebilde. Mit dem neuen Ofen erschließen sich zudem weitere tolle Möglichkeiten, dann kann auch mit Kugel- und Vasenformen experimentiert werden. Wo nimmt sie eigentlich ihre Ideen her? „Man muss jeden Tag mit einer Idee aufstehen“, lautet ihr Credo. „Und man muss offenen Auges durch die Welt gehen. Die besten Vorlagen für Ideen bietet die Natur“, ergänzt Christine Mühlnickel. Vorteilhaft bei Glas ist auch die Farbechtheit, denn die Farben verblassen auch im Freien nicht. Natürlich ist die gesch.ftstüchtige Frau auch auf etlichen Handwerkermärkten unterwegs oder nimmt auch traditionelle Kunstglaserarbeiten wahr. So wie beispielsweise auf dem Kunsthandwerker-Markt in Graal Müritz vom 9. bis 11. August oder vom 23. bis 25. August auf dem Seebrückenvorplatz. Ein weiterer Kunsthandwerker-Markt führt Christine Mühlnickel vom 13. bis 15. September nach Stralsund auf den Alten Markt.

                 

                Christins Glaswelt

                Hafenstraße 1

                17192 Klink

                Tel.: 03991 6317817

                kontakt@christins-glaswelt.com

                www.christins-glaswelt.com

                 

                 

                Fotos: Christins Glaswelt, B. Wüstemann




                  letzte Änderung: - 10.10.2019 12:17

                  MECKLENBURGISCHES STAATSTHEATER - OPEN AIR MIT SCHLOSSBLICK

                  Schwerin. Ein Theater, zwei Standorte, sechs Sparten und ein Festival: Das Mecklenburgische Staatstheater gehört zu den großen traditionsreichen Bühnen im norddeutschen Raum. Das Angebot mit Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Konzerten, der niederdeutschen Fritz-Reuter-Bühne sowie dem Kinder- und Jugendtheater bereichert das kulturelle Leben der Region maßgeblich und bildet einen künstlerischen Leuchtturm, der jährlich rund 200.000 Besucher anzieht. Überregionale Bekanntheit genießen die Schlossfestspiele Schwerin, die bereits seit 26 Jahren inmitten des architektonisch einzigartigen Residenzensembles um den Alten Garten Schwerin zu erleben sind.

                   

                  Beim Publikum werden die Schlossfestspiele für die spektakulären wie hochkarätigen Open-Air-Produktionen vor dieser atemberaubenden Kulisse des Schweriner Schlosses, des Staatlichen Museums und des Mecklenburgischen Staatstheaters geschätzt. Wieder hinzu kam im Sommer 2018 der frisch renovierte Schlossinnenhof als zweite Spielstätte, die mit achtzehn ausverkauften Vorstellungen der Produktion „Dracula“ gebührend eingeweiht wurde.

                   

                  Die Schlossfestspiele Schwerin sind ein etablierter, kultureller Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Sie haben sich zu einer eigenen Marke etabliert, die jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Gäste nicht nur aus ganz Deutschland in die Landeshauptstadt zieht. Somit stellen die Schlossfestspiele einen der wichtigsten kulturellen wie touristischen Höhepunkte der Sommersaison in Mecklenburg-Vorpommern dar. Bei Kulturfreunden und Vertretern der Wirtschaft ist man sich einig, dass dieser hervorragende Standortfaktor weiterentwickelt werden kann und soll. „Das Mecklenburgische Staatstheater und die Schlossfestspiele Schwerin leisten einen wichtigen Beitrag bei der kulturtouristischen Etablierung und Vermarktung der Stadt und der Region“, ist Lars Tietje, Generalintendant und Geschäftsführer des Mecklenburgischen Staatstheaters, überzeugt. Insbesondere im Verhältnis zu den touristischen Zielen an der Küste steht es der Landeshauptstadt gut an, das Residenzensemble mit Festival-Atmosphäre zu bereichern. Aix-en-Provence, Avignon und Edinburgh, um nur einige prominente Beispiele zu nennen, gehen da mit gutem Beispiel voran. Auch in der Metropolregion Hamburg soll hier noch Potential genutzt werden, um Schwerin und Umgebung weiter in den Fokus zu rücken.

                   

                  Die im Verein „Marketinginitiative der Wirtschaft e.V. - Region Schwerin“ (kurz PMI) vereinten Unternehmer beispielsweise sehen das Mecklenburgische Staatstheater mit seinem breiten, hochwertigen und künstlerischen Angebot und seinem imposanten Hauptgebäude am Alten Garten als entscheidenden kulturellen Standortfaktor in Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern. Opern, Ballette, Konzerte, Schauspielaufführungen, Musicals und die Schlossfestspiele Schwerin begeisterten jährlich die Menschen der Region und zögen viele tausend Gäste in die Stadt. Dies sei von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Der PMI-Vorsitzende Hans Gerst betont: „Insbesondere die neue Preisstruktur mit bis zu sechs Platzkategorien und moderaten Ticketpreisen sowie die angepassten Anfangszeiten der Schlossfestspiele Schwerin begrü.en wir sehr.“ Auch 2019 wartet ein Schlossfestspielsommer mit Witz, Charme und Herz auf das Publikum. Nach dem sensationellen Erfolg der „West Side Story“, der umjubelten „Tosca“ und einem restlos ausverkauften „Dracula“ präsentieren die Schlossfestspiele Schwerin ab 21. Juni das Hitmusical „Anatevka“ auf dem Alten Garten und ab 27. Juni die romantische Schauspielkomödie „Cyrano De Bergerac“ im Schlossinnenhof. 

                   

                  Rund 60 Darstellerinnen und Darsteller sind in insgesamt 20 „Anatevka“- Aufführungen auf der 35 Meter breiten und 26 Meter tiefen, ellipsenförmigen Bühne zu sehen. Das Ensemble setzt sich aus Solistinnen und Solisten des Mecklenburgischen Staatstheaters der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, des Ballettensembles, des Opernchors mit Extra-Chors sowie der Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters zusammen. Auch in diesem Jahr kommen hochkarätige Gäste hinzu: Für die Hauptrolle des sympathischen Milchmanns Tevje konnten die TV Stars Gustav Peter

                  Wöhler und Ansgar Schäfer gewonnen werden. Auch mit dabei ist die in Schwerin bekannte und beliebte Schauspielerin Brigitte Peters. Im Schlossinnenhof dürfen sich die Gäste von „Cyrano de Bergerac“ wieder auf das Schauspielensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters freuen. Die

                  Choreografie für die spektakulären Fechtszenen liegt in den Händen des renommierten Bühnenkampfspezialisten Klaus Figge. Für das Musical „Anatevka“ wurden bereits über die Hälfte der insgesamt 25.000 Karten verkauft. Damit läuft der Vorverkauf für die Produktion auf dem Alten Garten zwar nicht ganz so erfolgreich wie bei „West Side Story“ 2017, jedoch deutlich besser als bei „Tosca“ im vergangenen Jahr. Auch für „Cyrano de Bergerac“ im Schlossinnenhof sind inzwischen mehr als 50 Prozent der Tickets verkauft. Aufgrund der positiven Erfahrung in der letzten Saison hatte man dort die Platzkapazität um 160 auf 600 Plätze pro Vorstellung im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

                   

                  Im Sommer 2020 präsentieren die Schlossfestspiele Schwerin dann wieder große Oper auf dem Alten Garten und einen literarischen Klassiker im Schlossinnenhof. Zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag ist ab 12. Juni 2020 die Oper „Fidelio“ auf dem Alten Garten und mit Blick auf das Schweriner Schloss zu erleben. Nach seinem großen Erfolg mit der Oper „André Chenier“ im Januar 2019 darf sich das Publikum auf eine weitere Inszenierung von Regisseur Roman Hovenbitzer

                  freuen. Im Schlossinnenhof entfaltet sich ab 14. Juni 2020 das tolldreiste Spiel der Bürger von Schilda in einer Open-Air-Inszenierung des Narrenspiels „Die Schildbürger“, inszeniert von Schauspieldirektor Martin Nimz.

                   

                   

                  Mecklenburgisches Staatstheater GmbH

                  Alter Garten 2

                  19055 Schwerin

                  Tel.: 0385 53 00 123

                  kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de

                  www.mecklenburgisches-staatstheater.de

                   

                   

                  Fotos: Silke Winkler, Claudia Ungar




                    letzte Änderung: - 10.10.2019 11:40

                    DIE NACHT DER NORDISCHEN GUTS- UND HERRENHÄUSER „MITTSOMMERREMISE“ LÄDT EIN

                    Rostock (bw). Nicht nur Kulturschwärmer wissen, dass Mecklenburg-Vorpommern das Land der Gutshäuser und Schlösser ist. Mehr als 2.000 herrschaftliche Wohnsitze sind in dieser Region zu finden, 1.080 stehen unter Denkmalschutz. Ein Drittel davon wird touristisch genutzt – vom 5-Sterne-Hotel bis zur Heu-Herberge, ein Drittel hält sich gerade so, ein Drittel verfällt. Umgeben von oft einzigartigen Parks und Gärten besitzen diese Gebäude ihren eigenen Charme und nicht selten eine sagenhafte Geschichte. „Vor nun elf Jahren entstand die Idee, Gutshäuser und Schlösser als unser landesweites Kulturerbe für einen Tag der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

                     

                    Damals haben sich zwölf Häuser daran beteiligt und das Publikum begeistert. Das hat sich herumgesprochen und die Zahl der Interessenten – sowohl der Schlossbesitzer als auch der begeisterten Besucher stieg von Jahr zu Jahr“, erzählt Dr. Robert Uhde. Er ist Begründer und Veranstalter der langen Nacht der nordischen Gutshäuser und hat mit seiner Sphinx ET Agentur für Zeitgeistentwicklung dafür gesorgt, dass sich immer mehr Häuser einem größeren Publikum öffnen.


                    Die Nacht der nordischen Guts- und Herrenhäuser – die „MittsommerRemise“ ist ein Kulturfestival und feiert inzwischen sein Gutes Dutzend. Auch in diesem Jahr werden mehrere Tausend Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern, den angrenzenden Bundesländern und anderen Teilen Deutschlands erwartet.

                     

                    Sie erleben klassische Klänge voreiner imposanten Schlosskulisse, genießen die Abendsonne beim Spaziergang durch malerische Parkanlagen, führen Gespräche mit Gutshausbesitzern bei einem Glas Wein am Lagerfeuer und lassen sich begeistern bei Führungen durch alte und neue Gemäuer. Mit diesen romantischen und magischen Programmhöhepunkten begeistert die zwölfte Auflage der "MittsommerRemise - Die Nacht der nordischen Guts- und Herrenhäuser" wieder Kulturschwärmer aus ganz Deutschland. Am 22. Juni von 15 bis 22 Uhr werden 56 Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg und am 23. Juni von 10 bis 17 Uhr 32 Anwesen im Vorpommerschen mit der Mittsommer-Remise den Sommer herrschaftlich begrüßen. Dazu öffnen sie ihre Pforten, Türen und Tore für Besucher, die in die Kulturgeschichte der teilnehmenden Guts- und Herrenhäuser, Schlösser und Parks eintauchen möchten.

                     

                    Bei dieser wunderbaren Landpartie erhalten die Besucher interessante Einblicke hinter die Kulissen und werden in die jeweilige Kulturgeschichte der teilnehmenden Häuser entführt. Der frühe Beginn in den Nachmittagsstunden ermöglicht es den Gästen, ihren Kulturmarathon bei Sonnenschein und frischem Gebäck zu starten und bis in die späte Abenddämmerung dieses Fest zu Ehren der Sommersonnenwende zu erleben. So können Interessierte beispielsweise im Rahmen von Führungen über die Schlossinsel Mirow wandeln, bei einem „flanierenden Konzert“ durch den Park des Herrenhauses Vogelsang schlendern oder eine funkelnde Nacht im Gutshaus Below erleben. Der Sonntag verspricht einen weiteren reichhaltigen Kultur - und Geschichtsgenuss auf pommerschen Wegen.

                     

                    Nach den erfolgreichen Vorjahren öffnen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Häuser in den Regionen Mecklenburger Parkland, Mecklenburgische Schweiz, Mecklenburgische Seenplatte und Pommerschen Gutsland ihre Türen. „Wir freuen uns, erstmalig mit der Region Mecklenburger Gutsland gemeinsam den Garten der Regiopole Rostocks präsentieren zu können. Weiterhin haben sich auch wieder zahlreiche Häuser außerhalb der Regionen diesem einmaligen Kulturfestival angeschlossen. Viele der Anwesen feiern ihr „Mittsommer-Remise-Debüt“ gemeinsam mit uns“, freut sich Dr. Robert Uhde über den Zuwachs. Erstmals dabei sind aus der Müritzregion unter anderem das Gutshaus Penzlin und das KAVALIERSHAUS SCHLOSS BLÜCHER Hotel am Finckener See.

                     

                    Tickets, die den Zutritt zu allen Häusern ermöglichen, sind im Vorverkauf für den Samstag für zwölf Euro inklusive VVK-Gebühr erhältlich. An der Abendkasse kostet der Besuch fünfzehn Euro. Der Eintritt für Kinder bis 14 Jahre ist frei. Es wird gemeinsam für den Mecklenburgischen Samstag und den Pommerschen Sonntag im VVK auch ein Gesamtticket angeboten. Zu den oben genannten Regionen bietet die Agentur Sphinx ET aus Rostock in diesem Jahr wieder in Kooperation mit Rux-Reisen aus Rostock umfangreiche Shuttletouren an, die jeweils vom Steigenberger Hotel Sonne in Rostock starten. So können Besucher quer durch das ganze Land fahren und die Gutshäuser und Schlösser Ihrer Wahl bequem besichtigen. Weitere Informationen zu den teilnehmenden Häusern, die im Rahmen dieser speziellen Touren angefahren werden, sowie zum Programm der einzelnen Häuser erhalten Interessierte im Internet. Die Shuttletouren sind übrigens ausschließlich über die Agentur Sphinx ET aus Rostock buchbar. Dr. Robert Uhde ist als Initiator zahlreicher hochkarätiger Events bekannt. Große Formate sind sein Ding, sagt er über sich und so ist er mit seiner Agentur unter anderem Initiator und Veranstalter für die „Lange Nacht der Wissenschaften“ in Rostock und auch Initiator der Rostocker Museumsnacht.

                     

                    Zudem organisiert er in der Hansestadt die „Winterserenade“, ist Veranstalter der Wissenskarawane MV – einer Bildungsreise für 11. Klassen - und sorgt für unterschiedlichste Veranstaltungen im eigenen Herrenhaus. Denn bereits seit 2010 ist Dr. Robert Uhde Besitzer vom Herrenhaus Vogelsang in der Mecklenburgischen Schweiz und leidenschaftlicher „Gutsherr“. Durch seine Agenturtätigkeit sehr erfahren im Konzipieren und Durchfüren von schönen Events und kulturellen Veranstaltungen, will er im Herrenhaus Vogelsang samt Park und Anwesen nach und nach eine Location „außerhalb der Zeit“ schaffen, in der Menschen von nah und fern für eine gewissen Zeit dem Alltag entrinnen können.

                     

                    Mittsommer-Remise
                    Dr. Robert Uhde
                    18055 Rostock
                    Telefon 0381 128 93 92
                    E-Mail: info@mittsommer-remise.de
                    www.mittsommer-remise.de

                    Fotos: Agentur Sphinx ET

                     




                      letzte Änderung: - 03.06.2019 14:00

                      EIN WOCHENENDE IM ZEICHEN DER KUNST - „KUNSTOFFEN“ 2019

                      Mecklenburgische Seenplatte (bw).
                      Bildende Künstler, Kunsthandwerker und Galerien öffnen vom 8. bis 10. Juni erneut ihre Werkstätten und Ateliers zur Aktion „KunstOffen“. Sie wollen an diesen Tagen wieder ein vielfältiges Bild der Kunstszene in der Mecklenburgischen Seenplatte vermitteln. „Die traditionell zu Pfingsten laufende Aktion hat in unserem Landkreis schon Tradition. Bereits zum 17. Mal läuft „KunstOffen“ inzwischen. Schon vor der Kreisgebietsreform haben die damaligen Landkreise Müritz, Mecklenburg-Strelitz und die Stadt Neubrandenburg gemeinsam dieses Kunstevent organisiert und durchgeführt“, weiß Adele Krien. Sie ist im heutigen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verantwortlich für den Bereich Kultur und somit auch für die Vorbereitung und Durchführung von „KunstOffen“.

                       

                      „Insofern unterscheidet sich unser Landkreis in dieser Hinsicht von anderen Regionen. Zumeist wird in Mecklenburg-Vorpommern die Aktion 'KunstOffen' von Tourismus-Verbänden organisiert, bei uns ist der Landkreis federführend tätig. Schwerpunktmäßig sprechen wir vor allem Bildende Künstler und Galerien an, weil wir erheblichen Wert auf Qualität legen. Natürlich sind auch etablierte Hobbykünstler mit unter den Ausstellern“, macht die Kulturverantwortliche deutlich. Die Vielfalt ist erstaunlich. Rund 150 Künstlerinnen und Künstler können an insgesamt 115 ausgewählten Standorten besucht werden.

                       

                      So stellen die Kunstschaffenden des Landkreises nun die Ergebnisse ihrer Arbeit in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei, Keramik, Collage, Fotografie und Gestaltung & Design vor und gestatten einen Einblick in ihr Arbeitsumfeld. Immer wieder Neues kann entdeckt werden und zum Schauen, Verweilen und Kaufen verführen. „Große gelbe Schirme, gelbe Luftballons oder manchmal auch Segel mit dem Schriftzug 'KunstOffen' weisen den Weg durch die bunte Kulturlandschaft unserer Region. Einheimische und Gäste sind herzlich eingeladen, Kunstschaffende hautnah zu erleben, zeitgenössische Kunst zu sehen sowie handwerkliche und gestalterische Kreationen zu bewundern“, informiert Adele Krien. Die kreisliche Aktion „KunstOffen“ 2019 wird in der Mecklenburgischen Seenplatte bereits am Donnerstag, 6. Juni 2019, um 19 Uhr mit einer Gemeinschaftsausstellung eröffnet. Anne-Katrin Altwein, Ines Diederich, Friedemann Henschel (Skulpturen) und Cornelia Kestner, Bianka Marschall, Bernd Schrock (Malerei) zum Thema AKT garantieren ein besonderes Kunsterlebnis. Dazu sind die Besucher eingeladen in den Kunstraum RWN Halle 14, Neubrandenburg in der Nonnenhofer Str. 36.

                       

                      Der Leitfaden für die kunstinteressierten Besucher aus Nah und Fern ist neben dem Internet natürlich auch die vom Landkreis MSE heraus- gegebene Informationsbroschüre „KunstOffen“. In dieser werden die einzelnen Künstlerinnen und Künstler bzw. Galerien vorgestellt und kurze Informationen zu den künstlerischen Schwerpunkten gegeben. Das Ganze ist nach Regionen sortiert und informiert auch über Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten. So kann sich Jedermann nach seinem Geschmack spezielle Touren zu den Standorten zusammen stellen. In der Region Demmin erwartet beispielsweise Rainer Denjee mit seinen Malerein und Skulpturen in Knorrendorf, Ortsteil Kastorf seine Gäste. Empfehlenswert ist auch der Besuch der Schlosskapelle Remplin, in der Spiegelbilder aus Glasscherben von Simone Stanschus und Arbeiten anderer Künstler zu sehen sein werden. Zudem ist die Kapelle am Sonntag von 10 bis 22 Uhr geöffnet, dann wird als Besonderheit die Füllermalerei von Axel Neumann aus Berlin mit musikalischer Untermalung geboten. Ab 19 Uhr ist die Sopranistin Sylvia Tazberik zu erleben.

                       

                      In der Region Mecklenburg-Strelitz sei ein Besuch des Speichers über dem Antiquariat am Stadthafen empfohlen. Hier präsentiert Anita Schubert ihre Installation „Das Labyrinth der Bücher“. Das Bücherlabyrinth ist ein begehbares Objekt. Im Labyrinth verläuft man sich nicht, man findet den Weg zur Mitte. Einen Blick über die Schulter gewährt Ilja Strittmatter in seinem Atelier, wo er Steinzeugkeramik in diversen Glasurfarben, individuellen Keramikschmuck und Rakugefäße vorstellt und zeigt, wie mit der Töpferscheibe gearbeitet wird. In der Müritzregion präsentiert Markus Böhm in Alt Gaarz keramische Arbeiten aus den Wintermonaten und in Krümmel stellt die Designerin Johanna de Vos stilvolle Produkte aus einheimischen Holz vor. In der Dorfstraße 18 in Schwarz freut sich Peter Fehrmann auf seine Gäste. Er baut bespielbare Gitarren und Röhrenverstärker, die aus allen möglichen alten Gebrauchsgegenständen, Altholz, Schrott und Klimbim entstehen.

                       

                      So könnte man den Reigen der Künstlerinnen und Künstler unentwegt fortsetzen – ein Blick in die Info-Broschüre lohnt allemal. Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen ein kontinuierliches Interesse der Besucher an der Aktion. Erhebungen haben gezeigt, dass Jahr für Jahr zwischen 13.000 und 15.000 Interessierte die Aktion „KunstOffen“ besuchen. Ein schönes Beispiel dafür, wie eine Region auf besondere Weise für sich wirbt.

                       

                      Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
                      Büro des Landrates/Bereich Kultur
                      17033 Neubrandenburg

                      www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de

                      Fotos: Peter Fehrmann, Markus Böhm, Lenz

                       




                        letzte Änderung: - 03.06.2019 13:43

                        TORTENGLÜCK - MIT DEN MECKLENBURGER BACKSTUBEN

                        Waren (bw). Wie wäre es denn mal wieder mit einem Stück Torte zum Kaffee? Die Mecklenburger Backstuben haben für jeden Anlass die passende Torte. Da wäre beispielsweise die Mandel-Nougat-Torte. Oder vielleicht sollte es die Ananas-Schoko-Sahnetorte sein? Auch die Frischkäse-Sahnetorte stünde zur Auswahl. Eines ist jedoch sicher: Die Wahl fällt da bestimmt nicht leicht. Schon beim Lesen des Torten- Kataloges läuft einem sprichwörtlich das Wasser im Munde zusammen angesichts der zahlreichen süßen Verführungen. „Wir haben im vergangenen Jahr im Rahmen unserer Produktentwicklung unsere Tortenangebote überarbeitet und über 40 Tortenkreationen entwickelt. Damit sind wir nun in der Lage, den Kunden in unseren Filialen unter anderem Gaumen-Genüsse wie die Erdbeer-Zitrone-Sahne-, Stracciatella- Kirsch- oder die neue Schoko-Royal-Torte anzubieten. Willkommen im Paradies der Naschkatzen“, wirbt Marketing-Chef Torsten Brandt von den Mecklenburger Backstuben. Dabei macht er deutlich, dass die neuen Torten des Unternehmens in alter Handwerkstradition gefertigt werden. „Da läuft nichts vom Band, es wird noch richtige Handarbeit geleistet“, gibt Torsten Brandt zu verstehen.

                         

                        Rund 20 Mitarbeiter – einschließlich fünf Auszubildender – sind im Bereich Tortenfertigung unter Leitung von Thomas Püttner tätig. Unter ihren Händen entstehen nicht nur die schon genannten Köstlichkeiten. Auch kunstvolle Kreationen für den ganz besonderen Anlass wie Taufe, Hochzeit oder Jubiläum sind auf Vorbestellung kurzfristig lieferbar. 2- bis 3-stufige runde Festtagstorten in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen oder Thementorten mit individueller Beschriftung oder sogar mit Fotos nach Wunsch geben diesen Torten ihre eigene Note. Aber auch die traditionellen Torten wie die Schwarzwälder Kirschtorte oder der Frankfurter Kranz sind immer noch sehr gefragt und werden in den Mecklenburger Backstuben gefertigt.

                         

                        „Süße Backkunst ist viel mehr als ein Gemisch aus Eiern, Mehl und Zucker – sie ist eine Schmeichlerin für Gaumen und Seele. Ob Früchte, Milch, Butter oder Mehl, bei allen Zutaten achten wir konsequent auf höchste Qualität. In echter Handarbeit gefertigt, wird so jede Torte ein kleines Unikat“, verspricht Konditormeister Thomas Püttner. Auf den „Ladentisch“ kommen die neuen Tortenkreationen in den 56 Filialen des Unternehmens, die in ganz Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu finden sind. „In unseren Backstubencafés steht eine täglich wechselnde Auswahl unseres neuen Tortensortiments zur Verfügung. Mit einer leckeren Kaffee- oder Teespezialität wird der Aufenthalt in den gemütlichen Backstuben zu einem Glücksmoment für jeden Gast“, ist Marketingleiter Torsten Brandt überzeugt.

                         

                        In den Backstubencafés liegen übrigens auch die neuen umfangreichen Tortenkataloge aus. Die Kunden können im Katalog ihre Auswahl treffen und Torten nach ihrem Geschmack bestellen – fachkundige Beratung natürlich inbegriffen.

                         

                        „Selbstverständlich erhält man in unseren Backstubencafés nicht nur Torte. Im Prinzip könnte man hier den ganzen Tag verbringen, denn wir haben von morgens bis abends leckere Angebote. Die Backstubencafés und Geschäfte verwöhnen unsere Kunden mit leckeren Backwaren wie köstlichem Brot, duftenden Brötchen, herrlichen Kuchen, himmlischen Torten, feinen Snacks und wechselnden saisonalen Spezialitäten. Wir überzeugen durch einzigartige Handwerkskunst und Tradition. Dabei backen wir nach eigenen, alten Rezepten und vieles per Hand. So können unsere Kunden die Vielfalt unserer Produkte mit ihrem urwüchsigen, unverkennbaren Geschmack in den Filialen genießen“, bringt Torsten Brandt die Geschäftsphilosophie auf den Punkt. Die Mecklenburger Backstuben haben eine lange Tradition. Bereits 1981 gegründet, wurden sie zehn Jahre später von vier ehemaligen Mitarbeitern übernommen und gingen als „Mecklenburger Backstuben GmbH“ in die Marktwirtschaft über. Das Unternehmen etablierte sich schon früh als kompetenter Ansprechpartner in den Bereichen Produktentwicklung und Verpackungslösungen für den Großkundenbereich. So entstanden individuell auf die Kunden zugeschnittene Backprodukte und optimal auf den Lebensmitteleinzelhandel abgestimmte Verpackungskonzepte.

                         

                        Neben dem Direktvertrieb in eigenen Backstubenfilialen werden Handelsketten und Einzelhändler, Kliniken, Heime, Kantinen und Gaststätten täglich mit frischen Backwaren beliefert. Die Mecklenburger Backstuben exportieren ihre Tiefkühlware außerdem nach Dänemark, Schweden und Norwegen sowie bis auf die Färöer Inseln und nach Grönland.

                         

                        Für die Qualität ihrer Produkte erhielten die Mecklenburger Backstuben schon zahlreiche Auszeichnungen. Erst im November 2018 hat das Fachmagazin „Back Journal“ den Innovationspreis der Backbranche, den „Marktkieker 2018/2019“, vergeben. Die Mecklenburger Backstuben GmbH hat nach Überzeugung der unabhängigen Fachjury in ihrem Unternehmen Konzepte entwickelt, die beispielgebend für die Branche sind.

                         

                        „Heute geben die Mecklenburger Backstuben 600 Menschen Arbeit und die Ausbildungsleistung des Unternehmens ist branchenweit anerkannt. Dies wird auch dokumentiert durch die Auszeichnung als TOP-Ausbildungsbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie den 'Baker Maker Award' “, macht Torsten Brandt deutlich.

                         

                        Telefon: 03991 7380
                        E-Mail: info@meckback.de
                        www.meckback.de
                        Mecklenburger Backstuben GmbH
                        Am alten Bahndamm 15
                        17192 Waren (Müritz)

                         

                        Fotos: B. Wüstemann




                          letzte Änderung: - 30.04.2019 14:05

                          LANDPARTIE-FEST MIT HEIKE GÖTZ - MITMACHEN, ANFASSEN, ERLEBEN

                          Neustrelitz (bw). Ob auf Norderney, in der Wesermarsch, der Lüneburger Heide oder auf Usedom – überall kennt man sie: Heike Götz, die „Frau mit ihrem Fahrrad“. Schon seit 20 Jahren ist Heike Götz im gesamten Norden mit der NDR-Landpartie unterwegs und besuchte im Verlauf ihrer Radtouren inzwischen weit mehr als 3.000 norddeutsche Höfe, Betriebe, Künstler und Originale.

                           

                          „Als wir die Sendung im März 1999 starteten, wollten die beiden Autoren Achim Tacke und Ulrich Koglin etwas für das damals arg beschädigte Image der Landwirtschaft tun und zeigen, wie das Landleben in der Realität ist. Das ist ihnen wohl sehr gut gelungen, denn aus der eigentlich nur einmalig geplanten Sendung sind inzwischen 188 geworden. Übrigens waren wir auf unserer ersten Tour noch ohne Fahrrad unterwegs“, erinnert sich Heike Götz. Das Rad kam dann tatsächlich erstmals im Herbst 1999 zum Einsatz bei der Landpartie auf dem Darß. Grund war, mit den Radfahr-Szenen die wunderschöne Landschaft mit ins Projekt einbeziehen zu können.

                          Apropos Landschaft. Besonders beeindruckt hat die Moderatorin die Landpartie an der Ostseeküste, welche kürzlich gesendet wurde. „Bei dieser Tour waren wir auch auf der Halbinsel Wustrow. Diese war ja in den letzten mehr als 100 Jahren stets Sperrgebiet, erst seit letztem Jahr kann man geführte Pferdekutschfahrten hierhin machen. Ich war begeistert von der unberührten Natur und einem Strand, wie er wohl vor 100 Jahren überall noch aussah“, zeigt sich Heike Götz begeistert.

                           

                          Im Jahr 2003 kam dann zur Landpartie noch das „Landpartie-Fest“. Damit wurde der vom NDR durchgeführte Tag der offenen Tür in das Konzept der Landpartie eingebunden. „Die Idee war, diesen Tag nicht nur auf dem NDR-Gelände durchzuführen, sondern auf dem Hof eines der während der Landpartie besuchten landwirtschaftlichen Betriebe. Wir wollten sozusagen ein Fest 'zum Anfassen' organisieren“, erklärt Heike Götz. Das erste "Landpartie-Fest" fand dann am 10. und 11. Mai 2003 auf dem Klostergut Wöltingerode in Vienenburg im Harz statt. Schon damals waren über 80 Aussteller und Akteure am Gelingen des Festes beteiligt. Mittlerweile sind bereits 17 „Landpartie-Feste“ über „die Bühne“ gegangen und haben hunderttausende Besucher begeistert. Und das von Celle über Eckernförde, Boitzenburg, Ratzeburg, Rendsburg bis hin nach Bad Doberan – um nur einige Stationen zu nennen. Und nun führt die Reise des NDR-Teams in die Residenzstadt Neustrelitz. Am 18. und 19. Mai steigt das diesjährige „Landpartie- Fest“ am Stadthafen von Neustrelitz. Unterstützt wird die Moderatorin Heike Götz dabei auch diesmal von Yared Dibaba und zahlreichen anderen Kollegen aus dem NDR wie zum Beispiel von Rainer Sass und Inka Schneider, die ihre Kochkünste präsentieren werden.

                           

                          Wie in der Sendung Landpartie sind die eigentlichen Stars des Festes die vielen Anbieter regionaler Spezialitäten aus allen Teilen Norddeutschlands. All diese Anbieter sind übrigens selbst einmal von Heike Götz im Rahmen der Landpartie besucht worden. Starten wird das „Landpartie-Fest“ am Samstag ab 9.00 Uhr mit einer Radtour um den Zierker See (Treffpunkt Hafenmeister-Gebäude ab 8.30 Uhr). An der etwa 10 Kilometer langen Tour können alle Interessenten gern teilnehmen. Neben dem riesigen Markt wird ein buntes Programm geboten. Im Gespräch sind kostenlose Fahrten auf einer Mini-Draisine, ein Tret-Trecker-Rundkurs, Ponyreiten, Trampolinspringen oder auch eine künstliche Kuh, an der sich das Handmelken erlernen lässt. Der Samstagabend verspricht mit der Live-Sendung DAS! Auf dem legendären roten Sofa Unterhaltung vom Feinsten. Die NDRBühne steht auch am Sonntagnachmittag im Fokus der Besucher. Zum Abschluss wird dort das Fahrrad von Heike Götz für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös wird einer sozialen Einrichtung in der Stadt zugute kommen.

                           

                          Nicht allzu viele Fernsehsendungen können eine solche Bilanz und Kontinuität aufweisen wie die NDRLandpartie. „Dass ich 20 Jahre lang eine solche Sendung mitgestalten durfte, erfüllt mich schon mit ein bisschen Stolz. Begeistert bin ich insbesondere von den Menschen, mit denen wir es in den vielen Landpartien zu tun hatten. Ihr Engagement, ihr steter Willen, das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten zu machen, das hat mich beeindruckt. Menschen, die einfach ihr Ding machen – das sind schon besondere Begegnungen,“ schwärmt Heike Götz.

                           

                          Wenn die Moderatorin jetzt nach Neustrelitz kommt, dann ist ihr die Residenzstadt nicht ganz unbekannt. „In meiner Jugend bin ich einige Male auf dem Weg zur Verwandtschaft nach Leipzig durch die Stadt gefahren. Von damals hatte ich lange nur die Kasernen der Russen in Erinnerung. Als ich nun vor einiger Zeit wieder einmal hier war, habe ich eine völlig andere Stadt vorgefunden. Neustrelitz hat eine tolle Entwicklung genommen und ist zu einer Perle in der Mecklenburgischen Seenlandschaft geworden“, ist sich die Moderatorin, die selbst aus Grimmen stammt, sicher. Den Start ins Berufsleben vollzog Heike Götz nach Abitur und Studium als Lehrerin. 1989 wechselte sie zum Jugendradio DT64, danach zum Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg. Anschließend lernte sie in einem 18-monatigen Volontariat das Handwerk einer Hörfunk- und Fernsehjournalistin. Die erste Station danach war das Antenne-Brandenburg-Studio in Perleberg. Seit 1999 moderiert Heike Götz nun die NDR-Landpartie.

                           

                          „Der Eintritt zum 'Landpartie-Fest' ist übrigens frei und eine gute Gelegenheit für einen Ausflug mit der ganzen Familie. 'Mitmachen, anfassen, erleben' – so lautet unser Motto der Landpartie. Das Motto ist auch Programm für das Fest, auf dem stets eine tolle Stimmung herrscht. Der riesige Markt sowie vielfältige Unterhaltung bieten viel Abwechslung“, wirbt Heike Götz für den Besuch des „Landpartie-Festes“ in Neustrelitz.

                           

                          Norddeutscher Rundfunk
                          Rothenbaumchaussee 132
                          20149 Hamburg
                          Telefon: 040 4156-0
                          E-Mail: ndr@ndr.de
                          www.ndr.de

                          Fotos: NDR Stefan Albrecht (1), Bernd Wüstemann (2)




                            letzte Änderung: - 30.04.2019 13:44

                            WARENER KULINALE - GENUSSWANDERN AN DER MÜRITZ


                            Bald ist es wieder soweit. Wenn im Juni die Sonne nahezu ihren Zenit erreicht, mit eiligen Schritten der Sommerwende entgegen, zieht es Kenner der Gaumenfreuden aus nah und fern direkt ans Ufer der Müritz. Was einst als vage Idee im Raum stand, hat von Anfang an begeisterte Anhänger gefunden auf allen Seiten. Bernd Gehrmann, 2014/2015 Präsident des Rotary Clubs in Waren, hatte die Usedomer Köche bei einem Besuch auf der Insel gemeinsam in Aktion beim Kochen am Strand erlebt. Die Vorstellung, eine solche Aktion als Rotary-Projekt aufzulegen und damit Geld für den guten Zweck zu sammeln, nahm schnell immer mehr Gestalt an, denn mit Daniel Bojahr und Thomas Engels, beide ebenfalls Rotarier, hatte er erfahrene Partner an seiner Seite mit besten Kontakten in die Region, um ein solches Projekt professionell realisieren zu können.

                            Das idyllische Warener Umfeld bot die perfekte Kulisse für ein „Genusswandern am Müritzufer“, der Juni die besten Chancen auf einen lauen langen Sommerabend, die Gastronomie im Heilbad ein Repertoire an Köchen, die ihr Handwerk wirklich verstehen und vielleicht ein solches Experiment wagen würden. Einmal das Projekt vorgestellt, konnten die Köche sich schnell dafür begeistern, ihren Arbeitsplatz direkt ans Müritzufer zu verlegen, um dort ihre Gäste kulinarisch zu verwöhnen. Obwohl natürlich allen klar war, dass dieses Vorhaben mitten in der Saison auch ein logistischer Kraftakt werden würde. Doch statt all die möglichen Stolpersteine als wahre Hindernisse zu sehen, setzten die Köche und Gastronomen der beteiligten Häuser auf ein kooperatives Miteinander und auf ihre Erfahrungen – Zutaten, die maßgeblich zum Erfolg beitragen. Entstanden ist daraus eine lukullische Menüfolge, die die Besucher auf sieben Spazier-Gänge lockt - jeder einzelne für sich genommen ein Beweis der Kochkunst und eine sehr individuelle Genuss-Interpretation, alle zusammen genommen ein wahres Glanzstück an Esskultur, dass die Gäste begeistert. 

                             

                            Der Name WARENER KULINALE ließ viele Erstlingsbesucher schon auf etwas Besonderes hoffen, ein solches Genusserlebnis jedoch hat konsequent überrascht. Persönlich willkommen geheißen an der Kietzbrücke, untermalt von einem feinen Klangteppich an Musik, lässt man sich als Besucher schnell verzaubern von der angenehmen Atmosphäre – ein Platz, mitten im Grünen, Sonne auf der Haut, eine leichte Brise Müritzluft, einen guten Wein in der Hand und eine Köstlichkeit auf dem Porzellanteller vor sich. Gastlichkeit kann man wohl kaum gekonnter inszenieren.

                             

                            Und dazu der Ausblick auf ein Varieté an Speisen, die das Land um die Müritz den Gästen in seiner Vielfalt nahebringen als kleine feine Häppchen der Region. Im ersten Jahr wurden die Gäste unter anderem verwöhnt mit einem Mille feuille vom heimischen Gemüse an sautierten Pfifferlingen, Ratatouilleschaumsüppchen mit Müritzer Lammbratwurst, porchiertem Störfilet auf Holunderblütenkarotten, einer Praline vom Jungschwein aus dem Smoker mit Sommergemüse, Variationen von Hähnchen an Kraaser Ziegenkäse und Vanille-Karotten und mit feinen Desserts und Eiskreationen. In den Jahren danach lasen sich die Speisekarten nicht weniger abwechslungsreich und auch nicht weniger verführerisch. Im Gegenteil, immer wieder sind die Spazier-Gänge ein Abbild dessen, was die heimische Natur zu bieten hat, raffiniert kombiniert, handwerklich perfekt in Szene gesetzt, jährlich neu interpretiert. Wahre Müritzer Kochkunst eben mit viel Liebe zum Detail, angefangen bei der Auswahl der hochwertigen Zutaten, bei der überraschenden Verbindung der Ingredienzen bis hin zur Präsentation des Arrangements zusammen mit den harmonierenden Weinen.

                             

                            Geschmackserlebnisse sind da fast garantiert, auch in diesem Jahr. Verantwortlich dafür zeichnen nunmehr zum fünften Mal Müritz Catering, das Restaurant Kleine Meer, die Müritzfischer, das Restaurant Leddermann und Seehotel Ecktannen, die von Anfang an mit dabei sind, unterstützt in den Jahren von wechselnden professionellen Partnern, u.a. Villa Margarete und Schlosshotel Fleesensee. Auch für das erste Jubiläumsjahr der WARENER KULINALE ist das Menü schon kreiert und verspricht wieder einen wahren Hochgenuss. Und obwohl noch keiner der Gäste die Speisen kennt, die sich auf der Karte finden werden, sind viele Karten schon vergriffen. 

                             

                            Denn neben dem kulinarischen Genuss geht es bei der KULINALE eben auch um ganz viel Lebensfreude, ein Fest der Sinne und der Leichtigkeit, bei denen man unkompliziert Menschen begegnet, die sich wie man selbst einfach am Hier und Jetzt erfreuen inmitten der Natur bei guten Gesprächen und feinen Klängen. Ganz nebenbei unterstützt man zudem das erfolgreiche Projekt „Junges Morizanermahl“, bei denen schon die Kleinsten lernen, wie man kultiviert miteinander umgeht und bei dem neben einer Portion Esskultur weitere Werte fürs Leben weitergegeben werden.

                             

                            All das macht Lust darauf, dabei zu sein, verspricht, erfüllt und zufrieden nach Verzehr des letzten Gangs dem Sonnenuntergang entgegenzuschippern bei der Überfahrt zurück zur Kietzbrücke mit der Blau-Weissen-Flotte und in freudiger Erwartung der nächsten KULINALE den Abend gelassen, vielleicht auch ausgelassen, bei Live-Musik in Fischers Küche ausklingen zu lassen. Genau das ist das Rezept, dass die KULINALE-Besucher seit nunmehr fast fünf Jahren begeistert, lässt es sie doch das Leben auf wunderbare Weise zelebrieren.

                             

                            Doreen Köppen

                             

                            WARENER KULINALE
                            www.warener-kulinale.de
                            Ein Projekt des Rotary Club Waren/Müritz




                              letzte Änderung: - 01.04.2019 10:22

                              150 JAHRE FFW WAREN (MÜRITZ) - ES GIBT KEINEN EINSATZ DEN ES NICHT GIBT

                              Waren (bw). „Es gibt keinen Einsatz, den es nicht gibt“. Mit diesen Worten beschreibt Wehrführer Reimond Kamrath treffend die Vielfalt der Arbeit der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Waren. Mögliches und auch fast unmögliches wird von den engagierten Feuerwehrmännern und -frauen bei den Einsätzen geschafft. Die Leistungen erstrecken sich von technischer Hilfe bei Wasser- und Sturmschäden, bei Gefahrgutunfällen über Türöffnungen zur Unterstützung des Rettungsdienstes bis hin zu kleinen und großen Brandeinsätzen. Auch die Rettung von eingeklemmten Personen nach einem Verkehrsunfall oder die Bergung von Patienten über die Drehleiter zur Unterstützung des Rettungsdienstes gehören zu den Aufgaben. 

                               

                              „Auch in Brehms Tierleben sind wir schon häufig unterwegs gewesen, sei es beim Einfangen von Kühen, Pferden oder Schafen, der Bergung von Katzen nach einer Klettertour und selbst Schlangen haben wir schon geborgen“, fügt Kamrath mit einem Lächeln hinzu. Der Wehrführer ist stolz auf „seine“ Truppe, die im Gegensatz zu vielen anderen Wehren im Landkreis kaum mit Personalproblemen zu kämpfen hat. „Ich sehe die Ursache vor allem in unserer kontinuierlichen Kinder- und Jugendarbeit“, ist Kamrath überzeugt. Denn immerhin 40 der heute 70 Mitglieder kommen aus der eigenen Jugendfeuerwehr. Mit interessanten Aktionen und Projekten werden die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren an die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr herangeführt. Diesen Weg werde man konsequent fortsetzen. 

                               

                              Angesichts des Wasserreichtums der Region um die Müritzstadt hat die Freiwillige Feuerwehr Waren natürlich auch eine Wassergefahrengruppe, die bei Brandeinsätzen von der Wasserseite her eingesetzt wird, aber auch Hilfeleistungen bei der Wasser- und Eisrettung erbringen kann. Dazu ist die FFW Waren mit entsprechender Technik wie einem Rettungsboot, einem Hovercroft und seit März nun auch mit einem modernen Schlauchboot ausgestattet. Wie wichtig eine gute Ausbildung und entsprechende Technik auch auf dem Wasser sind, hat unter anderem auch der Bootsschuppenbrand im vergangenen Jahr in Eldenburg gezeigt. Ausbildung ist überhaupt einer der Schwerpunkte bei der Freiwilligen Feuerwehr. Mit 16 Jahren können Interessierte eine zweiteilige Grundausbildung absolvieren. Danach folgen Speziallehrgänge wie zum Beispiel technische Hilfeleistungen. Ab 18 Jahre können dann Atemschutzlehrgänge besucht werden. Weiterführend ist es möglich, einen Truppführerlehrgang zu machen und bei entsprechender Befähigung ist auch eine Gruppenführerausbildung an der Landesfeuerwehrschule Malchow möglich.

                               

                              Schaut man sich die Einsatz-Statistik der FFW Waren an, dann stellt man eine jährlich zunehmende Anzahl an Einsätzen fest. Waren es um 2010 noch 120 bis 130 Einsätze jährlich, müssen die Kameraden heute 180 bis 190 mal pro Jahr ausrücken. „Das hat zum einen etwas mit der Stadtentwicklung hier vor Ort und zum anderen auch mit der technischen Gesamtentwicklung zu tun. Ich denke da an neue Aufgabenfelder durch die Entwicklung der Photovoltaik, den Bau von Biogas- und Windkraftanlagen oder die zunehmende Anzahl an Elektroautos. Das sind neue Herausforderungen, die auch von uns eine kontinuierliche Weiterentwicklung fordern“, weiß Reimond Kamrath. Außerdem sei die Anzahl der Hotels und touristischer Einrichtungen stetig gestiegen. Darauf müssen sich die Feuerwehren einstellen. „Auch das wird geschult, wir haben beispielsweise noch vor dem Abriss des Müritz Hotels solche Brandbekämpfungseinsätze am Objekt geprobt“, ergänzt der Wehrführer.

                               

                              Neue Technik erleichtert den Kameraden die Erfüllung ihrer Aufgaben. Dazu gehört nicht nur das gerade neu angeschaffte Schlauchboot, sondern auch die im vergangenen Jahr in Betrieb genommene neue Drehleiter. „Mit deren Hilfe können wir auch auf die Veränderungen in der Wohnungsbauplanung der heutigen Zeit reagieren. Beispielsweise erreichen wir nun mit unserer neuen Drehleiter mit dem ausfahrbaren Korb auch schwer zugängliche Stellen an Dachausbauten. Zudem hat der Korb eine höhere Belastbarkeit, als frühere Leitern dieser Art, was bei der Personenrettung vorteilhaft ist“, freut sich Reimond Kamrath.

                               

                              Um auf zukünftige Aufgaben vorbereitet zu sein, wird inzwischen an einer Brandschutzbedarfsplanung gearbeitet. Das geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt als Dienstherr und der Freiwilligen Feuerwehr und beinhaltet unter anderem eine Standortuntersuchung sowie Technikbeschaff ung. Apropos Zukunft: Zukunft kommt von Herkunft – und so haben die Warener Feuerwehrleute neben ihren „Tagesaufgaben“ in diesem Jahr den Fokus ganz auf ihr 150-jähriges Jubiläum gerichtet. Dazu wird es eine ganze Reihe an Aktivitäten geben. Erster großer Höhepunkt wird der St. Florians-Gottesdienst am 5. Mai in der Warener Marienkirche sein. Am 31.8. lädt dann die Freiwillige Feuerwehr zu einem Festumzug zum Hafen ein. Dort findet von 11 bis 15 Uhr ein Fest mit vielen Überraschungen statt. Der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Waren ist übrigens der 4. Oktober 1869, die Bestätigung durch den Magistrat der Stadt folgte am 13. November. Hervorgegangen ist die Freiwillige Feuerwehr damals tatsächlich aus einem Männerturnverein.

                               

                              „Wir werden das Ereignis mit einer Festveranstaltung am 4. Oktober würdig begehen. Geplant sind unter anderem noch eine Feuerwehr-Ausstellung in der Stadtverwaltung sowie ein Malwettbewerb. Im Rahmen der langen Einkaufsnacht am 26. Oktober laden wir die Warener und ihre Gäste zu einer Stadtführung mit einem historischen Löschzug ein, wo wir alte und neue Technik im Einsatz zeigen“, informiert Reimond Kamrath über weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr.

                               

                              Freiwillige Feuerwehr Waren (Müritz)
                              Reimond Kamrath
                              Telefon: 03991 177327
                              E-Mail: feuerwehr@waren-mueritz.de
                              www.ff w-waren.de

                              Fotos: FFW Waren (Müritz)




                                letzte Änderung: - 01.04.2019 10:06

                                NEUBRANDENBURGER JAZZFRÜHLING - NEU UND AUFREGEND

                                Neubrandenburg (am). Bereits zum 28. Mal findet im März der Neubrandenburger Jazzfrühling statt und überrascht auch in diesem Jahr mit dem Programm sowie mit einer Änderung im gewohnten Festivalablauf.

                                Schon der Auftakt am 20. März ist als ungewöhnlich zu bezeichnen und wird auf dem Festivalplakat durch eine stattliche Perücke visualisiert: in der Konzertkirche führt „Hildegard lernt fliegen“ aus der Schweiz gemeinsam mit der Neubrandenburger Philharmonie die Sinfonie „The Big Wig“ von Andreas Schaerer auf. Vielfach sind Crossover-Projekte aus Klassik und Jazz gescheitert, hier wird es aber fulminant umgesetzt. Als das renommierte Lucern Festival bei Andreas Schaerer ein zwanzigminütiges Auftragswerk bestellte, griff dieser beherzt zu und schuf eine gleichsam poetische wie aberwitzige Sinfonie mit sechs Sätzen als farbenprächtige Symbiose für Orchester und Band. Die Uraufführung 2015 riss das Publikum von den Sitzen, die Presse reagierte euphorisch mit Adjektiven, wie „gigantisch“, „begeisternd“ oder „hinreißend“. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hatte der schweizerische Ausnahme-Dirigent Mariano Chiacchiarini, der auch das Projekt in Neubrandenburg leiten wird. Orchester, Band und Schaerers Gesangsakrobatik versprechen ein außergewöhnliches und unvergessliches Konzerterlebnis. 

                                 

                                Es ist ein Glücksfall für den Jazzfrühling, wenn es gelingt, das Publikum mit Neuem und Ungewöhnlichem zu überraschen. Das gelingt mit dem Trio NES aus Valencia, denn zwei Cellis und Percussion begegnet man auf den Jazzbühnen dieser Welt eher selten. Die französisch-algerische Cellistin und Sängerin Nesrine Belmokh bildet mit dem „Meister der tausend Klangwelten“ – dem französischen Cellisten Matthieu Saglio – und dem spanischen Perkussionisten David Gadea dieses außergewöhnliche Trio. Auf wundervolle Art verweben sie ihre musikalischen Hintergründe und schaff en einen unverwechselbaren Sound aus einer Melange von arabischer Musik, Flamenco, Klassik und Pop. Und immer bleibt es Jazz. Wer die Musik von Timo Lassy hört, fühlt sich unwillkürlich in die gute alte Zeit des Hardbop versetzt: Coolness und Groove ziehen den Zuhörer in die Musik. Dem lässigen Saxophon Lassys und sessionhaften Zusammenspiel der Band, den Solis – z. B. der röhrenden Wurlitzer Georgios Kontrafouris – sowie den abwechslungsreichen Arrangements könnte der geneigte Jazzfreund ewig lauschen. So bezeichnete die britische Sunday Times das finnische Ensemble als „eine der schärfsten Bands Europas“. Mit „Moves“ stellt Lassy sein aktuelles Projekt vor – eine Quintessenz seines bisherigen musikalischen Schaffens und gleichsam ein Ausblick auf Kommendes. Sicherlich ein Wow-Abend.

                                Der Jazzfrühling zieht um: das Samstagabend-Konzert findet nicht wie gewohnt im Güterbahnhof statt, sondern im Saal des HKB. Die Set-List verspricht einen wahren Rausch an Musik. Als Opener entert Beat´n Blow aus Berlin die Bühne und spielt ihren aufregenden Mix, jenseits der Stilgrenzen von New Orleans Jazz, Funk, Blues oder Pop. Die sympathische Brass-Band durchläuft gerade einen Prozess des musikalischen Umbaus und man kann gespannt sein, was davon in Neubrandenburg zu spüren sein wird.

                                 

                                Mit der „Jazzrausch Bigband“ aus München holt sich die veranstaltende JazzConnection eines der derzeit angesagtesten Live- Acts auf die Bühne, wobei man sich von der Bezeichnung Bigband nicht täuschen lassen sollte. Hier fusionieren Jazz und Funk mit Techno-Ästhetik, zügellose Kreativität trifft auf hohe Ansprüche und die Klangvielfalt einer Bigband wird mit klaren Beats zwischen Techno und Deep House vereint. Über 70 Konzerte spielen die Bayern jährlich – in urbanen Clubs genauso wie auf Festivalbühnen – immer überraschend, immer tanzbar.

                                 

                                Im Rahmenprogramm des Jazzfrühlings wird ein Kinderjazzkonzert im BIP-Kreativitätscampus veranstaltet, präsentiert sich das Festival mit Beat´n Blow im Rahmen der Veranstaltung „NB feiert den Frühling“ auf dem Boulevard, gibt es eine After-Show-Party sowie einen Jazz-Brunch mit den „Swingbop´ers Berlin“.

                                 

                                JazzConnection e.V.
                                PF 101211
                                17019 Neubrandenburg
                                Telefon: 0172 3951134
                                E-Mail: booking@jazz-nb.de
                                www.jazzfruehling-nb.de

                                 

                                Fotos: JazzConnection e.V.




                                  letzte Änderung: - 01.03.2019 10:23

                                  NETZWERK SEENPLATTE E.V. - ENG VERKNÜPFT

                                  Malchow (bw). Als Judith Kenk nach ihrem Studium in Süddeutschland zurück in ihre Heimat Mecklenburg-Vorpommern kam, wählte sie im Frühjahr 2017 den Weg in die Selbstständigkeit. Sie gründete ihr kleines Unternehmen „Judith Kenk – Social Media auf den Punkt“, mit dem sie kleinen und mittelständischen Unternehmen, Vereinen, Verbänden und Institutionen helfen möchte, einen Social Media Auftritt zu planen und aufzubauen. Das soll schließlich zu mehr Bekanntheit bei deren Fans und Kunden führen. Praktische Erfahrungen konnte Judith Kenk hierzu schon bei der Schaffung einer digitalen deutschsprachigen nationalen Blog-Plattform für Gründer sammeln, die sie bei einer Prüfungsaufgabe innerhalb einer Weiterbildung zu erfüllen hatte. „Ich wollte Tipps und Motivation geben für Gründer und solche, die es werden wollen. Ein Gründertagebuch sollte es auch sein. Als ich wenig später selbst gründete, fiel mir auf, dass es vor Ort kein Netzwerk für Gründer gibt. Wege von mindestens 70 Kilometern bis Neubrandenburg, Rostock oder Greifswald muss ein jeder aus dieser Region auf sich nehmen, um mit anderen Gründern in Kontakt zu kommen. Das bestätigten mir auch andere Gründer aus Malchow und Waren. Dann überlegte ich: Warum nicht den vorhandenen Blog und die zugehörigen sozialen Netzwerk-Accounts nutzen? Bei der Veranstaltung der Kreativen MV im April 2017 im Kloster Malchow fand ich zahlreiche Interessenten und beschloss es zu probieren“, erinnert sich Judith Kenk an die Startphase des Netzwerkes.

                                   

                                  Gute vier Wochen später fand das erste Treffen in Malchow statt. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten kam der Zufall und ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderung Inselstadt Malchow zu Hilfe. Die Stadt Malchow stellte für das erste Treffen Räumlichkeiten im Rathaus zur Verfügung. Damals fanden fünf Interessenten den Weg ins Rathaus, ein knappes Jahr später waren es schon 40 Teilnehmer und inzwischen trifft man sich alle vier Wochen einmal. „Das Interesse und der Zuspruch steigt stetig, deshalb haben wir uns im Herbst 2018 entschieden, einen Verein zu gründen. Wichtigster Grund dafür ist der Erhalt der Unabhängigkeit. Ziel ist es, den Austausch zwischen interessierten Gründern, Unternehmern und Kreativen anzuregen. Und zwar vor Ort. Jeder, der den Weg auf sich nehmen möchte oder aus der Region kommt, ist dazu herzlich eingeladen“, macht Judith Kenk deutlich.

                                   

                                  Wer Gründer ist oder gründen will, Unternehmer oder Kreativer ist, kann sich an den Treffen beteiligen, sich austauschen, über Erfahrungen und Probleme berichten und so das Netzwerk ausbauen und stärken. Es werden Informationen aus der Region, dem Netzwerk und Impulse von Unternehmern, Gründern oder Partnern zu den verschiedensten Themen gegeben. Die Veranstaltungen der Kreative MV – einem Netzwerk der Kreativwirtschaft, mit dem das Netzwerk Seenplatte eng kooperiert - haben gezeigt, dass die Vernetzung zwischen Akteuren der Wirtschaft und Kreativen für alle Seiten inspirierend und gewinnbringend ist.

                                   

                                  „Bei unseren Treffen haben sich zwei wesentliche Dinge gezeigt. Einerseits ist es wichtig, dass sich gerade in Zeiten sozialer Medien und Internet die Menschen persönlich treffen und miteinander sprechen. Der zweite Faktor ist, dass die Teilnehmer zwar branchenübergreifend tätig sind, aber dennoch zahlreiche Verknüpfungspunkte finden. Zum Beispiel in der Tourismusbranche, wo unterschiedliche Anbieter gemeinsame "Erlebnispakete" für die Gäste schnüren können, die ihre Angebote insgesamt auf eine qualitativ höhere Stufe stellen. Davon profi tieren vor allem die Gäste unseres Landes, aber auch die hiesigen Anbieter haben ihren Nutzen davon“, ist Judith Kenk überzeugt. Zu den Mitgliedern des Netzwerkes Seenplatte gehören inzwischen Unternehmen aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Hochzeitsplaner, Fotografen, Sport und Gesundheit, Einzelhändler, Onlineanbieter und mehr. Einzig das Handwerk ist bislang nur wenig vertreten.

                                   

                                  Die Mitgliedschaft im Verein ist übrigens mit äußerst moderaten Beitragsraten möglich. Auch für die Treffen halten sich die Kosten in engen Grenzen, „Erstbesucher“ kommen kostenfrei dazu. „Nachdem die ersten vier, fünf Treffen im Rathaus Malchow stattfanden, sind wir dazu übergegangen, wechselnde Treffpunkte auszuwählen. Das gewährleistet über einen gewissen Zeitraum dann eine in etwa ausgeglichene Anreiseweite für alle Mitglieder“, gibt Judith Kenk organisatorische Hinweise. Das Netzwerk selbst ist im übrigen kostenfrei.

                                   

                                  Die Liste der Förderer und Partner des Netzwerkes Seenplatte ist lang. Dazu gehören unter anderem solche Einrichtungen wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, das Projekt „Gründer MV“, die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, die Nordkurier Mediengruppe, die Städte Malchow, Röbel und Waren sowie die Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte.

                                   

                                  Netzwerk Seenplatte e.V.
                                  Judith Kenk
                                  Telefon: 0177 7168499
                                  E-Mail: netzwerk.seenplatte@t-online.de
                                  netzwerkblog.judithkenk.de

                                   

                                  Fotos: Fotoatelier Meier, Bernd Wüstemann




                                    letzte Änderung: - 01.03.2019 09:51

                                    MÜRITZ SAIL - PADDELN FÜR EINEN GUTEN ZWECK

                                    Waren (bw). Die Vorbereitungen für die 18. Müritz Sail vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 laufen längst auf Hochtouren. Um frischen Wind und neue Ideen mit einbringen zu können, wurde das traditionelle Organisationsteam um Jörg Bludau und Wolfgang Steder durch Steffen Kerfers aus Waren (Müritz) verstärkt, der sich insbesondere um die wasserseitigen Aktionen der Veranstaltung kümmern soll. Kerfers, der aus der Segelszene kommt, übernimmt somit den Staffelstab von Wolfgang Steder, der in den verdienten Ruhestand geht, aber noch unterstützend mitwirkt.

                                     

                                    „In diesem Jahr werden wir auch wieder „Stand up paddling“ mit in das Programm der Müritz Sail nehmen“, berichtet Kerfers. Das „Stand up paddling“ hatte im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit erregt und hat sich damit zu einer echten Bereicherung für die Müritz Sail gemausert. Dafür stehen diesmal zwei Mega- Boards bereit, auf denen jeweils vier Personen paddeln können. Um den Spaßfaktor zu erhöhen, können die Teams gern auch kostümiert erscheinen. Die Mannschaft mit den besten Kostümen wird zudem durch das Publikum prämiert.

                                     

                                    Gleichzeitig soll der Wettbewerb auch einem sozialen Zweck dienen. „Wir wollen damit benachteiligten oder behinderten Kindern einen Wunsch erfüllen. Wer also ein solch bedürftiges Kind kennt, kann sich bei uns melden“, informiert Kerfers. Die Mittel dafür werden hauptsächlich aus Startgeldern und Spenden generiert. „Von daher hoffen wir auf eine rege Teilnahme von Unternehmen, Verbänden, Vereinen und Privatpersonen. 2018 haben wir unter anderem auch eine Zuwendung von der Bülent-Ceylan-Stiftung erhalten, auf die wir auch in diesem Jahr hoffen. Bülent Ceylan unterstützt seit vielen Jahren Institutionen, die zum Ziel haben, Kindern zu helfen. Dort, wo es große Schwierigkeiten gibt, wo  Probleme bis hin zum Tod Kindern das Leben schwer machen, da kann nicht genug getan werden“, erläutert Steffen Kerfers den Stiftungszweck.

                                     

                                    „Um ein 'Mehr' an maritimen Ereignissen zu bieten, wird es 2019 auch mehr moderierte Aktionen auf dem Wasser geben, die von den Gästen von der Kaikante aus beobachtet werden können“, verspricht Kerfers.

                                    So beispielsweise ein Kinder-Kanu-Rennen am Freitag oder ab Freitag auch tägliche Jetski-Vorführungen. Direkt von der Kaikante aus können auch Segelregatten direkt vor dem Wellenbrecher verfolgt werden. Apropos Maritim: Die Firma Kuhnle-Tours wird zur Sail eine Bootstaufe für ein neues Boot der Kuhnle-Flotte vornehmen und im weiteren erneut einen Förderpreis für junge Wassersportler stiften. Im letzten Jahr konnten sich die Kinder und Jugendlichen des Segelvereins Malchow e.V. über den Preis freuen. Bewerbungen zur Förderung junger Wassersportler für 2019 können übrigens noch an Kuhnle-Tours bzw. Steffen Kerfers eingereicht werden.

                                     

                                    Die Müritz Sail hat sich seit 2002 zu einem beliebten maritimen Volksfest an und auf der Müritz entwickelt, zu dem mittlerweile Besucher aus ganz Deutschland anreisen. Und so heißt es am Himmelfahrtstag wieder: „Leinen los für das größte maritime Volksfest an der Mecklenburgischen Seenplatte.“ Jahr für Jahr zieht es mehr als 60.000 Gäste nach Waren (Müritz) und in weitere Städten und Gemeinden am Müritzufer. Und nicht zuletzt auch auf das „Kleine Meer.“ Dann werden mehrere Regatten, Schubkarrenrennen entlang einer Bohle, Drachenbootrennen, ein gigantisches Höhenfeuerwerk, Flottenparaden, Wasserflieger, Kanurennen, Fischerstechen und viele weitere Aktionen der Müritz Sail Einheimische und Gäste der Mecklenburgischen Seenplatte begeistern. An der Uferzone wird es wieder eine Bühne geben, auf der sich vor allem regionale Musikgruppen und Einzelkünstler präsentieren.

                                     

                                    Vom Warener Hafen bis hin zur Steinmole laden auf zwei Kilometern Händler, Schausteller und Gastronomen zum Bummeln ein. Beim Drachenbootrennen, das für Sonnabend geplant ist, kämpfen mehrere Mannschaften um den Sieg in verschiedenen Klassen. Ebenso bunt und spektakulär, wie der Tag die Müritz Sail bestimmt, soll das Feuerwerk am Sonnabend gegen 22:50 Uhr sein. „Das Höhenfeuerwerk wird vom Wellenbrecher aus gestartet und wieder von Musik begleitet. Diesmal wollen wir aber noch etwas an der Akustik feilen, um ein vollendetes Musikerlebnis bieten zu können“, lässt Kerfers durchblicken. Begleitet wird das Ganze wieder mit einem Bootskorso, um die Müritz in ein Lichtermeer zu verwandeln. Bootsbesitzer sind aufgerufen, mit ihren Booten das festlich beleuchtete Flair zu bereichern.

                                     

                                    Auch werden zur Müritz Sail wieder Rundflüge mit einem Wasserflugzeug angeboten. Gestartet wird an der Steinmole außen, die Wegführung ist ausgeschildert. Buchungen können dann vor Ort oder besser ab sofort über den Internetauftritt der Müritz Sail www.mueritzsail.eu unter Highlights oder unter www.flysail.de/wasserflugzeug-mueritzsail.html erfolgen. Buchungen für das Flyboard sind unter www.flysail.de/flyboard-mueritzsail.html möglich.

                                     

                                    Für das Wochenende planen die Veranstalter zudem einen regionalen Markt auf dem Neuen Markt in Waren. „Hier können Unternehmer und Firmen aus Waren und Umgebung unterschiedlichste regionale Produkte anbieten. Das soll vor allem Touristen anregen, hiesige Spezialitäten kennen zu lernen und so über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Gegenwärtig wird zwar noch am Markt-Konzept gefeilt, dennoch können sich Interessenten am regionalen Markttreiben schon jetzt melden“, macht Kerfers deutlich und schließt mit den Worten „Wir hoffen und wünschen uns, dass das Konzept zu dieser Müritz Sail zu einer Erfolgsgeschichte wird“.

                                     

                                    Müritz Sail
                                    17192 Waren (Müritz)
                                    Telefon: 0151 26185772
                                    E-Mail: infokse@t-online.de
                                    www.mueritzsail.eu

                                    Fotos: B. Wüstemann




                                      letzte Änderung: - 01.02.2019 15:05

                                      FISCH KAUF HAUS DER MÜRITZFISCHER - EINE REGIONALE ERFOLGSGESCHICHTE

                                      Waren (bw). „Eine regionale Erfolgsgeschichte mit überregionaler Bedeutung“ - so sieht Geschäftsführer Jens-Peter Schaffran den heutigen Status des FISCH KAUF HAUS der Müritzfischer innerhalb des Warener Unternehmens. In der Tat haben sowohl das Internetangebot als auch das Kaufhaus selbst eine rasante Entwicklung genommen. Bereits im Jahr 2013 startete dank der Digitalisierung das Internetangebot, welches ständig erweitert und qualitativ verbessert wurde. Ein breites Angebot von A wie Aal bis Z wie Zander steht zur Auswahl. Frische, Qualität und 24-Stunden-Expressversand sind garantiert. Im April 2015 ging dann das Ladengeschäft FISCH KAUF HAUS in direkter Nachbarschaft der Fischmanufaktur an den Start. Hier erhält der Kunde nicht nur Fisch aus der unmittelbaren Region, sondern auch internationale Fischspezialitäten. „Im Ladengeschäft kann der Interessent aus etwa 150 verschiedenen Fischprodukten auswählen. In der Manufaktur bzw. deren Kühlkammern lagern etwa 400 weitere“, weiß Jens-Peter Schaffran. Die Bilanz des FISCH KAUF HAUS übertrifft inzwischen zur Freude der Müritzfischer die seinerzeit erhofften Erwartungen deutlich. „Wir haben mittlerweile Jahr für Jahr um die 20 Prozent Umsatz-Wachstum zu verzeichnen – und das sowohl beim Internet-Versand als auch im Verkauf im FISCH KAUF HAUS“, berichtet der Geschäftsführer stolz. Das führe inzwischen schon dazu, dass zu den Festtagen gewisse Kapazitätsprobleme auftreten. Man habe das Problem aber erkannt und prüft Maßnahmen, die Abhilfe schaffen sollen. So ist unter anderem an einen Vorbestellmodus zu Spitzenzeiten gedacht.
                                      Lob zollt der Geschäftsführer den zehn Mitarbeitern vom Team des Kaufhauses, die über die verkäuferische Kompetenz hinaus auch eine Vermarktungskultur entwickelt haben, die bei den Kunden ankommt. Unterstützt wird diese durch Beratungsleistungen als auch durch monatliche Themenwochen mit Angeboten abseits des normalen Geschäftsbetriebes. „Diese Themenwochen erfreuen sich bei den Kunden einer besonderen Beliebtheit. Hervorzuheben ist dabei die Ende vergangenen Jahres durchgeführte 'Black Week' mit dem 'Black Friday', deren Ergebnisse unsere Erwartung weit übertroffen haben“, erzählt Jens- Peter Schaffran. Immer wieder werden auch die angebotenen Produkte verfeinert oder neue Kreationen geschaffen. Gut eingeschlagen haben hier die neuen Salatangebote und Suppen, die in der eigenen Fischmanufaktur kreiert werden nach dem Motto „Nur was wir selber gerne essen, verkaufen wir“.
                                      Nachwuchs wird auch bei den Müritzfischern gebraucht. Jährlich bildet das Unternehmen zwischen ein und drei Fischer-Lehrlinge aus. Neu hinzugekommen ist jetzt für den Bereich FISCH KAUF HAUS und Direktvermarktung der Ausbildungsberuf „Verkäufer“.
                                      2017 feierten die Müritzfischer das 65-jährige Bestehen Unternehmens. Nach dem Motto 'Nichts ist so stetig wie der Wandel' haben sich die Müritzfischer Jahr für Jahr kontinuierlich weiter entwickelt“, macht Geschäftsführer Jens-Peter Schaff ran deutlich. Kernkompetenz der Müritzfischer sind nach wie vor der traditionelle Fischfang und die klassische Teichwirtschaft. In den Bereichen FISCH KAUF HAUS und Internethandel wird zudem Fisch aus ganz Mecklenburg-Vorpommern angeboten, also sowohl von der Seenplatte als auch aus der Ostsee. Der wird hier vor Ort in der Manufaktur direkt veredelt.
                                      Die Müritzfischer bewirtschaften ca. 100 Gewässer mit einer Fläche von 25.000 Hektar. Dazu gehören unter anderem die Müritz, der Plauer See, der Kölpinsee, der Fleesensee und der Tollensesee. „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur Fischer, sondern auch Entertainer. Sie vermarkten unseren Fisch auf den Fischerhöfen, aber auch Urlaub am Wasser und Angeltourismus“, kommt Schaff ran auf die touristischen Aktivitäten des Unternehmens zu sprechen. Für den Angelurlaub stehen beispielsweise Ferienwohnungen in Eldenburg, Vipperow, Röbel, Plau am See und Krakow zur Verfügung.
                                      Neben ihrer eigentlichen Arbeit engagieren sich die Müritzfischer zudem in der Fischereiforschung und kooperieren mit mehreren Forschungseinrichtungen. Als Referenzbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei. Jüngstes „Kind“ der Fischerfamilie ist dabei die Aquaponik-Anlage. Das Prinzip ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll. In einem naturnahen Wasser- und Nährstoff kreislauf ernähren Fische die Tomaten der Sorte Pureza, welche wiederum für eine gesunde Wasserqualität in den Fischbecken sorgen. Ein tolles Team. Das fördert das Pflanzenwachstum, führt zu einer teilweisen Reinigung des Fischzuchtwassers und durch die Nutzung von Energie aus der Kühlanlage wird noch Energie aus dem Netz gespart.
                                      Auf den Fischerhöfen der Müritzfischer können die Gäste fangfrischen Fisch erwerben oder bei einem kleinen Imbiss direkt am Wasser Landschaft und Natur genießen.Eine schöne Tradition der Müritzfischer ist das traditionelle Abfi schfest auf dem Fischerhof in Boek. In diesem Jahr dreht sich am 28. und 29. September wieder alles um den heimischen Fisch, der in unzähligen Variationen probiert werden darf.

                                       

                                      Fischerei Müritz-Plau GmbH
                                      Eldenholz 42
                                      17192 Waren (Müritz)
                                      Telefon: 03991 15340
                                      E-Mail: info@mueritzfi scher.de
                                      www.mueritzfischer.de

                                       

                                      Fotos: Müritzfischer, B. Wüstemann




                                        letzte Änderung: - 01.02.2019 14:02

                                        Weihnachtspostfiliale Himmelpfort - Briefe an den Weihnachtsmann

                                        Himmelpfort (bw). Im Jahr 1984 – also vor 34 Jahren – schickten zwei Kinder aus Sachsen und Berlin an den Weihnachtsmann nach Himmelpfort ihren Weihnachtswunschzettel. Die damalige Postmitarbeiterin konnte diese Briefe nicht in Himmelpfort zustellen, wollte sie aber auch nicht mit dem Vermerk “Empfänger unbekannt” zurückschicken. Kurz entschlossen antwortete sie den Kindern selbst. Das sprach sich offensichtlich herum und es kamen Jahr für Jahr mehr Wunschbriefe.

                                        Und so beantwortete sie mit anderen Postmitarbeitern bis 1989 zusammen jährlich rund 75 Briefe in Himmelpfort. In den Folgejahren stieg die Zahl der eingehenden Wunschbriefe immer weiter an. Bald gingen in der Vorweihnachtszeit täglich 1000 – manchmal bis zu 2000 – Briefe ein. Diese Mengen konnten die Postmitarbeiter vor Ort nicht mehr bewältigen. Deshalb engagierte die Deutsche Post im Jahr 1995 erstmals zwei „Weihnachtsmannhelfer“, deren Zahl inzwischen auf 20 angestiegen ist. Den bisherigen Briefrekord stellten die schreibenden Kinder 2014 auf. Im Jubiläumsjahr „30 Jahre Weihnachtspost Himmelpfort“ trafen 312.000 Briefe aus aller Welt ein. Die Mehrzahl der Briefe hatten Kinder aus Deutschland geschickt. Aber auch aus anderen Ländern traf Wunschpost ein. Davon kamen die meisten Briefe aus Taiwan, gefolgt von Polen, Italien, Litauen und Malaysia. Den weitesten Weg hat in dem Jahr ein Wunschzettel aus Chile zurückgelegt. Der Weihnachtsmann schreibt natürlich allen Kindern. So antwortet er nicht nur in verschiedenen Fremdsprachen, sondern auch in Blindenschrift.

                                        Mitte November war es nun erneut soweit. Die Weihnachtspostfiliale in  Himmelpfort nahm ihre Arbeit auf. Dazu brachte Zweierbob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka den Weihnachtsmann in ihrem gelben Bob zur  Weihnachtspostfiliale. Begrüßt wurde der Weihnachtsmann dort von 27 Kindern der Grundschule „An der Mühle“ Bredereiche aus Fürstenberg/Havel, die ihm auch gleich ihre Wunschzettel überreichten. Bisher sind bereits 11.770 Wunschzettel in der Weihnachtspostfiliale eingetroffen.

                                        Über das Deutsche-Post-Briefzentrum in Hennigsdorf bei Berlin werden die Antwortbriefe an die Kinder in aller Welt versandt. Der Chef der Deutschen Post für die neuen Bundesländer, Frank Bettgenhäuser, stellt dazu fest: „Die Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort ist ein Stück gelebte und geliebte Tradition – nicht nur für die Kinder in aller Welt, auch für die Menschen hier in der Region. Deswegen engagieren wir uns. In einer immer stärker digitalisierten Welt stellen wir mit der Weihnachtspostfiliale den persönlichen Wert des Briefeschreibens in den Vordergrund und rücken für ein paar Wochen ganz eng mit den Himmelpfortern zusammen. Wir sind Teil dieser Region.“

                                        Den weitesten Weg hat in diesem Jahr bislang ein Brief aus Südafrika  zurückgelegt. Die jüngeren Kinder wünschen sich oft Gesellschaftsspiele, Bücher, Einhörner, Bausteine, Puppen, Schminksets, Lastwagen, Geländeautos und Raumschiffe. Die etwas älteren Kinder wünschen sich vor allem Smartphones und Tablet-Computer. Auch die Bob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka hatte ihren Wunschzettel dabei: „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben. Wir haben Nachwuchs in den letzten Wochen bekommen“, erklärt sie. Am 8. Dezember startet Mariama Jamanka mit Anschieberin Annika Drazek in die neue Weltcup- und WM-Saison. „Ich habe heute erst mit den Mädels im Team gesprochen, und wir wollen während des Trainingslagers in Whistler (CAN) an einem Abend mal Kekse backen. Ich liebe einfach das ganze Drumherum, das ganze Zubehör, Deko-Sachen einkaufen, Teig naschen und so“, erzählt die Berlinerin, die für den BRC Thüringen startet. Für Mariama Jamanka war es eine Ehrensache, den Weihnachtsmann bei seiner Ankunft in der Weihnachtspostfiliale der Deutschen Post zu begleiten.

                                        Nach der Anzahl der Briefe ist die Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort die größte in Deutschland: Im vergangenen Jahr trafen bis Heiligabend rund 264.000 Wunschzettel ein.

                                        Kinder und Erwachsene können den Weihnachtsmann und seine Helferinnen auch vor Ort besuchen, ihnen bei der Arbeit über die Schulter blicken und die  Wunschzettel persönlich abgeben. Der Weihnachtsmann und seine Helferinnen begrüßen ihre Gäste von Dienstag bis Sonntag. Ansonsten ist das Weihnachtspostamt von Montag bis Freitag zwischen 9:30 und 13:00 Uhr sowie 13:30 und 17:00 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ist es von 11:00 bis 13:00 und 13:30 bis 17:00 Uhr auf. Selbst am Heiligabend kann es noch von 9:00 bis 11:00 Uhr besucht werden.

                                        Achtung Philatelisten: Alle Jahre wieder gibt es auch den Weihnachtsmann-Sonderstempel. Noch bis zum 24. Dezember 2018 können sich Interessierte in der Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort den Stempel auf ihre Sendungen drucken lassen. Umfangreiche Stempelaufträge und philatelistische Sonderwünsche erfüllt die Sonderstempelstelle der Deutschen Post AG in Berlin.

                                        Neben dem direkten Kontakt zu den Kindern liegt dem Weihnachtsmann natürlich auch der Umweltschutz am Herzen. Deshalb antwortet er auf Recyclingpapier und verschickt seine Briefe mit dem Klimaschutzprogramm GOGREEN der Deutschen Post. Dieses ermittelt und kompensiert die CO2-Belastungen, die beim Transport der Sendungen entstehen.

                                        Also Kinder: Weihnachts-Wunschzettel an diese Adresse schicken und Absender nicht vergessen.


                                        An den Weihnachtsmann
                                        Weihnachtspostfiliale
                                        16798 Himmelpfort


                                        www.deutschepost.de/himmelpfort

                                        Fotos: J. Schlüter




                                          letzte Änderung: - 21.11.2018 14:09

                                          Luplower Kräutersalat - „Ich bin angekommen“

                                          Luplow (bw). „Was sind das eigentlich für Pflanzen? Kann man die Blüten auch mit essen? Zu welchem Zeitpunkt sollte man Kräuter schneiden?“ Diese und viele andere Fragen muss Jana Schäfer bei fast jedem ihrer Workshops oder ihren Gartenführungen beantworten. Und das kann sie auch, denn die junge Frau ist auf dem Garten- und Kräutersektor eine ausgewiesene Spezialistin. Vor 13 Jahren hat sie den Weg in die Selbstständigkeit gewagt und ihren „Luplower Kräutersalat“ gegründet. Dabei war ihr Lebensweg anfangs mehr vom Bereich der Technik dominiert. Denn nach ihrer Lehre als Maschinenbauzeichnerin in Neubrandenburg absolvierte sie in Rostock ein Studium in der Fachrichtung Technologie Maschinenbau. Doch dann nahm ihr Lebensweg eine ganz andere Richtung.

                                          „Die Naturverbundenheit war mir quasi schon in die Wiege gelegt worden. Meine Eltern unternahmen mit mir viele Ausflüge in die Natur und lehrten mich, unsere Umwelt aufmerksam zu betrachten und Respekt vor Tieren und Pflanzen zu entwickeln. Das war ein Grundpfeiler meiner heutigen Tätigkeit. Der zweite Grundpfeiler entwickelte sich aus der Tatsache, dass unser Sohn schon als Kleinkind eine Nahrungsmittelallergie bekam und ich nach Möglichkeiten suchte, welche Gewürze und Lebensmittel mein Kind bedenkenlos essen kann“, erzählt Jana Schäfer.

                                          So entstand Schritt für Schritt ein Kräutergarten, der heute bis zu 180 verschiedene Kräutersorten umfasst und auch von seiner Gestaltung her klar gegliedert ist. „Gestartet sind wir mit rund 900 Quadratmetern Gartenfläche, heute umfasst diese 1700 Quadratmeter. Den Namen 'Luplower Kräutersalat' habe ich seinerzeit bewusst gewählt, denn mir war klar, dass ich aus wirtschaftlicher Sicht mehr als nur einen Kräutergarten machen muss“, macht Jana Schäfer deutlich. Inzwischen sind neben den Führungen auch Workshops vor Ort und an den Volkshochschulen des Landkreises, Catering sowie Handel und Verkauf hinzu gekommen. Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung war das Projekt „Kräuterineum“, welches vor drei Jahren mit Unterstützung durch Leader-Mittel den Bau eines Kräutererlebnishauses ermöglichte. Ausgestattet mit Schautafeln, diversen Vitrinen und einer Küchenzeile ist der rund 40 Quadratmeter große Bungalow nun Schauplatz von Workshops und Kochlehrgängen. „Die Idee am 'Kräuterineum' ist, Kenntnisse zu alten und neuen Kräutern und Heilpflanzen der Region zu pflegen und neu aufzubauen. Damit wird auch ein Teil der mecklenburgisch-vorpommerschen Geschichte erlebbar gemacht. Zum Kräutererlebnis-haus gehört auch die Erweiterung unseres Schaubauerngartens. Die Wildkräuterwiese und die thematisch bepflanzten Hochbeete entführen hier in die Welt einheimischer und zugewanderter Kräuter“, erläutert die Kräuterfachfrau. Dabei ist die Bepflanzung der Hochbeete in zeitlicher Linie angeordnet. Während die ersten beiden Beete Kräuter enthalten, die schon die berühmte Nonne und Universalgelehrte Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert verwendete, folgen in der nächste Reihe Hochbeete verschiedene Pflanzen, die durch die Entdeckung Amerikas in unsere Region kamen. Die hinterste Reihe Hochbeete zeigt dann die aktuellsten Neuankömmlinge unter den regionalen Kräutern. Und so steht Gartenarbeit immer ganz oben auf dem Terminplan bei Jana Schäfer. Gegenwärtig werden die letzten Handgriffe bei der Winterfestmachung getätigt. Zudem sind Erneuerungs- und Reparaturarbeiten geplant. Neue Hochbeete – allerdings nur etwa 30 Zentimeter hoch – sollen künftig stehende Nässe verhindern, die bei dem hier vorrangig lehmigen Boden das Pflanzenwachstum beeinträchtigt.

                                          Als diplomierte Kräuterpädagogin bietet Jana Schäfer nicht nur Workshops zum Thema Kräuter an, sondern hält auch für Kindergruppen Vorträge – und dies direkt am „Objekt“. „Es ist schon begeisternd, wenn man mit den Kindern auf der Wiese sitzt und ihre staunenden Augen sieht, wenn man über den Zusammenhang von Pflanzen und Insekten spricht. Dann geht es nach der Ernte ins Kräuterhaus und wir decken den Tisch und essen gemeinsam. Die Kleinen sind sehr interessiert und nehmen intensiv alles auf, was sie hier erleben“, weiß Jana Schäfer. Auch für 2019 hat die Kräuterfachfrau schon einen wichtigen Termin mit Kindern in ihrem Kalender. Da ist sie unter anderem vom Agrarministerium des Landes für „Detektiv-Schnupperkurse“ mit Kindern engagiert worden. Apropos Terminkalender. Natürlich ist dort auch die „Grüne Woche“ in Berlin vermerkt ebenso wie der „Tag der offenen Gärten“ und der „Tag der offenen Gartenpforte“ im Rahmen von „Natur im Garten“.

                                          „Außerdem werde ich noch im Frühjahr auf Frühlingsmärkten, unter anderem in Alt Schwerin und Schwerin Mueß, präsent sein“, informiert Jana Schäfer. Begeistert berichtet die Kräuterexpertin auch über das Koch-Event auf der Burg Penzlin, das in diesem und im vergangenen Jahr unter dem Titel „Bourmé – Gourmet auf der Burg“ organisiert wurde und bei dem zahlreiche Sterneköche und regionale Produzenten für ein Gaumenerlebnis der besonderen Art sorgten. „Das war für mich sehr interessant und lehrreich und ich konnte auch einiges von meinem Wissen vermitteln“, freut sich Jana Schäfer. Ein besonderer Höhepunkt wird ihrer Meinung nach auch der Besuch des österreichischen Bio-Gärtners Karl Ploberger sein, der als Koryphäe seines Fachs gilt und zahlreiche Gartenreisen durch Europa und die ganze Welt organisiert. Eine der Reisen soll im August 2019 nach Mecklenburg-Vorpommern führen, wo der „Luplower Kräutersalat“ und die „Staudenschmiede“ Peckatel auf dem Besuchsprogramm stehen.

                                          Unter dem Titel „Luplower Kräuterküche“ hat Jana Schäfer inzwischen auch vier jahreszeitbezogene Kochbücher herausgebracht. Bilanziert sie die 13 Jahre ihrer Selbstständigkeit, dann kann sie das in einem Satz: „Ich bin angekommen“.

                                           

                                          Luplower Kräutersalat
                                          Voßfelder Straße 35
                                          17091 Luplow
                                          Telefon 0170 1839644
                                          E-Mail info@kraeutersalat.de
                                          www.kraeutersalat.de

                                          Fotos: B. Wüstemann




                                            letzte Änderung: - 21.11.2018 14:04

                                            Biopark-Verband bundesweit aktiv - Einklang von Landwirtschaft und Naturschutz

                                            Güstrow (bw). Die Ziele sind klar definiert: Natur und Landschaft bewahren, artgerechte Tierhaltung und soziales Engagement. Die Rede ist von den Grundprinzipien der ökologischen Landwirtschaft. Das Ganze geschieht in der Regel unter dem Dach eines Verbandes. Die Mehrzahl der ökologischen Produzenten haben sich in verschiedenen Anbauverbänden zusammengeschlossen wie in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Gäa oder Naturland.

                                            „Diese wenden konsequent die EU-Öko-Gesetzgebung an, haben aber darüber hinaus eigene, nochmals strengere Bestimmungen und Kontrollen, die dem Verbraucher zusätzliche Produktsicherheit garantieren“, erklärt Simone Witzel, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Verband Biopark in Güstrow. Biopark ist der Jüngste der genannten Verbände, er wurde 1991 in Karow/Mecklenburg gegründet und hat seinen Sitz inzwischen, wie schon erwähnt, in Güstrow. Biopark agiert bundesweit mit Schwerpunkt in den nordöstlichen Bundesländern und betreut inzwischen zahlreiche Biopark-Betriebe.  „Die eingangs erwähnten Schwerpunkte der ökologischen Landwirtschaft finden ihre Fortsetzung natürlich auch im Gewässer- und Bodenschutz und beinhalten ebenso den Ausschluss der Anwendung von Gentechnik. Auf Initiative von Biopark wurde so die erste gentechnikfreie Region in Deutschland gegründet“, macht Simone Witzel deutlich.

                                            „Landwirtschaft und Naturschutz schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Vielerorts sind Landwirte in Naturschutzregionen tätig und erhalten die historisch gewachsene Kulturlandschaft durch ihre Arbeit. Dazu gehört eben auch, auf Gentechnik zu verzichten, keine chemisch-synthetischen Dünger zu verwenden, den Tierbestand angepasst an die Betriebsgröße aufzubauen und eigenes Futter zu verwenden. Damit wird ein geschlossener Betriebskreislauf geschaffen, der den ökologischen Prinzipien umfänglich Rechnung trägt. Bio heißt für uns aber auch, eine soziale Verantwortung zu tragen. Eine Vielzahl von Biopark-Landwirten schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und stärken die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in strukturschwachen Gegenden“, unterstreicht die Pressereferentin.

                                            Nach den Kriterien des Biopark-Verbandes arbeiten neben den Landwirtschaftsbetrieben auch zahlreiche Verarbeiter und Händler. Dazu gehören unter anderem Fleischerfachgeschäfte, Mühlen, Bäckereien oder Molkereien, aber auch Restaurants, Hotels und Catering-Unternehmen als Mitglieder des Biopark-Verbandes.

                                            Erkennen kann der Verbraucher die Öko-Betriebe an ihrem Siegel „Biopark“, dessen Erteilung die Einhaltung der strengen Kriterien des Verbandes voraussetzt.

                                            „Die Öko-Kontrollstellen kontrollieren die Betriebe, ob sie die EU-Öko und zusätzlich noch unsere Verbandsstandards einhalten. Für die Überwachung der Biopark-Zertifizierung ist eine unabhängige Zertifizierungskommission zuständig.“ beschreibt Simone Witzel den Ablauf. Öko-Kontrollstellen sind in Deutschland staatlich zugelassene private Kontrollstellen, die jährlich die Einhaltung der Kriterien der EG-Öko-Verordnung durch Betriebe, die ökologische Lebensmittel erzeugen, überprüfen.


                                            Im Jahr 1994 wurde dann die „Biopark Markt GmbH“ ins Leben gerufen, die sich zur Aufgabe gemacht hat, den Biopark-Mitgliedern bei der Suche nach Abnehmern ihrer ökologisch erzeugten Produkte unterstützend zur Seite zu stehen.


                                            „Jüngstes Kind“ von Biopark ist das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“. „Auf Initiative von Biopark wurde in Kooperation mit der Umweltorganisation WWF und unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Leibnitz-Zentrum für Agrarlandforschung sowie mit Unterstützung durch das Landwirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern der Naturschutzstandard 'Landwirtschaft für Artenvielfalt' entwickelt. Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist, die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen zu erhalten und zu erhöhen. Damit soll dem dramatischen Rückgang der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entgegen gewirkt werden. Der ökologische Landbau bietet hierfür besonders hohe Potenziale, so dass dessen Leistungen für den Erhalt der Artenvielfalt optimiert und für den Verbraucher transparent gemacht werden“, fasst Simone Witzel kurz zusammen. Seit September ist die junge Frau Mitarbeiterin im kleinen Biopark-Team. Für ihre Arbeit bei Biopark bringt sie als studierte Agrarökologin die besten Voraussetzungen mit. Nach ihrem Studium in Rostock war sie zudem etliche Jahre an der Hochschule Neubrandenburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei verschiedenen Projekten tätig. Auch privat lebt sie als Verbraucher die ökologische Landwirtschaft. „Ich kaufe gut 90 Prozent Öko-Produkte, gehe viel auf den Wochenmarkt und nutze regionale und saisonale Produkte aus hiesiger Landwirtschaft. Gleiches gilt für Kosmetik- und Pflegeartikel. Ich denke, dass dies auch ein Beispiel dafür ist, wie der Verbraucher selbst Einfluss nehmen kann, dass Natur- und Umwelt auch im direkten Umfeld geschützt werden können“, zeigt sich Simone Witzel überzeugt.


                                            Biopark
                                            Rövertannen 13
                                            18273 Güstrow
                                            Telefon 03843 245030
                                            E-Mail info@biopark.de
                                            www.biopark.de




                                              letzte Änderung: - 26.10.2018 09:25

                                              Seeschmiede Klein Trebbow - Feuer, Wasser, Amboss

                                              Klein Trebbow (bw). Wer die schmucke Feldsteinkirche in Roggenhagen bei Friedland genau betrachtet, dem fällt auf, dass auf dem Turm des Bauwerkes etwas entscheidendes fehlt: die Turmbekrönung. Diese wurde allerdings nicht entwendet oder zerstört, sondern liegt gegenwärtig zu einer längst fälligen Grundinstandsetzung auf der Werkbank der Seeschmiede in Klein Trebbow. Kunstschmied Stefan Weber hat die Aufgabe übernommen, die anspruchsvolle Restauration vorzunehmen. „Das Kreuz ist weitestgehend fertig, jetzt setze ich die Arbeit an der Wetterfahne fort. Diese wird natürlich wieder drehbar gestaltet. Kompliziert ist das Ganze deshalb, weil hier zwei verschiedene Metalle miteinander verbunden werden, die durch Umwelt- und Witterungseinflüsse miteinander reagieren. Deshalb muss dort eine spezielle Isolierschicht dazwischen“, erklärt der Fachmann. Die Fahne selbst stammt aus dem Jahr 1745 und wurde bei der damaligen Dacherneuerung der Kirche aufgebaut. „HGVG“, „AJVB“ und „1745“ sind darauf ausgeprägt, dazu kommen noch einige individuelle Buchstaben und Zahlen, die vermutlich in späteren Jahren dort hinterlassen wurden. Auch die große Kugel mit den Relikten vergangener Zeiten hat arg gelitten. Davon zeugen unter anderem mehrere Einschusslöcher von Karabinermunition. „Nach der Restauration wird alles wieder in neuem Glanz erstrahlen. In einem feierlichen Akt soll dann die Kartusche gefüllt werden, bevor sie wieder auf ihren Stammplatz verbracht wird“, weiß Stefan Weber. Für die Sanierung gibt es keine Patentlösung und auch keine Fachliteratur hilft hier weiter. Bei diesen Blech- und Schmiedearbeiten kommt es ganz auf das Wissen, die Erfahrung und das Geschick des Kunstschmiedes an.

                                              Diese Werte hat sich Stefan Weber durch seine Lehrzeit beim weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Schmiedemeister Uwe Böttcher aus Penzlin und mit etlichen Praxisjahren angeeignet. „Was einen Kunstschmied auszeichnet, ist die unaufgeregte Herangehensweise an seine Aufgaben. Gute Planung, Arbeit mit Übersicht und das handwerkliche Geschick komplettieren seine Arbeit. Und wie mein Meister immer sagte, 'eben ruhig wegarbeiten', das sind die Grundpfeiler“, fasst der 40-Jährige zusammen.

                                              Die Palette der Produkte aus der Seeschmiede ist recht umfangreich. Ein wichtiger Zweig des Handwerks ist heute natürlich die Restaurierung alter Schmiedearbeiten. Aber auch Jagd- und Küchenmesser, Hufeisen, kleinere Tore oder die unterschiedlichsten Skulpturen gehören zum handwerklichen Leistungsumfang von Stefan Weber. Erst kürzlich hat der Kunstschmied eine metallene Wiesenpriemel erschaffen. Zusammen mit einem vom Steinmetzmeister Mathias Beese aus Neustrelitz gestalteten Gedenkstein ist sie jetzt im Landschaftspark neben dem Schloss in Peckatel zu sehen. Als „Blume des Jahres 2016“ steht sie nun inmitten von kürzlich gepflanzten 130 originalen Schlüsselblumen, die der Naturschutzbund (NABU) Meckenburg-Strelitz dort angesiedelt hat.

                                              Eine weitere Spezialität von Stefan Weber ist die Fertigung von edlen Messern aus Stahl. Stahl und Eisen werden feuerverschweißt und in wiederholtem Falten und erneutem Verschweißen zu einem extrem harten und gleichzeitig elastischen Material verarbeitet: Dem Damaszener Stahl. So entstehen edle Messer für die Jagd und den Haushalt. Auch die Griffgestaltung nimmt der Schmied selbst vor. Dabei kommen ihm seine Kenntnisse in der Holzbearbeitung zugute. Stefan Weber schwört dabei auf Rubinienholz, dass er in Kombination mit Metall für Skulpturen und auch Messer verarbeitet. „Da muss man nichts aus Südamerika einführen, wenn hier Holzsorten wachsen, die wir sehr gut dafür einsetzen können“, macht er deutlich.

                                              Wichtig ist dem jungen Mann in seiner Arbeit vor allem die Sicherheit. Die Sicherheit für sich und seine Produkte, die nicht nur die Gewährleistungszeit erreichen müssen, sondern darüber hinaus auch Jahrzehnte halten sollten. Die eigene Sicherheit besteht in dem Wissen und Handeln, welche Gefahren der Beruf beinhaltet. Ebenso wichtig ist ihm die Selbstständigkeit. „Ich habe bisher immer darauf hin gearbeitet, meine Selbstständigkeit zu bewahren und breit aufgestellt zu sein. So geht zwar die Entwicklung meines Handwerksbetriebes nur Schritt für Schritt voran, das aber auf solider Basis. Die Werkstattausstattung ist zum großen Teil aus Schmiedeauflösungen angeschafft worden. So findet sich in seiner Werkstatt in Klein Trebbow alles, was ein Kunstschmied so braucht – vom Amboss über das Schmiedefeuer bis hin zu einer 30- bis 50 Tonnen-Presse sowie unzählige Hämmer, Zangen und mehr.

                                              Apropos breit aufgestellt: Im Februar dieses Jahres hat Stefan Weber die Prüfung zum staatlich geprüften Hufbeschlagschmied erfolgreich abgelegt. Dem vorausgegangen war eine 29-monatige Fortbildung mit umfangreichen Theorie- und Praxisteilen. „Das waren teilweise sehr strenge Prüfungen, die man dort absolvieren musste. Es geht ja schließlich auch um Tiere, die sehr sensibel sind und wo man viel Einfühlungsvermögen braucht. Fehlhandlungen kann und darf man sich hier nicht leisten, die könnten fatale Folgen haben“, ist sich Stefan Weber bewusst. Für die Prüfung zu dieser übrigens selbst finanzierten Ausbildung hatte Stefan Weber eine Kollektion von zehn Muster-Hufeisen zu schmieden. Nun steht er als Ansprechpartner in der Region für die Pferdebesitzer zur Verfügung.


                                              Seeschmiede Klein Trebbow
                                              Am Kirchberg 6
                                              17235 Klein Trebbow
                                              Telefon 0151 21418303
                                              E-Mail seeschmiede@web.de




                                                letzte Änderung: - 26.10.2018 09:18

                                                Aaron's Gartenreich - Gärtnern aus Leidenschaft

                                                Kogel (bw). „Den Menschen in meiner Umgebung möchte ich einen anderen Zugang zu natürlichen Lebensmitteln bieten, denn sie wollen etwas mit Qualität und mit Geschmack essen, was der Supermarkt nicht bieten kann“. So beschreibt Aaron Göpper mit wenigen Worten das Ziel seiner Unternehmung. „Aaron's Gartenreich“ ist auf dem Schild zu lesen, welches auf dem Gelände der Agrarunion Kogel auf dem Eulenberg 1 zwischen Kogel und Satow auf zwei riesige Gewächshäuser hinweist. Hier hat der junge Mann im Frühjahr 2018 damit begonnen, neben Blumen auch zahlreiche Gemüsesorten anzubauen. „Blumen sind hier schon seit Jahrzehnten im Angebot gewesen, diese Tradition möchte ich gern fortsetzen. Parallel dazu habe ich damit begonnen, vielfältige Gemüsesorten in mein Angebot aufzunehmen“, blickt Aaron Göpper auf die letzten arbeitsreichen Monate zurück. Am 1. März dieses Jahres hat er sein Gartenreich eröffnet. Bevor es soweit war, musste ordentlich „geschuftet“ werden „Die ganze Familie und auch viele Freunde haben mir geholfen. Denn die beiden Gewächshäuser standen über ein Jahr leer, es wurde nichts mehr gemacht. Alles hier ist in reiner Handarbeit geschaffen worden, darauf sind wir besonders stolz“, freut sich der Jungunternehmer.

                                                Dabei verzichtet er beim Anbau völlig auf die chemische Keule. „Was bei mir angebaut wird, kommt ohne Chemie aus. Gedüngt wird mit pflanzlichen Jauchen und tierischem Mist“, macht Göpper deutlich. Sein Geheimtipp: Die totale Mischkultur. Dabei werden die Pflanzen bunt durcheinander angebaut und es wird auf Pflanzgemeinschaften gesetzt. Natürlich muss man die Pflanzeneigenschaften kennen und nur die miteinander kombinieren, die sich positiv beeinflussen. „Im Gemüsegarten wählt man beispielsweise eine Kombination aus Gemüsepflanzen und Würzpflanzen. Würzpflanzen können durch ihren intensiven Duft Parasiten vertreiben oder sie fallenähnlich anlocken. Damit schützen sie andere Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nähe. Basilikum beispielsweise wehrt Fliegen und Mücken ab, Minze und Rosmarin sind gegen den Kohlweißling wirksam. Bohnenkraut schützt Bohnen vor Fliegen, Salbei wiederum hat eine abschreckende Wirkung auf Nacktschnecken“,  weiß Aaron Göpper.

                                                „Aaron's Gartenreich“ kann auf ein vielfältiges Blumen- und Gemüseangebot verweisen. Allein 40 verschiedene Sorten Tomaten warten hier auf ihre Abnehmer. Das reicht von zahlreichen alten Sorten über rote, grüne, gelbe und schwarze Tomaten, kleeblattförmige Tomaten bis hin zu Wildtomaten. Seit Beginn der Ernte hat er wöchentlich bis zu 300 Kilogramm Tomaten geerntet. Natürlich sind in Aarons Gartenreich auch verschiedene Gurken, Bohnen, Erbsen sowie sechs Sorten Paprika zu finden. Das Angebot ergänzen diverse Spinatsorten wie Neuseeländischer Spinat, Baumspinat oder Malabaspinat, der vom Aroma her wie junge Maiskolben schmeckt. Auch Zucchini, Mangold oder verschiedene Sorten Honigmelonen reifen in den Gewächshäusern bei Kogel.  Dazu kommen die unvermeidlichen Kräuterangebote wie Koreander, Basilikum, Oregano, Dill und vieles mehr. „Ein Großteil der Pflanzen sind ältere Sorten, die schon zu früheren Zeiten hier angebaut wurden. Aber ich experimentiere sehr gern und etliche meiner Kunden bringen auch mal spezielle Samen mit, um die Sortenvielfalt noch weiter zu erhöhen“, freut sich Aaron Göpper. Schon jetzt kümmert sich der Gartenreichbesitzer um die Angebote fürs nächste Jahr. Samen vom Gemüse werden gezogen und auch die Balkonpflanzen-Angebote fürs kommende Jahr müssen vorbereitet werden. Viel Zeit hat Aaron Göpper nicht. Denn in jedem der beiden Gewächshäuser sind 3000 Quadratmeter Gartenerde zu bearbeiten. Im zweiten Haus reifen gegenwärtig die Kürbisse, während im vorderen Haus die Ernte permanent im Gange ist. „Wir bieten Mittwoch, Freitag und Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr unser Gemüse im Hofverkauf an. Da muss man im Vorfeld alles einmal 'durchernten', um die entsprechenden Angebote an reifem Gemüse parat zu haben. Eltern und Freundin helfen dabei, damit das alles geschafft wird“, erzählt Aaron Göpper. Jeweils montags ist er zudem mit dem Fahrrad und Spezialhänger unterwegs in Malchow, um seinem dortigen Kundenstamm den gewohnten Lieferservice zu bieten. Das Angebot umfasst neben dem Gemüse auch das berühmte Vollkornbrot aus dem Backofen des elterlichen Grundstückes. Zu den Kunden von „Aarons Gartenreich“ gehören darüber hinaus Gastronomen aus Malchow, Plau und Umgebung, die Wert auf natürlich gewachsenes  und schmackhaftes Gemüse legen.

                                                Besondere Freude hat dem Gärtner kürzlich der Besuch von Kindern eines Freizeit-Camps bereitet. „Die Kinder haben bei mir etwas über Pflanzen gelernt und anschließend haben wir Gemüse geerntet. Höhepunkt war dann das gemeinsame Kochen und Essen der selbst geernteten Sachen. Die Kids waren happy“, berichtet Aaron Göpper voller Stolz.

                                                Seinen Weg zur Gärtnerei fand der junge Mann letztlich nach dem Abitur. Schon immer naturverbunden zog er in ein ökumenisches Kloster. Dort gab man ihm ein Buch über die Pflanzenwelt in die Hand. „Darin habe ich mich 'festgelesen' und gedacht, eine solch natürliche Ernährung sollte allen Menschen zukommen. Später zog ich in eine Kommune am Rande Berlins und gärtnerte dort 1 ½ Jahre lang in einer Solidarischen Landwirtschaft., deren Produkte wir dann auf Märkten der Hauptstadt anboten. Dort holte ich mir das Rüstzeug für mein heutiges Tun“, beschreibt Aaron Göpper seinen Weg nach Kogel. Die beiden Gewächshäuser konnte er von der Agrarunion Kogel mieten, sie bilden die Grundlage für „Aaron's Gartenreich“.

                                                „Ich bin meinem Traum von einem natürlichen, glücklichen Leben einen Schritt näher gekommen. Nach und nach möchte ich auch die eigene Umgebung mit einbeziehen, um den Bedarf und die Bedürfnisse vieler Menschen nach natürlichen Lebensmitteln abzudecken“, bekräftigt der Jungunternehmer optimistisch.


                                                Aaron's Gartenreich
                                                Am Eulenberg 1
                                                17213 Fünfseen / OT Kogel
                                                Telefon 0163 1806515
                                                E-Mail aaronsgartenreich@posteo.de




                                                  letzte Änderung: - 20.09.2018 14:07

                                                  Kartoffelzüchtung auf Gut Bütow - Ein Hoch auf die Kartoffel

                                                  Bütow (bw). „Ein Hoch auf die Kartoffel!“ skandiert Jürgen Wagner in seinem Gedicht bei LiteratPro. Und er hat Recht: Knapp 380 Millionen Tonnen Kartoffeln werden jährlich auf der gesamten Welt angebaut. Ursprünglich stammt die Kartoffelpflanze aus den Hochanden von Peru, Chile und Bolivien. Die Inkas pflanzten sie schon vor über 2000 Jahren an. Nachdem Amerika 1492 von Kolumbus entdeckt worden war, haben vor allem spanische Seefahrer im Laufe des 16. Jahrhunderts die Kartoffel nach Europa gebracht. In Europa wurde die Kartoffel zunächst aufgrund ihrer Blüte anfänglich als Zierpflanze und nicht als Nutzpflanze erkannt. Die Einführung der Kartoffeln veränderte die Welt dennoch wesentlich, da gerade viele Seefahrer erkannten, dass sie mit den Kartoffeln ein sehr nährstoffreiches, gut lagerfähiges und gesundes Lebensmittel an Bord hatten. Erstaunlich ist auch, dass die Kartoffeln in Deutschland zum „Volksnahrungsmittel“ wurde, denn anfänglich gab es große Bedenken der Bevölkerung gegen die „Erdäpfel“. Dank Friedrich dem Zweiten von Preußen (1712 – 1786) trat die Kartoffel auch hierzulande ihren Siegeszug an. Er erkannte schnell, welche Bedeutung die Kartoffeln in einer Zeit ständig wachsender Bevölkerung und mehrmaligen Hungersnöten in sich barg und veranlasste ab etwa 1740 den massenhaften Anbau der Knollen. Das verhalf den Kartoffeln auch in Deutschland zum Durchbruch.

                                                  All diese Geschichte und Geschichten rund um die Kartoffel kennt Dr. Karl-Heinrich Niehoff natürlich längst und er kennt sich auch mit der Kartoffel selbst bestens aus. Denn der  Diplom-Landwirt betreibt auf dem Gut Bütow eine erfolgreiche Stärkekartoffelzüchtung, -vermehrung und Pflanzgutvermarktung. „Schwerpunkt unserer Arbeit sind Neuzüchtungen von Kartoffelsorten, insbesondere von stärkereichen Sorten. Außerdem arbeiten wir daran,  Sorten zu züchten, die gegen verschiedene Krankheiten resistent sind. Gerade heute, wo der chemische Pflanzenschutz berechtigt in der Kritik steht, ist es wichtig, nach anderen Möglichkeiten zu suchen“, macht Niehoff deutlich. Als typische Kartoffelkrankheiten nennt der Fachmann die Kraut- und Knollenfäule, Nematoden, welche die Wurzeln angreifen, diverse Pilzkrankheiten oder auch den Kartoffelkrebs, der eigentlich ebenfalls eine Pilzinfektion an Knolle und Stängel ist.

                                                  Diese Züchtungen werden von der Saatzucht Gut Bütow in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Groß Lüsewitz bei Rostock durchgeführt. „In Groß Lüsewitz befindet sich auch die internationale Genbank für Pflanzenmaterial. Gegenwärtig arbeiten wir gemeinsam mit dem Institut an zwei speziellen Projekten. Eines davon beschäftigt sich mit der Suche nach trockenresistenten Kartoffeln, was angesichts der diesjährigen Dürreperiode im Land durchaus zukunftsorientiert ist. Beim zweiten Projekt geht es um völlig krautfäuleresistente Kartoffeln. Nach dem derzeitigen Stand können wir erste Erfolge bei beiden Projekten vermelden“, zeigt sich Dr. Niehoff zufrieden. Um diese Forschungen weiter mit Nachdruck betreiben zu können, bildet das Gut Bütow junge Pflanzentechnologen speziell für die Versuchsarbeit auf Feld und Labor aus. Ein erster Absolvent hat kürzlich die 3-jährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, ein weitere junge Frau hat gerade ihre Ausbildung begonnen.

                                                  Die Zucht von Stärkekartoffeln ist eine wichtige Aufgabe, denn Kartoffelstärke ist die hochwertigste Stärke im Vergleich zu den Stärken, die aus Getreide, Mais, Reis oder Tapoika gewonnen werden. „Die Kartoffelstärke findet vor allem Verwendung im Lebensmittelbereich, in der Produktion hochwertiger Papiere und in der Kunststoffindustrie“, zählt Niehoff auf. Aber auch für den Frischemarkt wird gezüchtet. Gerade in der Ernte befindet sich eine neue rotschalige Speisekartoffel Namens „Macarena“, die sehr schmackhaft ist und sich durch geringe Anfälligkeiten für Kraut- und Knollenfäule auszeichnet.

                                                  Das Produktions- und Leistungsspektrum vom Gut Bütow umfasst heute Kartoffelpflanzgut und Getreidesaatgut in der Pflanzenproduktion, ein umfangreiches Versuchswesen auf über 2000 Parzellen, die Nutzung der Windkraft und den Betrieb zweier Biogasanlagen.

                                                  Dafür stehen hier 30 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Das Gut Bütow selbst kann schon auf eine lange Tradition verweisen. Weithin sichtbar und prägend dafür steht der große Speicher in der Landschaft, der um 1920 vom damaligen Gutsbesitzer Wilhelm Petersen errichtet und um eine Getreidemühle und eine Brotfabrik erweitert wurde. Petersens Geschäftsidee, Berlin mit Brot aus Bütow zu beliefern, war schon damals eine logistische Meisterleistung. Der einsetzende Konkurrenzkampf führte schließlich nach knapp zehn Jahren zur Aufgabe der Brotlieferungen. Anfang 1929 übernahm dann Rudolph Karstadt das Gut Bütow treuhänderisch für seinen Warenhauskonzern. 1938 verkaufte Karstadt das Gut Bütow an den Rittergutsbesitzer Fritz Karow. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Gut als VEG (Volkseigenes Gut in Staatsbesitz) zu einem wichtigen Zucht- und Vermehrungsbetrieb für Speisekartoffeln. 1991 schließlich pachtete Dr. Karl-Heinrich Niehoff das Gut und setzte die Tradition des VEG fort. Dr. Niehoff war bereits seit 1985 in dieser Fachrichtung tätig und Leiter eines größeren Landwirtschaftsbetriebes im Emsland. Auf dem Gut Bütow konnte sich der Diplom-Landwirt nun noch intensiver der Forschung und Züchtung widmen und sich damit auch ein Stück weit selbst verwirklichen. Für ihn ist es selbstverständlich, sich darüber hinaus auch in der und für die Region zu engagieren.  So war er mehrere Legislaturperioden im Kreistag des Landkreises Müritz tätig, war zeitweilig stellvertretender Bürgermeister von Bütow und ist als Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes noch immer aktiv.


                                                  Gut Bütow
                                                  17109 Bütow
                                                  Gutshof 1
                                                  Telefon 039922 8080
                                                  www.saatzucht-niehoff.de




                                                    letzte Änderung: - 20.09.2018 13:55

                                                    Solidarische Landwirtschaften - Frische Produkte vom Hof um die Ecke

                                                    Klein Trebbow (bw). Ganz so neu ist das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) nicht. Schon in den 60er Jahren hatte man in Japan die Idee einer Landwirtschaftsgemeinschaft oder auch Versorgungsgemeinschaft, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem oder mehreren Partner-Landwirten kooperiert. In unserem Land gibt es die Solidarische Landwirtschaft seit einigen Jahren vor allem im Umfeld größerer Städte. Dass dies auch im ländlichen Raum um die Residenzstadt Neustrelitz funktionieren kann, wollen drei junge Leute um den Landwirt Markus Poland aus Klein Trebbow beweisen. „Wir haben uns zunächst einmal mit dem Thema intensiv beschäftigt und anschließend geplant und gerechnet. Solche Fragen wie - was wollen wir erzeugen, welche Möglichkeiten haben wir dazu - oder – wie viele Menschen können wir versorgen und was müssen wir investieren - standen zunächst auf der Tagesordnung. Es folgten Ende des vergangenen Jahres Werbung und Marketing, Informationsabende und schließlich die Gründungsveranstaltung“, beschreibt Markus Poland die umfangreichen Aufgaben in der Vorbereitungsphase. Gleichzeitig wurde von der SoLaWi Klein Trebbow ein wirtschaftender Verein unter dem Namen „LandKulturHof“ gegründet. Dort können Interessenten an der SoLaWi mit dem Verein eine Kooperationsvereinbarung eingehen. Die Mitgliedschaft beträgt ein Jahr und startete bereits am 1. Januar 2018.

                                                    „Die Verbraucher geben für diesen Zeitraum eine Abnahmegarantie für die Produktion des Hofes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion. Mit der Neuausrichtung auf die solidarische Landwirtschaft möchten wir die kleinbäuerlichen Strukturen des Hofes erhalten und einen Beitrag zum regionalen Umweltschutz leisten. Bei Solidarischer Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den 'Mitbauern' - wie wir sie nennen - mit organisiert und finanziert wird. Dazu geben wir so genannte Ernteanteile für Fleisch, Milchprodukte und Gemüse ab“, erklärt Juliette Lahaine, die sich nach Studium und Auslandsaufenthalt für das Leben auf dem Lande in dieser Region entschieden hat. Markus Poland, Martin Meifert, Juliette Lahaine und die kürzlich für die 'Büroarbeit' eingestellte Ramona Pegelow bilden nun das Kernteam der SoLaWi Klein Trebbow.

                                                    Eine Besonderheit der Solidarischen Landwirtschaft stellt Markus Poland noch heraus: „Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl, entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beides sind Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die dazu führen, dass die Vielfalt verloren geht und man sich spezialisieren muss.  Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen. Wir müssen nicht gewinnmaximierend arbeiten und sind somit vom Markt unabhängig. Bei uns wird die ganze Landwirtschaft und nicht das einzelne Lebensmittel finanziert“, macht der Landwirt deutlich.

                                                    Auf den Feldern rund um Klein Trebbow bei Neustrelitz stehen Rinder der Rasse Highland Cattle, die nicht nur durch ihr uriges Aussehen mit dem zottigen Fell und den großen Hörnern, sondern auch mit ihrer hervorragende Fleischqualität beeindrucken. Ostfriesische Milchschafe spenden die Milch, die auf dem Hof direkt zu schmackhaftem Käse verarbeitet wird. Auch das Fleisch der im Freiland aufgezogenen Schweine besticht durch herausragende Qualität. Hier wird nichts auf Masse aufgepäppelt, sondern wächst natürlich. Um die Weihnachtszeit stehen dann auch noch Gänse und Enten als Festtags-braten auf dem Angebotszettel. Das Gemüse wächst auf einem Areal, welches erst im Frühjahr aus Weideland urbar gemacht wurde. Hier gedeihen jetzt hervorragend Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und andere Gemüsesorten.

                                                    Doch im Moment befindet sich der Hof noch in einer prekären Lage, denn ein großer Teil der Flächen vom Hof läuft unter sehr kurzfristigen Pachtverträgen. Damit aber der Hof langfristig planen kann und auch in den Aufbau von Bodenfruchtbarkeit investieren kann, um in kommenden Jahren die Ernteerträge zu optimieren, müssten die Flächen gekauft werden. „Nur so können wir den Hof vernünftig bewirtschaften, ohne die Sorge zu haben, dass der Grundeigentümer von heute auf Morgen kündigt und ein Großteil der Investitionen in den Hof verloren gehen. Wir können uns den Kauf aber nicht leisten. Nachdem wir intensiv nach Lösungen gesucht haben, sind wir auf die Kulturland Genossenschaft gestoßen“, sagt Markus Poland.

                                                    „Die Kulturland Genossenschaft ist eine Gemeinschaft von Landwirtinnen und Landwirten sowie Bürgerinnen und Bürgern, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, landwirtschaftliches Land aus der Spekulation zu befreien. Mit dem Geld aller Genossinnen und Genossen erwirbt die Kulturland e.G. landwirtschaftliche Flächen, um sie im Sinne einer modernen 'Allmende' langfristig zu sichern und zu günstigen Konditionen an Höfe, die ökologisch wirtschaften und sich darüber hinaus sozial öffnen und bewusst in ihre Region einbinden, zu verpachten,“ erklärt Thomas Rippel von der Kulturland Genossenschaft.

                                                    „Für junge Leute wie uns, die in der Landwirtschaft starten wollen, ist das eine entscheidende Hilfe, denn die Landpreise von heute sind kaum noch bezahlbar. Wir planen nun, gemeinsam mit der Kulturland Genossenschaft vom 1. November bis 1. Dezember eine Crowd Investing Kampagne durchzuführen, um neue GenossInnen zu gewinnen und 350 000 Euro einzuwerben, damit das Land über die Gemeinschaft finanziert werden kann.“ sagt Markus Poland.

                                                    Die Kulturland Genossenschaft wird nun einen kleinen Film über den Hof produzieren und im September und Oktober drei Filmabende am Hof, in Neustrelitz und in Berlin organisieren. Am 1. November wird eine Podiumsdiskussion zum Thema Landeigentum und Perspektiven für junge Menschen in der Landwirtschaft organisiert. „Und wir hoffen, den erfolgreichen Abschluss der Kampagne am 1. Dezember mit einem großen Hoffest zu feiern.“ fügt Markus Poland voller Optimismus hinzu.

                                                    LandKulturHof
                                                    Dorfstraße 16
                                                    17235 Klein Trebbow
                                                    Markus Poland
                                                    Telefon 03981 441665
                                                    www.solawi-trebbow.de




                                                      letzte Änderung: - 23.08.2018 11:59

                                                      Kunst auf dem Lande - Langeweile ist kein Thema

                                                      Lelkendorf (bw). Der kleine Ort Lelkendorf in der Mecklenburgischen Schweiz glänzt nicht nur durch seine landschaftliche Schönheit, sondern ist auch ein Leuchtturm für die Kultur auf dem Lande. Seit etlichen Jahren werden hier im Schloss und in den Gebäuden der Gutsanlage kulturelle Angebote vielfältiger Art organisiert und durchgeführt.

                                                      „Begonnen hatten diese kulturellen Ambitionen schon kurz nach 1990. Unsere Familie zog damals von Berlin hierher nach Lelkendorf. Mein Mann - Joachim von Levetzow - wollte unbedingt die Geschichte seiner Vorfahren an diesem Ort fortschreiben. Denn er stammt aus der Familie von Levetzow, denen das Lehensgut Lelkendorf von 1225 an bis 1945 gehörte. Wir konnten den ehemaligen Wohnsitz zurückkaufen und begannen damit, Teile der Schlossanlage zu Eigentumswohnungen umzubauen. Für mich war der Umzug zunächst eine kulturelle Zäsur, denn in Berlin gibt es ja unendlich viele kulturelle Angebote, die ich hier auf dem 'flachen Lande' vermisste“, erzählt Mechthild von Levetzow. „Selbst ist die Frau“ - nach diesem Motto begann Mechthild von Levetzow schließlich im Schloss und im Park kleine Konzerte zu organisieren und auch selbst zum Instrument zu greifen. Das sprach sich herum und fand Beifall bei zahlreichen Gästen und auch der Hauseigentümergemeinschaft der Gutsanlage, die sich in Folge für die Gründung eines Vereins aussprach.

                                                      Im Jahr 2002 wurde dann der Kulturförderverein Lelkendorf gegründet.  Ziel des Vereins ist es, das gesamte Areal kulturell zu entwickeln. In den Folgejahren wurde weiter Geld aufgewendet, um Teile der alten Gutshofanlage zu kaufen, so dass heute der gesamte Bereich vor dem Schloss aus denkmalpflegerischer Sicht unter Ensembleschutz steht. Das ganze Jahr über gibt es ein Kulturprogramm, welches den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen in der Region durch eine Vielfalt gerecht wird, wie sie sonst nur in Städten anzutreffen ist. Außerdem entstand ein Gastatelier samt Ferienwohnung für dort arbeitende Künstler.

                                                      „Heute läuft der Verein unter dem Namen 'Kultur für Lelkendorf e.V.' - kurz auch KfL genannt - was auch einen Bezug zum einstigen Kreisbetrieb für Landtechnik hat, der hier bis zur Wende tätig war. Einige der Gebäude werden vom Verein genutzt, die ehemalige KfL-Halle wurde beispielsweise zur Konzerthalle umgebaut“, berichtet Mechthild von Levetzow, die beim Verein als Vorsitzende die Fäden in der Hand hält. Doch nicht nur Konzerte, sondern auch  Theatervorstellungen werden geboten. Dazu hat der Verein Kontakt mit einer Berliner Schauspielschule aufgenommen, die mit einer Truppe von kurz vorm Abschluss stehender Auslerner und auch schon „fertigen Schauspielern“ nach Lelkendorf kommt und Stücke wie Goethes Faust oder Schillers Räuber aufführt. „Außerdem haben wir gemeinsam mit der Schauspielschule ein Projekt-Theater mit Schülern aus Realschulen und Gymnasien aufgelegt. In Sondervorstellungen werden verschiedene Themenbereiche angefasst. Eines der Schultheaterprojekte beschäftigte sich mit dem  Jugendbuch 'Nichts was im Leben wichtig ist' von der dänischen Schriftstellerin Janne Teller. In Verbindung mit der Ausstellung 'WIRKLICH WICHTIG'  hat das Projekt für Aufmerksamkeit gesorgt und wurde Bundespreisträger des "Mixed Up Preises Ländlicher Raum 2014“, erzählt die Vereinsvorsitzende voller Stolz.

                                                      Theatertage mit Sondervorstellungen für Schulen wird es auch in diesem Jahr geben. Sie beschäftigen sich diesmal mit dem Stück „Das große Feuer“ von Roland Schimmelpfennig, welches im Zeitraum vom 8. September bis 15. September mehrfach aufgeführt wird. Die Premiere ist am 8. September um 19 Uhr, die Schülervorstellungen beginnen an den Aufführungstagen übrigens jeweils 9.30 Uhr.

                                                      Der nächste musikalischer Höhepunkt wird am 20. Oktober in der KfL-Halle geboten. Das Programm von „LA RISONANZA“ aus Potsdam mit Markus Catenhusen, Franziska Borleis und Susanne Catenhusen steht unter dem Titel „Von Barock bis Folk – Musik aus dem Schmelz-Tiegel London“. Die Aktivitäten des Vereins Kultur für Lelkendorf beschränken sich aber nicht nur auf Musik und Theater. Auch Kabarett, Lesungen und Kunstobjekte unterschiedlichster   Stilrichtungen werden geboten. So stellten kürzlich auch Fotoprofis, Keramiker und Maler ihre Werke hier aus.

                                                      Eine besondere Akustik wird der im Jahr 1997 fertig renovierten Jugendstil-Schlosshalle nachgesagt. „Hier finden jeweils die ersten und die letzten musikalischen Aufführungen des Jahres statt. Im Februar war das Duo „Les Grandes“ zu Gast und den Jahresabschluss gestalten wir mit einem Weihnachtskonzert mit Preisträgern und Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock am 8. Dezember um 18 Uhr“, wirbt Mechthild von Levetzow. Zwischenzeitlich stehen am 17. November 19 Uhr noch Chopin und Liszt mit Eri Mantani, der Pianistin und Lisztpreisträgerin, auf dem Programm.

                                                      Die musikalische Bandbreite ist groß, trotzdem oder gerade deshalb werden nicht nur große Künstler eingeladen, auch den Nachwuchsmusikern aus dem Land bieten sich Auftrittsmöglichkeiten. „Darüber hinaus organisieren wir noch ein großes Sommerfest in unserem Park und auch zum Frauentag wird bei uns gefeiert, Langeweile ist bei uns kein Thema“, erzählt die Vereinschefin, die ihrer musikalischen Leidenschaft auch noch im Kleinkammerchor Demmin nachgeht.

                                                      Stolz ist der Verein darauf, dass man hier weitestgehend ohne Förderung ausgekommen ist – sieht man von den Jahren 2010 bis 2012 ab. „Wir sind ständig auf Sponsorensuche und sind allen Unterstützern dankbar für ihr Engagement“, bringt Mechthild von Levetzow ihre Empfindungen auf den Punkt.


                                                      Kultur für Lelkendorf e. V.
                                                      Schlossweg 1
                                                      17168 Lelkendorf
                                                      Telefon 039956 29595
                                                      E-Mail info@kunst-erleben.org
                                                      www.kunst-erleben.org




                                                        letzte Änderung: - 22.08.2018 16:17

                                                        Kultur in Bewegung - Tolle Akustik in alten Gemäuern

                                                        Klein Vielen (bw). „Wo können wir einen geeigneten Konzertort finden“ – diese Frage stellten sich vor sieben Jahren die Mitglieder des Vereins "Kultur in Bewegung" aus Neustrelitz in Vorbereitung eines geplanten Musikevents. Der Vorschlag kam dann aus den eigenen Reihen – warum gehen wir nicht in die Scheune in Klein Vielen? Dieser Tipp kam von Nancy Keller, der Ehefrau von Maik Kaufmann aus Klein Vielen. Die Eheleute besitzen dort eine alte Scheune, die mit etwas Geschick in einen tollen Konzertort umgestaltet wurde. „Diese 'Notvariante' hat einen ungeahnten Effekt hervorgerufen. Die Scheune war damals rappelvoll und die Leute waren begeistert“, freut sich Nancy Keller. Seither werden die jährlich stattfindenden Frühjahrs- und Herbstkonzerte stets in der Scheune Klein Vielen organisiert und durchgeführt. „Das Ganze haben wir gemeinsam mit dem hiesigen Verein 'Klein Vielen e.V.' auf die Beine gestellt, zu dem wir eine freundschaftliche Partnerschaft entwickelt haben“, erzählt die junge Frau.

                                                        Nancy Keller ist Gründungsmitglied des Vereins "Kultur in Bewegung e.V.“, der vor fast genau zehn Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Der Verein hat das Ziel, ausgewählte Gebiete der Kunst, Kultur und Bildung in der Region in und um Neustrelitz zu fördern. Mit seinen Veranstaltungen soll das Kulturangebot in der Region erweitert und vertieft werden. Die Projekte sollen künstlerische und kulturelle Aktivitäten befördern und einer breiten Zahl von Bürgern zugänglich machen, um der Bildung und dem Gemeinschaftsgefühl der Bürger zu dienen. Insbesondere soll dabei durch kulturelle Vielfalt ein Beitrag zur Allgemeinbildung geleistet werden. Durch kombinierte Veranstaltungen erhalten Künstler Möglichkeiten zur Präsentation aktueller Arbeiten in Verbindung mit Lesungen, Vorträgen, Workshops oder musikalischen Darbietungen. Dabei soll auch jungen bzw. Nachwuchskünstlern eine Plattform gegeben und neue Orte und Formen gefunden werden, die der Gestaltung besonderer Ereignisse und der Begegnung der Bürger entgegen kommen.

                                                         

                                                        „In diesem Jahr gab es als Frühjahrsevent am 1. Juni mal etwas anderes. Wir haben dazu ein Pantomime-Theater engagiert, was großen Zuspruch fand. Die Scheune bot die passende Theaterkulisse für „Bodecker & Neander“ und die rund 120 Gäste waren begeistert. Ich selbst war überwältigt von der Atmosphäre und der Stille während der Aufführung“, gibt Nancy Keller zu. Gespielt haben in der Scheune mittlerweile einige namhafte Bands wie „The Beez“, die auch einen australischen Musiker in der Band haben, die „Les Bumms Boys“ aus Rostock oder „Apparatschik“ aus Berlin.

                                                        „Die Männer von Apparatschik waren derart begeistert von der Akustik unserer Scheune, dass sie diese vor zwei Jahren für einige Zeit als Tonstudio zur Aufnahme einer neuen CD genutzt haben“, berichtet Nancy Keller. Aber nicht nur Bands von außerhalb können sich hier präsentieren. Auch regionale Leute stehen auf der Scheunenbühne. So wie „r.e.d. Pitt and friends“ mit Pit Venherm, Alex Müller und Torsten Harder, die die Konzertbesucher begeisterten. Ähnlich wie mit den Bands verhält es sich mit den Gästen der Veranstaltung. Sie kommen nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung. Auch aus Dresden und Berlin konnten schon Besucher begrüßt werden.

                                                        „Ich finde es immer wieder schön, die unterschiedlichsten Menschen zusammen zu bringen und ein gemeinschaftliches Erlebnis zu gestalten. Dafür sind wir mit ganzem Herzen gute Gastgeber und freuen uns auf jeden Besucher. Wenn ich das nicht mit Spaß und Freude machen könnte, dann würde ich es nicht tun“, begründet Nancy Keller ihr Engagement in Verein und Gemeinde. Die Wurzeln dieses Engagements liegen wohl in der Familie. Sie ist quasi mit dem Ehrenamt aufgewachsen - schon ihre Eltern haben aktiv gesellschaftliche Arbeit geleistet. Als Beispiel seien die „Teichfeste“ in Brustorf genannt, die vor Jahren vom Vater organisiert wurden und noch heute gefeiert werden.

                                                        Die Zusammenarbeit der beiden Vereine „Kultur in Bewegung“ und „Klein Vielen e.V.“ sind ein schönes Beispiel dafür, wie das gesellschaftliche Leben auf dem Lande auf eine neue Qualität gehoben werden kann. Das gilt sowohl für kulturelle Aktivitäten als auch für den Natur- und Landschaftsschutz. So wie in Klein Vielen, wo sich die Mitglieder des „Klein Vielen e. V. – Leben zwischen Lieps und Havelquelle“ ehrenamtlich für Natur, Landschaft und Kultur engagieren. Dazu bestehen Kooperationen nicht nur mit dem vorgenannten Kulturverein sondern auch mit dem Förderverein Jahn-Kapelle, der sich um die Wiederherstellung der einstigen Begräbniskapelle in Klein Vielen kümmert. Weitere Partner des „Klein Vielen e.V.“ sind die Gemeinde Klein Vielen und der Förderverein der Liepener Kirche und Orgel.


                                                        Kultur in Bewegung e.V.
                                                        Bürgerhorststraße 30
                                                        17235 Neustrelitz
                                                        www.kleinvielen-ev.de
                                                        www.kultur-in-bewegung.de




                                                          letzte Änderung: - 27.07.2018 09:28

                                                          Kultur auf dem Lande - Musik auf dem Bauernhof

                                                          Klein Trebbow (bw). Das Leben auf dem Land ist für viele Menschen ein Stück Lebensqualität, fernab der Hektik, in der Natur, in gewachsenen Gemeinden mit bürgerschaftlichem Engagement und guter Nachbarschaft. Dazu gehört auch die Kultur auf dem Lande. Zumeist sind im Dorf die Feuerwehr, der Kirchenchor oder der Sportverein der Dreh- und Angelpunkt gesellschaftlicher und kultureller Betätigung. Aber es gibt auch eine ganze Reihe an Vereinen und Privatpersonen, die sich für das kulturelle Leben auf dem Dorf engagieren. Einer dieser Menschen ist Christoph Poland in Klein Trebbow, unterstützt durch seine Frau Gabriele, seine Kinder und zahlreiche Freunde.

                                                          „Im August 1989 feierte ich meinen 40. Geburtstag im Kreise vieler Freunde. Es wurde Musik gemacht und die Atmosphäre war einfach phantastisch. Damals kam uns die Idee, derartige Musikevents auf unserem Hof mal einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, kommt Poland auf den Ursprung der Hofkonzerte zu sprechen. Es dauerte zwar noch ein wenig, doch im Jahr 1994 konnte nach emsigen Vorbereitungen das erste Hofkonzert über die Bühne gehen. „Das war damals ein voller Erfolg, der Hof war voll mit Gästen, die beeindruckt nach Hause gingen. Das hat uns angespornt, weiter zu machen“, erinnert sich der heute 69-Jährige.

                                                          Inzwischen sind die Hofkonzerte in Klein Trebbow zum Insider-Tipp geworden. Zehn bis zwölf Konzerte werden jährlich in der Zeit zwischen Mai und September angeboten. Die Gäste reisen dazu nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus Hamburg, Berlin, Prenzlau, Röbel oder Neubrandenburg an. 100 bis 120 Menschen finden auf dem Hof Platz. Mittlerweile wurde auch für Schutz bei schlechtem Wetter gesorgt. „Wir haben schon 2000 angefangen, den einstigen Stall auszuräumen. Dazu wurden vier 'Brigaden' aus meiner Familie und Freunden gebildet, die den Umbau an einem Wochenende ausgeführt haben. Seither können auch bei schlechtem Wetter die Gäste in einem gemütlichen Veranstaltungsraum die Konzerte verfolgen. Meine Kinder und ein großer Freundeskreis kümmern sich dabei um das Wohl der Gäste, auch die Partnerinnen und Partner der Kinder“, freut sich Christoph Poland.

                                                          Im Jahr 2004 gründete sich der „Förderverein Hofkonzerte Klein Trebbow“, der die Hofkonzerte ideell und finanziell unterstützt. „Es gab einige Jahre, in denen wir hart an der Kante waren. Da kam uns die Gründung des Fördervereins sehr gelegen“, erzählt Christoph Poland. Dennoch waren die letzten Jahre durchaus erfolgreich und die Besucherzahlen außergewöhnlich gut. Ein Grund dafür ist wohl auch die Musikauswahl, die Familie Poland nach dem Motto „Was uns und unseren Freunden gefällt“ aussucht. Dazu gehören sowohl Jazz als auch Weltmusik, die Palette ist umfangreich. Schaut man in das Angebot dieses Jahres, wird das auch deutlich. Da finden sich unter anderem neben Solomusik mit Vincente Patiz die Gruppen „Tango Transit“ aus dem Frankfurter Raum, „Holler My Dear“ mit der österreichischen Sängerin Laura Winkler oder das Duo „Friend'n Fellow“ mit inzwischen weit über 1000 Konzerten, neun Alben und 100 000 verkauften Tonträgern. Die Aufzählung aller 240 Hofkonzerte, die in 24 Jahren liefen, würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. So wie unter den Gästen gibt es auch „Wiederholungstäter“ unter den Musikern. Dazu zählt auch die Gruppe „Engerling“. Die  Berliner Bluesrockband war schon seinerzeit fester Bestandteil der Blueserszene in der DDR. Gegründet wurde sie 1975 von Rainer Lojewski und Wolfram Bodag in Berlin als Engerling Blues Band. Die Band ist am 4. August um 19.30 Uhr zu Gast, da wird der Hof in Klein Trebbow wieder gut gefüllt sein. Weitere Konzerte folgen am 18. August, dann ist das „Stefan Ronchi Trio“ beim Hofkonzert zu erleben. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die musikbegeisterte Hörerschaft am 25. August. Das „Jourist Quartett“ verwöhnt an diesem Abend die Gäste mit einem leidenschaftlichen Tango-Konzert. Zum 244. Hofkonzert werden dann zum Abschluss am
                                                          1. September „The Abelour's“ erwartet. Die Gruppe zählt heute zu den wenigen Celtic Rock Bands aus Deutschland, die ein internationales Niveau erreicht haben.

                                                          „Inzwischen ist es so, dass wir nicht mehr händeringend nach Musikern suchen müssen. Nein, sie bewerben sich bei uns für einen Auftritt. Das ist natürlich eine komfortable Situation für uns. Und natürlich schauen wir auch darauf, dass die Eintrittspreise der Situation unserer Region angemessen sind. Eines ist bei uns aber sicher: Vertragstreue ist oberstes Gebot. Was vorher vereinbart wurde, wird eingehalten. Das ist unser Risiko, welches wir eingehen und akzeptieren“, verdeutlicht Christoph Poland.

                                                          Der studierte Musiker ist in Neustrelitz und Umgebung bekannt. Und das nicht nur als einstiger Musiklehrer an der damaligen Dr. Richard-Sorge-Schule, der späteren Daniel-Sanders-Schule, wo er dann als Schulleiter tätig war. Auch in der Politik – beispielsweise als Kreistagspräsident und Mitglied des Bundestages – hat Christoph Poland deutliche Spuren hinterlassen. Gegenwärtig ist er zudem noch als Stadtpräsident in Neustrelitz tätig. „Im nächsten Jahr feiern wir dann unser 25-jähriges Hofkonzert-Jubiläum und meinen 70. Geburtstag. Das wird ein besonderer Höhepunkt, auf den wir uns schon jetzt vorbereiten“, macht er deutlich. Und ergänzt: „Zunehmend übernehmen meine beiden Söhne und die Tochter das Geschehen um die Hofkonzerte. Also für die Zukunft der Klein Trebbower Hofkonzerte ist ebenfalls gesorgt“.

                                                           

                                                          Christoph & Gabriele Poland
                                                          Dorfstraße 16
                                                          17235 Klein Trebbow
                                                          Telefon 03981 441308
                                                          www.hof-konzerte.de




                                                            letzte Änderung: - 20.07.2018 14:36

                                                            Imkerverein Waren (Müritz) - Flüssiges Gold

                                                            Waren (bw). Honig ist gesund! Dies ist eine altbekannte Tatsache und beruht auf wissenschaftlichen  Überlieferungen und den Erfahrungen der Menschen. Wer hat nicht als Kind bei Husten und Schnupfen von Mutti oder Papa gleich einmal heiße Milch oder Tee mit Honig serviert bekommen? Dabei ist Honig noch weitaus vielfältiger nutzbar. Er enthält entzündungshemmende Enzyme, bioaktive Stoffe und Antioxidantien, die gesund sind. Die Antioxidantien können sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken und den Blutdruck senken. Zudem wirkt sich Honig positiv auf den Cholesterinwert aus, verbessert die Blutfettwerte und verringert damit das Risiko einer Herzerkrankung oder einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Auch für die Haut ist Honig gesund, da er Hautkrankheiten heilen kann. Zudem wirkt Honig antibakteriell, antientzündlich und kann bei Verbrennungen und Wunden Abhilfe schaffen. Also gleich mal los zum Imker der Region und Honig besorgen. Klingt einfach, aber die wenigsten wissen, welche Arbeit in einem Glas Honig steckt und welches Wissen die Imker mitbringen müssen, um erfolgreich das „Flüssige Gold“ zu gewinnen. 

                                                            „Ein Imker ist jeder, der Bienen hält. Imker beschäftigen sich darüber hinaus auch mit der Vermehrung und  Züchtung von Honigbienen sowie mit der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte“, weiß Gerhard Bork, Vorstandsmitglied im Imkerverein Waren (Müritz) und anerkannter Züchter. In dieser Eigenschaft betreut er auch die Bienenbelegstelle auf dem Müritzhof im Müritz-Nationalpark. „Bienenbelegstellen sind Orte, an denen in so genannten Begattungskästchen kleine Begattungsvölker mit Arbeiterinnen und einer jungen Bienenkönigin aufgestellt werden. Die Bienenkönigin soll von hier aus ihre Hochzeitsflüge zu den gekörten Drohnen unternehmen, um begattet zu werden. Damit die Begattung nicht durch unerwünschte Drohnen einer anderen Bienenrasse erfolgt, sollte die Belegstelle möglichst durch einen bienenfreien Schutzbereich mit acht Kilometern Mindestradius geschützt sein“, erklärt Gerhard Bork. Dieser Hinweis sei wichtig für andere Imker, die ihre Völker in der Nähe aufstellen wollen. Durch den Schutzbereich sollen unerwünschte Kreuzungen oder der Eintrag von Krankheiten vermieden werden. Informationen dazu gibt es auch über das jeweilige Veterinäramt.

                                                            Der Imkerverein Waren (Müritz) hat 53 Mitglieder, die insgesamt 451 Völker betreuen. Bevorzugt halten die Imker hierzulande die natürliche Rasse „Carnica“ und die gezüchtete Rasse „Buckfast“, einige wenige auch die historische dunkle Biene.

                                                            „Alle diese Rassen sind als durchaus sanftmütig bekannt,“ betont Gerhard Bork, der schon seit frühester Kindheit mit Bienen vertraut ist, denn Großvater, Vater und Onkel waren alle als Imker tätig. „1976 habe ich unseren Garten und vier Völker von meinem Vater übernommen. Im Verlauf meines Arbeitslebens hatte ich meist so zwischen zehn und 15 Völker und als ich 2004 in den Ruhestand ging, bin ich auch in die Zucht eingestiegen und habe nun 22 Völker“, erzählt er. Inzwischen geben Gerhard Bork sowie der Vorsitzende des Imkervereins, Hans-Dieter Vibrans, im Auftrag des Landesverbandes auch Imkerlehrgänge an der Volkshochschule Waren.

                                                            Die Bienenbelegstelle auf dem Müritzhof hat schon eine lange Tradition, sie wurde bereits im Jahr 1961 eröffnet und 1973 staatlich anerkannt. Die Belegstelle „Müritzhof“ wird heute als Carnica-Rassebelegstelle betrieben. Zurzeit werden jährlich zwischen 100 und 300 Königinnen zur Begattung angeliefert. „Der Müritzhof inmitten des Müritz-Nationalparkes ist ein idealer Standort für diese Bienenbelegstelle. Sie ist zudem ein wertvoller und interessanter Bestandteil unserer Lehrstätte für Naturschutz. Insofern freuen wir uns, mit dem Warener Imkerverein eine solch gute Zusammenarbeit pflegen zu dürfen“, sagt Igor Heinzel, der seit 2006 den Müritzhof leitet und auch selbst mit inzwischen zehn Völkern zum Imker wurde – überzeugt übrigens von Gerhard Bork.

                                                            Die Bedeutung der Imkerei hat trotz ihrer enormen Wichtigkeit für die Natur erheblich nachgelassen. „Früher waren es vordergründig wirtschaftliche Aspekte zur Versorgung der Bevölkerung, die unsere Imker motivierten. Im Gegensatz dazu sind die Anzahl der Imker als auch die Honigproduktion seit der Wende auf etwa 20 Prozent der Vorwendezeit zurückgegangen. Dennoch kommt den Bienen für unser Ökosystem eine äußerst wichtige Aufgabe zu. Als Bestäuber sind sie in erheblichem Maße für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Schließlich sind laut Deutschem Imkerbund etwa 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Honigbiene angewiesen, wenn es um die Verteilung von Blütenstaub geht. Weltweit zählt die Biene also zu den wichtigsten Bestäubern, was ihre Bedeutung für unsere Pflanzenwelt unterstreicht,“ macht Gerhard Bork eindringlich deutlich.

                                                            Gerade hinsichtlich dieser Bedeutung ist es für die Imker unverständlich, dass noch immer Pflanzengifte in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Auch Monokulturen wirken sich negativ aus. „Man findet nur noch grüne Wiesen – Blühstreifen sind kaum noch zu sehen. Das wäre schon ein kleiner Schritt“, sagt Gerhard Bork.


                                                            Imkerverein Waren (Müritz)
                                                            Vorsitzender Hans-Dieter Vibrans
                                                            www.imkerverein-waren-mueritz.de




                                                              letzte Änderung: - 22.06.2018 10:54

                                                              Kilian & Close – Fine Handcrafted Chocolates - Schokolade macht glücklich

                                                              Waren (bw). Völkerstämme von Wissenschaftlern, selbsternannte Spezialisten und andere Experten beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Wirkung von Schokolade auf unser Wohlbefinden. Die Mehrheit ist überzeugt davon, dass Schokolade glücklich macht. Andere wiederum meinen, dass sei nicht so. Wenn ja, dann müsse man Unmengen davon verzehren. Und eine weitere Gruppe ist der Meinung, dass Schokolade keinen Einfluss auf unsere Glückshormone hat. Doch die Wissenschaft sagt: Schokolade macht glücklich. Als Grund dafür gilt das sogenannte Glückshormon Serotonin. Serotonin selbst ist in Schokolade zwar nicht enthalten, wohl aber Tryptophan, und wenn das im menschlichen Körper abgebaut wird, entsteht Serotonin. Also doch!

                                                              Ganz so wissenschaftlich sehen das Iveta Kilianova und Ciaran Close nicht unbedingt. Ihnen geht es vor allem um den Geschmack und die Reinheit von Schokolade. Die Beiden produzieren in ihrer eigenen Manufaktur edle Schokolade und haben vor wenigen Wochen in der Müritzstadt Waren ein Ladengeschäft mit angeschlossener Manufaktur eröffnet. Mehr als vier Jahre sind sie schon im Schokoladen-Geschäft tätig und haben sich international einen Namen gemacht. Etwa 200 Händler haben die leckeren Schokoladen und Pralinés von Kilian & Close gelistet – und das von Oslo bis Wien, von Amsterdam bis Basel oder von Prag bis Budapest. Natürlich bekommt man diese Produkte auch in ausgewählten Delikatess- und Feinkostläden deutscher Großstädte. Nun wollen Ciaran und Iveta sich hier in Waren ansiedeln und haben in der Langen Straße 51 ihr Ladengeschäft eröffnet. „Anfang März haben wir mit den Um- und Ausbauarbeiten begonnen. Das war ein ganz schönes Stück Arbeit“, erinnert sich Ciaran Close. „Auch mit der Technik war es nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Es ist schwierig, solche Technik im Bereich zwischen Haushaltsküche und Industriefertigung zu finden“, ergänzt Iveta Kilianova. Unterstützung bekamen die jungen Unternehmer durch die Stadt und ihre Bank. „Sonst hätte das alles nicht so gut geklappt“, sind die beiden dankbar.

                                                              Schokolade zu produzieren ist keine einfache Sache. Es kommt vor allem auf die Kakaobohnen an. Deren Qualität entscheidet letztendlich über die Qualität des Endproduktes. „Das muss man sich vorstellen wie beim Wein. In welcher Lage und auf welchem Boden wachsen die Bohnen, welche Witterungsbedingungen herrschten beim Wachstum vor. Kakaopflanzen wachsen in sogenannten Mischplantagen. Sie brauchen andere Pflanzen um sich herum als Schutz vor zu viel Sonne und Regen. Dabei wirken sich auch die Mischpflanzen wie Bananen oder Palmen auf den Geschmack der Kakaobohnen aus“, zählt Ciaran Close auf. Im Weiteren komme es auch auf die Qualifikation und das Engagement der dortigen Bauern an, denn nach der Ernte werden in den Herkunftsländern die Bohnen noch fermentiert und getrocknet. Das muss mit großer Sorgfalt geschehen, denn auch diese Faktoren haben Einfluss auf die Qualität.

                                                              Wenn dann die Kakaobohnen aus Panama, Ecuador oder der Dominikanischen Republik in Waren angekommen sind, beginnt für die beiden Chocolatiers die richtige Arbeit. Apropos Chocolatier: Diese Bezeichnung darf derjenige tragen, der ab der Bohne den Grundstoff herstellt und daraus dann Schokolade oder Pralinen fertigt. Der Confiseur dagegen kauft den Schokoladengrundstoff und veredelt ihn. Soviel zu den Fachbegriffen. Jetzt sind also die Bohnen da und werden hier geröstet, um ein intensiveres, vollmundigeres Aroma des Kakaos zu erreichen.

                                                              „Danach muss die dünne Schale entfernt werden. Das geschieht zumeist mechanisch. Die Schale ist bitter und muss weg. Übrig bleiben die sogenannten Nibs, die dann in unsere große Schüssel gegeben und gemahlen werden. Die Kakaobohnen haben einen 45- bis 60-prozentigen Fettanteil, durch den im Verlauf des Mahlens eine Masse entsteht. Jetzt kommen noch die gewünschten Zutaten hinein. Wir verwenden dafür nur Milchpulver, Kakaobutter und Zucker. Das war es schon, mehr gehört hier nicht hinein. Unsere Vision ist es, Schokolade auf ihre Ursprünglichkeit zurückzuführen. Eine sorgfältige Konzentration auf das, was eine tolle Schokolade ausmacht: nachvollziehbare Rezepturen, feinste Rohstoffe und Transparenz“, macht Ciaran Close deutlich. Nach dem Conchieren wird die Masse in Blöcke gegossen und zur Nachreife gelagert. Die kann zwischen drei Wochen und sieben Monaten dauern. Erst dann kommt die Veredlung zu feiner Schokolade oder Pralinen. „Dafür gibt es keine Lehrbücher wie es auch keine Berufsausbildung für Chocolatiers gibt. Bei der Fertigung und Veredlung kommt es darauf an, alle genannten Einflussfaktoren zu berücksichtigen und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit einfließen zu lassen. Nur dann wird ein Produkt daraus, welches auch hochwertigen Ansprüchen gerecht wird“, ist Ciaran überzeugt.

                                                              „Unsere persönlichen Favoriten sind insbesondere die Pistazien- und die Walnuss-Schokolade. Mit denen haben wir auch schon mehrere Goldmedaillen bei internationalen Wettbewerben erringen können“, betont Iveta Kilianova stolz. Diese Auszeichnungen wurden bei zwei namhaften weltweiten Wettbewerben errungen, die einerseits durch die Academy of Chocolate London sowie die International Chocolate Awards durchgeführt werden. Während in den letzten zwei Jahren fast das gesamte Angebot zum Wettbewerb ging und ausgezeichnet wurde, haben die beiden diesmal nur ausgewählte Stücke eingereicht. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein - in wenigen Tagen werden die Gewinner bekannt gegeben.

                                                              Nun konzentrieren sich Iveta Kilianova und Ciaran Close erst einmal auf die laufende Produktion. „Durch die Einrichtung unserer Manufaktur in Waren sind wir etwas mit der Produktion in Rückstand geraten, das muss aufgeholt werden. Außerdem haben wir auch noch neue Pläne für die Zukunft. Da wäre zum einen die Entwicklung eines Pralinen-Sets unter Verwendung regionaler Erzeugnisse. Wer hierher kommt, möchte ja auch etwas regional typisches als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Weiterhin planen wir auch die Schaffung eines ganzjährigen Arbeitsplatzes vor Ort“, blickt Ciaran in die Zukunft.

                                                              Schokolade macht glücklich: Der zweite Beweis dafür sind die beiden Akteure selbst. Ciaran hat irische Wurzeln und Iveta stammt aus Tschechien. Kennengelernt haben sie sich beim BWL-Studium in Deutschland. Und die Schokolade wurde für das Paar das „Bindemittel“, mit dem sie sich gefunden haben.

                                                              Kilian & Close – Fine Handcrafted Chocolates
                                                              Lange Straße 51-53
                                                              17192 Waren (Müritz)
                                                              Telefon: 0176 34501747
                                                              www.facebook.com/kilianandclose




                                                                letzte Änderung: - 22.06.2018 10:47

                                                                Mecklenburgische Likörmanufaktur - Fruchtig-Leckeres aus der Region

                                                                Wustrow (bw). Eine reiche Ernte und ein Nachbar, der nicht locker ließ - das waren die Auslöser für Jan Hübner, sich mal näher mit der Herstellung von Likör in „Handarbeit“ zu beschäftigen. „Wir hatten vor einigen Jahren die Situation, dass von der Erdbeerernte noch etliche Kilo Erdbeeren übrig waren. Erdbeertorten waren gebacken, Marmelade abgefüllt – was nun mit dem reichlichen Rest anstellen? Da fiel mir ein, dass man ja aus den Früchten auch Likör machen kann“, erinnert sich Jan Hübner. Also wurde Erdbeer-Likör angesetzt und bei einem Treffen mit den Nachbarn verköstigt. „Der Nachbar war begeistert und animierte mich zum Weitermachen. Sozusagen als Startkapital bekamen wir gleich noch einige Kilo Pflaumen überreicht“, erzählt der 36-Jährige. Die Herstellung des leckeren Getränkes erfolgt nach klassischen Verfahren. Die gewünschten Früchte kleinschneiden, Zucker dazu geben und Alkohol obendrauf geben. Der sollte möglichst rein sein, Wodka oder Korn eignen sich dafür am besten. Das Ganze wird dann dunkel weggestellt und darf vier Wochen ziehen. Durchsieben und fertig ist der eigene Likör.


                                                                Die Ergebnisse, die Jan Hübner mit seinen Versuchen erzielte, waren derart lecker, dass die Empfehlung des Nachbarn, das doch professionell zu machen, in die Tat umgesetzt wurde. „Ich hatte ohnehin schon immer den Wunsch, mich selbstständig zu machen und ein eigenes Geschäft aufzubauen. Also meldete ich ein Gewerbe an und begann mit der Herstellung von Likören. Bevor es richtig los ging, nahm ich an einigen Schulungen von professionellen Likörspezialisten teil. Auch waren die Auflagen des Gesetzgebers und die Anforderungen des Gesundheitsamtes umzusetzen“, zählt der junge Mann auf.  Das Ganze hat zwar alles gut geklappt, allerdings reichen die Einnahmen momentan noch nicht aus, um davon leben zu können. Also geht Jan Hübner noch seinem Job als Mitarbeiter eines Kanuverleihs nach und arbeitet im Nebengewerk an der Entwicklung seines kleinen Unternehmens.

                                                                „Im Jahr 2016 war es dann soweit und ich konnte die ersten Kunden für meine Produkte begeistern.  Unterstützung in der Startphase bekam ich dabei durch das 'Kaminhaus' hier in Wustrow, wo meine Liköre direkt ausgeschenkt werden“, bedankt sich Jan Hübner. Inzwischen hat sich der Kundenkreis schrittweise vergrößert und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wurde ausgebaut. Wie beispielsweise mit der Kaffeerösterei „Bon aparte“ in Neustrelitz, von der Jan Hübner die Bohnen für seinen Kaffeelikör bezieht, der dort auch vertrieben wird. Liköre aus Wustrow sind inzwischen auch im Kaffeehaus Kittendorf in Mirow oder bei Feinkost Leib in Rheinsberg zu haben. „Im vergangenen Jahr eröffneten wir dann unseren kleinen Hofladen in der Ortsmitte von Wustrow als weiteren Schritt der Unternehmensentwicklung“, freut sich Jan Hübner. Überhaupt geht der Jungunternehmer den Weg der kleinen Schritte, immer je nach Finanzlage werden weitere Bausteine hinzugefügt. Mittel- bis langfristig schwebt im vor, eine eigene Destillerie aufzubauen. Bislang bezieht er den Alkohol aus der bekannten Spitzenbrennerei Schwechow in der Nähe von Schwerin. Ein näher liegendes Ziel ist der Aufbau eines eigenen Onlineshops zum Vertrieb der Liköre. Auch seine Werbeaktionen will der Unternehmer aktivieren. Erste Erfolge in der Direkt-Werbung hat Jan Hübner auf Weihnachtsmärkten im letzten Winter erzielt. Auch in diesem Jahr ist er auf verschiedenen Märkten unterwegs, ein Höhepunkt wird der Kunstmarkt auf der Mirower Schlossinsel am 11. und 12. August 2018 sein. „Ich stehe zu meiner Idee – vor allem auch Dank der Unterstützung durch meine Frau Kathrin. In absehbarer Zeit möchte ich unseren Lebensunterhalt mit der Likörmanufaktur bestreiten können“, blickt Jan Hübner in die Zukunft.

                                                                Ein Alleinstellungsmerkmal haben seine Liköre in jedem Fall aufzuweisen: Alle Zutaten kommen aus Mecklenburg – es ist also ein rein natürliches regionales Produkt. Und völlig frei von irgendwelchen Chemikalien oder Geschmacksverstärkern. Hinzu kommt ein faires Preis-Leistungsverhältnis, wenn man bedenkt, dass alles in "Handarbeit" gefertigt wird. Das ist es, was der geneigte Kunde möchte. Und noch eine gute Botschaft für alle, die auf den Zucker achten müssen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Liköre ein Mindest-Zuckergehalt von 100 Gramm pro Liter aufweisen müssen. Daran hält sich Jan Hübner in jedem Fall, seine Liköre liegen meist nur wenige Gramm über dem Richtwert.

                                                                „Industriell gefertigte Liköre haben dagegen einen Zuckergehalt von 250 bis 300 Gramm pro Liter. Diese Menge wird dort gebraucht als Geschmacksträger, denn echte Früchte haben diese Liköre meist nicht aufzuweisen. Ansonsten könnte die Industrie den Likör nicht für diesen Preis verkaufen. Das sind meist chemisch hergestellte Aromen, die dafür genutzt werden“, erklärt Jan Hübner, der gelernter Chemikant ist und somit über diverses Fachwissen verfügt. Das hilft ihm auch beim Zusammenstellen neuer Likör-Kreationen unter Nutzung verschiedener Kräuter und Gewürze. Und so verwundert es nicht, dass der „Renner“ unter den Likören der „Gesundheitssaft“ ist, ein wohl bekömmlicher Magenbitter, der die Verdauung anregen soll. Ähnliches wird auch dem „Wustrower Urlaubstropfen“ und dem „Holunderlikör“ nachgesagt. Gesund sind natürlich auch der „Sanddornlikör“ und der „Anislikör“. Jüngste Entwicklung ist der „Bärenfang“, der ja bekanntlich unter Verwendung von Bienenhonig entsteht.

                                                                „Es sollten sich noch viel mehr Leute dazu entscheiden, regionale Produkte wie Aufstriche, Biere oder ähnliche Sachen zu machen. Und die Kunden sollten die Arbeit dieser Menschen würdigen und sich im Sinne einer natürlichen und gesunden Ernährung für diese Produkte entscheiden“, wünscht sich Jan Hübner.


                                                                Mecklenburgische Likörmanufaktur
                                                                Dorfstraße 26
                                                                17255 Wustrow
                                                                Jan Hübner
                                                                Telefon: 039828 26945
                                                                www.mecklenburgische-likoermanufaktur.de




                                                                  letzte Änderung: - 23.05.2018 10:18

                                                                  Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. Gästeticket: Jetzt auch mobil ohne Auto

                                                                  Federow (bw). Vor wenigen Tagen konnte der Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. sein 28-jähriges Jubiläum begehen. Am 23. April 1990 wurde der Förderverein Müritz-Nationalpark e. V. in Waren (Müritz) gegründet. Seither hat der Verein wesentlich zur Entwicklung des Müritz-Nationalparks beigetragen und schnell zahlreiche Mitglieder nicht nur aus der Region, sondern auch aus ganz Deutschland gewonnen. Inzwischen zählt der Verein mehr als 200 Mitglieder. „Allgemeiner Schutzzweck ist eine freie, vom Menschen unbeeinflusste Naturentwicklung, heißt es in der Nationalpark-Verordnung. Der Natur Zeit zu lassen, sich nach ihren eigenen Gesetzen zu entfalten, das ist das Ziel“, macht Albrecht von Kessel deutlich. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins Müritz-Nationalpark e. V., dessen Gründungsdatum noch vor der Einrichtung des eigentlichen Müritz-Nationalparkes liegt. Schon Anfang der 1950er Jahre hatte es erste Initiativen zur Gründung eines Nationalparkes an der Müritz gegeben. Aber erst mit dem politischen Umbruch im Herbst 1989 kam durch eine Bürgerinitiative in Waren (Müritz) das Thema wieder auf die Tagesordnung und schließlich zur schrittweisen Umsetzung.

                                                                  Die Natur im Müritz-Nationalpark ist besonders vielfältig, mancherorts seit langem ungestört, und steckt voller Dynamik. Ein Nationalpark kann seinen Besuchern die Schönheiten und Eigenarten und damit den Schutzzweck erschließen. Dies sehen die Mitglieder des Fördervereins als ihren Bildungsauftrag an und unterstützen dies mit Aktionen, Publikationen und Ausstellungen. „Der Förderverein hat in den letzten Jahren eine Reihe von Broschüren, Prospekten und einen Film herausgegeben. Diese können über den Shop des Nationalpark-Service Müritz bestellt werden. Jüngstes Produkt ist unser 'Nationalpark kompakt'-Flyer, der alles Wissenswerte  einschließlich einer Landkarte beinhaltet“, informiert Axel Schultz, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Zufrieden zeigt sich der Vorstand über die Entwicklung des Nationalparkes insgesamt. „Es wurde viel erreicht. Ich denke da nur an die geforderte Nutzungseinstellung der Seen im Nationalpark oder die Wiedervernässung von Mooren. Auch das Thema Waldentwicklung hat einen sehr positiven Verlauf genommen – und dies trotz etlicher Zweifler zu Beginn der Maßnahme“, freut sich Albrecht von Kessel. Als Beispiel nennt er die komplette Einstellung des Holzeinschlages in allen Bereichen des Müritz-Nationalparkes seit dem 1.Januar 2018. Ausnahmen bilden hier nur Gefährdungen durch Bäume an Straßen und Bahnstrecken, die durch den Nationalpark führen. Für den Förderverein ist dies auch ein Indiz, dass die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns – insbesondere das zuständige Umwelt- und Landwirtschaftsministerium – hinter den Schutzzwecken der Nationalparks steht. Als einen weiteren positiven Aspekt nennt Albrecht von Kessel die Einführung der Schranken an den Einfahrten zum Nationalpark bei Speck, Boek und am Pagelsee. „Natur Natur sein lassen“ ist das Hauptziel im Nationalpark, das auch für Wildtiere gelten muss. Deshalb fordert der Verein die schrittweise Einstellung der Jagd auf Wildtiere.

                                                                  Wichtig ist dem Förderverein auch die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen, Verbänden und Vereinen. Erst kürzlich wurde ein gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung der Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet. Beteiligt waren daran neben dem Förderverein Müritz-Nationalpark auch Vertreter des Ökologischen Jagdvereins M-V, das WWF-Ostseebüro, der BUND M-V, der NABU M-V, der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft, Vertreter des Vereins Nationalpark Jasmund und der Deutschen Wildtier Stiftung.

                                                                  Aktuellstes Thema der Vereinsarbeit ist die Anpassung der Nationalparklinie mit Bus und Schiff an die gegenwärtigen Anforderungen der Zeit. Erste Überlegungen dazu gab es bereits im Jahr 2011 und seither wird daran gearbeitet. Was folgte, waren Anträge auf die Schaffung einer diesbezüglichen Projektstelle und die Analyse des „Istzustandes“. Es sollten Möglichkeiten zur Neugestaltung dieser Verkehre erarbeitet werden – und dies in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dem Nationalparkamt und den Verkehrsanbietern. „Mit einem Leader-Gutachten zur Optimierung des Müritz-Nationalparktickets und der anschließenden Besetzung der Stelle eines Mobilitätsmanagers wurden die Voraussetzungen für den Neustart nach dem Beispiel der KONUS-Gästekarte, mit der Übernachtungsgäste den Schwarzwald mit all seinen Naturschätzen kostenlos und umweltfreundlich mit dem ÖPNV erkunden können, geschaffen mit Volkmar Wagner haben wir die Stelle des Mobilitätsmanagers mit einem ausgewiesenen Nahverkehrsfachmann besetzen können, der wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat“, ist sich Albrecht von Kessel sicher. Im vergangenen Jahr wurde schließlich das Marketing für „Müritz rundum“ - so lautet der Titel des Projektes – angeschoben.

                                                                  „Seit dem 1. April können nun unsere Gäste auch mobil ohne Auto an der Müritz unterwegs sein. Finanziert wird das Projekt über die Kurabgabe. Genutzt werden können Buslinien der Mecklenburgisch-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG). Dazu gehören die Nationalparklinie, der dat-Bus zwischen Waren (Müritz) und Rechlin, der Bus zwischen Boek und Rechlin, die Busse des Stadtverkehrs Waren (Müritz) der Linien 02 und 03 sowie die neue City-Linie und der 'Kleine Stadtverkehr Röbel/Müritz'. Bei der Nutzung der Schifffahrt gilt die Gästekarte zudem für eine Ermäßigung des Fahrpreises,“ erklärt der Vereinsvorsitzende. Das Ganze gilt dann zunächst bis zum 31. Oktober diesen Jahres. Dann wird sich zeigen, ob die aufwändige Arbeit positive Früchte trägt. Für die Gäste der Region dürfte dies ein Grund mehr sein, sich für einen Urlaub an der Müritz zu entscheiden.

                                                                   


                                                                  Förderverein Müritz-Nationalpark e. V.
                                                                  Neuer Markt 21
                                                                  17192 Waren (Müritz)

                                                                  Telefon: 03991 666678
                                                                  E-Mail: foerderverein@nationalpark-mueritz.de
                                                                  www.foerderverein-mueritz-nationalpark.de




                                                                    letzte Änderung: - 20.04.2018 08:53

                                                                    Regionale Produkte aus der Landwirtschaft - Stets das Für und Wider abwägen

                                                                    Lehsten (bw). Lebensmittel aus der Region liegen schon seit einigen Jahren im Trend. Die Gründe dafür sind bekannt: Die Käufer vertrauen den Erzeugern in ihrer Umgebung und möchten die Wirtschaft in ihrer Region fördern. Viele Verbraucher kaufen nach Möglichkeit lieber regionale Produkte, weil sie frisch, saisonal und ausgereift sind und deshalb besonders aromatisch schmecken. Und: Lebensmittel aus der Region sind wegen der kürzeren Transportwege oft klimafreundlicher als solche, die von weit her importiert werden.

                                                                    Eine Umfrage eines Statistik-Portals zur Bedeutung von regionalen Lebensmitteln in Deutschland unterstreicht diese Aussage. 75 Prozent der Befragten im Alter zwischen 30 und 44 Jahren legen Wert darauf, Produkte aus der Region zu kaufen. „Statistiken sind die eine Seite der Medaille, die Möglichkeiten in der Praxis die andere“, sagt Thomas Diener, Vorstand des Bauernverbandes Müritz. Der Blick auf die regionalen Anbaustrukturen zeigen deutliche Unterschiede zu landwirtschaftlichen Betrieben anderer Bundesländer. „Wir haben hier viel größere Betriebe mit einer anderen Anbaustruktur. Überwiegend wird großflächig Ackerbau betrieben. Allein 60 Prozent der Anbaufläche werden für Getreide wie Winterweizen, Gerste und Roggen genutzt. Auf 20 Prozent der Flächen wird Raps ausgesät, auf
                                                                    15 Prozent Mais und ganze fünf Prozent werden für Rüben, Kartoffeln, Erbsen, Lupinen und so weiter genutzt“, zählt Thomas Diener auf. Nimmt man das Produkt Mais heraus, so zeigt sich, dass zum Beispiel in einigen Teilen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen allein 60 Prozent der Anbauflächen dafür genutzt werden.

                                                                    Ähnliche Unterschiede gibt es auch im Bereich der Tierhaltung. „Hier haben wir einen geringeren Tierbestand als in anderen Bundesländern. Mit 0,6 Großvieheinheiten wie Schwein und Rind pro Hektar liegen wir deutlich unter den Durchschnittswerten, die woanders teilweise fünf mal so groß sind. Das hat zur Folge, dass auf Grund der Anbaustruktur und auch der Struktur der Tierhaltung nur wenige Möglichkeiten für die Landwirtschaftsbetriebe bestehen, sich mit regionalen Produkten direkt an den Verbraucher zu wenden“, fasst Thomas Diener zusammen. Auch die ländliche Struktur habe da nach seiner Ansicht eine negative Wirkung auf eine Direktvermarktung. Denn die Absatzmöglichkeiten im ländlichen Bereich mit wenigen Einwohnern ist anders als im Umland großer Städte.
                                                                    Dort sei die Nachfrage nach regionalen Produkten doch deutlich größer.
                                                                    „Dann sind da noch die Touristen, die von ihren Reisen gern ein Produkt aus der Region mit nach Hause nehmen wollen. Die geben dann auch mal etwas mehr Geld dafür aus, als zuhause. Allerdings ist das mehr ein 'Stoßgeschäft' als eine sichere Einnahmequelle für die Landwirte. Der eingangs genannten Wertschätzung regionaler Produkte fehlt bei uns schlicht und ergreifend der Markt“, gibt Thomas Diener zu bedenken.

                                                                    Dennoch ist der Vorstand des Bauernverbandes Müritz ein Verfechter der Regionalität – auch hinsichtlich der Vermarktung regionaler Produkte. „Dort, wo es sinnvoll ist, sollten die Möglichkeiten dafür geschaffen werden – immer unter der Maßgabe, dass es wirtschaftlich vertretbar ist. Gute Beispiele dafür gibt es in unserem Verbandsbereich durchaus“, macht er deutlich und nennt unter anderen die regionalen „Milchtankstellen“. Einige davon sind in der Stadt Röbel/Müritz und in Verbrauchermärkten anderer Städte zu finden, wo sich die Kunden selbst pasteurisierte Milch zapfen können. Die Milch kommt vom Milchviehbetrieb Van der Ham aus Bollewick und wird in der Hofmolkerei pasteurisiert. Natürlich gibt’s auch frische Milch ab Hof.

                                                                    „Ein weiterer Direktvermarkter der Region ist der Biolandwirtschaftsbetrieb Sven Großmann in Grabenitz. Er betreibt ebenfalls eine Milchtankstelle mit Rohmilch und bietet regionale Produkte wie Fleisch, Wurst, Eier und weitere Molkereiprodukte täglich von 6 bis 22 Uhr an. Das ist für den Landwirt natürlich eine Herausforderung – aber sie zeigt, dass es funktionieren kann“, verdeutlicht Thomas Diener.

                                                                    Der Landwirtschaftsbetrieb der Familie Knust in Sembzin organisiert seine Direktvermarktung regionaler Produkte wie frische Müritzer-Freilandeier sowie Speisekartoffeln, Marmelade und Salami mittels eines Frischwarenautomaten. Je nach Jahreszeit kommen ab Feld auch Erdbeeren, Schnittblumen und Kürbisse in den Verkauf. Kartoffeln in Direktvermarktung gibt es beim Landwirtschaftsbetrieb Eckhard Kagel in Schloen.

                                                                    „Wer also unbedingten Wert auf regionale Produkte legt, muss beim Einkauf in unserer Region relativ lange Wege in Kauf nehmen, um mehrere unterschiedliche Produkte in den Warenkorb zu bekommen. Da ist ein kurzer Weg zum Discounter billiger in Anfahrt und umfangreicher im Angebot. Wer allerdings Wert auf gesunde, frische und schmackhafte Produkte legt, wird dies in Kauf nehmen“, ist sich Thomas Diener sicher.

                                                                    Der Diplom-Agraringenieur betreibt einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb in Lehsten. Die Tierhaltung hat der Betrieb inzwischen aufgegeben. „Wir betreiben nur noch Ackerbau und extensive Grünlandwirtschaft. Die Tierhaltung war wirtschaftlich nicht mehr machbar. Das erging nicht nur uns so. Nach der Wende gab es hierzulande noch 65 Milchviehbetriebe, inzwischen sind es noch ganze 16“, erzählt der Fachmann. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt ist Thomas Diener ein vielbeschäftigter Mann. Als Bürgermeister der Gemeinde Möllenhagen und Amtsvorsteher des Amtes Penzliner Land sorgt er sich um das Wohl der Bürger dieser Region. Und als Vorsitzender des Bauernverbandes Müritz bemüht er sich um eine vielfältig strukturierte, wettbewerbsfähige Landwirtschaft bei Chancengleichheit aller Unternehmensformen – so wie es die Satzung des Verbandes verlangt.

                                                                     

                                                                    Fotos und Text: B. Wüstemann

                                                                     


                                                                    Bauernverband Müritz e.V.
                                                                    Trockener Weg 1 b
                                                                    17034 Neubrandenburg
                                                                    Thomas Diener
                                                                    Telefon: 0395 45550360
                                                                    E-Mail: info-muer@bv-mv.de




                                                                      letzte Änderung: - 20.04.2018 08:42

                                                                      Antenne MV feiert Jubiläum mit seinen Hörern - Erster landesweiter Privatsender wird 25 Jahre alt

                                                                      Es ist der 1. April 1993: Vorstellungsrunde im Funkhaus Plate. Am Tisch sitzen mehr als ein Dutzend Männer und Frauen, die sich vorher noch nie gesehen haben. Bevor sie in den kleinen Ort bei Schwerin gekommen sind, waren sie Leistungssportler, Theatertechniker, Studenten oder Elektriker. Radioerfahrungen hatte kaum einer – bis jetzt. Denn hier im 2000-Seelen-Dorf wird gerade Radiogeschichte geschrieben und der erste private Radiosender Mecklenburg-Vorpommerns geboren.

                                                                      Im Crashkurs lernten die angehenden Moderatoren, Redakteure und Nachrichtensprecher das Radiohandwerk von Mentoren und einigen erfahrenen Kollegen aus West und Ost. „Endlich was Eigenes“ lautete der erste Slogan des Senders, der Macher und auch bald die Hörer zusammenschweißte. Schnell wurde aus dem „Kartoffelsender aus Plate“ oder „der Antenne vom Dorf“ ein von den Medienkollegen und Politikern akzeptierter und bei den Hörern beliebter Sender.

                                                                      Ein Jahr nach dem Sendestart hörte bereits jeder Dritte in MV den „Plater Sender“, weil die Macher sich immer wieder Überraschendes ausdenken. Im Sommer 1994 sendete Antenne MV von einem Segelkutter, freitags kam der Verkehrsfunk aus einem Flugzeug und auf den Antenne MV-Bühnen stehen immer wieder Weltstars. Der private Sender holte 1995 Rod Steward und 1996 Tina Turner ins Ostseestadion und Tausende erlebten Gänsehautmomente mit ihrem Lieblingssender.

                                                                      Seit 1996 ist der landesweite Privatsender auch online. Auf www.antennemv.de finden die Hörer Infos zum Wetter, den neuesten Nachrichten, zur Musik, zu ihren Moderatoren und sehen Fotos von den Höreraktionen und Gewinnspielen. Außerdem kann Antenne MV jetzt per Stream weltweit gehört werden. Und die Welt erfährt 1999, dass die Privatfunker aus Plate – jetzt mit dem Namen „Antenne Mecklenburg-Vorpommern“ – Marktführer im Land sind.

                                                                      Auch technisch hat sich der Sender in den letzten 25 Jahren immer wieder rasant entwickelt. Wurde zum Sendestart die Musik noch per CD abgespielt, kamen ab den 2000er Jahren die Lieblingslieder der Hörer aus dem Rechner und von der Festplatte. Dafür wurde in Plate kräftig in neue Rechner, Mischpulte und Schnittsysteme investiert, um auch technisch weiter ganz weit vorn zu sein.

                                                                      Doch Antenne MV feiert nicht nur gern mit seinen Hörern – wie zum Beispiel den zehnten Geburtstag mit 20.000 Menschen im Rostocker Ostseestadion. Der Sender kümmert sich auch um sein schönes Bundesland. Mit der Aktion „Wir in MV – fit und sicher in die Zukunft“ sorgt Antenne MV dafür, dass Schüler in kreativen Wettbewerben gegeneinander antreten und motiviert werden, Ausbildung, Studium und Beruf hier im Land auszuüben und hier zu bleiben. Partner der bis heute bestehenden Aktion sind das Landeskriminalamt MV, die AOK, der Landessportbund und die Provinzial-Versicherung.

                                                                      Immer wieder werden die treuesten Hörer belohnt: die Autofahrer im Land. Als zwischen 2012 und 2014 die Benzin- und Dieselpreise explodierten, führte der Sender den „Freitank-Freitag“ ein. An diesen Tagen bezahlte Antenne MV den Treibstoff an einigen Tankstellen im Land – die Autofahrer standen dafür gern Schlange. Vielleicht auch, weil an diesen Tagen die sympathischen Redakteure und Moderatoren die Autos persönlich betankten. Aber Antenne MV hat auch immer wieder journalistisch den Finger in die Wunde gelegt – zum Beispiel 1996 bei der so genannten „Buntgescheckten-Affäre“. Ein anonym zugespielter Mitschnitt eines Telefonats mit einer Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes löste einen politischen Skandal aus, der letztendlich zum Rücktritt des damaligen Innenministers Rudi Geil führte. Bundesweit Schlagzeilen machte auch eine Talksendung des ersten Antenne MV-Chefredakteurs Peter Kranz, der 1994 den damaligen PDS-Landesvorsitzenden Helmut Holter zu Gast hatte. Holter hatte den vorgegebenen Halbsatz des Moderators „Wer mir sagt, das Staatswesen der Bundesrepublik gehöre abgeschafft, dem sage ich…“ mit den Worten „er hat recht“ vervollständigt.

                                                                      Im Februar 2016 hieß es, Kartons packen und umziehen. Aus dem Funkhaus in Plate bei Schwerin zog Antenne MV ins Rostocker Bahnhofsviertel. Neben der Lage direkt an der schönen Ostsee punktet die Hansestadt auch mit einer besseren Verkehrsanbindung und einem schnelleren Internet. So ist das Antenne MV-Team nun noch schneller zur Stelle, wenn im Land etwas passiert.

                                                                      Beim Kampf um Punkte, Tore und den besten Tabellenplatz unterstützt der Privatsender seit 1995 den FC Hansa Rostock. Als Medienpartner und Hansa-Fan gehen die Mitarbeiter mit Kickern und Fans durch dick und dünn. Es wird live von den Heimspielen berichtet, die „Antenne MV-Hörerelf“ kostenlos ins Stadion geschickt und sich über jeden Sieg der Fußballer gefreut – egal in welcher Liga die Mannschaft gerade spielt.

                                                                      Der größte Hansa-Fan überhaupt steht seit Juni 2016 sehr früh auf und moderiert den „Radiomorgen für Mecklenburg-Vorpommern”. XXL-Morgenmann Onni Schlebusch steht aber nicht nur für Spaß, sondern auch fürs Anpacken und Helfen. Während „Onnis Überraschung” suchte der Moderator die Helden des Alltags in MV, die sonst nicht im Rampenlicht standen, und sprach ihnen ein großen Dankeschön aus.

                                                                      Was XXL-Morgenmann Onni Schlebusch und das Antenne MV-Team alles erleben, können die Hörer täglich im Radio-Programm verfolgen – ebenso bei Facebook und auf der Homepage www.antennemv.de. Die Internetseite erstrahlt seit Kurzem im neuen Design und bietet in übersichtlicher Form noch mehr Informationen, Service und vor allem Musik. Mit einem Mausklick ist der Besucher im laufenden Programm und hat außerdem die Auswahl zwischen sieben weiteren Musikstreams von Schlager bis Lounge.

                                                                      Antenne MV bedankt sich für 25 Jahre Treue und verspricht auch für die nächsten Jahre mit seinem frischen Team für gute Unterhaltung und den besten Mix mit mehr neuen Hits und den Hitgiganten der 80er und 90er zu sorgen.

                                                                      Einfach mal Einschalten.

                                                                       


                                                                      Antenne Mecklenburg-Vorpommern GmbH & Co. KG
                                                                      Rosa-Luxemburg-Straße 25/26
                                                                      18055 Rostock

                                                                      Telefon: 0381 2033100
                                                                      E-Mail: info@antennemv.de
                                                                      www.antennemv.de




                                                                        letzte Änderung: - 20.04.2018 08:36

                                                                        Modernes Arbeitsumfeld trifft naturnahe Lebensqualität

                                                                        Was einst mit dem 1991 eröffneten CD-Werk in Röbel als mutige Unternehmensgeschichte in der neu strukturierten Republik begann, hat sich in den vergangenen 26 Jahren als wahrer Erfolgsgarant manifestiert. Einer der modernsten Mediendienstleister steht heute an der Müritz – auf 98.000 Quadratmetern werden CDs, DVDs, Blu-rays, Schallplatten, Bücher, Magazine und Multimediaverpackungen für Kunden aus aller Welt produziert, gelagert und versandt.

                                                                        Will man es etwas plastischer formulieren, so kann man zusammenfassen: Ed Sheeran, Pink, Miley Cirus, Die Toten Hosen, Helene Fischer, David Bowie, The Beatles & George Harrison ließen im vergangenen Jahr die Herzen der optimalisten etwas höher schlagen, denn unabhängig davon, ob diese Künstler zu den Stars der unterschiedlichsten Generationen gehören und auch hier in Röbel wahre Fans haben, so zeichneten sie zuallererst mal für ihre hochprofessionelle Produktion verantwortlich. In einer Qualität, die nationale sowie internationale Künstler und Vertriebe überzeugt mit einem Ruf, den sich das Röbeler Unternehmen mit hohem Einsatz, mit Teamwork, teils unkonventionellen Wegen und mit einer hohen Flexibilität in der Medienbranche erarbeitet hat.

                                                                        Von Anfang an war es kein leichter Weg, den die optimal media GmbH beschritt, denn weder waren im Flächenland Medienspezialisten zuhauf zu finden, die man problemlos einstellen konnte, noch war zunächst fest davon auszugehen, dass beispielsweise Warner Music, Universal Music und Lufthansa unbedingt nach Mecklenburg-Vorpommern drängten, um ihre Medien und damit Teile ihrer eigenen Wertschöpfungskette hier produzieren zu lassen. Trotz und alledem ist es gelungen.

                                                                        Heute arbeiten bei der optimal media GmbH über 750 Menschen, die in unterschiedlichsten Arbeitszeitmodellen ihr Know-how einbringen oder aber die Chance ergreifen, sich der Herausforderung eines Quereinstiegs zu stellen, der mit einem Mentorenprogramm begleitet wird, bei dem die auszuübenden Aufgaben direkt beim Tun unter fachkundiger Anleitung erlernt werden. Viele der optimalisten sind stolz darauf, Teil eines solch großen Teams in einer modernen Arbeitswelt und damit auch Teil des Erfolgs zu sein.

                                                                        Das weltweit größte Schallplatten-Presswerk steht heute an der Müritz – begründet 1995 mit ein paar alten Pressautomaten, die aus allen vier Himmelsrichtungen nach Röbel geholt wurden, um dem vermeintlichen Auslauf-modell Schallplatte auf Grund der eigenen Begeisterung für das Medium eine Chance zu geben und mit ihrem authentischen Klang Musikliebhaber auch weiterhin zu verzücken. Niemand hätte damals vorhersehen können, als wie wertvoll sich diese Investitionen und vor allem die Entscheidung selbst einst erweisen würden, denn während überall auf der Welt die Produktion solcher Pressautomaten eingestellt wurde und diese verschwanden, umso größer wurde der Bestand in Röbel. Modellhaft erklärt mit der einfachen betriebswirtschaftlichen Formel: Mit der Verknappung des Angebotes verlagerte sich die Nachfrage, um dann mit wachsender Professionalität stetig anzusteigen. Ganz so einfach war diese Entwicklung natürlich nicht – nur mit viel Präzision, eigenem Audio-Studio und einem eigenen Mastering-Galvanik-Bereich hatte man in Röbel alle Fäden selbstbestimmt in der Hand, um wirklich gute Platten machen zu können. Heute sind die Röbeler Weltmarktführer in diesem Segment und haben in den letzten 1,5 Jahren noch mal 30 Mio. Euro in den weiteren Ausbau des gesamten Produktionsstandortes Röbel investiert – ein Teil davon auch für die Vinyl-Herstellung, die nun mit vergrößertem Raumangebot bessere Arbeitsbedingungen und weitere Möglichkeiten für Quereinsteiger bietet.
                                                                         
                                                                        Ein Großteil der Investition wurde für die Erweiterung der Druckerei und Druckverarbeitung getätigt – damit produziert nun nicht nur die erste vollstufige Verlagsdruckerei in Mecklenburg-Vorpommern, sondern gehört der Standort Röbel jetzt zu den modernsten Druckereien Deutschlands. Eine mutige Entscheidung, denn während andernorts zahlreiche gerade kleinere Druckereien schließen müssen, bedienen die optimalisten mehr und mehr Kundenwünsche – meist sehr individuelle Anfragen, die eine professionelle Umsetzung durch den gesamten Produktionsprozess hinweg erfordern, um am Ende den Anforderungen an Qualität und Termintreue bestehen zu können. Durch die nun abgeschlossene Erweiterung kann die optimal media GmbH alle Druck-, Druckverarbeitungs- und Druckveredelungs-Leistungen komplett im eigenen Hause realisieren und damit hinsichtlich Priorisierung der Aufträge, Umsetzungsqualität, Terminketten usw. selbst aktiv steuern. Ein großes Stück Unabhängigkeit, die das Unternehmen damit gewonnen hat, insbesondere in Zeiten, in denen Kunden immer mehr Besonderheiten für ihre Produkte wünschen und immer mehr Spezifikationen erforderlich sind. So kann man im Show-Room ein Buch bestaunen, das mit Beton-Decken gebunden ist, neben einem grazilen Band feinster Papiere zur Anpreisung edler Schmuckstücke, die von einer japanischen Bindung gehalten werden – unterschiedlicher können die Facetten von Büchern wohl kaum sein.

                                                                        Der Erfolg der optimal media GmbH liegt ganz klar in ihrem Facettenreichtum, der sich sowohl auf das umfangreiche Dienstleistungsangebot projizieren lässt als auch auf die Vielzahl der Professionen, die die Mitarbeiter hier in das Unternehmen mit einbringen. Unterschiedlichste Erwerbsbiografien wurden hier geschrieben – von der englischen Familie, die eigens wegen der Begeisterung der Mutter für die fantastischen Möglichkeiten der Buchproduktion für renommierte internationale Künstler in die mecklenburgische Kleinstadt zog, über eine junge Frau, die in Röbel ihre Ausbildung absolvierte, für die optimal media GmbH drei Jahre nach London ging, um heute den Vertrieb von digitalen Datenträgern mitzuverantworten bis hin zu den vielen, vielen treuen Mitarbeitern, die seit 25, 20, 15 oder 10 Jahren bei optimal in Röbel, teils auch in wechselnden Abteilungen, arbeiten und die zahlreichen Quereinsteiger, die beispielsweise ihr technisch erworbenes Geschick in einem früheren Handwerksberuf heute mit entsprechender Einarbeitung in der Schallplattenproduktion oder anderen Bereichen nutzen.

                                                                        Die optimalisten konnten diesen Weg nur gemeinsam gehen, indem Chancen, die sich boten, genutzt wurden und indem Menschen das Vertrauen entgegengebracht wurde, mit ihren Aufgaben zu wachsen und sich zu entwickeln. Ein Credo, für das die optimal media GmbH bis heute steht und das auch für die Gewinnung weiterer im Zuge der umfangreichen Investitionen notwendigen Mitarbeiter gilt.  

                                                                        Doreen Köppen                                            

                                                                        Foto: optimal media GmbH

                                                                         


                                                                        optimal media GmbH
                                                                        Glienholzweg 7
                                                                        17207 Röbel / Müritz

                                                                        Telefon: 039931 56500
                                                                        E-Mail: info@optimal-media.com
                                                                        www.optimal-media.com




                                                                          letzte Änderung: - 22.03.2018 10:20

                                                                          Gesund und Umweltfreundlich - Regionalität ist „in“

                                                                          Klink (bw). Über Landes- und Fachverbände vereinigt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) auch in Mecklenburg-Vorpommern alle Unternehmenstypen von der Pension bis zum 5-Sterne-Superior-Hotel, von der Kneipe an der Ecke bis zur Top-Gastronomie. Hinzu kommen Diskotheken, Bars, Eisdielen, Caterer, Imbissbetriebe und Freizeiteinrichtungen. Für den hiesigen Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte ist unter anderen auch Gerd Schröter tätig, der in der Branche ein ausgewiesener Fachmann ist. Als DEHOGA-Kreissprecher vertritt er die Interessen der im Verband organisierten Unternehmen. Darüber hinaus ist er in Sachen Zertifizierung im Gastgewerbe unterwegs und auch im Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte ist sein Fachwissen gefragt. Und Gerd Schröter ist natürlich bekannt als langjähriger Direktor des einstigen Müritz Hotel Klink. Damals war Regionalität „in“ und die damit verbundenen Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Regionalität ist auch für Gerd Schröter heute wieder ein ganz spezielles Thema, für welches er sich besonders engagiert.

                                                                          „Regionale Ernährung bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, die sowohl Lebensmittelqualität, Preise und Gesundheit betreffen. Regionale Produkte haben in der Regel eine höhere Qualität. Der Kauf regionaler Ware bedeutet kurze Wege zwischen Produktion und Zielort.  Mehr Nährstoffe bleiben erhalten, die Ware ist frischer, schmeckt besser und hält beim Gastronomen gegebenenfalls länger. Und kurze Wege sowie wenige Zwischenhändler verringern die Transportkosten und verbessern die Umweltbilanz“ argumentiert Schröter. Damit meint er vor allem den Großhandel, dessen Produkte aus aller Herren Länder über tausende von Kilometern herangefahren oder -geflogen und von dort weiter verteilt werden. Ein Großteil jedes Cents, der dafür beispielsweise im Supermarkt ausgeben wird, landet in der Kasse eines international agierenden Konzerns in einem anderen Land. Das Geld verschwindet aus der Region.

                                                                          „Wir müssen das Bewusstsein dafür schärfen, dass der Kauf regionaler Produkte unsere Region stärkt. So bleibt das Geld in der eigenen Region und kann reinvestiert werden. Regionale Ernährung stärkt so neben kleinen Erzeugern die gesamte Kommune und Region. Weiterer Vorteil:  Der Verbraucher kann den Erzeuger persönlich kennenlernen. Das ist zwar keine Garantie, jedoch eine Voraussetzung für persönliche Verantwortung, Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit“ führt der Fachmann weiter aus.

                                                                          Was bedeutet das für den Verbraucher? Nimmt man die bisher getroffenen Aussagen, dann gibt es mittelbare und unmittelbare Auswirkungen. Zum einen ist da der große Vorteil einer gesunden Ernährung und der Frische der Produkte. „Unser Vorteil in der Region ist aus meiner Sicht auch noch die Tatsache, dass Mecklenburg-Vorpommern immer noch ein gesundes Land ist und sich unsere Erzeugnisse aus den Massenprodukten anderer Länder positiv hervorheben. Die Bedingungen ermöglichen ökologisch verträgliche Produktionsmethoden, was sich auf alle Produkte wesentlich auswirkt“, sagt Schröter. Zu den unmittelbaren Wirkungen zählt die regionale Wertschöpfung, die wie bereits erwähnt den Produzenten, den Kommunen und letztlich der gesamten Region zugute kommen. Die scheinbaren Nachteile der regionalen Ernährung liegen mehr auf der ökonomischen Seite. Große Produktionsmengen führen zu niedrigeren Preisen, der Bestellaufwand reduziert sich, da zumeist nur eine Anlaufstelle für die Bestellung ausreicht und die Liefertreue ist fast durchweg gegeben. Niedrige Preise kommen der „Schnäppchenmentalität“ der Deutschen sehr entgegen, entsprechen aber nicht dem Gedanken einer gesunden und ökologisch vertretbaren Ernährungskette.

                                                                          „Um die teilweise begründeten Vorbehalte gegen regionale Erzeugnisse wie höherer Preis,  mangelnde Lieferkontinuität, geringe Mengen auszugleichen, muss die Vernetzung auf ein höheres Niveau gehoben werden. Wenn man hier Erfolge mit Langzeitwirkung erzielen will, muss das Ganze erst mal durch die Köpfe“, macht Schröter deutlich.

                                                                          Ansätze für Netzwerke gibt es schon einige und es profitieren alle Akteure in der Region davon. Erzeuger und Verarbeiter haben einen zusätzlichen Absatzweg vor ihrer Haustür und erhalten faire Preise. Das verarbeitende Gewerbe, Handel und Gastronomie können unkompliziert regionale Zutaten und Erzeugnisse beschaffen. Die Verbraucher werden durch ein größeres Angebot bei ihrer Entscheidung für frische und regionale Ware unterstützt und sind auch bereit, dafür den einen oder anderen Euro mehr auszugeben. Was ist nun regionale und saisonale Ernährung? Einfach ausgedrückt bedeutet das, nur solche Lebensmittel zu essen, die in der eigenen Region und in der aktuellen Jahreszeit erzeugt wurden. Die Größe der Region ist Auslegungssache. 150 Kilometer klingt in der heutigen Zeit nach einem vernünftigen Radius. Der Grundgedanke ist, zwischen Erzeugung und Verbrauch möglichst kurze Wege zurückzulegen. Streng genommen ist eine regionale Ernährung immer eine saisonale Ernährung, denn in der eigenen Region herrscht immer nur eine Saison.

                                                                          „Hier ist dann der Mut der Gastronomen gefragt, etwas zu probieren und der eigenen Kreativität Raum zu geben. Was die Erzeugerseite angeht, da ist unsere Region doch mit Unternehmen wie den Müritzfischern, den Mecklenburger Backstuben, Möwe-Teigwaren, dem Straußenhof Vipperow oder Müritz-Wild Waren, um nur einige zu nennen, recht gut aufgestellt. Nicht zu vergessen die zahlreichen Kleinerzeuger wie Bienenzüchter, Fleisch- und Käseproduzenten und viele mehr. Und es gibt auch eine ganze Reihe von Hotel- und Gastronomiebetrieben, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und regionale Produkte in ihren Angeboten führen“, macht Schröter deutlich.

                                                                          Beeindruckt hat den Fachmann beispielsweise das Hotel Bornmühle, dessen Speisekarte auch die Liste der regionalen Erzeuger enthält. Oder Karls Erdbeerhof: „Über die Vermarktung des Kernproduktes Erdbeere hat das Unternehmen Innovation zum Erlebnis gemacht“, ist Schöter begeistert.

                                                                          Den Gedanken der Regionalität haben auch solche Häuser wie das „Hotel Kranichrast“ in Schwarzenhof,  „Kleines Meer“ oder die „Villa Margarete“ in Waren, das „Seestern“ in Röbel längst verinnerlicht. Auch die Küchen im Dorfhotel und des Schlosses im Land Fleesensee haben den Anteil regionaler Produkte erhöht – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.  „Wer sich umschaut, der findet schon viele solche Beispiele, die es gilt, bewusst zu bewerben. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber der große Durchbruch fehlt noch“, schließt Gerd Schröter.     

                                                                           

                                                                          Fotos: B. Wüstemann

                                                                           


                                                                          Gerd Schröter
                                                                          Vorstandsmitglied DEHOGA Müritz
                                                                          Kreissprecher Mecklenburgische Seenplatte DEHOGA MV

                                                                          17192 Klink
                                                                          Telefon: 03991 165679

                                                                          www.seenplatte.dehoga-mv.de




                                                                            letzte Änderung: - 22.03.2018 10:10

                                                                            St. Marien - Ein Glockenspiel, ein Kraftakt, eine besondere Melodie im Norden Deutschlands.

                                                                            Eines der bekanntesten & viel fotografierten Wahrzeichen der Stadt Waren (Müritz) ist die St.- Marien-Kirche, die insbesondere geprägt ist von ihrem Glockenkopf-Turm, der aus den unterschiedlichsten Perspektiven die Skyline des Heilbades mit modelliert. Ursprünglich als Burgkapelle für den Fürsten von Werle im Jahre 1225 erbaut, wurde diese später zu einer Hallenkirche erweitert und eint heute als ältestes Baudenkmal Warens viele verschiedene Baustile – von der Romanik über die Gotik bis hin zum Klassizismus. Besonderes Augenmerk fällt dabei immer auf den 54 Meter hohen Turm, der als höchste Erhebung Warens eine perfekte Aussichtsplattform auf 45 Metern bietet, von der aus die drei umliegenden Seen – Müritz, Tiefwarensee & Feisneck – bestaunt werden können.

                                                                            Doch der Turm bietet noch weitaus mehr. Bis vor kurzem war er noch von Rissen gekennzeichnet, die zunächst von außen nicht sichtbar waren, im Frühjahr 2015 aber den aufmerksamen Beobachtern nicht verborgen blieben, die sich entschlossen, die 176 Stufen des Turms zu erklimmen, um die Aussicht über Waren und das Umland zu genießen. Diese Risse waren auf die Glocken zurückzuführen, um die man sich in der Kirchgemeinde schon seit 1997 sorgte, bekam man zu dieser Zeit doch vom Glockensachverständigen der Westfälischen Kirche Claus Peter den fundierten Rat, nicht weiter in die vorhandenen, schon Rost ansetzenden, Eisenglocken zu investieren, die bereits nahe an ihre maximal zu erwartende Lebensdauer von etwa 100 Jahren heranreichten. Anlässlich der Ausgründung der St. Marien- und St. Georgen-Kirche aus der bis dahin vorhandenen einen Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde zu Waren im Jahre 1901 stiftete der Großherzog Friedrich Franz II. zu Schwerin 9.000 Reichsmark, um drei neue, fein klingende Bronzeglocken als Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Bronzeglocke anzuschaffen. Diese wurden jedoch kurz vor Ende des I. Weltkrieges zu „Heereszwecken“ wieder entnommen, so dass nur noch die eine alte Bronzeglocke übrig blieb. Im Jahre 1922 initiierte der damalige Pastor Sarninghausen die Anschaffung von drei neuen Glocken, die im Tausch gegen die alte verbliebene Bronzeglocke nun jedoch nur noch aus dem viel minderwertigerem Material Eisen gegossen werden konnten und damit einhergehend auch einen Verlust der Klangqualität mit sich brachten, der aber in Kauf genommen wurde, um überhaupt wieder über drei Glocken verfügen zu können.

                                                                            Bis 2016 erwiesen sie ihrer Stadt Waren durchaus drei Mal täglich ihren Dienst, denn geläutet wurde um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr und damit letztlich jedem Tag ein gewisses Maß an Struktur gegeben. Baudynamische Untersuchungen ergaben, was auch Küster Gerd Littwin beobachtet hatte – beim Läuten der Glocken traf der Resonanzbereich die Turmeigenfrequenz, die den Turm also mindestens drei Mal täglich in Schwingungen versetzte und die auf der Aussichtsplattform zu spüren waren, denn dort bewegte sich der Holzpfosten mit jedem Glockenschlag gefühlt etwa 20 bis 30 Zentimeter hin und her. Dies wiederum begründete die Risse, die in letzter Konsequenz die Substanz des Turmes massiv gefährdeten.

                                                                            Bereits 2014 hatte man in der Warener Mariengemeinde den Entschluss gefasst, die vorhandenen Glocken zu tauschen, nachdem sich die Möglichkeit ergab, ein Glockenspiel aus insgesamt 5 aufeinander abgestimmten Bronzeglocken von der Evangelischen Lutherkirche aus Marl-Hamm für insgesamt 15.000 Euro zu erwerben, da der Abriss des Turmes dieser Kirche beschlossen war. Nach reichlich Überlegung und gemeinsamen Austausch wurde von Pastor Leif Rother eine Glockengruppe gegründet, der Kirchengemeinderatsvorsitzender Ralf Mahlau, Mitglieder des Kirchengemeinderates Helmut Dommel und Holger Moritz sowie Harro Freyschmidt und die beherzte Verfechterin des Kulturgutes Kirche, welches nun einmal wichtigster Bestandteil des vielzitierten christlichen Abendlandes ist, Frau Dr. Gisela Dunker angehörten, die sich zum Ziel setzte, die Kräfte zu einen und mit viel Tatkraft und Engagement Spenden in Höhe von insgesamt 80.000 Euro zu sammeln, um den Traum von einem Glockenspiel für Waren (Müritz) zu erfüllen. 15.000 Euro für die 5 Bronzeglocken aus Nordrhein-Westfalen, ergänzt um zwei weitere neu zu gießende Bronzeglocken, die das Ensemble harmonisch aufeinander abgestimmt komplettieren würden.

                                                                            Mit vereinten Kräften wurde viel bewegt – ob mit dem Marientaler in Gold und Silber, der Ende 2015 als Weihnachtstaler der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte unter Vorstandschef Helmut Dommel zur Spendensammlung beitrug, mit Benefizkonzerten, organisiert und teilweise auch geleitet von Ralf Mahlau, mit Verzicht auf persönliche Geschenke anlässlich runder Jubiläen zu Gunsten von Spendensammlungen, mit zahlreichen Privatspenden, mit Förderunterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadt Waren (Müritz) mit beträchtlichen Summen. Viele kleine und große Schritte auf dem langen Weg der Spendensammlungen wurden von vielen unterschiedlichen Unterstützern getätigt – letztlich mit dem Ergebnis, dass das Geld insgesamt aufgebracht werden konnte, die Stahljochen durch Holzjochen ersetzt wurden, die Eisenglocken den Bronzeglocken wichen und in einem dritten Schritt nun das Siebener Glockenspiel durch den zusätzlichen Guss von acht festhängenden Glocken zu einem Fünfzehner-Glockenspiel mit entsprechendem Tonumfang erweitert wurde.

                                                                            Gutachter Dr. Johannes Reetz konstatierte im Mai 2015: „Dieses Projekt ist in klanglicher, denkmalpflegerischer, musikalischer, liturgischer und baudynamischer Hinsicht ein großer Gewinn für die ganze Region.“ Für die Kirche selbst und für die Stadt Waren (Müritz), deren Stadtmarke letztlich aus dem Schwan der St.-Marien-Kirchen-Turmspitze inspiriert wurde, ergibt sich mit den 15 Bronzeglocken die Möglichkeit, die weich und harmonisch klingenden Glocken in wechselnden Choral-Melodien zum Klingen zu bringen. Ein Glockenspiel, welches in einer Kirche im Norden Deutschlands nahezu einzigartig ist.

                                                                            Am 11. März 2018 ist es dann endlich soweit – zu einem festlichen Gottesdienst sind beide evangelische Kirchgemeinden, die Bürger der Stadt Waren (Müritz) und zahlreiche Gäste offiziell geladen, die sich um das Glockenspiel verdient gemacht haben, und die nun zu den ersten gehören sollen, die den Harmonien lauschen können, weil sie zur Einweihung des Glockenspiels und zum Premiere-Läuten anwesend sind. Anschließend möchte die Kirchgemeinde zu St. Marien miteinander feiern – sicherlich haben sie mit einem solchen Meilenstein in der Kirchgeschichte auch allen Grund dazu, gab es doch noch nie so viele und so fein aufeinander abgestimmte Bronzeglocken im Heilbad Waren (Müritz).

                                                                            Doreen Köppen                                             

                                                                            Fotos: St. Marien

                                                                             


                                                                            Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Marien
                                                                            Mühlenstraße 13
                                                                            17192 Waren (Müritz)

                                                                            Telefon: 03991 635727
                                                                            E-Mail: waren-marien@elkm.de
                                                                            www.stmarien.de




                                                                              letzte Änderung: - 27.02.2018 08:56

                                                                              "Kleines Meer" - Gelebte Gastlichkeit auf hohem Niveau.

                                                                              Idyllisch am Alten Markt in Waren (Müritz) gelegen, direkt zwischen der alten Feuerwache, der St.-Georgen-Kirche und der Müritz eingebettet, lädt das „Kleine Meer“ Gäste aus nah und fern. Im März 1998 als Juwel mit Blick auf die Warener Binnenmüritz eröffnet, gehört es heute zu den besten Häusern am Platze – ausgezeichnet mit 4 Sternen, die seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue verteidigt werden für das Hotel und das Restaurant.

                                                                              Die Größe sieht man dem Haus auf den ersten Blick nicht an – 28 skandinavisch eingerichtete Zimmer verteilen sich in dem insgesamt 6 Etagen umfassenden Haus und bieten reichlich individuellen Platz zum Erholen.

                                                                              Kati Strasen, heute Eignerin des Vier-Sterne-Hotels, war bereits von Anfang an dabei – sie startete ihren Weg hier als Hotelfachfrau direkt nach ihrer Ausbildung in dem gediegenen Hotel Schloss Blücher, und ist mit dem Haus und ihren Aufgaben gewachsen. 2005 übernahm sie die kaufmännische Leitung, wurde später Direktorin, erwarb 2010 erste Anteile, bevor sie dann 2017 das Haus fast komplett übernahm. Ein langer Weg, den Kati Strasen sich so eigentlich nie gedacht hatte, denn ursprünglich wollte sie gar nicht in die Gastronomie, sondern nach dem Abitur lieber etwas mit Zahlen machen.

                                                                              Genau genommen ist der Wunsch trotzdem in Erfüllung gegangen – wenn auch auf Umwegen, die so aber sicher alle richtig waren. Denn mit der Verantwortung für ein solches Haus, für zahlreiche an- & abreisende Gäste, Restaurantbesucher, Kooperations- und Geschäftspartner und in der Saison für über 20 Mitarbeiter kommt es immer wieder vor allem auch auf das richtige Zahlenwerk an. Kati Strasen hat in den letzten Jahren ein berufsbegleitendes Studium absolviert, das sie 2017 erfolgreich als Betriebswirtin abschloss. Und wenn es auch zunächst nicht der Wunschberuf war, so sagt die 41-Jährige heute voller Überzeugung „Ich könnte mir gar nichts anderes mehr vorstellen.“ Klar – betrachtet man ihren Weg, so lässt sich wohl sagen: die Gastronomie hat die Zahlen zum Leben erweckt.

                                                                              Von Anfang an mit ihr gemeinsam im „Kleinen Meer“ dabei ist der renommierte und geschätzte Koch Hendrik Türk, der damals noch als Sous Chef tätig war, inzwischen aber seit vielen Jahren für die feine regionale Küche verantwortlich zeichnet, mit der er seine Gäste gern verwöhnt. Diese bekommen immer wieder auch Gelegenheit, ihm bei einem seiner sehr beliebten Kochkurse über die Schulter zu schauen und tatkräftig zur Hand zu gehen – einen ganzen Tag lang dürfen die Gäste den Küchenchef begleiten, mit ihm zusammen kochen, ihn kulinarisch ausfragen und lernen dabei einen kleinen Ausschnitt aus den Geheimnissen der Gastlichkeit. Nachdem der Tag mit einem gemütlichen Frühstück startete, klingt er mit einem köstlichen 4-Gang-Menü am späten Nachmittag aus, das alle Kursteilnehmer zusammen mit Hendrik Türk professionell zubereitet haben. Oftmals ein unvergessliches Erlebnis für die Gäste, die diese Nähe und die Professionalität sehr schätzen.

                                                                              In diesem Jahr wird es erstmals einen Topfguckerkurs geben, bei dem am 10. & 17. März etwa 6-8 Gäste Gelegenheit haben werden, Hendrik Türk bei der Arbeit zuzusehen, beim Kochen schon mal hier und da eine Kostprobe zu nehmen, bevor dann zum Abschluss gemeinsam miteinander gespeist wird – ein schmackhaftes Vergnügen ohne Arbeitseinsatz sozusagen. Und am 18. März zum Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Hauses werden sogar die Kinder den Kochlöffel mit Hendrik Türk schwingen dürfen, der ihnen dann die Geheimnisse seiner Tomatensoße verraten wird.

                                                                              Zu diesem Jubiläums-Tag dürfen sich die Gäste auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, denn mit Hausführungen, Live-Musik, Kinder-Kochkurs und Blindverkostungen von Weinen und Aromen erhalten sie einen breitgefächerten Einblick in die Vielfalt dessen, wie Gastronomie mit Leben befüllt werden kann.

                                                                              Diese Vielfalt zieht sich durch das gesamte Jahr im „Kleinen Meer“. Ob Fotokurs, Kunstausstellungen, Gin-Tasting, Rum-Verkostungen, Einblicke in die handwerkliche Braukunst oder kulinarisches Schauspiel mit der Feuerzangenbowle – die Gäste erwartet zu jeder Jahreszeit etwas mehr, als das, was man üblicherweise in vielen gastronomischen Einrichtungen antrifft, die sich in der Regel um das leibliche Wohl und gegebenenfalls noch um das Übernachten kümmern. Und zur Warener Kulinale wird der Arbeitsplatz sogar direkt ans Ufer der Müritz verlegt, lädt die Veranstaltung doch mit insgesamt 7 Warener Häusern zum Genusswandern ein.

                                                                              Das Miteinander ist etwas, was Kati Strasen sehr am Herzen liegt und wofür sie sich aus ganzer Überzeugung einsetzt – das ist das, was mit Gästen praktiziert wird, mit Mitarbeitern gelebt und mit Mitbewerbern professionalisiert wird. Kati Strasen sagt „Wir leben Gastlichkeit.“ Und dazu gehört letztlich Harmonie im Haus, die den Umgang untereinander stark prägt und die die Gäste spüren und schätzen. Neben ihrer Aufgabe im Haus ist die Betriebswirtin DEHOGA-Vorstandsmitglied und engagiert sich zudem in der Warener Hotelgemeinschaft – beides mit einem hohen Anspruch an die Qualität, für die sie und ihre Kollegen stehen wollen.

                                                                              Um diese Qualität langfristig zu halten, investiert Kati Strasen nicht nur ins Haus und in die Einrichtung, sondern insbesondere auch in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um in dem immer härter werdenden Wettbewerb um die Gäste mit Leistung und einer klaren Haltung überzeugen zu können.

                                                                              Schon der Name des Hauses ist eine Liebeserklärung an den Standort. Im Eingangsfoyer auf dem Sims sieht der aufmerksame Beobachter sofort die vier Elemente – Feuer, Wasser, Luft & Erde – die im Einklang nebeneinanderstehen und von Anfang an im Haus durch das Farbkonzept getragen wurden. Und diese Balance spürt der Gast, wenn er freundlich empfangen wird, wenn er fürsorglich von dem Team um Restaurantleiterin Petra Röper verwöhnt wird, wenn er all die feinen Nuancen gelebter Gastlichkeit zusammennimmt. Jeden Tag bekommen die Gäste im „Kleinen Meer“ statt des obligatorischen Schokohäppchens auf dem Bettsaum ein paar Zeilen geschenkt. Bei unserem Besuch war es ein Vierzeiler von Johann Wolfgang Goethe: „Um zu begreifen, dass der Himmel blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.“ Wie schön, wenn das Gute so nah ist.           

                                                                              Doreen Köppen                                       

                                                                              Fotos: Kleines Meer


                                                                              Hotel und Restaurant "Kleines Meer"
                                                                              Alter Markt 7
                                                                              17192 Waren (Müritz)

                                                                              Telefon: 03991 6480
                                                                              E-Mail: info@kleinesmeer.com
                                                                              www.kleinesmeer.com




                                                                                letzte Änderung: - 27.02.2018 08:49

                                                                                Büchersammlung wieder aufgetaucht - Ein Schatz der besonderen Art

                                                                                Ludorf (bw). Eine Überraschung der besonderen Art erlebte Manfred Achtenhagen, Eigentümer des Gutshauses Ludorf, Ende November des vergangenen Jahres. Quasi als vorweihnachtliches Geschenk erhielt er aus den Händen von Hans-Heinrich Steinweg aus Plau eine außergewöhnliche Büchersammlung. „Es handelt sich hierbei um mehr als 400 Bücher, die bis 1945 zum Bestand der Bibliothek des Gutshauses Ludorf gehörten. Eigentlich galten die Bücher bislang als verschollen, doch inzwischen ist uns mit der Rückgabe auch die Geschichte des Verbleibes der Bücher der Bibliothek bekannt“, freut sich Manfred Achtenhagen.

                                                                                Das Gut wurde im Mai 1945 von der Sowjetarmee besetzt und das Gutshaus, wie so viele auch, geplündert.  Mit den Büchern konnten die Russen wohl nicht viel anfangen und so wurden sie aus dem Haus geworfen. Hans-Heinrich Steinwegs Vater Heinrich war damals als Bürgermeister in Ludorf eingesetzt und verfolgte die Ausräumaktion. Kurzerhand sammelte er einen Großteil der Bücher ein und brachte sie in seine Wohnung nach Röbel. Wie Hans-Heinrich Steinweg berichtet, hatte sein Vater als gelernter Schriftsetzer eine besondere Beziehung zu Büchern und er konnte nicht mit ansehen, wie diese Werke im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Mist geworfen werden“. So blieben die Bücher im Bestand der Familie Steinweg und wurden schließlich generationsübergreifend weitergegeben  an den heute 70-jährigen Hans-Heinrich Steinweg.

                                                                                 „Eine ältere Dame aus Ludorf konnte mir bestätigen, dass diese Geschichte sich tatsächlich so zugetragen hat“, weiß Manfred Achtenhagen im Ergebnis konkreter Nachforschungen. Dabei kamen noch weitere interessante Begebenheiten zutage. „Besagter Schriftsetzer Heinrich Steinweg hatte damals auch den Auftrag, das Gut wieder zum Laufen zu bringen. Dazu brauchte man Pferde, doch die meisten Flüchtlinge kamen zu Fuß. So suchte Heinrich Steinweg in der ganzen Region nach Flüchtlingstrecks mit Pferden und wurde in Rottmannshagen fündig. Flüchtlinge und Pferde wurden nach Ludorf 'umgeleitet' und zogen hier ein. Damit konnte man wieder mit landwirtschaftlichen Arbeiten beginnen“, erzählt Manfred Achtenhagen.

                                                                                Doch zurück zu den Büchern. Die letzten Wochen waren erfüllt vom Sortieren und Auswerten der randvoll gefüllten Bücherkisten. Die ältesten Werke sind Ausgabejahre ab 1750, die jüngsten stammen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. „An den Büchern kann man auch sehr gut die Geschichte des Hauses und der Güter verfolgen. Heutzutage zieht man sein Wissen aus der Schulbildung und dem Internet. Damals nutzte man vorrangig Bücher, um sich Wissen anzueignen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Bücher der Sammlung sich mit landwirtschaftlichen Themen befassen, was für den Betrieb eines Gutes unabdingbar war. Auch sind viele der Bände in französischer Sprache – der Adel kommunizierte seinerzeit vorrangig auf französisch. Das gehörte zum guten Ton“, erzählt Manfred Achtenhagen. Neben den landwirtschaftlichen Fachbüchern finden sich in den Kisten auch Kinderbücher, Reiseberichte, viel Militaria und Musikalien. Zu den Raritäten gehören auch etliche Mecklenburgische Urkundenbücher, Bücher zur mecklenburgischen Geschichte oder eher Kurioses wie das „Teckel-Stammbuch“ von 1904. Der Profession des letzten Gutsherren auf Ludorf, Amtsrichter Wilhelm v. Schulse-Bülow geschuldet, bilden Mecklenburgische Rechts- und Gesetzessammlungen ebenfalls einen bedeutenden Teil der Büchersammlung.

                                                                                „Besonders interessant sind auch zwei handgeschriebene Tagebücher aus den Jahren 1820 und 1840. Allerdings sind sie in der damals üblichen Sütterlinschrift verfasst und für den Ungeübten heute nicht mehr lesbar. Ich habe sie an Fachleute nach Schwerin gegeben, um sie 'übersetzen' zu lassen. Auf das Ergebnis bin ich schon gespannt, denn es gibt uns Einblick in das Leben der Gutshausbewohner in der damaligen Zeit“, freut sich Achtenhagen.

                                                                                Der heute 66-Jährige ist ohnehin ein Fachmann in Sachen Geschichte. Besonders die Geschichte Mecklenburgs sowie der Guts- und Herrenhäuser und Schlösser des Landes haben es ihm angetan. Da kennt er sich bis ins Detail aus. Als Gutshausmakler sucht er für unsanierte Häuser Investoren, begleitet Investoren bei der Sanierung derartiger Projekte und hat mit dem Gutshaus Ludorf schon eindrucksvoll bewiesen, was man aus solchen Häusern machen kann. Das Gutshaus Ludorf war ab 1989 teilweise leergezogen und so dem Verfall preisgegeben. 1998 kaufte die Familie Achtenhagen das Gutshaus und das Wirtschaftshaus.

                                                                                Nach behutsamer Sanierung eröffneten sie dieses im Jahre 1999/2000 als familiengeführtes Hotel. Wer das Haus heute betritt, der spürt wieder das bodenständige Flair des mecklenburgischen Landadels und fühlt sich zurückversetzt in Zeiten, in denen noch andere Werte galten.

                                                                                Die Büchersammlung indes findet nun schrittweise Platz in den Regalen der Bibliothek des Hauses. „Die Auswertung wird noch eine Weile in Anspruch nehmen. Die entsprechenden Listen sollen auch noch mit dem Gymnasium Waren und dem Bestand des Müritzeums abgeglichen werden, um eventuelle Lücken zu schließen. Ansonsten wird die Titel-Liste auch im Internet zu finden sein und die Sammlung wird selbstverständlich auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Nur bei ganz sensiblen Werken wird dies nur nach Voranmeldung gehen, um diese Bücher vor zu starker Benutzung zu schützen“, macht Manfred Achtenhagen deutlich und ergänzt: „Wir sind Herrn Steinweg sehr dankbar, dass diese Büchersammlung nach mehr als 72 Jahren wieder an ihren Ursprungsort zurückgekommen ist und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“.

                                                                                Fotos: B. Wüstemann


                                                                                Romantik Hotel Gutshaus Ludorf
                                                                                Rondell 8
                                                                                17207 Ludorf

                                                                                Telefon: 039931 8400
                                                                                www.gutshaus-ludorf.de
                                                                                www.gutsdorf.de

                                                                                 




                                                                                  letzte Änderung: - 22.01.2018 15:47

                                                                                  Stolz auf 15 „Gault Millau“-Punkte - Durchdacht und mit Volldampf

                                                                                  Göhren-Lebbin (bw). Sie kommen meist unangemeldet, verhalten sich wie ein normaler Gast und bleiben anonym. Die Rede ist von Restauranttestern, die Küche und Haus gezielt unter die Lupe nehmen. Geschäftsleitung, Küchenchef oder Personal bemerken davon selten etwas. Die Auswertung findet sich dann zumeist in Textform in einem der zahlreichen Restaurantführer oder ähnlichen Veröffentlichungen in Print und Internet. Die namhaftesten Restaurantführer Deutschlands sind zweifellos der aus Frankreich stammende Hotel- und Restaurantführer „Guide Michelin“, der seit 1966 auch in Deutschland verliehen wird sowie der „Gault Millau“. Dessen Bewertungskriterien ähneln stark denen des „Guide Michelin“. Bewertet werden die Qualität und Frische der Zutaten, die Kreativität und Qualität der Zubereitung, die geschmackliche Harmonie des Gerichts, die Garzeiten und letztlich die Präsentation der Gerichte. Dafür gibt es ein Punktesystem, welches im Bereich ab 13 bis 14 Punkten interessant wird. Diese Punktzahlen stehen für eine sehr gute Küche. Für hohe Qualität und Kreativität gibt es 15 bis 16 Punkte. 17 bis 18 Punkte bedeuten bestmöglichste Zubereitung und höchste Kreativität und das „non plus ultra“ von 18,5 bis 20 Punkten erhält ein Restaurant für eine „weltbeste“ Küche.

                                                                                  Blättert man nun im aktuellen „Gault Millau“, findet sich unter anderem auch das Schlosshotel Fleesensee mit seinem Restaurant „Blüchers“ unter Leitung des Küchenchefs Georg Walther. Hohe Qualität und Kreativität bei 15 Punkten gesteht der prominente Restaurantführer dem Schlosshotel zu, was den Küchenchef natürlich stolz macht. „Ich freue mich über diese sehr gute Bewertung. Sie ist Ansporn, auch weiterhin kontinuierlich und auf hohem Niveau unsere Arbeit zu leisten. Ich sage bewusst unsere Arbeit, denn gemeinsam mit meinen Kollegen Oliver Jarchow und Norman Zieske wirkt hier ein ganzes Team in unserer Küche“. Das Team umfasst neben dem Küchendirektor Reinhard zur Kammer und dem Küchenchef Georg Walther gut 25 Mitarbeiter einschließlich der Auszubildenden und sorgt im „Blüchers“ als auch im Restaurant „Orangerie“ für zufriedene Gäste. „Darüber hinaus werden hier auch das Frühstück zubereitet sowie die Vorbereitungen für die 'Genusswerkstatt' im Golfclub getroffen“, ergänzt Georg Walther. Besonders stolz ist der Küchenchef auf die eigene Bäckerei und Patisserie: „Damit sind wir in der Lage, unseren Gäste beispielsweise die gerade frisch gebackenen Brötchen auf ihrem Frühstückstisch zu kredenzen“.
                                                                                  Apropos frisch: Das gilt für alle Gerichte des gesamten Hauses. Sie werden täglich frisch zubereitet – und dies in kontinuierlicher Qualität sowohl in Küche als auch im Service.

                                                                                  „Unsere Karte orientiert sich an den saisonalen Angeboten und wird mit vorwiegend regionalen Produkten realisiert. Hier steht richtiges Küchenhandwerk mit viel Handarbeit und beruflicher Leidenschaft im Vordergrund unseres Handelns“, fasst Georg Walther zusammen.

                                                                                  Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine besondere Zusammenarbeit mit dem bekannten Sternekoch Johann Lafer, der für das „Blüchers“ im Schloss Fleesensee ein neues Gastronomiekonzept entwickelt hat. Gerichte aus traditionellen Rezepten mit der Raffinesse der Sterneküche kombiniert, münden dabei in modernen und überraschenden Kreationen. Seither trägt das „Blüchers“ den Zusatz „by Lafer“.

                                                                                  „Wir entwickeln Menüs, sprechen diese mit Johann Lafer ab und setzen sie dann um. Das ist eine angenehme Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die uns Freiräume zur eigenen Kreativität lässt“, sagt Georg Walther.  Ein schönes Beispiel dafür ist die von ihm selbst kreierte „Müritzer Bouillabaise".

                                                                                  Seine Leidenschaft fürs Kochen entwickelte sich bei dem gebürtigen Warener schon in Kindheit und Jugend. „Ich habe schon damals ab und an gern zuhause gekocht. In den Ferien konnte ich mein Wissen und meine Fertigkeit beim Schulpraktikum erweitern.  Da war dann der Berufsweg schon ein wenig vorgezeichnet. Glücklich war ich dann über meine Lehrstelle im „Werderbruch“ in Neubrandenburg, wo ich von 1993 bis 1996 den Beruf eines Koches erlernen konnte“, erinnert sich Georg Walther. Damals nahm er an zahlreichen Azubi-Wettbewerben teil und gewann sogar Landesmeisterschaften. Die berufliche Laufbahn führte ihn zunächst nach Hamburg, wo er unter anderem im Hotel „Louis C. Jacob“ und im Restaurant „Rexrodt“ tätig war. 2006 führte sein Weg über das Schloss Schorssow zum Gutshof Woldzegarten, wo er zwischen 2006 und 2010 als Küchenchef seine Visitenkarte hinterließ. Als stellvertretender Küchenchef arbeitete er ab 2010 erstmals im Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee. Seine Heimatstadt Waren (Müritz) war die nächste Station in seinem Arbeitsleben. Hier baute er die Gastronomie im 2012 eröffneten Kurzentrum mit auf und war dort bis 2016 als Küchenchef tätig. „Für mich war es eine echte Herausforderung, die Gastronomie im Kurzentrum von Beginn an mit zu gestalten. Zwischendurch hatte ich noch die Möglichkeit, meinen Meisterbrief zu machen“, beschreibt Georg Walther stolz seinen beruflichen Weg. Seit 2016 ist Georg Walther nun Küchenchef im „Blüchers“ des Schlosshotel Fleesensee und nebenbei auch als Jury-Mitglied bei Azubi-Meisterschaften tätig.

                                                                                  Sein Motto lautet „Immer durchdacht und mit System... aber dann mit Volldampf!“

                                                                                  Fotos: B. Wüstemann

                                                                                   

                                                                                  Schloss Hotel Fleesensee
                                                                                  12.18. Fleesensee Schlosshotel GmbH
                                                                                  Schlossstraße 1
                                                                                  17213 Göhren-Lebbin

                                                                                  Telefon: 039932 80100
                                                                                  www.schlosshotel-fleesensee.com




                                                                                    letzte Änderung: - 22.01.2018 15:19

                                                                                    ThetaLab - Wissen neu arrangiert

                                                                                    „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an….“ Im Falle von Tristan Horstkotte & Ann Komorniczyk stimmt das und stimmt das nicht. Sitzt man Tristan Horstkotte, Begründer & Geschäftsführer der Thetalab UG(mbH), gegenüber, nimmt man als erstes funkelnde Augen war, die einen wachen Geist verraten – einen unruhigen Geist, wie er selbst immer wieder betont.

                                                                                     

                                                                                    In die Rente ist er bereits eingetreten, doch keineswegs bereit, sein Arbeitsleben zu beenden. Vielmehr freut er sich, nun Zeit zu haben, Dinge zu tun, auf die er wirklich Lust hat. Über 25 Jahre hat der Ingenieur für Chemietechnologie in der EDV gearbeitet und sich damit einen Wissensfundus geschaffen, den er gern weitergeben möchte.

                                                                                     

                                                                                    Nicht nur aus sozialem Engagement heraus, das er für die Müritz-Region als dringend notwendig erachtet, sondern vor allem, weil es seiner Lebensphilosophie entspricht, alles immerzu zu hinterfragen und sich auf Grund dessen einen Standpunkt zu erlauben.

                                                                                     

                                                                                    In Ann Komorniczyk hat er darin die perfekte Ergänzung, teilt die warmherzige gebürtige Irin doch ebenso leidenschaftlich die Haltung, einen eigenen Standpunkt zu haben, der auf fundierten Kenntnissen basiert. 

                                                                                    Beide sind sich bereits in jungen Jahren begegnet, haben einst in Magdeburg zusammen Chemie studiert, bevor sich ihre Wege trennten und jeder sein eigenes Lebensglück suchte.

                                                                                     

                                                                                    Nach fast 30 Jahren trafen sie wieder aufeinander bei einem ersten Klassentreffen der ehemaligen Studienkollegen, doch es dauerte weitere 15 Jahre, bis sie beim zweiten Klassentreffen einander erneut begegneten. Seitdem gehen sie gemeinsam durchs Leben. Mit wachem Blick, mit Interesse am Zeitgeschehen, an Psychologie, Quantenphysik, Chemie, Medizin, an wirtschaftlichen Entwicklungen, an den schönen und spannenden Seiten des Lebens.

                                                                                     

                                                                                    Eine äußerst spannende Seite davon ist das Informationsmanagement, ist dies doch die Geschäftsidee, die beide verfolgen. So, wie im Gehirn eines Menschen nur etwa 5 Prozent Wissen aktiv abgefragt werden und nahezu 95 Prozent der Wissensaufnahme und -verarbeitung über das Unterbewusstsein läuft, so, unterstellt Tristan Horstkotte senior, werden in Analogie dazu auch nur Bruchteile von Informationen in Firmen aktiv nutzbar gemacht. Durch die vielen Berührungspunkte, die Firmen in ihrer Kommunikation und in Austauschbeziehungen mit Kunden, mit Mitarbeitern, mit Geschäftspartnern und dem Markt als solches haben, geht der größte Teil an Informationen verloren. Gerade durch die fehlende Vernetzung der täglich zuhauf hinzukommenden Informationen kann eine Firma gar nicht, wie wir Menschen, auf das „Unterbewusstsein“ zurückgreifen und verliert damit täglich an Möglichkeiten zum gezielten Handeln. Gute und effiziente Entscheidungen aber bedürfen einer komplexen und aktuellen Basis an relevanten Informationen.

                                                                                     

                                                                                    Tristan Horstkotte ist ein wandelndes Lexikon und weiß doch, wie alle schlauen Menschen, genau um seine Wissensgrenzen. Genau deshalb ist er so fasziniert von der Idee, Wissen sinnvoll zusammenzutragen, zu sammeln, in einen neuen Kontext zueinander zu stellen und so die Grenzen zu verschieben. Dabei kommt ihm seine jahrelange Erfahrung aus der Entwicklung von EDV-Projekten und des Data Mining für einen deutschen Großkonzern zu Gute. Und genau diese Erfahrungen möchte er einsetzen, um Firmen dabei zu unterstützen, ein eigenes, an ihre speziellen Bedürfnisse angepasstes System zur Verarbeitung von Informationen zu entwickeln. Für Großkonzerne gibt es bereits etablierte Software, wie beispielsweise SAP, die bei richtigem Einsatz dieses leisten kann – jedoch für Anschaffungssummen, die hier in der Müritz-Region wohl nur wenige Unternehmen aufbringen können. Doch auch für kleinere Firmen ist Data Mining durchaus interessant. Auch wenn der Begriff vielleicht nicht jedem Unternehmer geläufig ist, so ist das Ergebnis sicher umso greifbarer – denn letztlich geht es lediglich um den Prozess, vorhandenes Wissen so zu arrangieren, dass man neue Informationen aus den vorhandenen durch Vernetzung dieser gewinnt. Mit der richtigen Logik und Definition von Informationsquellen lassen sich also innerhalb kürzester Zeit Kosten von Zulieferern vergleichen und so kombinieren, dass Firmen ihren Kunden ein wirklich gutes Angebot machen können, ohne viel Zeit für die Eigenrecherche und Kalkulation aufzuwenden. Oder aber es lassen sich Entwicklungen in Kundenanfragen abbilden, die genau geclustert werden können und aus denen sich Trends ableiten lassen, auf die Firmen dann mit diesem Wissen früh reagieren können.

                                                                                     

                                                                                    Die Firma Theatlab baut die Informationssysteme, die Firmen brauchen, um ihre Informationen vollumfänglich zu sammeln, und programmiert individuell die Wissenssysteme entsprechend der Zielstellungen der Firmen. Interessanterweise ist Theta der achte Buchstabe im griechischen Alphabet, damit das Pendant zum H im deutschen Alphabet, und wird in der wissenschaftlichen Arbeit vielfach als Informationskürzel in unterschiedlichsten Kontexten verwendet.

                                                                                     

                                                                                    Und während Tristan Horstkotte programmiert und sich der Technik widmet, organisiert und dokumentiert Ann Komorniczyk und behält den Überblick über die unternehmerischen Abläufe. Eine perfekte Mischung ihrer Kompetenzen, die sie im Laufe ihrer interessanten Lebensgeschichten gesammelt haben – Tristan Horstkotte, der Wissenschaftler und Qualitätssicherer, der gelernt hat, riesige Datenmengen eines Konzerns informativ zu verarbeiten, und Ann Komorniczyk, die Wissenschaftlerin und Forscherin, die die Hälfte ihres Berufslebens mit entsprechendem zusätzlichem Studium der Wirtschaft in diversen kleineren Unternehmen gearbeitet hat und somit diese Strukturen bestens kennt.  Beide verfolgen mit ihrem Engagement einen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Anspruch, wollen sie doch ihr wertvolles Wissen Menschen und Unternehmen zugänglich machen, um sie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und damit auch ihre Wahlheimat, die zu den am dünnsten mit Unternehmen besiedelten Flächen und damit wirtschaftlich schwächsten Regionen Deutschlands gehört. Für beide, sympathische Optimisten, keine Frage der Perspektivlosigkeit, sondern eine der Chancen, die man nutzen kann. Und genau das haben die beiden Senioren sich zur Aufgabe gemacht und können mit ihrem Einsatz sicher viele überraschen und überzeugen.

                                                                                     

                                                                                    Doreen Köppen

                                                                                     

                                                                                     

                                                                                    ThetaLab UG (haftungsbeschränkt)

                                                                                    Schillerstraße 1c

                                                                                    17192 Waren (Müritz)

                                                                                    Telefon: 03991 6699265

                                                                                    Mail: info@thetalab.de




                                                                                      letzte Änderung: - 22.11.2017 14:25

                                                                                      20 Jahre MüritzTherme - Immer noch jede Welle Spaß

                                                                                      Röbel (bw). Gerade mal 3,5 Grad Celsius im Plusbereich, wolkenverhangener Himmel, alles grau in grau – und dann noch Nieselregen. „Novemberblues“ pur. Was tun an solchen Tagen? 

                                                                                       

                                                                                      Eine gute Idee ist sicher ein Badeausflug. Natürlich nicht an die Ostseeküste oder an die Strände einer der zahlreichen Binnenseen unseres schönen Landes. Dafür gibt’s bei diesem Wetter die MüritzTherme in Röbel, die inzwischen schon seit 20 Jahren jede Welle Spaß verspricht. 

                                                                                       

                                                                                      „Und natürlich auch hält“, weiß Marco Lüders, der auch schon ein kleines Jubiläum hier feiern darf, denn er ist seit zehn Jahren Geschäftsführer der MüritzTherme Röbel.

                                                                                       

                                                                                      „Wir waren noch nie so gut wie heute“, ist Lüders überzeugt. Immerhin ist die Fun GmbH seit 2003 hier als Pächter und Betreiber tätig, daran haben auch die zwischenzeitlichen Ausschreibungen – unter anderem auch europaweit – nichts geändert. Die zunächst auf drei Jahre befristeten Verträge mit der Stadt sind inzwischen einem 7-Jahresvertrag gewichen. Und die Fun GmbH wirtschaftet nicht nur auf eigenes Risiko, sie investiert auch kräftig. So wie seinerzeit die Blockhütten im Saunabereich, ohne die eine funktionierende Saunalandschaft heute nicht mehr denkbar wäre. „Oder unser Engagement zur Errichtung eines Blockheizkraftwerkes, mit dem wir in der Lage sind, Energiekosten zu senken. Das war uns 150.000 Euro wert“, fährt Marco Lüders fort. Die einstige Bundeskegelbahn brachte nicht den gewünschten Erfolg und stand meist leer. Grund genug, um über eine Umnutzung nachzudenken. „Hier haben wir 2015 umgebaut und ein Fitnessstudio eingerichtet. Das ist ausgestattet mit modernsten Trainingsgeräten und wir freuen uns inzwischen über 250 zahlende Mitglieder“, macht der Geschäftsführer deutlich.

                                                                                       

                                                                                      Die Investitionen sind eine Seite der Medaille. Ein Spaßbad lebt aber auch von den Aktionen, die hier geboten werden. Und davon gibt es eine ganze Menge, die in der MüritzTherme inzwischen zum ganz normalen Alltag zählen. „Da wäre zum Beispiel der Schwimmunterricht. Der endet ja in der Regel mit dem Erwerb des 'Seepferdchens' für die Kleinen. Dann ist für viele der Kids erst mal Ende mit Schwimmen. Wir haben uns überlegt, einen Folgekurs einzurichten, der die erworbene Praxis festigen soll. Damit wurde die 'Seepferdchenbande' aus der Taufe gehoben, wo gegenwärtig über 50 Kinder wöchentlich trainieren können und unter anderem auch eine zweite Schwimmart lernen. Eigentlich beginnen wir ja schon mit dem Babyschwimmen ab drei Monate und auch hier haben wir eine Folgestufe mit einer 'Blubbergruppe' eingerichtet“, zählt Marco Lüders auf. Schließlich seien dies die Gäste von Morgen, auf die man sich schon heute einstellt.

                                                                                       

                                                                                      Aber auch für die Folgegenerationen sind Aktionen im Programm wie beispielsweise Kurse für Reha-Patienten, die bei den Krankenkassen abgerechnet werden können. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die thematischen Saunanächte in der MüritzTherme. Dann steht das gesamte Bad den Gästen abends offen, es wird sauniert, gebadet und getafelt. Allerdings ist hier die Anzahl der Plätze begrenzt, eine rechtzeitige Anmeldung sichert die Teilnahme.

                                                                                       

                                                                                      „All die Erfolge kommen aber nicht von ungefähr. Dahinter stehen eine starke Verwaltung, zahlreiche Partner, unser Mitgesellschafter Lutz Lange und ein tolles Team. Alle unsere Mitarbeiter sind auch nach der fast 1 ½ Jahre andauernden Sanierungsphase der Therme zwischen 2013 und 2014 wieder in das Team zurückgekehrt. Zwei davon sind bereits seit 20 Jahren hier beschäftigt, acht Mitarbeiter haben jetzt bereits zehn Jahre Erfahrung in unserem Job. Sie zählen zu den Säulen des Betriebes. Nachrücker sind ebenso willkommen, dazu bilden wir in unregelmäßigen Abständen junge Menschen aus“, informiert der Geschäftsführer. Gut 30 Mitarbeiter zählt das Team der MüritzTherme, ihre größte Kompetenz ist ihre Flexibilität. „Jeder muss an jedem Ort einsetzbar sein“, lautet die Maxime. Da ist es egal, ob am Beckenrand als Rettungsschwimmer, in der Technik bei der Überprüfung der Anlagen, an der Kasse, bei der Massage oder beim Frittieren der Pommes am Imbiss. „Unsere Leute sind überall fit“, ist sich Lüders sicher.

                                                                                       

                                                                                      Apropos Technik. Erst vor wenigen Tagen war die MüritzTherme für zehn Tage geschlossen. Es stand der Jahres-Check der Anlagen an, das komplette Wasser wurde abgelassen, die Becken gereinigt, Leckstellen beseitigt, die Filter gereinigt und die Chlordosierungsanlage überprüft, bevor es wieder „Wasser marsch“ hieß. „Das muss einmal im Jahr gemacht werden. Doch darüber hinaus erfolgt beim Badebetrieb ein permanenter Wasserwechsel. In einem Kreislauf wird das Wasser gereinigt, automatisch dosiert und teilweise durch Frischwasser ersetzt. So beläuft sich die regelmäßige Frischwasserzugabe monatlich auf sage und schreibe eine Million Liter“, kommt Marco Lüders auf einige technische Aspekte zu sprechen. Auch die Prüfung der Wasserqualität erfolgt permanent durch elektronische Prüfgeräte. „Zusätzlich werden täglich drei manuelle Proben direkt aus dem Becken entnommen und getestet. So sind wir immer in der Lage, eine gleichmäßige gute Wasserqualität zu gewährleisten“, macht der Geschäftsführer deutlich.

                                                                                       

                                                                                      Die nächsten Höhepunkte stehen in wenigen Tagen vor dem Thermen-Team. Am 6. Dezember ist bekanntlich Nikolaus. Da wird man auch im Rahmen eines kleinen Empfangs auf das 20-jährige Bestehen zu sprechen kommen. Ansonsten haben wieder die Kleinen das Sagen in der MüritzTherme. Der Nikolaus kommt und verteilt Geschenke, im Adventskalender werden für eine Stunde zahlen vier Stunden Badnutzung angeboten und alle Kitas können kostenlos ins Haus. Letzter Höhepunkt ist Silvester, dann gibt es erstmals eine Silvesterparty in der Therme. Dresscode sind Badesachen und die Party steigt von 19 bis 02 Uhr. Dann können die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes ins neue Jahr „rutschen“.

                                                                                       

                                                                                      Fotos: Fun GmbH, B. Wüstemann

                                                                                       

                                                                                      Fun GmbH

                                                                                      MüritzTherme

                                                                                      Gotthunskamp 14

                                                                                      17207 Röbel/Müritz

                                                                                      Telefon: 039931 87819




                                                                                        letzte Änderung: - 22.11.2017 14:12

                                                                                        TORNEY Landfleischerei Pripsleben - Vom Stall in die Pfanne

                                                                                        Altentreptow (bw). Vom Stall in die Pfanne – so lautet der Slogan der TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH. Treffender hätte man es eigentlich nicht formulieren können. Denn innerhalb des Unternehmens mit seinen drei Standbeinen – der Milch und Fleisch e.G., der Mutterkuh GmbH und der Landfleischerei Pripsleben GmbH – laufen all diese Kreisläufe ab. „Im Ergebnis unserer Arbeit können wir unseren Kunden regionale Fleisch- und Wurstspezialitäten in bester Fleischerqualität anbieten“, macht Frank Wegner, einer der Geschäftsführer der Torney Landfleischerei, deutlich. Gemeinsam mit Hans-Dieter Gabel trägt er für die kontinuierliche Entwicklung des regionalen Unternehmens Verantwortung. Immerhin 152 Mitarbeiter und neun Lehrlinge stehen bei TORNEY in Lohn und Brot als Landwirte, Fleischer oder Fachverkäuferinnen. Die Landfleischerei hat sich damit zu einem wichtigen Arbeitgeber vor allem für die ländliche Region in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. In den beiden Produktionsstätten in Pripsleben und in Altentreptow werden die schmackhaften Fleisch- und Wurstprodukte hergestellt, die dann in den 26 Filialen zwischen Rostock und Prenzlau angeboten werden.

                                                                                         

                                                                                        „Darüber hinaus zählen zu unserem Kundenkreis neben Discounter-Großkunden zahlreiche regionale Firmen, Hotels, Pensionen und Gaststätten. Auch Vereine, Verbände, Imbissanbieter und ländliche Lebensmittelmärkte greifen gern auf unsere Produkte zurück“, informiert der Diplomkaufmann. 

                                                                                         

                                                                                        Doch vor der Wurst steht erst einmal jede Menge Arbeit. Alle drei Sparten des Unternehmens decken den gesamten Weg von der Herstellung der Futtermittel über die Tierproduktion von Rindern und Schweinen bis hin zur Verarbeitung der Rohstoffe in der Produktion und dem Verkauf der Fleisch- und Wurstwaren ab. „Wir verfügen über etwa 1.650 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die in entsprechende Grünflächen für das Vieh und in Felder für den eigenen Anbau diverser Futtermittel aufgeteilt ist. So werden beispielsweise Raps, Weizen, Mais, Kartoffeln und auch Rüben angebaut. Damit sichern wir die eigene Wertschöpfung und versorgen unsere ca. 840 Rinder und 2.200 Schweine. Die so aufgezogenen Tiere werden im weiteren auch selbst verarbeitet und vermarktet. Das ist somit ein in sich geschlossener Kreis, der die Frische und Qualität unserer Ware garantiert“, beschreibt Frank Wegner die betrieblichen Abläufe.

                                                                                         

                                                                                        Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die breite Produktpalette, die sich im Verlauf der Jahre insbesondere durch das Engagement der Mitarbeiter ständig weiterentwickelt hat. Neue Wurstsorten wurden kreiert und mit außergewöhnlichen Zutaten kombiniert. Aber auch altbekannte Wurstsorten stehen auf dem Produktionsprogramm. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf die Arbeit nach bäuerlichen Traditionen sowie den Erhalt traditioneller Marken wie der "Pommerschen Schlackwurst", der "Pommerschen Leberwurst" und der "Pommerschen Fleischblutwurst". Gemeinsam mit sechs weiteren Fleischereien aus Vorpommern bemüht man sich in der Schutzgemeinschaft Pommersche Fleisch- und Wurstwaren e.V. um dieses Alleinstellungsmerkmal im Rahmen der Europäischen Union. Aber auch im eigenen Land kann die TORNEY Landfleischerei punkten. Im Rahmen der Qualitätstests der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG e.G.)  wurden schon mehrere Erzeugnisse des Unternehmens mit der Gold, Silber und Bronze Prämierung ausgezeichnet. Goldene Preise holten zuletzt das "Sauerfleisch im Glas", die "Blutwurst" und der "Altentreptower Traditionsschinken". 

                                                                                         

                                                                                        Zu den absoluten Spezialitäten der TORNEY Landfleischerei gehören  veredelte Fleischwaren wie das "DryAged Beef", das bei 2 bis 4 Grad Celsius in der Kühlkammer "getrocknete Rindfleisch" oder das "Pulled Pork", ein gekochtes Schweinefleisch. „Unsere Produkte sind so eine Mischung aus Pommerscher Küche und einem guten Teil Zeitgeist“, fasst Frank Wegner zusammen. Seit 2010 ergänzen diverse Feinkostsalate die Angebotspalette des Unternehmens. In der Salatmanufaktur am Standort Pripsleben werden seither täglich nach traditionellen und regionalen Rezepturen Feinkostsalate produziert. Besondere Beliebtheit bei der Kundschaft haben der Eiersalat, der Schmorbratensalat, der Fleischsalat und der Geflügelsalat erlangt.

                                                                                         

                                                                                        Über mehr als ein Vierteljahrhundert hat sich die TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH inzwischen am Markt etabliert und behauptet. Einst aus der in Pripsleben ansässigen Landwirtschaftlichen Produktions-genossenschaft (LPG)  entstanden, ging man frühzeitig dazu über, das hier produzierte Fleisch direkt zu vermarkten. „Wir wollten unser Vieh nicht 'verschleudern' und eine eigene Wertschöpfungskette hier vor Ort aufbauen“, begründet Frank Wegner die damalige Entscheidung, die natürlich auch mit dem Erhalt von zahlreichen Arbeitsplätzen in der Region verbunden war – zur Freude der hier beschäftigten Menschen.

                                                                                         

                                                                                        Bleibt noch eines zu klären – woher kommt der Name „Torney“ für das Unternehmen? „Ganz einfach. Unmittelbar hinter der Betriebsstätte in Pripsleben schlängelt sich ein kleiner Bachlauf durch die Landschaft. Eben dieser Bach heißt Torney – daher unser Name“, erklärt Frank Wegner.

                                                                                         

                                                                                        Fotos: TORNEY 

                                                                                         

                                                                                        TORNEY Landfleischerei Pripsleben GmbH

                                                                                        Karlsplatz 10a

                                                                                        17087 Altentreptow

                                                                                        Telefon: 03961 25630



                                                                                          letzte Änderung: - 19.10.2017 15:30

                                                                                          Bäckerei & Konditorei Hatscher - Liebe, Zeit und gute Rohstoffe

                                                                                          Stavenhagen (bw). Kurz vor 23 Uhr abends. Während sich die meisten Menschen auf die Nachtruhe vorbereiten, beginnt für einige Mitarbeiter der Bäckerei & Konditorei Hatscher in Stavenhagen gerade die erste Schicht. Der Brot- und Brötchenteig muss vorbereitet werden, der Ofen wird angefeuert  und der bereits am Vortag vorbereitete Teig wird zu Brot und Brötchen verarbeitet. Gegen ein Uhr beginnen dann auch die Konditoren ihre Arbeit und um vier Uhr sind auch die Kraftfahrer vor Ort, um die Fahrzeuge mit den Backwaren zu beladen. Ab halb fünf treten sie ihre Fahrt zu den insgesamt 16 Filialen des Unternehmens an, damit die Menschen morgens ihre frischen Backwaren dort kaufen können. Dass die Produkte der Bäckerei Hatscher seit Jahrzehnten bei den Kunden gefragt sind, ist längst kein Geheimnis mehr. 

                                                                                           

                                                                                          „Mein Ziel als Bäcker sind 'saubere' Backwaren, das heißt frei von Zusätzen und hochwertig für die Ernährung zu produzieren. Backen mit Leidenschaft, Liebe, Zeit und gute Rohstoffe - das sind unsere Maxime bei der Arbeit“, sagt Christoph Hatscher. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf Tradition, sondern beschäftigt sich auch mit der Weiterentwicklung eigener Produkte. Hier arbeitet die Bäckerei Hatscher auch mit Hochschulen und Lebensmitteltechnologen zusammen. „Wir nutzen neue Erkenntnisse der Forschung dort, wo sie sich mit unserer Philosophie vereinbaren lassen und wir leisten Aufklärungsarbeit über die Vorteile von Vollkorn- und Bio-Backwaren und über die Wichtigkeit von Brot in der täglichen Ernährung“, fasst Christoph Hatscher zusammen.

                                                                                           

                                                                                          Apropos Brot: Deutschlands Brotlandschaft und -tradition ist weltweit einzigartig. Mehr als 3.200 Brotsorten sind hierzulande bekannt. Die deutsche Brotkultur wurde 2014 als immaterielles Kulturerbe in die Kulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. „Auch ich bin ein Brotmensch“, gibt Christoph Hatscher zu und weiß: „Im Brotbacken mit all seinen Finessen von der Teigführung bis zur Krustenbildung zeigt sich die wahre Meisterschaft des Bäckers, sei es beim lockeren Weißbrot für den Frühstückstisch oder im dunklen Vollkornbrot für das Abendessen“. Gut 1.000 Brote verlassen täglich die Bäckerei Hatscher. Spitzenreiter dabei ist mit rund 600 Stück das typische mecklenburgische Roggenmischbrot „Opa Karls“ - das übrigens nach dem einstigen Firmengründer Karl Brinkmann benannt wurde. Gern gekauft werden auch das Weizenmischbrot „Oma Helene“, das „Friesische Roggen“ oder die "Dinkelkruste". Als neueste Entwicklung präsentiert Hatscher jetzt das "Bio-Dinkel", das übrigens vom Firmenchef persönlich favorisiert wird. Immerhin 10 bis 15 Brot- und Brötchensorten verlassen täglich die Backstube. Auch bei den Brötchen ergänzen sich traditionelle Backwaren mit Trendware wie dem „Hatschi“, einem Weizenbrötchen mit langer Teigführung oder dem "Dinkelkrüstchen". Ebenso liegen "Französisches Baguette", "Käsestangen" oder "Roggenbrötchen" mit Leinsaat, Hafer, Roggenschrot und Sesam in den Regalen der Hatscher-Filialen.

                                                                                           

                                                                                          Wie kann sich ein traditioneller Handwerksbetrieb gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz der industriellen Bäckereien behaupten? Darauf hat Chrisoph Hatscher eine klare Antwort. „Wir verstehen uns auch in vierter Generation als traditionsbewusster Familienbetrieb und wollen mit unseren überlieferten Rezepturen sowie ausgesuchten Zutaten der zunehmenden Industrialisierung des Backens etwas entgegen setzen. Ein weiterer Aspekt ist die größere Vielfalt, die wir damit anbieten können und bei der häufig viel von Hand gemacht ist. Und nicht zuletzt spielt die Qualität eine entscheidende Rolle“, fasst der Bäckermeister zusammen. Darüber hinaus wird nach dem hauseigenen Reinheitsgebot gearbeitet und die Qualitätsprüfung erfolgt nicht nur durch den Kunden selbst, sondern auch durch Fachkräfte des Instituts für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) und andere unabhängige Fachleute. So wurde beispielsweise dem "Französischen Baguette" bei der letzten Kontrolle das Goldsiegel für konstante Qualität auf höchstem Niveau verliehen. Auch „Opa Karls“ und weitere Roggenbrote erhielten Auszeichnungen für ihre hohe Qualität.

                                                                                           

                                                                                          Nicht vergessen werden sollten die „Kunstwerke zum Vernaschen und Genießen“ aus Hatschers Backstube. Auch hier wird eine große Vielfalt an Torten, Kuchen und Gebäck nach strengen Qualitätskriterien hergestellt. „Dabei achten wir auf eine sorgfältige Auswahl unserer Zutaten. So kochen wir beispielsweise unsere Vanillecreme ebenso selbst wie die Marmelade für unsere "Wiener Rolle". Auf Farbstoffe verzichten wir, soweit es geht. Nur nicht auf den Geschmack!“ nennt Christoph Hatscher einige Beispiele. All diese Angebote werden in insgesamt 16 Filialen hochwertig präsentiert und von fachkundigen Verkäuferinnen freundlich und kompetent angeboten. „Natürlich können die Kunden in unseren Filialen auch den Kuchen bei einer Tasse Kaffee gemütlich genießen“, macht Christoph Hatscher deutlich. Er hat in diesem Jahr in vierter Generation das Geschäft von seinem Vater Roland Hatscher übernommen und setzt damit die Familientradition fort. Im Jahr 1941 gründete Bäckermeister Karl Brinkmann seinerzeit seine eigene Bäckerei in der Basepohler Straße, dessen Sohn Joachim Brinkmann übernimmt ab 1958 und 1986 folgt dann im Familienbetrieb die Zeit von Roland Hatscher, der als Schwiegersohn die Bäckerei fortführt. 1992 erfolgte der Umzug in ein neues Gebäude, welches fünf Jahre später modernisiert und erweitert wird. Seither werden hier die schmackhaften Backwaren des traditionellen Familienunternehmens nach der Maxime „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ gefertigt.

                                                                                           

                                                                                          Fotos: Bernd Wüstemann, Hatscher GmbH

                                                                                           

                                                                                          Bäckerei & Konditorei 

                                                                                          Hatscher GmbH & Co. KG

                                                                                          An der Reutereiche 2

                                                                                          17153 Stavenhagen

                                                                                          Telefon: 039954 3660

                                                                                          www.baeckerei-hatscher.de




                                                                                            letzte Änderung: - 19.10.2017 15:21

                                                                                            10 Jahre Müritzeum - Natur zum Anfassen

                                                                                            Waren (bw). Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und besonders für die Stadt Waren (Müritz) ist es nicht mehr wegzudenken: das Müritzeum. Als größtes Naturerlebniszentrum in der Mecklenburgischen Seenplatte lockt es mehr als 160.000 Besucher jährlich in die Müritzregion. 

                                                                                             

                                                                                            In wenigen Tagen feiert man nun hier das 10-jährige Bestehen dieses geschichtsträchtigen Hauses. Geschichtsträchtig deshalb, weil der Ursprung des Müritzeums schon mehr als 150 Jahre zurück liegt.  Damals gründete der Naturforscher und Sammler Hermann Freiherr von Maltzan im Jahr 1866 gemeinsam mit seinem Freund Carl Struck das erste öffentliche naturkundliche Museum der Region – bekannt unter dem Namen „Von Maltzan'sches Naturhistorisches Museum für Mecklenburg“. Zunächst in der Wohnung von Carl Struck untergebracht, folgten die „Wanderjahre“ der Sammlung an verschiedene Standorte, bis es 1929 im heutigen Gebäude in der Friedensstraße seinen endgültigen Standort fand. 

                                                                                             

                                                                                            Der älteren Generation ist das Haus noch als Malzaneum bekannt, ab 1957 lief es dann als Müritz-Museum. Zeitzeugen der geschichtlichen Entwicklung gibt es noch einige, auch solche, die eigentlich nicht zur Sammlung gehören. „Da ist beispielsweise die alte Weißbuche auf dem Weg vom Haus der 1000 Seen zur Naturhistorischen Sammlung. Eingewachsen in ihren Stamm ist ein alter Betonpfahl, der einst zum Zaun eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes gehörte. Die Besucher nehmen ihn selten wahr, bei Führungen allerdings wird darauf aufmerksam gemacht. Für mich ist es ein Relikt vergangener Zeiten, welches auch die Veränderungen sichtbar dokumentiert“, sagt Karin Franz, die Marketing-Verantwortliche des Müritzeums.  

                                                                                             

                                                                                            Mit ihr setzen wir den Rundgang fort und erfahren, dass im Haus der Sammlungen über 290.000 so genannte Belege existieren, davon etwa 35.000 Pflanzen 10.000 Eier, 175.000 Insekten, 27 Tonnen Fossilien und Gesteine und vieles mehr. „Das älteste Präparat ist ein Alpensegler, der um 1800 in Mecklenburg geschossen wurde“, erzählt Karin Franz. 

                                                                                             

                                                                                            Im Eingangsbereich des Hauses der Sammlungen fällt der Blick sofort auf ein besonders stattliches Exponat. Der stolze Hirsch in seiner Glasvitrine begleitet die Sammlung bereits seit 1902. Er wurde vom Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin  übergeben. „Im Haus stehen uns weiterhin Räumlichkeiten zur Verfügung, die für Sonderausstellungen genutzt werden. Gegenwärtig läuft noch bis zum 12. November unter dem Titel 'Das Reh ist nicht Frau Hirsch' unsere Sonderausstellung zum Thema Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“, weiß die Marketing-Expertin. 

                                                                                             

                                                                                            Der Rundgang führt uns nun entlang am Ufer des Herrensees, der Heimat zahlreicher Vogelarten, Enten und Schwänen, vorbei am Spielplatz zum einstigen Müritz-Aquarium. Hier unter der Herrensee-Brücke, wo früher die Sammlung einheimischer Fischarten bestaunt werden konnte, ist jetzt die Aufzucht- und Quarantäne-Station für die Fische. Nach wenigen Minuten Fußmarsch und weiteren Exponaten wie Insekten-Hotels, Fischreusen und anderen fischereitypischen Geräten sind wir dann wieder am Haus der 1000 Seen angelangt, dem eigentlichen „Jubilar“ diesen Jahres. 

                                                                                             

                                                                                            „Der erste Spatenstich erfolgte am 29. Juni 2005 und die Grundsteinlegung für das Müritzeum folgte am 14. Dezember des gleichen Jahres. Im August 2007 konnte das neu errichtete Müritzeum mit der offiziellen Eröffnungsfeier der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf mehr als 2.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besuchen nun eine „Exkursion“ durch die Natur und Naturgeschichte der Region unternehmen. Besonders beliebt sind bei den kleinen Besuchern die zahlreichen interaktiven Spiel- und Lernmöglichkeiten in der Ausstellung. Gern angenommen wird der traditionelle Kinderumwelttag, den es bereits zu Zeiten des Müritz-Museums gab.  „Ein Renner sind auch die Ferienaktionstage. In jedem Jahr ergänzen hier neue Themen das Spektrum der Umweltbildung“, ergänzt Karin Franz. 

                                                                                             

                                                                                            Nach zehn Jahren fast ununterbrochenem Ausstellungsbetrieb – das Müritzeum hat immerhin 364 Tage im Jahr geöffnet - ist natürlich auch einiges verschlissen und abgenutzt  und muss erneuert werden. Auch der technische Fortschritt fordert an bestimmten Stellen Veränderungen. „Anfang 2017 haben wir für die Umgestaltung der Dauerausstellung Fördermittel bewilligt bekommen und werden nun schrittweise die entsprechenden Bereiche in Angriff nehmen“, informiert Karin Franz. Dazu gehört beispielsweise auch der Heißluftballon in der Vogelwelt. Hier soll künftig das Gefühl des Schwebens mittels Rundum-Leinwand noch vertieft werden. Rundum soll es dann auch bei der Medienwand im Forum mit einer 360-Grad-Präsentation visuell und akustisch ein Eintauchen in die Natur der Mecklenburgischen Seenplatte geben. 

                                                                                             

                                                                                            Den Abschluss unseres Rundganges bildet schließlich die Aquarienlandschaft im Untergeschoss des Hauses. Hier taucht der Besucher in eine faszinierende Wasserwelt heimischer Süßwasserfische ein und erlebt dabei über 50 verschiedene Fischarten. Das ist die größte Aquarienlandschaft für Süßwasserfische in Deutschland. Zum Schluss nochmals Fisch – diesmal die Maräne. Rund 350 dieser Tiere sind in dem gewaltigen Becken des Tiefenaquariums zu sehen. Und dazwischen bewegt sich gerade ein Taucher. Der ist allerdings nur einmal im Monat hier und reinigt das Becken von innen. Für die Besucher ein weiteres Highlight ihres Rundganges durchs Müritzeum.

                                                                                             

                                                                                            Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                             

                                                                                            Müritzeum

                                                                                            Zur Steinmole 1

                                                                                            17192 Waren (Müritz)

                                                                                            Telefon:  03991 633680

                                                                                            E-Mail: info@mueritzeum.de




                                                                                              letzte Änderung: - 22.09.2017 09:36

                                                                                              FISCH KAUF HAUS DER MÜRITZFISCHER - EINE REGIONALE ERFOLGSGESCHICHTE

                                                                                              Stuer (bw).  Nach gut einem Jahr Bauzeit konnte bereits im Mai diesen Jahres das neue Besucherzentrum 

                                                                                              des BÄRENWALD Müritz seiner Bestimmung übergeben werden. Inzwischen ist hier der „Alltagsbetrieb“ längst in vollem Gange, dennoch sind an einigen Stellen noch Handwerker beschäftigt. „Unser neues Besucher-zentrum hat seine Feuertaufe bestens bestanden. Nun geht es um die Fertigstellung des Außenspielplatzes, des Behinderten-Parkplatzes und um Abschlussarbeiten an der Aussichtsterrasse auf dem Empfangsgebäude“, beschreibt Maxi Rühlmann, Marketingverantwortliche des BÄRENWALD Müritz die wesentlichen Restarbeiten. Ansonsten kann sich das neue Gesamtensemble wirklich sehen lassen. Das Besucherzentrum bietet den Gästen ein modernes Bio-Bistro, einen „Boulevard der Region“ mit vielen Produkten von regionalen Anbietern, eine Aussichtsplattform mit Blick über den Wald, neue In- und Outdoor-Spielmöglichkeiten für Kinder, Schulungsräume für Gruppen in der Bären-Akademie und eine interaktive Tierschutzecke mit Informationen rund um die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, die den BÄRENWALD Müritz betreibt. 

                                                                                               

                                                                                              Ein kleiner Rundgang zeigt die Vielfalt der Angebote im neuen Besucherzentrum. Das Bio-Bistro punktet mit vegan-vegetarischen Gerichten. Neu im Foyer ist ebenso ein Café sowie eine Bärenbibliothek, wo sich Interessierte in die Bärenwelt einlesen können. 

                                                                                               

                                                                                              Besondere Aufmerksamkeit weckt bei den Besuchern im Haus der „Boulevard der Regionen“ - der gewissermaßen eine Ladenzeile regionaler Produkte darstellt. „Bei der Auswahl der Angebote kam es uns vor allem darauf an, möglichst ausschließlich Produkte regionaler Manufakturen zu präsentieren. Auch sollten die natürlichen Rohstoffe dazu aus der Region kommen. Und vor allem sollten es keine Massenprodukte sein“, macht Maxi Rühlmann deutlich. Und so fällt es auch angenehm ins Auge, dass in den Regalen kein Kitsch, sondern wirklich ausgesuchte Ware zu finden ist. 

                                                                                               

                                                                                              So zum Beispiel der Honig und der Honiglikör von hiesigen Imkern oder die Kräuter, der Tee und die Naturkosmetik von einheimischen Kräuter-Spezialisten. „Ein 'Renner' ist auch unser frisch gerösteter Kaffee aus Lupinen, der eine koffeinfreie gesunde Alternative zu herkömmlichem Kaffee ist und sich zunehmender Beliebtheit erfreut“, schwärmt die Marketingverantwortliche. In weiteren Regalen sind edler Gin, Honigmet und diverse Liköre aus natürlichen Rohstoffen zu finden. „Wie schon gesagt – der Boulevard der Regionen hat einiges zu bieten. Ob Schokolade und fruchtige Aufstriche, Seife aus Adamshoffnung, Keramik aus Waren, Schmuck-Kollektionen aus Rostock oder Säfte aus dem Wangeliner Garten – die Angebotsvielfalt der regionalen Manufakturen ist groß“, zählt Maxi Rühlmann auf. Natürlich kann man auch Souveniers aus dem BÄRENWALD mitnehmen, die unter dem Namen 'designed by BÄRENWALDMüritz' hauseigen entworfen wurden. 

                                                                                               

                                                                                              Und so entwickelt sich der BÄRENWALD Müritz immer weiter zu einem informativen Tierschutzerlebnis für alle Altersklassen. Erst im vergangenen Jahr konnte ein interaktiver Naturentdeckerpfad eröffnet werden. Er nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die „wilde Vergangenheit“, zeigt die historische Verbreitung der Bären in Europa auf und vermittelt umfangreiches Wissen über diese Tiere. 

                                                                                               

                                                                                              „Elf Jahre existiert der BÄRENWALD Müritz jetzt und ist als Westeuropas größtes Bärenschutzzentrum inzwischen zu einer Institution geworden. Längst ist der BÄRENWALD Müritz zum Aushängeschild der Tourismus-Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte und Mecklenburg-Vorpommerns aufgestiegen“, betont Maxi Rühlmann ganz stolz.

                                                                                               

                                                                                              Lothar war der erste Braunbär, der zur Eröffnung des Bärenschutz-zentrums am 13. Oktober 2006 hier sein neues Zuhause fand, seine Schwester Sindi folgte nur wenige Tage später. Inzwischen leben 16 Bären auf einer Fläche von 16 Hektar im BÄRENWALD Müritz. „Die Bären haben hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Sie finden eine abwechslungsreiche Landschaft mit Mischwald, Wiesenflächen, Waldlichtungen, Hanglagen und einem natürlichen Wasserlauf vor. Dies sind optimale Voraussetzungen für Braunbären, ihr natürliches Verhalten wiederentdecken und ausleben zu können“, freut sich die Marketingverantwortliche. Denn in ihrem bisherigen Leben hatten die Bären meist keine artgemäßen Lebensverhältnisse. Auf wenigen Quadratmetern im Zoo eingepfercht, im Zirkus oder aus privater Haltung kamen sie hierher und brauchten einige Zeit, um wieder zurück in ihre natürlichen Lebensverhältnisse zu finden. 

                                                                                               

                                                                                              Eine Entdeckungsreise in den BÄRENWALD Müritz lohnt sich für die ganze Familie. Der BÄRENWALD Müritz ist täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 16 Uhr.  

                                                                                               

                                                                                              Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                               

                                                                                              BÄRENWALD Müritz gGmbH

                                                                                              Am Bärenwald 1

                                                                                              17209 Stuer

                                                                                              Telefon: 039924 79118

                                                                                              E-Mail: info@baerenwald-mueritz.de

                                                                                              www.baerenwald-mueritz.de



                                                                                                letzte Änderung: - 21.09.2017 15:53

                                                                                                „Lütte Meierie“ Kratzeburg - Leben und arbeiten auf dem Dorf

                                                                                                Kratzeburg (bw). Das kleine Dorf Kratzeburg hat in den letzten Jahren eine stetige Entwicklung als Tourismus-Standort genommen. Als Eingangs-Tor zum Müritz-Nationalpark bietet es den Urlaubern und Touristen vielfältige Abwechslung und Entspannung.  Gewachsen ist auch das Angebot an regionalen Produkten aus Fischerei und Landwirtschaft. Dazu gehört auch die „Lütte Meierie“  in der Dorfstraße 5. Hier bieten seit 2011 Eike Berkholz und Martin Lüdemann landwirtschaftliche Produkte aus eigener Herstellung in Direktvermarktung an. 

                                                                                                 

                                                                                                „Neben frischer Weidemilch gibt es bei uns Schnittkäse und Quark, als auch das so genannte 'Weihnachtsgefügel' wie Flugenten, Hausenten und Gänse“, zählt Martin Lüdemann auf. Letzteres natürlich auf Vorbestellung dann für die Weihnachtszeit. Aktuell ist aber besonders das leckere Softeis aus eigener Produktion gefragt. Und auch der Bienenhonig von eigenen Bienenvölkern erfreut sich guter Nachfrage. 

                                                                                                 

                                                                                                Als „Milchproduzenten“ stehen etwa ein dutzend behornte Kühe der Rasse Angler alter Zuchtrichtung auf der Weide. Diese Milchviehrasse, die ursprünglich aus dem Raum Jütland stammt, ist heutzutage sehr selten geworden und steht auf der Roten Liste der bedrohten Haustierrassen. „Die Milchviehhaltung ist quasi der Schwerpunkt unseres kleinbäuerlichen Familienbetriebs. Unsere Kühe werden auf der Weide gemolken und die Milch direkt bei uns verarbeitet. Die Tiere selbst bleiben deutlich länger bei uns als in den größeren Betrieben, die auf Hochleistungs-Milchproduktion setzen. Da halten wir uns an die alte Bauernregel, die da sagt: 'Junge Hühner, alte Küh – das sind des Bauern liebstes Vieh'. Immerhin sind sechs von neun Rindern bei uns älter als acht Jahre“, fügt Martin Lüdemann schmunzelnd hinzu. Neben den Rindern, Enten und Gänsen beleben den Hof des weiteren noch ca. 40 Hühner und fünf Schweine. Allen Tieren wird ausreichend Auslauf gewährt und sie werden mit abwechslungsreichem Futter „verwöhnt“. Dazu zählt auch die bei der Milchverarbeitung anfallende erhebliche Menge an Molke, die als Nahrung für die jungen Ferkel hervorragend geeignet ist und zu einem guten Wachstum sowie Wohlbefinden derselben führt. Ausreichend Platz, gute Einstreu im Stall und ein ebenfalls dazugehöriger Auslauf im Freien lassen Stress und Langeweile gar nicht erst aufkommen. Im darauffolgenden Winter werden die Schweine dann geschlachtet und ebenfalls zu qualitativ hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren weiterverarbeitet. Für die Verarbeitung des Fleisches sowohl vom Rind als auch Schwein wurde ein Schlachter in Lychen gefunden. 

                                                                                                 

                                                                                                Und im September wird die Angebotspalette der „Lütte Meierie“ erneut erweitert, denn dann wird eine hauseigene Mosterei eröffnen. „Dann können die Leute beispielsweise mit ihren Äpfeln zu uns kommen, die wir dann hier direkt vor Ort mosten.

                                                                                                 

                                                                                                Die Vielfalt an Möglichkeiten und die Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Komponenten des kleinen Betriebes sind es, die Martin Lüdemann an seiner Arbeit begeistern. „Es geht darum, den kleinen Hof mit Leben zu erfüllen, ihn Stück für Stück weiter zu entwickeln und trotzdem dabei überschaubar zu halten“, sagt der studierte Landwirt.  „Bio ist nicht so wichtig – nachhaltig und regional dagegen unbedingt. Es sind die Arbeit im Dorf und die regionale Wertschöpfung, auf die es ankommt“, ist Lüdemann überzeugt. Dabei - so der studierte Landwirt - sollte man trotzdem auch mal ausgetretene Wege verlassen und seinen Blick über den Tellerrand werfen.

                                                                                                 

                                                                                                Die gesamte Angebotspalette aus eigener Produktion sowie ein Bio-Sortiment aus dem Naturkosthandel findet sich inzwischen im kleinen Hofladen auf dem Grundstück. Der Hofladen entstand aus einer alten Autogarage und fügt sich in das gemütliche Ensemble nahtlos ein. Tische im Freien als auch im Geschäft laden zum Verweilen. Überall ist auch Platz für eine gemütliche Pause bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen mit Blick auf  Kälbchen, Hühner und Gänse auf der Wiese hinter dem Laden. 

                                                                                                 

                                                                                                2009 übernahmen Eike Berkholz und Martin Lüdemann die Nachfolge auf dem einstigen Fischerhof. Landwirtschaft mit Tierhaltung war seinerzeit fast zum Stillstand gekommen. Für die jungen Leute stand die Frage – wie weiter mit dem Hof? Der Sanierungsbedarf war enorm. Dennoch stellten sich die Beiden der Aufgabe und das Ergebnis zeigt, dass es der richtige Weg war. „Mein Wunsch war es schon immer, selbstständig zu sein und eine kleine Landwirtschaft zu betreiben. Immer mit der Maßgabe, als Direktvermarkter aufzutreten und nicht von Zwischenhändlern abhängig zu sein. So können wir unseren Kunden immer mit Ehrlichkeit und Vertrauen entgegen treten und für unser Produkt einstehen – dazu braucht es keine Siegel“, macht Martin Lüdemann deutlich.

                                                                                                 

                                                                                                Geöffnet hat die „Lütte Meierie“ von Mai bis August, täglich 14 bis 18 Uhr; im September und Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

                                                                                                 

                                                                                                Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                                 

                                                                                                „Lütte Meierie“

                                                                                                Dorfstraße 5

                                                                                                17237 Kratzeburg

                                                                                                Telefon: 039822 20202

                                                                                                E-Mail: kontakt@luette-meierie.de 

                                                                                                www.luette-meierie.de




                                                                                                  letzte Änderung: - 22.08.2017 16:37

                                                                                                  Kaffeerösterei „Bohn' aparte“ - Die Welt des Kaffee's

                                                                                                  Neustrelitz (bw). Ein angenehmer Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen liegt schon vor dem Alten Kornspeicher am Neustrelitzer Hafen in der Luft. Beim Betreten der Kaffeerösterei von Carolin Töllner verstärkt sich dieses Dufterlebnis und auch der Appetit auf einen frisch gebrühten Kaffee des Hauses wächst. Seit gut vier Jahren betreibt Carolin Töllner inzwischen ihre Kaffeerösterei im Alten Kornspeicher am Zierker See und ist wohl Mecklenburg-Vorpommerns erste Chef-Diplom-Kaffee-Sommeliére und Röstmeisterin überhaupt. Ihr Handwerk hat sie in der Kaffee-Metropole Wien im Wiener Institut für Kaffee-Experten vermittelt bekommen. Dort lernte sie, was Kaffee ist, wo er herkommt, welche Unterschiede es gibt und wie man ihn verkostet. Darüber hinaus wird den Teilnehmern das Rösten der braunen Bohnen beigebracht sowie alles Wichtige über Herkunft, Anbauländer, sowie Kaffeezubereitungsarten und Kaffeerezepte vermittelt. „Die Ausbildung in Wien hat mir viel Fachwissen mit auf den Weg gegeben. Auch habe ich zahlreiche Kontakte in die 'Kaffee-Welt' knüpfen können, was mir bei meiner Selbstständigkeit sehr geholfen hat“, sagt die junge Frau. 

                                                                                                   

                                                                                                  Zwischendurch schaut sie immer wieder mal zu ihrem Trommelröster, der schon geraume Zeit am Arbeiten ist. Ein Blick in den so genannten Probenzieher verrät ihr, wie weit der Röstvorgang gediegen ist. „Die Trommelröstung ist die klassische Art der Röstung. Dabei werden kleine Mengen Rohkaffee in einer sich drehenden Trommel von außen erhitzt und dann langsam mit Luft abgekühlt, sodass eine besonders gleichmäßige und schonende Erhitzung möglich ist.  Anders als bei der sogenannten Industrieröstung wird bei der Trommelröstung nicht in extrem kurzer Zeit mit sehr hohen Temperaturen geröstet. Meine Rösttemperatur liegt um 195 Grad Celsius. Dabei entstehen keine Gerbsäuren und der Kaffee ist dadurch sehr bekömmlich und aromatisch“, verrät Carolin Töllner. 

                                                                                                   

                                                                                                  Der Röstvorgang ist nun beendet und die Bohnen können für die weitere Verwendung abgefüllt und verpackt werden. Die heutige Charge geht an das Café im Antik-Speicher Plau-Appelburg. Zum Kundenkreis zählen darüber hinaus zahlreiche weitere Cafés, Hotels und Restaurants sowie auch der Lebensmittel-Discounter Edeka Neustrelitz. „Meine Kunden schätzen vor allem die Qualität des stets frisch gerösteten Kaffees und die Tatsache, dass es sich um ein regionales Endprodukt handelt, auch wenn die rohen Kaffeebohnen teilweise einen langen Weg zu uns zurück legen mussten“, macht die Fachfrau deutlich. Tatsächlich liegen die Anbaugebiete der von ihr verwendeten hochwertigen Kaffeebohnen durchweg im Hochland ab 1200 Meter von Indien bis Brasilien. Sechs reine Sorten kommen in den Neustrelitzer Trommelröster. 

                                                                                                   

                                                                                                  Besonders angetan hat es Carolin Töllner ein Kaffeeprojekt zugunsten der Kaffeebauern rund um den Mount Kenya. Damit  soll sichergestellt werden, dass die Kleinbauern dort weiterhin ihren Kaffee anbauen und dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig handeln können. Die Bauern  vor Ort sollen in die Lage gesetzt werden, für sich selbst zu sorgen und für ihre Mühe fair entlohnt werden. „Ich war letzten Dezember selbst dort, um mir ein Bild zu machen, mit den Menschen zu sprechen und eine Plantage auszusuchen, die uns beliefern soll“, erzählt die junge Frau. 

                                                                                                   

                                                                                                  Natürlich können die Kunden auch hier im kleinen, aber feinen Café „Bohn' Aparte“ im Alten Kornspeicher ihre spezielle Tasse Kaffee genießen, dazu ein Stück Kuchen essen und eventuell auch eine Live-Röstung miterleben. 20 Plätze stehen zur Verfügung, dazu noch einmal gut 30 Plätze auf der Terrasse des Speichers. Das Ganze ist in einem angenehmen Ambiente gehalten, das den Kaffee-Gedanken insgesamt verinnerlicht und für rustikale Gemütlichkeit sorgt. 

                                                                                                   

                                                                                                  Für den eiligen Gast stehen die sechs reinen Kaffeesorten „Santos“, „Guatemala“, „Sidamo“, „Limu“, „Espresso“ und natürlich „Kenya“ zur Mitnahme bereit - ebenso wie die „Neustrelitzer Mischung“ und die „Speicher-Mischung“, die einen etwas kräftigeren Geschmack aufweist. Ganz neu im Angebot ist jetzt aus Nepal der „Mount Everest“. 

                                                                                                   

                                                                                                  Auch was die Verpackung betrifft, hat Carolin Töllner die Umwelt im Blick. Ihre Kaffee-Tüten sind verschließbar und können nach Verbrauch des Kaffees für die nächste Füllung erneut verwendet werden. Dazu gibt’s sogar noch einen Bonus. „Unser Kundenkreis wächst stetig. Nicht nur Neustrelitzer holen sich hier ihre Kaffee-Spezialität, auch aus dem näheren Umfeld und Urlauber aus der ganzen Republik sind unsere Kunden. Daher haben wir uns entschlossen, künftig unsere Produkte auch über einen Online-Shop zu vertreiben“, informiert die Kaffee-Expertin.

                                                                                                   

                                                                                                  Wer nicht genug vom Kaffee haben kann, dem sei eine Schulung mit Carolin Töllner empfohlen, die unter dem Titel „Einstieg in die Welt des Kaffee's“ steht und neben Informationen zum Kaffee selbst auch eine Show-Röstung sowie Kaffee-Verkostung umfasst. Es sollten acht bis zwölf Personen an einer solchen Schulung nach Terminabsprache zusammen kommen.

                                                                                                   

                                                                                                  Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                                   

                                                                                                  „Bohn´aparte“ im Alten Kornspeicher

                                                                                                  Am Stadthafen 5

                                                                                                  17235 Neustrelitz

                                                                                                  Tel.: 03981 - 2629646

                                                                                                  Mail: kornspeicherstrelitz@googlemail.com

                                                                                                  www.alterkornspeicher.de




                                                                                                    letzte Änderung: - 22.08.2017 16:24

                                                                                                    Die Meck-Schweizer kommen - Regional verbunden

                                                                                                    Gessin (bw). Erzeugnisse aus der eigenen Region erfreuen sich inzwischen zunehmender Nachfrage. 

                                                                                                    Das wundert auch nicht, denn bei solchen Produkten weiß man zumindest, wo sie herkommen, dass sie frisch und gesund sind und dass nur kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher zurückgelegt werden. Der Trend in Richtung Regionalität entsteht aus dem Verlangen nach Überschaubarkeit und Sicherheit in einer immer stärker globalisierten und anonymisierten Welt und dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit des Handelns in einem komplexen System. Doch wie bekommt man die regionalen Akteure wie Erzeuger und Vermarkter zusammen? Dieser Frage hat sich eine Initiative in der Mecklenburgischen Schweiz im kleinen Ort Gessin gewidmet. Hier gibt es einen Dorfladen, in dem 2014 im Rahmen einer Festwoche die Nordkirche aufgerufen hatte, in der Fastenzeit sieben Wochen von regionalen Produkten zu leben. Es stellte sich heraus, dass eigentlich nur wenige Produkte aus der Region kommen und auch deren Beschaffung sich schwierig gestaltete. Unternehmer der Region schlossen sich deshalb mit der Idee zusammen, regionale Warenkreisläufe zu ermöglichen und zu fördern. 

                                                                                                     

                                                                                                    „Die Grundidee der Regionalvermarktung ist die Steigerung der Wertschöpfung in der Region, der Erhalt von Arbeitsplätzen, eine intakte Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Nahversorgung und der Erhalt eines vielfältigen Kulturraumes. Die Regionalvermarktung bringt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure zusammen“, sagt Dörte Wollenberg. Sie ist die  Vorstandsvorsitzende der  Einkaufs- und Liefergenossenschaft, kurz ELG Mecklenburgische Schweiz eG und organisiert das Zusammenwirken der Wirtschaftspartner.  „Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aus Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Gastronomen in der Mecklenburgischen Schweiz auf- und auszubauen. Der Handel unter dem Warenzeichen 'Meck-Schweizer' ist vor wenigen Tagen nun online gegangen und wir hoffen auf eine rege Zusammenarbeit“, freut sich Dörte Wollenberg.

                                                                                                     

                                                                                                    Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll. Denn es profitieren alle Akteure in der Region davon. Erzeuger und Verarbeiter haben einen zusätzlichen Absatzweg vor ihrer Haustür und erhalten faire Preise. Das verarbeitende Gewerbe, Handel und Gastronomie können unkompliziert regionale Zutaten und Erzeugnisse beschaffen. Die Verbraucher werden durch ein größeres Angebot bei ihrer Entscheidung für frische und regionale Ware unterstützt. Dabei sind die Produkte aus der Mecklenburgischen Schweiz durch das Warenzeichen „Meck-Schweizer“ zudem leicht zu erkennen. „Und letztlich profitiert die ganze Region, wenn die Wertschöpfung vor Ort bleibt und die Identität der Region gestärkt wird“, ist sich die Vorstandsvorsitzende sicher.

                                                                                                     

                                                                                                    Rund 40 Interessenten sind nun an den Start gegangen, um die Regionalvermarktungsidee mit Leben zu erfüllen. Als ideeller Partner der Initiative steht ihnen das Regionalbündnis Mecklenburgische Schweiz zu Seite, in dem engagierte Menschen der Region als Unterstützer und Förderer Mitglied sind. Und für die Logistik – sprich den Transport der georderten Waren - wird die Meck-Schweizer GmbH den Verbund unterstützen. Die GmbH organisiert den Transport mit solarstromgetriebenen Kühlfahrzeugen. Am Standort Gessin ist hierfür ein Schnellladesystem für Elektrofahrzeuge mit zugehöriger Photovoltaikanlage und Speichersystem installiert.

                                                                                                     

                                                                                                    Wie die Regionalvermarktung in der Mecklenburgischen Schweiz nun funktioniert, erklärt Dörte Wollenberg am Computer: „Die Angebote und die Nachfrage von regionalen Waren werden auf unserer Internet-Handelsplattform zusammengeführt. Erzeuger und Verarbeiter bieten hier ihre Produkte an und können auf der Plattform regionale Zutaten per Mausklick einkaufen bzw. Bestellungen auslösen. Endverbraucher können hier nicht bestellen, sie erhalten die Waren anschließend im Einzelhandel und in der Gastronomie.  Die Plattform ist nur für Erzeuger und Verarbeiter mit Gewerbeschein oder Einkaufsgemeinschaften nutzbar“.  

                                                                                                     

                                                                                                    Innerhalb von 24 Stunden soll dann die Lieferung am Bestimmungsort angekommen sein. Die Handelsplattform wickelt den Vorgang übrigens ohne Zwischen- und Großhandel, sondern als direkte Handelsbeziehung der Beteiligten ab. Zusätzlich regelt sie das Bezahlsystem. „Den Betrieb, die Verwaltung und Koordination übernehmen wir als Meck-Schweizer“, verdeutlicht Dörte Wollenberg. Die gebürtige Malchinerin ist auch heute noch eng mit ihrer Region verbunden. Nach ihrem Studium als Agrar-Ökologin in Rostock war sie viele Jahre in der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH tätig, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassene Öko-Kontrollstelle. Die letzten beiden Jahre sogar als deren Geschäftsführerin. „Ökologie und Regionalität liegen mir sehr am Herzen, dafür lohnt es, sich zu engagieren“, schaut Dörte Wollenberg nach vorn. Ein Ziel hat sie dabei schon vor Augen. Ähnlich wie bei der Öko-Kontrolle möchte sie auch für die Regionalvermarktung ein Zertifikat einführen.  „Erster Schritt war es, Leute zusammen zu bringen. Der zweite Schritt soll sein, Regionalität zu definieren und Qualitätskriterien zu erarbeiten, nach denen das Meck-Schweizer-Siegel vergeben wird.“

                                                                                                     

                                                                                                    ELG Mecklenburgische Schweiz eG

                                                                                                    Dörte Wollenberg

                                                                                                    Gessin 7b

                                                                                                    17139 Basedow

                                                                                                    Tel.: 039957 – 299818

                                                                                                    www.meck-schweizer.de




                                                                                                      letzte Änderung: - 21.07.2017 12:35

                                                                                                      SIMAGI Alpaka GbR - Weich wie ein Kuscheltier

                                                                                                      Strasen (bw). Fachleute wissen: Wer sich einmal näher mit Alpakas beschäftigt hat, der kommt meist nicht mehr von ihnen los. Die faszinierenden Tiere verbreiten einen besonderen Zauber. „Alpakas sind genügsam, sind neugierig, haben einen gutmütigen Charakter und sind einfach zu halten“, weiß Gisbert Henning, einer der Geschäftsinhaber der SIMAGI Alpaka GbR. Bei einem Patientengespräch im Jahr 2005 stieß der damals noch beruflich aktive Allgemeinmediziner auf die Tiere. „Ein ortsansässiger Biobauer erzählte mir seinerzeit von einer möglichen Alternative für seinen Hof und sprach von Alpakas. Was sind wohl Alpakas? Also recherchierte ich im Internet und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Wenig später starteten wir mit sechs Tieren unsere Alpaka-Zucht“, erinnert sich Gisbert Henning. Heute stehen auf den Weiden in Strasen und auf dem Gelände der Seniorenresidenz am Woblitzsee gut 200 ausgesuchte Tiere.

                                                                                                       

                                                                                                      Das Ursprungsland der Alpakas ist Südamerika, doch mittlerweile sind die Tiere auch in Australien, Neuseeland und Nordamerika anzutreffen. Sie gelten als eine der ältesten Nutztierrassen und gehören zur Familie der Neuweltkameliden. Infolge der Kreuzungen der verschiedenen Rassen sind nur etwa 10- bis 20 Prozent der Alpakas reinrassig.  „Das ist somit auch der entscheidende Faktor für die Zucht, denn eine hohe Qualität der Wolle muss das Ziel sein“, sagt Simone Rebom, die gemeinsam mit ihren Eltern und Ehemann Marco das Familienunternehmen SIMAGI GbR betreibt. „Wir lassen die Qualität unserer Fasern in speziellen Labors in den USA testen. Unsere Alpaka-Wolle wird nicht gefärbt, sie wird Naturfarben belassen und verarbeitet. So zum Beispiel zu Luxusbetten. Wir verwenden dabei nur  A-Wolle, welche höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Die Alpakafaser und der Bezugsstoff sind reine Naturprodukte, ohne chemische Bearbeitung. Als Bezugsstoff wird ausschließlich 100-prozentig Baumwolle Feinbatist verwendet. Damit sind die Betten bestens geeignet für Allergiker. Und schließlich wird natürlich auch Alpaka-Wolle produziert, aus der zahlreiche Textilien wie beispielsweise Mützen, Schals oder Pullover gefertigt werden“, macht Simone Rebom deutlich. Derartige Angebote sind übrigens im eigenen Hofladen in Strasen erhältlich, der jeweils dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Aber auch auf anderen Märkten der Region sind Erzeugnisse der SIMAGI GbR zu finden.

                                                                                                      Experten schätzen, dass es etwa 22 reine Naturfarben und über 60 Schattierungen gibt. Vor der Verarbeitung der Faser steht allerdings erst einmal das Scheren. Einmal im Jahr müssen die Tiere diese Prozedur über sich ergehen lassen – in der Regel im Frühjahr. „Zunächst haben wir das selbst gemacht. Für einen Alpaka habe ich im Durchschnitt 20- bis 25 Minuten gebraucht. Seit unsere Zuchtherde über 60 Tiere hatte, haben wir einen Profi aus Neuseeland  für das Scheren organisiert. Dieser Spezialist braucht sage und schreibe 2 ½ Minuten für ein Tier, und das in professioneller Qualität. So schafft er gut 100 Tiere am Tag. Da kommt man aus dem Staunen nicht heraus“, bemerkt Gisbert Henning mit einem Schmunzeln.

                                                                                                       

                                                                                                      Doch nicht nur die Faser der Alpakas ist gefragt. Auf Grund ihres umgänglichen, freundlichen Charakters eignen sich die Tiere auch sehr gut zum Einsatz bei der tiergestützten Therapie. Die dabei oft gestellten Fragen zu den Tieren sind: „Spucken Alpakas auch?“ oder „Beißen Alpakas?“  „Grundsätzlich spucken alle Kameliden. Allerdings nutzen die Alpakas das Spucken nur als Mittel zur Verteidigung, jedoch hauptsächlich im Kampf um die Rangordnung innerhalb des Herdverbundes. Und was das Beißen anbetrifft, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Alpakas nehmen als Nahrung nur Gras und Heu zu sich und haben daher kaum Zähne, um richtig zubeißen zu können“, erklärt Gisbert Henning.  

                                                                                                       

                                                                                                      Inzwischen zählt die Alpaka-Zucht SIMAGI Alpaka GbR zu den führenden Zuchtbetrieben in Deutschland. Bei Präsentationen auf der MELA und auf zahlreichen Alpaka-Zuchtshows mit europaweiter Konkurrenz  bringt das Familienunternehmen mit ihren Tieren stets Anerkennungen und namhafte Preise mit nach Hause. So auch zu Jahresbeginn 2017, als bei der vom Alpaka Zucht Verband Deutschland organisierten Alpakashow in Alsfeld grandiose Erfolge erzielt wurden und der Pokal „Best of Show“  an das Familienunternehmen ging. Dazu gab es weiterhin in den unterschiedlichen Bewertungssparten der Farbabstufungen zahlreiche Pokale für die Strasener Alpakas. „Dabei werden die Tiere von international erfahrenen Richtern begutachtet. Wichtige Entscheidungsfaktoren sind unter anderem der Körperbau, das Gebiss und vor allem die Vlies-Eigenschaften wie Feinheit, Dichte und Glanz“, erzählt Gisbert Henning. 

                                                                                                       

                                                                                                      Für die Alpakas anderer Züchter bietet die SIMAGI GbR einen Deckservice an und Interessenten können sich für ein Alpaka-Trekking anmelden. Auch werden Beratungen und Schulungen angeboten, um Unterstützung für den Aufbau einer eigenen Herde zu geben. Mehr dazu gibt’s auf der Homepage der SIMAGI GbR.

                                                                                                       

                                                                                                      Zum Schluss klären wir noch die Frage zum Firmennamen – was steht für SIMAGI? Nein, nicht der Name einer besonderen Alpaka-Rasse, sondern nur einfach eine Kurzform der Vornamen der Begründer: Simone, Marco und Gisbert.

                                                                                                       

                                                                                                      SIMAGI Alpaka GbR

                                                                                                      Zur Flake 4

                                                                                                      17255 Wesenberg OT Strasen

                                                                                                      Tel.: 0171 8059747




                                                                                                        letzte Änderung: - 21.07.2017 12:01

                                                                                                        MÜRITZ-WILD - DEUTSCHLANDWEIT GEFRAGT - KLEIN, ABER FEIN

                                                                                                        Waren (bw). Wild ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch sehr gesund. Das Fleisch von heimischen Wildtieren macht zwar nur zwischen ein und zwei Prozent der jährlich in Deutschland verzehrten Fleischmenge aus. Aber die Tendenz ist steigend. Das bestätigt auch Axel Holst, Inhaber des Unternehmens „Müritz-Wild“. „Waren es lange Zeit vorwiegend ältere Menschen, die Wildprodukte bei uns kauften, gehören inzwischen auch zunehmend junge Leute zum Kundenstamm. Das zeigt, dass einerseits das Thema gesunde Ernährung bewusster in den Köpfen ist und das andererseits Qualität und Geschmack einen hohen Stellenwert haben. Dazu kommt der regionale Faktor, das Wild ist von hier und wird hier verarbeitet“.  „Hier“ ist in diesem Fall die Specker Straße 9 a in Waren, wo das Unternehmen „Müritz-Wild“ seinen Stammsitz hat und die Verarbeitung des Wildes erfolgt. Zulieferer sind die Jäger der Region, das Wild stammt aus umliegenden Wäldern und Ländereien. „Das Wild wird dann angeliefert oder wir holen es ab und verarbeiten es in unserem Betrieb. Vor der Verarbeitung wird das Wild natürlich geprüft, denn wir sind dazu verpflichtet, jedes Wild zuerst untersuchen zu lassen. Das ist eine Erfordernis zur Sicherheit gegenüber unseren Kunden. Und eine Maßgabe, die wir als EU-zugelassener Betrieb zu erfüllen haben – ebenso wie die in unregelmäßigen Abständen erfolgenden Betriebskontrollen in hygienischer Hinsicht“, beschreibt Axel Holst die Abläufe vor der eigentlichen Verarbeitung. 

                                                                                                         

                                                                                                        Die Produktpalette ist groß und reicht von Fleisch vom Reh bis zum fertig geschmorten Gulasch vom Wildschwein. „Natürlich bieten wir auch Salami, Mettwurst von Hirsch und Reh oder Schinken, Leberwurst und Knacker vom Wildschwein an. Außerdem sind auch Buletten oder Speck erhältlich. Und wir bieten auch die Möglichkeit, ein Grillschwein für Feste und Feiern bei uns zu bestellen“, zählt Axel Holst auf.  

                                                                                                         

                                                                                                        Erhältlich sind die Angebote im Hofladen in der Specker Straße direkt neben der Manufaktur. „In unserem Hofladen verkaufen wir unser Wildfleisch und unsere Wildwurst direkt an unsere Kunden. Je nach Saison variieren wir dabei unser Angebot und bieten wechselnde Wildspezialitäten. Auch Präsentkörbe stellen wir bei Vorbestellung nach Wunsch zusammen“, lädt Ilona Holst, Ehefrau des Unternehmers zu einem Einkauf in den Hofladen ein, der jeweils donnerstags und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. 

                                                                                                         

                                                                                                        Aber auch an den übrigen Wochentagen sind Wildspezialitäten in Waren erhältlich. Denn die Edeka-Märkte auf dem Papenberg, dem Marktplatz, der Teterower Straße und in Waren-West haben diese im Angebot. „Ansonsten sind natürlich Hotels und Gaststätten sowie der Großhandel unsere Kunden – und das deutschlandweit“, macht Axel Holst nicht ohne Stolz deutlich. Im unmittelbaren Umfeld gehören unter anderem das „Kleine Meer“, „Paulshöhe“ und das Schlosshotel Göhren Lebbin zu den Kunden.  Spitzenköche aus Deutschland wie Johann Lafer oder Joachim Wissler zaubern ihre Kreationen mit Müritz-Wild aus Waren. Und so haben die Mitarbeiter um Axel Holst täglich viel zu tun. Jährlich werden hier inzwischen mehr als 200 Tonnen Wildfleisch verarbeitet. Das Thema Bio-Fleisch ist für Axel Holst eher nicht relevant. „Das ist vom Menschen nicht beeinflussbar. Die Tiere halten sich nicht an Grenzen oder an die Frage, welches Futter kann ich fressen. Sie nehmen das, was schmeckt und wo es schmeckt. Im Grunde sind Wildtiere bionah, denn sie sind an der frischen Luft, haben viel Bewegung – was dem Fleisch gut tut – und sie nehmen natürliche Nahrung zu sich. Da unterscheiden sie sich auch deutlich von Wildtieren aus Gatterhaltung“, ist sich Holst sicher.

                                                                                                         

                                                                                                        In der Schonzeit wird natürlich nicht gejagt, dann veredeln die Fleischer das Wild, was in den großen Kühlhäusern gelagert wird. Gern wird dann auch an der Produktentwicklung gefeilt, neue Zusammenstellungen werden erprobt. „Dabei verwenden wir nur wenige Zusatzstoffe – nur dort, wo es unbedingt erforderlich ist. Auch wird bei uns nichts gemischt mit anderen Fleischsorten – unser Kunde erhält reines Wildfleisch“, macht Axel Holst deutlich. 

                                                                                                         

                                                                                                        Axel Holst ist seit 35 Jahren selbst Jäger und kennt sich so auch bestens mit den Jagdgepflogenheiten und -rechten aus. Er war früher im Forstbetrieb tätig und hat ein Großteil des Wissens über das jagdliche „Handwerk“ von seinem Vater erhalten. „Nachdem ich zunächst als Mitarbeiter in der Firma mit der Wildverarbeitung am Standort tätig war, trafen meine Frau Ilona und ich im Jahr 1998 die Entscheidung, uns Selbstständig zu machen. Wir erwarben das Grundstück von der Stadt Waren und begannen zügig mit den Um- und Ausbauarbeiten zu einem Wildzerlege- und Verarbeitungsbetrieb“. „Wir haben damals quasi mit nichts angefangen und wir sind immer noch da“, beschreibt Ilona Holst den nicht leichten Weg. „Ich denke, wir haben damals die richtige Entscheidung getroffen. Auch was den Standort betrifft. Und es bestätigt sich meine Haltung 'lieber klein, aber fein'“, ergänzt Axel Holst.

                                                                                                         

                                                                                                         

                                                                                                        Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                                         

                                                                                                        Müritz-Wild

                                                                                                        Inh. Axel Holst

                                                                                                        Specker Straße 9a

                                                                                                        17192 Waren (Müritz) 

                                                                                                        Tel.: 03991 662787

                                                                                                        E-Mail: info@mueritz-wild.de

                                                                                                        www.mueritz-wild.de




                                                                                                          letzte Änderung: - 03.07.2017 10:40

                                                                                                          GOURMETHOF BELOW - REGIONAL UND BIO-LOGISCH

                                                                                                          Meist weisen Sterne den Weg zu den besten Restaurants in Stadt und Land, trotzdem sollte man auch sonst die Augen offen halten. In den kulinarischen Nischen der Seenplatte finden sich Lokale mit einem besonderen Ambiente und  speziellen gastronomischen Angeboten. Perfekt wird das Ganze, wenn auch die in der Küche verwendeten Produkte aus der Region stammen und dazu noch aus ökologischem Anbau stammen. All dies vereint der Gourmethof Below inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

                                                                                                           


                                                                                                          Wer von Neustrelitz aus auf der B 198 in Richtung Wesenberg fährt, kommt nach wenigen Kilometern an den Abzweig Below. Von dort aus sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Gourmethof Below – dem Ziel unserer kulinarischen Reise. Das Restaurant ist im gemütlichen Landhausstil eingerichtet. Rustikales Mobiliar und Lehmwände mit eingezogenen Balken verbreiten eine einladende Gemütlichkeit. Einen Kontrast dazu bilden großformatige Malereien mit verschiedenen Motiven. Die allerdings hängen hier nur zeitweise. „Die Bilder sind Teil unserer kleinen Galerie, in der wir regionalen Künstlern die Möglichkeit geben, abwechselnd ihre Werke auszustellen. Damit zeigt auch unser Lokal immer wieder mal ein anderes Gesicht“, erklärt Rita Dubbe, die Geschäftsführerin des Gourmethof Below. Die Terrasse des Restaurants lädt die Gäste zum Verweilen mit Blick auf den Kräutergarten, die umliegenden Wiesen und Teile der Tiergehege. 


                                                                                                          Das kulinarischen Angebot des Gourmethof Below ist vielfältig und regional geprägt.. „Wir haben einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb, mit dem wir das Futter für unsere Tiere produzieren, die Tiere selbst züchten und auch die 'Zutaten' wie Gemüse und Kräuter selbst aufziehen. Bei uns lautet das Motto 'Bio- Logisch' – und das in fast allen Bereichen“, macht Rita Dubbe deutlich. Nicht von ungefähr trägt der Gourmethof Below auch das Bio-Zertifikat DE-ÖKO-034 der Fachgesellschaft ÖKO-Kontrolle mbH, einer durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zugelassenen Öko-Kontrollstelle. „So sind wir in der Lage, unseren Kunden herkunftsgesichertes Fleisch aus kontrollierter Aufzucht anzubieten. In unserem Landwirtschaftsbetrieb, der seit 2002 unter Öko-Kontrolle steht, werden Damwild und  Angus-Rinder gezüchtet, von deren artgerechter Haltung sich die Besucher vor Ort überzeugen können. Die Tiere bekommen hofeigenes Futter, ohne Wirkstoffzusätze wie Antibiotika oder Masthilfsmittel. Unsere Angusrinder verbringen ihr ganzes Leben auf der Weide“, unterstreicht Rita Dubbe.


                                                                                                          Das Hofrestaurant setzt auf erstklassige Küche mit regionalem Schwerpunkt. Die wöchentlich wechselnde Speisekarte orientiert sich an saisonalen Spezialitäten. Traditionen werden bewahrt und der Zeitgeist herein gelassen. Auf der Speisekarte finden sich Fleischgerichte sowohl vom selbst gezogenen Angusrind, vom Huhn oder auch von Damwild aus eigener Aufzucht. Selbst die Kartoffeln werden im eigenen Betrieb geerntet. Was nicht selbst produziert wird, kommt von zertifizierten Bio-Betrieben aus der unmittelbaren Nachbarschaft.


                                                                                                          Auch Brote, Torten und Kuchen werden selbst gebacken. Hier wechselt das Angebot ebenfalls regelmäßig abhängig von der Saison. „Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit Transparenz zu schaffen. Die Leute sollen sehen, das bei uns tatsächlich Gesundes produziert und gekocht wird“, sagt Rita Dubbe. Das gilt ebenso für den Hofladen, der sich unmittelbar an das Restaurant anschließt. „Zwischen der Küche und dem Hofladen besteht eine unmittelbare Verbindung. Denn die Produkte des Hofladen-Angebotes finden ebenso in unserer Küche Verwendung“, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Das bedeutet, dass beispielsweise auch Tee, Holunderblütensirup, Fruchtaufstriche, Chutneys, Pesto oder heimische Bio-Limonaden selbst produziert und angeboten werden.  Und das sowohl im Hofladen als auch im Restaurant. Weitere Angebote des Hofladens sind unter anderem Frischfleisch und diverse Wurstsorten von Wild und Rind.  Die Tiere kommen aus der eigenen Zucht und werden in einer Bio-Schlachterei in Nordbrandenburg fachgerecht zerlegt und weiter verarbeitet. 


                                                                                                          „Gegenwärtig sind wir dabei, einen Online-Shop für unsere Produkte aufzubauen. Das ist allerdings ein komplexes Thema, was mir noch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Dabei spielen zahlreiche Faktoren mit hinein wie beispielsweise Bestellmengen, Gewicht, Kühlketten und insgesamt die Warenbestandskontrolle, da diese Produkte auch im Hofladen und im Restaurant Verwendung finden. Das Ganze wird wohl noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, ist sich Rita Dubbe sicher. 


                                                                                                          Auch im Restaurant ist Abwechslung angesagt – und dies nicht nur auf der Speisekarte. Denn immer wieder werden spezielle Events angeboten. „Wir veranstalten insbesondere zur Sommersaison das traditionelle kulinarische „BBQ-Rocks“ & Live-Musik mit Grillbuffet. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, dafür sorgen Bands und Einzelinterpreten aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen, was für Vielfalt und Abwechslung steht.  Ebenso bieten wir thematische Feiertags - Events für Firmen & Familien, Hochzeiten und natürlich individuelle Veranstaltungen für Familien und Firmen“, zählt die Geschäftsführerin auf. Natürlich lohnt auch ein Ausflug in Familie hierher. Denn nicht nur die Tiere, sondern auch der große Spielplatz sind Anziehungspunkte für die kleinen Gäste.


                                                                                                          Fotos: Bernd Wüstemann


                                                                                                          Gourmethof Below

                                                                                                          Belower Straße 2

                                                                                                          17255 Wesenberg/OT Below 

                                                                                                          Tel.: 039832 26582

                                                                                                          Email: info@gourmethof.de

                                                                                                          www.gourmethof.de




                                                                                                            letzte Änderung: - 03.07.2017 10:23

                                                                                                            MÜRITZFISCHER MIT TRADITION UND MODERNE - FISCH VON HIER

                                                                                                            Waren (bw). Was haben Nerz- und Geflügelzucht mit Fischerei zu tun? Eigentlich nicht viel, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So war es auch bei den Müritzfischern in den 60-er und 70-er Jahren, die sich seinerzeit neben dem traditionellen Fischfang auch mit Geflügelzucht, Schilfrohrverarbeitung  und dem Betrieb von Nerzfarmen beschäftigten. Die damals hergestellten „Nebenprodukte“ sind längst Geschichte. „Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme der Entwicklung unseres Unternehmens, welches in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen begeht. Nach dem Motto 'Nichts ist so stetig wie der Wandel' haben sich die Müritzfischer Jahr für Jahr kontinuierlich weiter entwickelt“, macht Sebastian Paetsch, Prokurist des Unternehmens, deutlich. Kernkompetenz der Müritzfischer ist nach wie vor der traditionelle Fischfang und die klassische Teichwirtschaft. Doch gehören inzwischen auch die Direktvermarktung von Produkten, die Belieferung der Gastronomie und touristische Angebote wie Angeltourismus und Ferienwohnungen zum Portfolio des Unternehmens.  

                                                                                                             

                                                                                                             „Unser Fisch kommt zu großen Teilen aus der Mecklenburgischen Seenplatte – ein Garant für gesunde Qualität. Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer ist für uns keine Floskel, sondern gelebte Realität“, sagt Paetsch. Seit April 2015 betreiben die Müritzfischer das FISCH KAUF HAUS direkt neben der Fischmanufaktur. Hier erhält der Kunde nicht nur Fisch aus der unmittelbaren Region, sondern auch internationale Fischspezialitäten. „Im Ladengeschäft kann der Interessent aus etwa 150 verschiedenen Fischprodukten auswählen. In der Manufaktur bzw. deren Kühlkammern lagern etwa noch unzählige weitere“, weiß der Prokurist. Die Bilanz des FISCH KAUF HAUS übertrifft inzwischen zur Freude der Müritzfischer die seinerzeit erhofften Erwartungen deutlich. Wichtiges Standbein ist dank der Digitalisierung auch der Internetversand geworden. Ein breites Angebot von A wie Aal bis Z wie Zander steht zur Auswahl. Frische, Qualität und 24-Stunden-Expressversand sind garantiert. 

                                                                                                             

                                                                                                            Die Müritzfischer bewirtschaften ca. 100 Gewässer mit einer Fläche von über 27000 Hektar. Dazu gehören unter anderem die Müritz, der Plauer See, der Kölpinsee, der Fleesensee und der Tollensesee. „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur Fischer, sondern auch Entertainer. Sie vermarkten unseren Fisch auf den Fischerhöfen, aber auch Urlaub am Wasser und Angeltourismus“, kommt Paetsch auf die touristischen Aktivitäten des Unternehmens zu sprechen.  Für den Angelurlaub stehen beispielsweise Ferienwohnungen in Eldenburg, Vipperow, Plau am See und Krakow zur Verfügung. 

                                                                                                             

                                                                                                            Als Referenzbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei. Jüngstes „Kind“ der Fischerfamilie ist dabei die Aquaponik-Anlage. Das Prinzip ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll. Die biologischen Abfallprodukte aus einer Fischzuchtanlage werden für einen zweiten biologischen Prozess als Nährstoffquelle für die Produktion von Tomaten im Gewächshaus eingesetzt. Das fördert das Pflanzenwachstum, führt zu einer teilweisen Reinigung des Fischzuchtwassers und durch die Nutzung von Energie aus der Kühlanlage wird noch Energie aus dem Netz gespart. In der Versuchsanlage, in der gegenwärtig Welse aufgezogen werden, konnten bereits 20 Tonnen Tomaten geerntet werden. 

                                                                                                             

                                                                                                            „Fischers Küche“ heiß die neueste Errungenschaft der Müritzfischer. In guter Tradition werden in diesem Restaurant Fischspezialitäten aus aller Welt angeboten. Zu finden ist „Fischers Küche“ im Müritzeum. 

                                                                                                             

                                                                                                            „Wir haben die ehemalige 'Blaue Perle' übernommen und renoviert. Hier wird es unter anderem auch ein Frühstücksangebot geben. Dann wollen wir an den Wochenenden und zu Feiertagen auch längere Öffnungszeiten bis ca. 22 Uhr anbieten. In der Woche steht das Restaurant zu den Öffnungszeiten des Müritzeums den Gästen zur Verfügung“, fasst Paetsch zusammen. Auf den Fischerhöfen der Müritzfischer können die Gäste fangfrischen Fisch erwerben oder bei einem kleinen Imbiss direkt am Wasser Landschaft und Natur genießen.


                                                                                                            Eine schöne Tradition der Müritzfischer sind die Müritz Fischtage. Wie jedes Jahr zum Beginn des Herbstes dreht sich eine Woche lang wieder alles um den heimischen Fisch, der in unzähligen Variationen probiert werden darf.

                                                                                                             

                                                                                                            Vom 24. September bis 1. Oktober 2017 heißt es wieder: 

                                                                                                            Frische Fische, feine Küche! 

                                                                                                             

                                                                                                            Fotos: Bernd Wüstemann

                                                                                                             

                                                                                                             

                                                                                                            Fischerei Müritz-Plau GmbH

                                                                                                            Eldenholz 42 

                                                                                                            17192 Waren (Müritz)

                                                                                                            Telefon: 03991 15 34-0

                                                                                                            www.mueritzfischer.de




                                                                                                              letzte Änderung: - 03.07.2017 09:54

                                                                                                              Schafscheune – Hofkäserei Vietschow - Lecker „Schwarzes Schaf“

                                                                                                              Vietschow (bw). Unweit von Teterow in der Mecklenburgischen Schweiz liegt eingebettet in weite Felder und  Waldstücke der kleine Ort Vietschow. Eines der markantesten Gebäude im Ort ist eine große Scheune, die heutige Schafscheune. „Ehemals war dies die Scheune eines Rittergutes. Ihr Baustil als 'Durchfahrscheune' mit einem Wall aus gestampften Lehm ist nach Aussage von Fachleuten im Land nur sehr selten anzutreffen“, weiß Claudia Schäfer. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Partner und Lebensgefährten Steffen Honzera hier eine ökologische Landwirtschaft mit Schwerpunkt Milchschafhaltung  und Käserei. Die Schafställe, die Wohnung, das Heulager, die Werkstatt, der Traktorunterstand, die Käserei und eine Ferienwohnung sind alle unter dem riesigen Dach der Schafscheune vereint. 

                                                                                                               

                                                                                                              „Unser 'Kapital' sind unsere Schafe. Sie sind die perfekten Kulturtiere. Wir halten die klassischen deutschen Milchschafe, deren Rasse auf die Ostfriesischen Milchschafe zurück geht“, sagt Claudia Schäfer. In den letzten Wochen haben die meisten Muttertiere ihren Nachwuchs bekommen und so tummeln sich auf den Wiesen rund um die Schafscheune fast 60 Muttertiere mit 120 Lämmern. Abends geht es zurück in die Scheune, wo für die Tiere frisches Heu bereitgehalten wird. Überhaupt haben die beiden Schafzüchter ein sehr enges Verhältnis zu ihren Tieren. Jedes Schaf hat hier seinen Namen. Um dabei die Übersicht zu behalten, wird Jahr für Jahr ein neues Motto für die Namen gewählt. In den letzten Jahren standen so einmal Baum-Namen,  arabische Namen oder Kräuter-Namen zur Wahl und nächstes Jahr sind japanische Namen aktuell. Nach der Geburt kommen Mutti und Lämmchen – meist sind es zwei – erst einmal in ein separates Gehege, um sich aneinander zu gewöhnen. „In den darauf folgenden 45 Tagen bleiben die Kleinen  bei ihren Müttern und werden von ihnen versorgt. Erst dann beginnen wir mit der Nutzung der Milch für unsere Käserei“, erklärt Claudia Schäfer. Diese Nutzung läuft bis in den Spätherbst hinein. Im Winter geben die Tiere keine Milch mehr. In dem knappen halben Jahr der Milchsaison herrscht  allerdings Hochbetrieb in der Käserei. Zweimal am Tag werden die Schafe gemolken, dazu steht ein spezieller Melkstand in der Scheune zur Verfügung. Die Milch wird dann in die Tanks in der Käserei gepumpt. Hier entstehen dann die unterschiedlichsten  Käsesorten, aber auch Joghurt oder Quark sind im Angebot. Während Frischkäse gleich nach Fertigung zum Verzehr bereit steht, müssen Hartkäsesorten erst einmal in verschiedenen Reifekammern lagern, was bis zu sieben Monate dauern kann.

                                                                                                               

                                                                                                              „Die wohl bekannteste Art Schafskäse ist ein Weichkäse. Dieser cremige und milde Käse reift eingelegt in Molke-Salzlake. Wir bieten unseren Weichkäse „natur“ und eingelegt in Öl mit Kräutern an. Auch zum Überbacken oder Füllen von Gemüse eignet sich der Käse - und natürlich ganz klassisch über einen schönen Sommersalat.  Ihren Ursprung hat diese Käsesorte in Griechenland und ist als 'Feta' bekannt. Allerdings ist dieser Name gesetzlich geschützt. Bei uns wird er als 'Weißes Schaf' angeboten“, erläutert die Fachfrau. Im Kontrast dazu steht  „Das Schwarze Schaf“, ein klassischer Schnittkäse. Jung ist er mild und cremig. Je länger er reift, umso fester und würziger wird er. Erst gleicht er dem spanischen „Manchego", später dem italienischen „Pecorino".

                                                                                                               

                                                                                                              Und die Palette reicht weiter von buntem Schnittkäse mit Kräutern wie Paprika, Pfeffer, Petersilie, Zwiebel und Knoblauch, über einen Schnittkäse mit Brennesseln bis hin zu Schnittkäse mit Bockshornkleesamen. „Beliebt ist auch unser Pfannen- oder Grillkäse, der draußen gegrillt, im Backofen oder auch in der Pfanne zubereitet werden kann. Wenn dieser Grillkäse heiß wird, kommt er geschmacklich so richtig auf Touren“, empfiehlt Claudia Schäfer. Für die Fertigung von Frucht-Joghurt werden natürlich frische Früchte aus dem eigenen Garten verwendet. Überhaupt ist hier in der Schafscheune alles „Bio“, denn das kleine Unternehmen ist ein Biolandbetrieb. Vom Gras auf den Wiesen bis hin zum selbst eingebrachten Heu und den Umgang mit den Tieren werden die Richtlinien für einen Biolandbetrieb streng eingehalten. Man ist Mitglied beim Bioland - Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. und im Verband für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM). 

                                                                                                               

                                                                                                              Erwerben kann man den leckeren Schafskäse übrigens direkt auf dem Hof im kleinen Hofladen. „Dafür gibt’s zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber das ist kein Problem, denn wir sind stets auf dem Hof bzw. in der Scheune anzutreffen, denn unsere Schafe sind für uns ein Vollzeit-Job und daher ist immer jemand vor Ort“, sagt Claudia Schäfer. Im Hofladen sind übrigens neben dem Käse auch diverse Wurst- und Fleischsorten sowie Schafsfelle, Schafsmilch-Seifen und Plüschtiere im Angebot.

                                                                                                              Darüber hinaus beliefert die Schafscheune Vietschow verschiedene Hotels, Restaurants und auch Geschäfte wie beispielsweise die „Zwiebel“ in Demmin oder das „Plauder Käseeck“ in Plau am See. „Für letzteres fertigen wir auch Käsesorten nach speziellen Rezepturen an wie Frischkäse mit Rosenblättern oder Ringelblumen“, ergänzt Claudia Schäfer. 

                                                                                                               

                                                                                                              Wer Interesse daran hat, einmal hinter die Kulissen dieses Betriebes zu schauen, dem bietet sich die Möglichkeit an einer Hofführung mit Verkostung teilzunehmen. Ebenso besteht für junge Leute auf dem Schafhof die Möglichkeit mitzuarbeiten, ein Praktikum zu machen, zu WWOOFen oder ein FÖJ abzuleisten. 

                                                                                                               

                                                                                                              Schafscheune - Hofkäserei Vietschow

                                                                                                              Ringstraße 28

                                                                                                              17168 Vietschow

                                                                                                              Telefon: 039976 50 186

                                                                                                              www.schafscheune.de




                                                                                                                letzte Änderung: - 02.05.2017 10:27

                                                                                                                Manufaktur Löwenzahn - Mit allen Sinnen

                                                                                                                Nossentiner Hütte (bw). Wie wäre es zum Frühstück mal mit einem Fruchtaufstrich „Vaccinium vitis-idaea“, „Rubus idaeus“ oder „Cydonia oblonga“?  Keine Panik - hinter den Namen verbergen sich keine „mystischen Marmeladen“ sondern Fruchtaufstriche aus Preiselbeeren, Himbeeren oder hauseigenem Quittensaft – allesamt in der „Manufaktur Löwenzahn“ von Anke Bayler in Nossentiner Hütte höchstselbst produziert.„Überwiegend sind es eigene Rezepte, nach denen ich arbeite. Die Rohstoffe kommen teilweise aus dem eigenen Garten oder der Region. Einige Zutaten muss ich natürlich auch aus anderen Quellen beschaffen, wenn diese hier naturbedingt nicht oder nicht in ausreichender Menge wachsen“, erzählt Anke Bayler. Natürlich sind es nicht nur Fruchtaufstriche, die in der „Manufaktur Löwenzahn“ hergestellt werden. Im umfangreichen Angebot regionaler Spezialitäten der Manufaktur finden sich auch Kräutersalze und Gewürzmischungen, Liköre, Sirup, Essig & Öl sowie süße Verführungen. Ebenso gehören Kräuter- & Blütentees nach manufaktureigenen Rezepturen zur Produktpalette. Dabei werden sie auf Kundenwunsch auch ganz speziell gemischt. Die Vielfalt ist riesig, die Bandbreite der verwendeten Blüten und Kräuter reicht von Melisse, Passionsblume, Brennnessel, Holunderblüten, Sonnenblumenblüten, Kornblumen, Rosenblüten bis Johanniskraut oder Pfefferminze – um nur einige wenige zu nennen. Und ein Teil davon sind selbst geerntet. 

                                                                                                                Dann wird Anke Bayler in der Küche aktiv. Produzieren nach hauseigenen Rezepten oder auch gern mal was ausprobieren. Bei Letzterem fungiert die Familie dann als „Vorkoster“ und genehmigt das Ergebnis – oder auch nicht...

                                                                                                                 

                                                                                                                Woher hat Anke Bayler all dieses Wissen um die heimische Natur? „Ein altes Heilpflanzenbuch meines Urgroßvaters und die Geschichten über ihn haben mein erstes Interesse an diesem Feld geweckt. Dann habe ich zu DDR-Zeiten eine Lehre als Köchin gemacht. Dieses Fachwissen ist eine der Grundlagen meiner heutigen Tätigkeit. Nach der Wende habe ich dann mein Abitur nachgeholt und ein Studium als Landschaftsplanerin absolviert. Das ist die zweite Säule meines Wissens, denn dort habe ich viel  botanisches Grundwissen erhalten. Na, und die dritte Säule sind die Erfahrungen, die ich beim Einkochen von allem was der Garten so hergab, bei Besuchen meiner Oma im Sommer und Herbst machen konnte. ??Die Faszination an dem alten Wissen über die Kräuter und die Natur lässt mich nicht mehr los und so bin ich wie viele auf diesem Gebiet eine immer Lernende. Ich besuchte die Freiburger Heilpflanzenschule, verschiedene Seminare bei KUDRA und vieles wird noch kommen“, fasst Anke Bayler zusammen. 

                                                                                                                 

                                                                                                                Doch zurück zur „Manufaktur Löwenzahn“. All die vorgenannten Produkte können in dem kleinen Laden in Nossentiner Hütte erworben werden. Es gibt zwar keine offiziellen Öffnungszeiten, aber wenn jemand zuhause ist, wird auch geöffnet. „Ansonsten bietet sich natürlich die Bestellung über unsere Internetseite an, die läuft quasi rund um die Uhr“, gibt Anke Bayler zu verstehen. Einheimische und Besucher der Region erhalten die Produkte der kleinen Manufaktur außerdem in Waren im „Tortenhus“, im Nationalpark-Service in Federow oder im Bärenwald Müritz.

                                                                                                                 

                                                                                                                Ihre Begeisterung für die Natur und ihre Erfahrungen teilt sie gern auch anderen Menschen mit. „Ich habe festgestellt, dass vielen Menschen in der heutigen Zeit eine gewisse Sehnsucht nach dem Lande, der Natur und damit der Ruhe entwickeln. Einfach mal raus aus dem Stress und mit allen Sinnen die Natur erleben. Ich möchte ihnen dieses Gefühl der Naturanbindung nahe bringen und biete dazu verschiedene Führungen an. Damit einhergehend möchte ich auch Wissen vermitteln und die Wahrnehmung schulen“, beschreibt Anke Bayler dieses Angebot, das sowohl in der Region als auch darüber hinaus gebucht werden kann. Die bisher durchgeführten Führungen in der Natur wurden von Menschen aller Altersklassen begeistert aufgenommen.

                                                                                                                Seit nunmehr neun Jahren ist Anke Bayler mit ihrer „Manufaktur Löwenzahn“ in der Selbstständigkeit. „Ich hatte davor noch einen Bürojob, dann wurde das Ganze aber ziemlich  stressig und ich stand vor der Entscheidung 'ganz oder gar nicht' und habe mich für 'ganz' entschieden und dies bis heute nicht bereut“, sagt sie. Das merkt man der jungen Frau auch deutlich an, sie steht hinter dem, was sie tut. „Es ist gut so, wie es ist“, lautet ihr Fazit.

                                                                                                                 

                                                                                                                Wie kam es eigentlich zu dem Namen „Manufaktur Löwenzahn“? „Drei Fakten sprachen für den Namen: Erstens ist Löwenzahn unglaublich widerstandsfähig, er wächst in jeder Fuge. Zweitens bildet er im Mai ein Blütenmeer wie tausend Sonnen und drittens vermitteln die dann fliegenden Samenschirmchen ein Gefühl von Leichtigkeit“, erklärt Anke Bayler mit einem Schmunzeln. 

                                                                                                                 

                                                                                                                Im August jeden Jahres lädt übrigens die „Manufaktur Löwenzahn“ zu einem Höhepunkt ein. Dann wird gefeiert - die Fülle des Lebens, der Sommer und alle, die dabei sind. 

                                                                                                                Die Gartentür von Anke Bayler steht an diesem Tag offen, es gibt Musik, schöne Kunst und gutes Essen sowie gute Gespräche - ein Fest für die Sinne. In diesem Jahr sind Freunde und Gäste eingeladen, am 12. August 2017 in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr mit ihr zu feiern. Es gibt Kaffee und Kuchen, Livemusik von Henri Stabel,  schöne Künste von Annett Treike, umrahmt von der Blütenpracht im Garten.

                                                                                                                 

                                                                                                                Manufaktur Löwenzahn

                                                                                                                Anke Bayler

                                                                                                                Dorfstraße 32

                                                                                                                17214 Nossentiner Hütte

                                                                                                                Tel.: 039927 76179

                                                                                                                Mobil: 0176 45842709

                                                                                                                www.manufaktur-loewenzahn.de



                                                                                                                  letzte Änderung: - 02.05.2017 09:57

                                                                                                                  Wangeliner Garten - Was die Natur uns bietet

                                                                                                                  Wangelin (bw). Sobald Winterling, Schneeglöckchen und Zwergiris ihre ersten Spitzen durch den Restschnee der Sonne entgegen recken, beginnt im Wangeliner Garten die Saison. Zwar nicht für die Besucher - für sie gibt es noch nicht viel zu sehen – aber für die Akteure vor Ort. Denn sie beginnen nun mit den Vorbereitungen auf den Frühling. Beete, Bäume und Sträucher müssen wieder in eine ansehnliche Form gebracht werden. 

                                                                                                                  „Ab April erwarten wir dann wieder unsere Gäste im größten Kräutergarten Mecklenburg-Vorpommerns“, freut sich Gartenleiterin Beate Neumerkel und nimmt uns mit auf einen kleinen Rundgang durch das Gartenareal, welches in neun thematische Abteilungen gegliedert ist und mehr als 900 Pflanzenarten umfasst. „Den größten Bereich nehmen dabei die Heilkräuter ein. Geordnet nach Krankheitsarten, findet der Gast vorrangig Kräuter der traditionellen Heilkunde, welche aber auch noch in der heutigen Heilmedizin Verwendung finden“, weiß die Gartenleiterin. Weiter geht es zur Duftpflanzenabteilung, die aus den Abteilungen Blüten- und Blätterduft besteht, daneben die Abteilung der Zauberpflanzen. Eine Besonderheit ist die Abteilung zu Trickpflanzen und zur Bionik. Dabei handelt es sich um eine Wissenschaft, bei welcher sich die Technik die Natur zum Vorbild nimmt. 

                                                                                                                   

                                                                                                                  „Das Zusammenspiel von Pflanze und Insekt kann im Schmetterlingsgarten beobachtet werden. Der Bauerngarten und die Capitulare de Villis-Rabatten verweisen beide auf lange Traditionen menschlicher Gartenbaukultur. Ergänzt wird dieser Bereich auch durch die Abteilung der nachwachsenden Rohstoffe“, führt Beate Neumerkel weiter aus. 

                                                                                                                   

                                                                                                                  Die recht junge Geschichte des Wangeliner Gartens reicht in die 90-er Jahre zurück. Was einst auf einem ehemaligen LPG-Acker als Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme begann, hat sich im Verlauf der Jahre zu einem beachtlichen und – vor allem nachhaltigen - Projekt mit vielfältigen Themenbereichen entwickelt. „So ist beispielsweise hier unser Gartencafé entstanden, in dem neben hausgemachten Kuchen und frischen Suppen mit Zutaten aus dem Wangeliner Garten natürlich auch regionale Produkte wie Öle, Essige und Aufstriche aus eigener Produktion angeboten werden“, wirbt die Gartenleiterin. 

                                                                                                                   

                                                                                                                  Ein weiteres „Standbein“ des Wangeliner Gartens sind die zahlreichen Gruppenangebote, die unter dem Motto „Natur genießen in der Müritzregion“ stehen. Da erfährt der naturverbundene Interessent, wie man „Samenbomben“ bastelt, Kräutertee selbst mischen kann oder Kräuteressig oder Kräutersalz herstellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lehmarchitektur. „Diese ist ein besonderes Thema im Wangeliner Garten und wird nicht nur für die Gruppenangebote genutzt, sondern nimmt einen breiten Raum auch in den Wangeliner Workcamps ein“, erzählt Beate Neumerkel. Zum Beispiel in den besagten einwöchigen Workcamps, in denen unkonventionelle und praktische Berufsorientierung sowie der Einblick in eine Vielfalt an nachhaltigen Berufsfeldern und Lebensmöglichkeiten geboten wird. Erprobt werden dabei sowohl zukunftsfähiges  Bauen mit Lehm und Upcycling - also das Bauen aus gebrauchtem Material -  als auch Erneuerbare Energien sowie Öko-Gartenbau. Schönes praktisches Beispiel ist das bereits bestehende Gästehaus mit fünf lasttragenden Strohballentonnen, das in einem internationalen Baustellenkurs der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau Wangelin nach einem Konzept von Prof. Dr. Gernot Minke  als Beispiel für ein kostengünstiges nachhaltiges Bauen mit Naturbaustoffen aus Stroh und Lehm entstanden ist – quasi eine Architektur aus dem Kornfeld. Mehr zum Thema Lehm erfährt man übrigens im Lehm-Museum, welches im Nachbardorf Gnevsdorf angesiedelt ist.  Die besagten Unterkünfte können ebenso wie einige Wohnwagen auch von Besuchern genutzt werden, die mit Auto oder Fahrrad die Gegend erkunden möchten oder die Angebote des Wangeliner Gartens an mehreren Tagen nutzen wollen. Ebenso stehen sie für die Workcamps zur Verfügung.

                                                                                                                   

                                                                                                                  „Wir haben letztes Jahr beispielsweise jungen Menschen das Wissen zu verschiedene Ofenbautechniken vermittelt und anschließend holzgefeuerte Lehmbacköfen selbst hergestellt. Zum Abschluss haben wir gemeinsam selbst Pizza und Brot gebacken, was für viel Spaß und gute Laune gesorgt hat“, erinnert sich die Gartenleiterin. Ebenso sind hier schon große Lehmöfen gebaut worden, die sich insgesamt einer großen Nachfrage erfreuen. Größtes Lehmbau-Projekt auf dem Gelände des Wangeliner Gartens ist das Lehmhaus.  Es ist Veranstaltungsort für Seminare und Kulturveranstaltungen und wechselnde Ausstellungen. „Das ganze Jahr über bieten wir darüber hinaus im Wangeliner Garten verschiedene Veranstaltungen an. Ob Seminare, Workshops, Aktionstage, Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Lesungen, Kräuterkurse... 

                                                                                                                  Nächster Höhepunkt wird sicherlich der Frühjahres- und Pflanzenmarkt am 30. April von 10 bis 16 Uhr sein, der wie in den Jahren zuvor zahlreiche Besucher in unseren Wangeliner Garten locken wird“, ist sich Beate Neumerkel sicher.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Träger des Wangeliner Gartens ist der Verein zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees e.V. - kurz FAL e.V.. Neben dem Wangeliner Garten und der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau betreut der Verein noch weitere themenbezogene Projekte wie zum Beispiel das Lehmmuseum Gnevsdorf, den Wunderfeld Laden in Plau oder die Lohnmosterei in Ganzlin.

                                                                                                                   

                                                                                                                   

                                                                                                                  Wangeliner Garten

                                                                                                                  Vietlübber Straße

                                                                                                                  19395 Ganzlin OT Wangelin

                                                                                                                  Telefon: 038737 49 98 78

                                                                                                                  www.wangeliner-garten.de




                                                                                                                    letzte Änderung: - 27.03.2017 15:07

                                                                                                                    Müritzhof am See - „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“

                                                                                                                    Stuer (bw). In unmittelbarer Nähe der Gemeinde Stuer liegt der „Müritzhof am See“. Er grenzt an  den Rogeezer See und den Stuerer Flachsee. Weite Wiesenflächen umgeben den Hof. Hier kommen sie her: Die Texel und die Schwarzköpfe. Nein, keine Indianer – es handelt sich um Schafe. Und zwar um Schafe, die hier artgerecht und ökologisch aufgezogen werden und deren Fleisch sich später durch einen zarten und feinen Geschmack auszeichnet.

                                                                                                                    „Wie auch immer es verarbeitet wird, ob gebraten, gegrillt oder geschmort, das Fleisch der Müritzlämmer schmeckt stets mild und saftig-zart“, weiß Matthias Ruoff, Geschäftsführer der Müritzhof Lamm & Wild GmbH. Bis das Endprodukt an den Verbraucher gelangt, steht aber erst einmal viel Arbeit vor den Mitarbeitern des Unternehmens. Denn „Bio“ kommt nicht von allein, da muss man was dafür tun. „Unsere Lämmer wachsen in freier und unbelasteter Natur auf. Neben dem natürlichen Futter auf den Wiesen ziehen wir das Winterfutter auch auf dem eigenen Hof. Quasi in einer sogenannten Kreislaufwirtschaft. Gerste, Hafer und das Stroh kommen vom eigenen Acker. Zugefüttert wird bei den Muttertieren mit 'Treber', einem kräftigendem Futter, das aus einer Bio-Brauerei bei Templin bezogen wird. Damit haben wir die Gewissheit, dass wir dem Bio-Anspruch stets gerecht werden. Wichtig ist auch die konstante Wasserzufuhr auf unseren Flächen, die wir übrigens von der Stiftung Umwelt und Naturschutz gepachtet haben“, erklärt Matthias Ruoff und ergänzt: „Grünlandpflege ist unser täglich Brot“. Auch hier sind Bedingungen einzuhalten, die für solche Arbeiten den Rahmen bilden. So dürfen beispielsweise die Flächen nicht gewalzt werden und die Vogelbrutzeiten sind zu beachten. 

                                                                                                                     

                                                                                                                    Doch zurück zum Lamm. Ist die Zeit zur Schlachtung gekommen, wird mit den Tieren äußerst sensibel umgegangen. „Die Schlachtung erfolgt unter strenger Aufsicht und unbedingter Wahrung der Würde der Tiere auf unserem Hof“, beschreibt Matthias Ruoff. Wie er berichtet, legen die Lämmer den Weg bis zur Schlachtung immer in Gruppen gemeinsam zurück. „Schafe sind Herdentiere, aber einzelne Schafe sind ängstlich. Das wollen wir vermeiden. Im weiteren erhalten die Lämmer vor der Schlachtung eine Ruhepause, um Stress abzubauen. So entspannen die Muskeln und das Fleisch behält seinen zarten Biss. Stress ist das Schlimmste fürs Fleisch“, weiß der Geschäftsführer. Das Fleisch kommt anschließend am Knochen für mehrere Tage in die Reifekammer, anschließend wird es vakuumiert und per Kühllaster an die Kunden geliefert.

                                                                                                                     

                                                                                                                    „Tiefgefroren werden nur wenige Teile wie Bries und Bäckchen. Außerdem lassen wir von einem zugelassenen Bio-Fleischer eine Wurst nach einem nordafrikanischen Rezept fertigen – die Merguez-Wurst, die sehr schmackhaft und scharf ist“, kommt Matthias Ruoff auf weitere Spezialitäten des Hofes zu sprechen. Derartige regionale Produkte erfreuen sich zunehmender Nachfrage und können im hiesigen Hofladen, aber auch in Verkaufsstellen der Region erworben werden. Der Hofladen ist übrigens vom 2. April bis 30. Oktober wochentags zwischen 10 und 13 Uhr sowie 14 und 15.30 Uhr geöffnet.

                                                                                                                     

                                                                                                                    Seit Matthias Ruoff im Jahr 2012 den Hof übernommen hat, wurde auch die Vielfalt breiter. Neben Lammfleisch ist nun auch Wildfleisch im Angebot und Biogemüse vom Müritzhof am See findet inzwischen hier ebenso seine Abnehmer. Dafür baut der Müritzhof auf eigener Ackerfläche diverse Wurzelgemüse wie gelbe und rote Bete, aber auch Salate, Kräuter, Kürbis, Zuckerschoten und  exotische Gemüsesorten an. Es gilt gleiches wie für das Bio-Fleisch:  Auch diese Produkte stammen aus ökologisch kontrolliertem Anbau, sind nicht gentechnisch verändert und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Einzig der Einstreu aus den Schafställen kommt auf die Ackerfläche.

                                                                                                                     

                                                                                                                    Auf den rund 200 Hektar Öko-Weideland grasen derzeit 500 Mutterschafe mit ihren Lämmern rund um den Hof. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Müritzhofes am See. Die Flächen liegen allesamt in Reichweite ringsum. „Auch haben wir keine Probleme mit dem Wolf, wie man es anderenorts schon häufiger hörte. Unsere 'Wachhunde' sind Esel, die gemeinsam mit den Schafen auf der Weide sind. Esel sind wachsam, angriffslustig und gehen auch auf Hunde und Wölfe los. Das glaubt man kaum, aber es ist so, weil die Tiere die Herde als ihre annehmen“, kommt der Geschäftsführer auf ein scheinbares Kuriosum zu sprechen. Nicht so lustig ist die Tatsache, das dem Müritzhof besonders im vergangenen Jahr erhebliche Verluste an Lämmern durch Rabenvögel entstanden sind.

                                                                                                                     

                                                                                                                    Der Hof hat eine lange Geschichte. Matthias Ruoff hat sich natürlich dafür interessiert und kann über einen äußerst innovativen Bauern namens Lorenz berichten, der den Hof zwischen 1832 und 1835 aufgebaut hat. Innovativ deshalb, weil er sich schon früh die Windkraft zunutze gemacht hat. Mit einem eigenen Windrad trieb er schon vor dem 1. Weltkrieg die Säge oder den Dreschkasten an, ebenso eine Wasserpumpe und weitere technische Hilfsmittel. 

                                                                                                                     

                                                                                                                     

                                                                                                                    Müritzhof Lamm & Wild GmbH

                                                                                                                    Dorfstraße 33

                                                                                                                    17209 Stuer bei Plau am See

                                                                                                                    Telefon: 039924 22 30

                                                                                                                    www.mueritzlamm.com




                                                                                                                      letzte Änderung: - 27.03.2017 11:26

                                                                                                                      Müritz-Hof Knust - Direkt vom Feld zum Verbraucher

                                                                                                                      Sembzin (bw). Gerade ist Steffen Knust von seiner morgendlichen Runde zurück gekommen. Bei minus sechs Grad Celsius war er unterwegs, um an den Feldrändern stehende Hecken und Bäume zurück zu schneiden. „Das ist jetzt genau die richtige Zeit für solche Arbeiten. Diese müssen bis Ende Februar erledigt sein, dann stehen andere wichtige Aufgaben an. Als Landwirt mit einem eigenen Hof muss man schon auf vielen Gebieten fachliches Wissen und handwerkliches Geschick mitbringen“, macht der Landwirt deutlich. Gemeinsam mit seiner Frau Carolin bewirtschaftet er den Müritz-Hof Knust in Sembzin an der Müritz. Dabei setzen die Beiden ihre eigenen Vorstellungen vom Profil ihres Familienunternehmens konsequent um. „Im Grunde wirtschaften wir in zwei Kernbereichen. Zum einen ist dies unsere ökologische Tierzucht mit Mutterkühen und Grünlandbewirtschaftung. Zweites Standbein ist der landwirtschaftliche Ackerbau. Den haben wir ergänzt durch eine Direktvermarktung verschiedener feldfrischer Produkte“, zählt Steffen Knust auf. Tatsächlich können die Kunden auf dem Hof oder am Verkaufswagen je nach Jahreszeit Angus-Rindfleisch, Kartoffeln oder Kürbisse erwerben oder auf dem nahe liegenden Feld frische Erdbeeren selbst pflücken. Auch Schnittblumen wie Tulpen oder Gladiolen stehen im „Selbstbedienungsfeld“ direkt an der B192 mit einer Kasse des Vertrauens den Interessierten offen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass regionale Produkte zunehmend gefragt sind. Wenn die Menschen sehen, was und wie wir hier anbauen und ernten, haben sie mehr Vertrauen in unsere Erzeugnisse. Die Nachfrage bestätigt uns dies“, ist Carolin Knust überzeugt. Dabei verwende man so wenig wie möglich Chemie zur Unkraut- bzw Ungeziefer-Bekämpfung. „Da gehen wir – auch wenn es zeitaufwändiger und letztlich auch teurer ist - statt mit der chemischen Keule lieber einmal mehr mit der Hacke durch und pflegen die Erdbeeren auf 'konventionelle' Weise“, ergänzt Steffen Knust.

                                                                                                                       

                                                                                                                      Das Familienunternehmen hat neben der Direktvermarktung ab Hof noch einen prominenten Partner als Kunden: Das Schlosshotel Fleesensee. Für deren exklusive Küche liefert Familie Knust frische Erdbeeren, Angus-Rindfleisch und ganz spezielle Kartoffelsorten. Mit im Angebot sind unter anderem die Sorten „Linda“, „Ballerina“ oder die vorwiegend festkochende „Gala“.  

                                                                                                                       

                                                                                                                      Durch die Fachgesellschaft Öko-Kontrolle mbH aus Karow ist die Angus-Mutterkuh-Herde des Müritz-Hof Knust als Öko-Betrieb zertifiziert. Die Herde umfasst derzeit 45 Muttertiere und zehn Färsen. „Auf die Angus-Rinder haben wir im vergangenen Jahr umgestellt. Die Tiere sind sehr robust, haben ein wohlschmeckendes Fleisch und bringen in jedem Jahr ein Kalb. Anfang März erwarten wir bereits die ersten Kälber“, erzählt der Landwirt. Dabei setzt er vor allem auf die Weidemast, die zwar langwieriger als Stallhaltung ist, aber mit der eine bessere Qualität erreicht wird. 

                                                                                                                       

                                                                                                                      Mein Vater hat zuletzt in der Nähe von Hannover einen kleineren Betrieb bewirtschaftet. Da dort keine Möglichkeit bestand, den Betrieb auch für die nächste Generation wirtschaftlich aufzustellen, ging er in Mecklenburg auf Suche und wurde hier an der wunderschönen Müritz fündig“, blickt Steffen Knust zurück. Die hierzulande niedrigere Bodenqualität im Ackerbau gleiche man durch die verschiedenen „neuen“  Standbeine des Betriebes aus. 

                                                                                                                       

                                                                                                                      „Außerdem haben wir hier eine neue Heimat gefunden, eine tolle Landschaft und nette Menschen ringsum bestätigen uns in unserem Entschluss“, macht Carolin Knust deutlich. Mit ihrem Studium der Agrarwirtschaft und Betriebswirtschaftslehre war sie für eine große Bank als Agrar-Kundenbetreuer für Thüringer Landwirte tätig, bevor sie durch die Geburt der Tochter vermehrt im Familienunternehmen tätig wurde. Steffen Knust hat eine dreijährige Lehre als Landwirt absolviert, eine Fachschule als Betriebs-Agrar-Wirt besucht und in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben Erfahrungen gesammelt. „Ja, und nun bewirtschaften wir bereits seit 2 ½ Jahren unseren Familienbetrieb. Unterstützt werden wir noch tatkräftig von meinem Vater und dessen Ehefrau“, ist Steffen Knust dankbar. 

                                                                                                                       

                                                                                                                      Ein weiteres Standbein der Knust's sind die Ferienwohnungen, in denen interessierte Gäste Urlaub auf dem Bauernhof machen können. „Wer in seinem Urlaub viel Ruhe genießen möchte, ist hier bei uns richtig. Auch Familien mit Kindern sind gern gesehen. Die Kinder können bei uns viel zum Thema Landwirtschaft lernen. Außerdem haben wir einen 'Streichelzoo' mit Ziegen, einem Esel, einem Pony und einem Alpaka. Natürlich gibt’s den obligatorischen Haus-und-Hof-Hund. Zur Erdbeerzeit können die Kinder mit aufs Feld, was immer gern angenommen wird“, erzählt Carolin Knust. Apropos mit aufs Erdbeerfeld: Auch Kita- und Grundschulkinder lernen beim Besuch etwas über die Natur, die sie umgibt. Man merkt der jungen Frau an, dass sie ihren Beruf liebt. Das gibt sie auch unumwunden zu. „Landwirt ist ein toller Beruf. Man ist viel in der Natur, kann mit Tieren umgehen und hat Kontakt mit zahlreichen Menschen. Es macht einfach Spaß und wir haben noch Ideen für die Zukunft“, ist Carolin Knust begeistert. 

                                                                                                                      Mit der kleinen Tochter Ann Sophie ist inzwischen bereits der 'Grundstein' für die nächste Generation des Familienunternehmens gelegt.

                                                                                                                       

                                                                                                                      Landwirtschaftsbetrieb Müritz-Hof Knust
                                                                                                                      Dorfstraße 9
                                                                                                                      17192 Klink OT Sembzin
                                                                                                                      Telefon: 0172 10 23 003
                                                                                                                      Mail: info@mueritzhof-knust.de



                                                                                                                        letzte Änderung: - 27.02.2017 10:52

                                                                                                                        Geschützte Schätze der Natur - Die Wacholderheide an der Müritz

                                                                                                                        Das Hinnenfeld oder auch das hintere Feld wurde ein schmales Stück des Vorlandes im Osten der Müritz, zwischen Warnker See und Rederangsee genannt. 

                                                                                                                         

                                                                                                                        Seit dem 14. Jahrhundert stand das zuvor verlandete und vermoorte Stück der Müritz mehr oder weniger durch Schwankungen der Müritz unter Wasser und konnte nicht genutzt werden. Als die Müritz von 1798 bis 1834 um mehr als 2 m abgesenkt wurde, kam das Vorland wieder zum Vorschein. Als Eigentum der Stadt Waren war es an die Hausstellen der Ackerbürger gebunden und in Parzellen eingeteilt. Da das Land nur zur Viehweide taugte, wurde zur besseren Bewirtschaftung eine Weidegenossenschaft gegründet und ein Hirte (später Koppelwart) bestellt. Fortan wurde das ca. 500 ha weite Land Hinnenfeld genannt und Fohlen- und Jungviehkoppel. Durch die starke Beweidung blieb das Gelände, in dem sich flache Wasserlagunen wie das Spuckloch befanden, über viele Jahrzehnte kurz geschoren und war wegen der Unzugänglichkeit ideales Revier für den Vogelzug. Tausende Kraniche, Gänse und andere Durchzügler oder Wintergäste fanden sich hier ein. 

                                                                                                                         

                                                                                                                        Noch während des I. Weltkriegs 1917 gab es tatsächlich Überlegungen, hier ein Feldflugplatz einzurichten. Wegen der Stadtnähe und wohl auch wegen des Untergrundes wurde das Vorhaben aufgegeben. Zu dieser Zeit müssen ein Großteil der Solitär-Schirmkiefern rund um das Spuckloch gefällt worden sein, die der Naturschutzbeauftragte Karl Bartels nach dem Krieg vermisste. In den Folgejahren setzte er sich mit Hilfe des Magistrats von Waren für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ein, das 1931 endlich mit mageren 280 ha auf einen Teil des Hinnenfeldes gegründet wurde.  „Das Erlegen, Fangen und Stören der Vögel …, das Zerstören und Ausnehmen ihrer Nester ist untersagt. Die Jagd auf Vögel aller Art ruht,… Auf dem übrigen Teil, dem nördlichem Ende des Hinnenfeldes sollte 1937 eine Jagdruhezone eingerichtet werden. Dazu kam es nicht. Ganz im Gegenteil, Karl Bartels musste sich gegen die Anfeindungen des Jagdpächters Kurt Herrmann (Speck) wehren. Im selben Jahr wurde das gesamte Ostufer und die angrenzende Außenmüritz Sperrgebiet für Rechlin. 

                                                                                                                         

                                                                                                                        Nach dem II. Weltkrieg, 1952, wurden die Flächen vor dem Spuckloch aus der Beweidung mit dem gut gemeinten Ziel, Brut- und Zugvögel von vermeintlichen Störungen durch das Weidevieh zu bewahren, genommen. Jedoch schnell verschilften und verbuschten die Flächen. Die Vögel suchten sich andere Rast- und Brutstätten. Zunächst versuchten Naturschutzhelfer die Flächen von Buschwerk und jungen Bäumen wieder zu befreien. Angesichts der großen Flächen war das Freihalten nicht zu schaffen und das Weidevieh auf diese Weise nicht ersetzbar. Die Erkenntnis daraus war die Beweidung wiederaufzunehmen. So wurde nach Haustierrassen gesucht, die mit der Freilandhaltung zurechtkamen. Ab 1969 grasten skandinavische Fjäll Rinder, 1984 kamen Gotland Schafe und 1987 Shetlandponys dazu.

                                                                                                                         

                                                                                                                        Erwähnenswert ist, dass 1958 am Nordrand des Naturschutzgebietes ein Urlauberdorf gebaut werden sollte. Zum Glück war der Standort Klink geeigneter.

                                                                                                                        Auch die 1967 geplante Komplexmelioration, d.h. die aufwendige Entwässerung der großen Moorflächen zwischen Warnker See und Spuckloch, konnte verhindert werden. 

                                                                                                                         

                                                                                                                        Seit 1990 gehört das ehemalige Hinnenfeld mit zur Pflegzone des Müritz-Nationalparks. Weite Teile des Gebietes sind inzwischen mit dem von den Tieren verschmähten Wachholder zugewachsen. 

                                                                                                                         

                                                                                                                        Um die Flächen wieder für die Beweidung und für Zugvögel attraktiver zu machen, findet seit 2003 einmal im Jahr eine Wacholderausholzung statt. Der Wacholder wurde danach bislang als Feuerungsmaterial genutzt. Das soll sich ändern, denn dieser Wacholder ist eine echte Rarität.

                                                                                                                        Als Kenner der Region verfolgte Thomas Engels schon lange dieses alljährliche Ereignis und hatte eines Tages die Idee, aus den heimischen Wacholderbeeren einen einzigartigen MÜRITZ-GIN für sich und seine Freunde destillieren zu lassen. Dieser regionale Gin wird von der Natur limitiert und exklusiv von einem Destillateurmeister in bester Manufakturqualität mazeriert. Mit diesen handverlesenen Wacholderbeeren und 20 weiteren Botanicals wie beispielsweise Sanddornbeeren, Koriandersamen, Zitronenschalen, Zimtrinde, Veilchenwurzeln, römischen Kamillenblüten, Paradieskörner, Angelikawurzeln, Lavendelblüten komponierte der Ginmeister einen wunderbar ausbalancierten MÜRITZ GIN, mit dem man ab sofort die Kulturlandschaft am Ostufer der Müritz schmecken und genießen kann.

                                                                                                                         

                                                                                                                        Kontakt / Autor: Gerhild Meßner

                                                                                                                         

                                                                                                                        Nationalparkamt Müritz

                                                                                                                        Schlossplatz 3

                                                                                                                        17237 Hohenzieritz

                                                                                                                        Telefon: 039824 252-0

                                                                                                                        www.mueritz-nationalpark.de




                                                                                                                          letzte Änderung: - 27.02.2017 10:31

                                                                                                                          BLEIBEN SIE DOCH
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